Alfred J. Kwak

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Seriendaten
Deutscher TitelAlfred J. Kwak
OriginaltitelAlfred J. Kwak (ndl. & dt.)
Chiisana Ahiru no Ōkina Ai no Monogatari: Ahiru no Kuwakku (小さなアヒルの大きな愛の物語 あひるのクワック) (jap.)
Alfred kwak logo.jpg
ProduktionslandNiederlandeNiederlande Niederlande
DeutschlandDeutschland Deutschland
JapanJapan Japan
SpanienSpanien Spanien
OriginalspracheNiederländisch
Jahr(e)1989–1991
Länge25 Minuten
Episoden52
GenreFabel
IdeeHerman van Veen
MusikHerman van Veen, Harry Sacksioni und Erik van der Wurff
Erstausstrahlung3. April 1989 (Japan) auf TV Tokyo
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
13. Oktober 1990 auf ZDF
Besetzung

Alfred J. Kwak ist eine Zeichentrickserie, die auf der Musikfabel Alfred Jodocus Kwak des niederländischen Liederkomponisten Herman van Veen basiert und 1989 bis 1991 in den Niederlanden, Deutschland, Japan und Spanien entstand. Regie führte Hiroshi Saitō (斉藤 博).

Die gleichnamige Hauptfigur ist eine Ente, ein Waisenkind (Namen der Eltern: Anna und Johann Kwak), dessen Obhut sich der Maulwurf Henk angenommen hat. Henk ist Alfreds Ziehvater, aber auch sein Freund und Berater. Alle Figuren in der Serie sind vermenschlichte Tiere.

Die Serie wurde in Deutschland erstmals 1990 im ZDF ausgestrahlt und gewann viele Preise, darunter auch die Goldene Kamera 1990 der Zeitschrift Hörzu für das beste Kinderprogramm.

Teile der Serie wurden 2006 in der visualisierten Linzer Klangwolke verwendet, die unter der Leitung von Herman van Veen realisiert wurde.

Musik[Bearbeiten]

Die Musik für die Zeichentrickserie haben Herman van Veen, Harry Sacksioni und Erik van der Wurff komponiert.

Deutsche Lieder:
Vorspann: Plätscher, Plitscher, Feder

  • Gesang: Herman van Veen

Abspann: Warum bin ich so fröhlich

Japanische Lieder:
Vorspann: Yakusoku da yo (約束だよ)
Abspann: Happy Happy (ハッピー・ハッピー Happī Happī)

  • Text & Komposition: Herman van Veen (ヘルマン・ヴァン・ヴェーン)
  • Liedtextübersetzung: Kazuko Sakata (さかたかずこ)
  • Bearbeitung: Michiaki Katō (加藤みちあき)
  • Gesang: Megumi Hayashibara (林原めぐみ)

Vorgeschichte[Bearbeiten]

Im beginnenden Sommer eines nicht genannten Jahres treffen sich Henk und Johann Kwak, der Vater von Alfred. Henk macht ihm den Vorschlag zu heiraten, was Johann, der aber lieber seine Freiheit genießt, nicht möchte bis er auf einmal eine Ente mit dem Namen Anna kennenlernt. Beide verlieben sich sofort ineinander, jedoch ergreift Johann aus Verlegenheit die Flucht. Im späteren Verlauf der Handlung treffen sich beide erneut und gründen eine Familie. Alfred ist das erste von mehreren Geschwistern, der sofort aus dem Ei schlüpft und die Welt erkunden möchte. Als er wieder eingefangen ist und zum Nest zurückgetragen wird, macht Henk seinem Vater den Vorschlag, das kleine Entchen Alfred zu nennen, weil sein Großvater so hieß. Außerdem würde ihm noch der Beinamen Jodocus gut stehen, weil er so ein Herumtreiber sei. Johann ist mit diesem Vorschlag einverstanden. Die kleine Entenfamilie lebt glücklich miteinander, bis eines Tages Bauarbeiten für einen Vergnügungspark in ihrer Heimat beginnen und der einzige Waldabschnitt für die Familie unbewohnbar ist. Henk macht Johann den Vorschlag, dass die Familie doch mit ihm ins Haus seines Großvaters ziehen könnte. Nach einigem Zögern willigt Johann diesem Vorschlag ein, da ihm auch nichts besseres einfällt. So macht sich die Familie auf die Reise. Alfred läuft ständig von der Gruppe weg, weil es auf dem Weg so viele Dinge gibt, die ihn interessieren. In einer regnerisch gewitterigen Nacht muss die gesamte Entenfamilie eine gefährliche Straße überqueren. Alfred läuft schon wieder weg, aber Henk rennt ihm hinterher. Währenddessen möchte die restliche Familie die Straße bereits überqueren. Als Henk Alfred endlich wieder eingefangen hat, hören beide plötzlich einen lauten Knall und sehen wenig später das Unglück. Johann, Anna und Alfreds Geschwister, die allesamt namenlos waren, wurden bei diesem Unfall getötet. Einzig der große Holzschuh, in dem die Familie ihr Nest für die Kinder hatte, ist übrig. Fahrer des Wagens waren Herr Roko Dil und sein Geschäftspartner, die Inhaber des Vergnügungsparks. Alfred und Henk ziehen schließlich allein zum Haus seines Großvaters weiter. Henk wird Alfreds Ziehvater und bezeichnet Alfred deshalb auch scherzhaft als "Maulwurfente".

Charaktere[Bearbeiten]

Alfred Jodocus Kwak
ist eine kleine gelbe Ente, die in einem ausgebauten Holzschuh in Großwasserland lebt. Er ist mutig, voller Tatendrang und immer besorgt um das Wohl anderer – und bringt sich und seinen Ziehvater Henk dadurch nicht selten in Gefahr. Seine richtigen Eltern und Geschwister kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Synchronsprecherin ist die niederländische Musikerin Ryan van den Akker.
Henk 
ist ein sehr intelligenter Maulwurf und anerkannter Bergbau-Experte, der Alfred nach dem Tod seiner Eltern aufzieht und ihm in fast all seinen Abenteuern zur Seite steht. Alfred betrachtet ihn als seinen Vater und zugleich als seinen besten Freund. Er ist stark kurzsichtig. Sein Charakter zeichnet sich einerseits durch ein sehr gutmütiges und tapferes Wesen sowie durch eine große Ruhe und Gelassenheit aus. Selbst in gefährlichen Situationen oder bei schwierigen Fragestellungen behält er immer einen kühlen Kopf und steht Alfred und anderen Charakteren mit gut durchdachten Ratschlägen zur Seite. Außerdem war er bereits mit den Eltern von Alfred eng befreundet.
Winnie Wanna
ist Alfreds Freundin, eine schwarze Ente. Ihr Vater Kwah Wanna ist der Anführer der schwarzen Widerständler gegen die Rassentrennung in ihrer Heimat Gänseland. Er hat Winnie und ihren Bruder Tom nach Großwasserland in Sicherheit gebracht, um seinen Kampf ohne Gefahr für seine Kinder fortsetzen zu können.
Professor Paljas
ist ein Eisbär und ein vielseitiger Wissenschaftler, der Alfred immer wieder auf waghalsige Missionen rund um die Welt mitnimmt. Dabei dient ihnen meistens seine riesige fliegende Windmühle als Transportmittel, die sich wahlweise auch zum U-Boot oder Raumschiff umfunktionieren lässt. Er ist ein großer Erfinder, der für schwierige Situationen allerlei technische Möglichkeiten parat hat.
Kra
ist eine Krähe und seit Kindertagen Alfreds Gegenspieler. Er ist nur eine halbe Krähe, da seine Mutter eine Amsel war, deshalb ist, wie sich auch später herausstellt, sein Schnabel eigentlich nicht schwarz sondern gelb. Er muss ihn mit Schuhcreme schwarz einfärben. Außerdem kommt er aus sehr schwierigen Verhältnissen. Er verlor seine Mutter sehr früh, sein Vater möchte nichts von ihm wissen, da er Alkoholiker ist. Zudem brach er sich, nachdem er zusammen mit Alfred in einen Brunnen fiel seinen rechten Flügel und gibt im weiteren Verlauf der Geschichte immer wieder an unter den Schmerzen zu leiden. Schon als Kind gerät er mit dem Gesetz in Konflikt, später wird er immer grausamer und ist nur auf Ausübung und Erhaltung von Macht aus sowie in allerlei Kriminelle Machenschaften, wie z.B. Waffenschmuggel verwickelt. Er gründet schließlich die "Nationale Krähenpartei" (eine Anspielung auf die NSDAP), mit der er zeitweise die Macht in Großwasserland übernimmt, aber wieder mit Alfreds Hilfe gestürzt wird.
Am Ende der Serie ist Kra wegen offensichtlicher Spielsucht sehr hoch verschuldet und muss deshalb nach wie vor, kriminelle Aufträge annehmen. Er wird schließlich mit Alfreds Hilfe von der Polizei geschnappt und wegen all seiner Verbrechen zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch gelingt ihm aber der Ausbruch, da ein Gefängniswärter ein ehemaliger Komplize von ihm ist und ihn bei diesem Vorhaben unterstützt. Nachdem er Alfreds Freundin Winnie entführt hat und auch dieser Plan von Alfred verhindert wurde, wird er erneut von der Polizei geschnappt. Sein weiterer Verbleib ist jedoch unklar. Im Original lautet sein Name Dolf als Anspielung auf Adolf Hitler, dessen Taten er partiell adaptiert.
Ollie
ist ein Storch und einer von Alfreds ältesten Freunden. Er studiert später Jura und geht in die Politik; nach der Einführung freier Wahlen wird er durch Alfreds Fürsprache der erste demokratisch gewählte Präsident von Großwasserland.
Franz Ferdinand II 
ist ein Löwe und der ziemlich unbedarfte König von Großwasserland. Nachdem er die Amtsgeschäfte seines Vaters, Richard dem dritten, übernimmt, ist er zunächst mehr an seinem Limonadenbad interessiert als an Politik. Erst Kras Putsch und sein zeitweiliges Exil wecken seinen Willen, dem Volk ein guter König zu sein; nach seiner Reinthronisierung wandelt er Großwasserland in eine konstitutionelle Monarchie um und veranlasst freie Wahlen. Er ist benannt nach dem historischen Franz Ferdinand von Österreich-Este.
Lispel
ist eine krankhaft neugierige Qualle, die sich häufig in einem Wagen mit eingebauter Salzwasserwanne durch die Gegend kutschieren lässt und als Spion arbeitet. Das Geld, das Lispel für ihre Informationen erhält, ist ihr dabei weniger wichtig als das Spionieren an sich.
Stibitzi
ist im Original eine männliche, und in der deutschen Übersetzung eine weibliche Elster und Kindheitsfreundin, die eine Vorliebe für glänzende, funkelnde Gegenstände hat und deshalb oft zum Dieb wird, ohne sich danach daran zu erinnern, weshalb sie oft in peinliche Situationen gerät. Sie wird später, wegen ihrer Vorliebe für Diamanten, Bohrexpertin auf einer Ölplattform. Im Original heißt er Pikkie.
Kapitän Stoppel
ist ein großer stoppelbärtiger Seelöwe, der stets mit einer blauen Jacke, einer blauen Hose, einem braunen Pullover sowie gelben Gummistiefeln und einer Kapitänsmütze bekleidet ist. Er steuert das Schiff mit dem Alfred und Professor Palias gelegentlich zu ihren Reisen unterwegs sind. Er ist gutherzig, freundlich und mutig und außerdem ein begeisterter und erfahrener Seefahrer.
Bürgermeister Rokodil
ist Bürgermeister von Deichstadt und ein skrupelloser Geschäftsmann, der zusammen mit seinem Geschäftspartner Hippo Nilpferd nur an Profit denkt und lediglich das Ziel vor Augen hat, noch reicher zu werden, als er ohnehin schon ist. Dabei involviert er auch immer wieder Kra, der für ihn Auftragsdiebstähle durchführen soll, so beispielsweise die Planungen für ein Solarkraftwerk oder für den Supertreibstoff, der Öl ersetzen soll - beides Erfindungen von Professor Palias. Obwohl es immer wieder offensichtlich ist, dass Rokodil in diesen kriminellen Geschäften hängt, wird er niemals für seine Taten zur Rechenschaft gezogen.
Kater Kratznagel
ist ein großer dicker Kater, der mit seiner roten Jacke und seinem schwarzen Hut, wie ein Pirat aussieht. Er trägt ein Messer am Gürtel und hat ein Gewehr dabei und hat keine Hemmungen beide Waffen zu benutzen. Außerdem hat er sehr scharfe spitze Zähne und gelbleuchtende unheimlich anmutende Augen. Er taucht sehr selten in der Handlung auf. Wenn entweder nur als kleinkrimineller Dieb, oder dann, wenn er Alfred bzw. Henk fressen möchte. Da er nicht besonders schlau ist und sich leicht austricksen lässt, können beide immer entkommen.

Kinofilm[Bearbeiten]

Im September 2012 wurde bekannt, dass 2013 ein Film von Herman van Veen in den Kinos erscheinen soll, in dem es unter anderem um einen Sohn Kwaks gehen soll.[1] Van Veen kommentierte dazu, dass nun Geschichten für seine Enkelkinder an der Zeit seien.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

DVD[Bearbeiten]

Das Label e-m-s veröffentlichte 2001 die Folgen 1-17 und 20 auf sechs DVDs mit jeweils drei Folgen. Diese DVDs sind inzwischen nur noch schwer erhältlich.

2006 erschienen 12 weitere DVDs mit je drei Folgen bei dem Label Disky. Hier erschienen die Folgen 1-5, 7-8, 11, 14-19, 26-32, 34-38, 40-44, 48-52 in nicht chronologischer Reihenfolge. Zwölf dieser Folgen waren bereits in der alten Reihe erschienen.

Im Oktober und Dezember 2013 hat Universal Music über sein Label Karussell vier DVD-Boxen mit jeweils 13 Folgen veröffentlicht. Somit sind erstmals alle Folgen auf DVD in Deutschland erhältlich.[2]

Hörspiele[Bearbeiten]

Die Firma Karussell veröffentlichte die erste Staffel auf 13 Hörspiel-Kassetten mit jeweils zwei Folgen pro Kassette. Die Folgen basierten zum größten Teil auf der Audiospur der Zeichentrick-Serie. Darüber hinaus existieren noch 5 weitere Hörspielkassetten der zweiten Staffel, die lediglich in einer äußerst geringen Auflage in den Handel gelangten und inzwischen einen überaus hohen Sammlerwert besitzen. Diese Kassetten (Folgen 14 bis 18) enthalten auch jeweils zwei Folgen pro Kassette.

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Süddeutsche Zeitung Magazin Nummer 38 vom 21. September 2012 Seite 50
  2. http://www.karussell.de/alfred-j-kwak/

Weblinks[Bearbeiten]