Amanullah Khan

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Amanullah Khan
Amanullah Khan beim Besuch in Berlin 1928 nach seiner Ernennung zum Ehrendoktor der Technische Hochschule Berlin-Charlottenburg (heute Technische Universität Berlin)
König Amanullah Khan zusammen mit Reichspräsident Hindenburg in Berlin 1928
Amanullah Khan mit dem türkischen Präsidenten Mustafa Kemal Paşa in Ankara, (1928).

Amanullah Khan, auch Aman Ullah (paschtunisch ‏امان الله خان‎; persisch ‏امان‌الله خان‎, DMG Imānu-llāh Ḫān; * 1. Juni 1892 in Paghman, Afghanistan; † 25. April 1960 in Zürich, Schweiz) war von 1919 bis 1926 Emir, dann von 1926–1929 König von Afghanistan.

Leben[Bearbeiten]

Amanullah Khan war der dritte Sohn von Emir Habibullah Khan und Sarwar Sultanah. 1919 konnte er sich gegen den eigentlichen Thronfolger Nasrullah Khan durchsetzen und übernahm den Thron von seinem ermordeten Vater. Im kurz daraufhin ausbrechenden dritten Anglo-Afghanischen Krieg im Mai 1919 konnte die afghanische Armee gegen die Briten anfangs mit Unterstützung paschtunischer Stammeskrieger größere Erfolge erzielen. Im Gegenzug bombardierten die Briten den Palast Amanullahs. Am 8. August 1919 erfolgte im Frieden von Rawalpindi die provisorische Anerkennung Afghanistans als souveränem und unabhängigem Staat durch Großbritannien.

Amanullah Khan leitete eine Serie von Bemühungen um soziale und politische Modernisierung in die Wege. 1926 änderte er seinen Titel von Emir in Padschah (König). In Opposition zu den Bemühungen des Königs, sich dem Westen und insbesondere Deutschland und dem britischen Empire wirtschaftlich zu öffnen, kam es zu zahlreichen Aufständen, die die Macht des Königs schwächten. Ein Höhepunkt dieser Revolten fand während einer Auslandsreise des Königs im Jahr 1927 statt (auch als „Khost-Revolte“ bekannt).

Im Januar 1929 wurde er schließlich durch Habibullah Kalakâni gestürzt. Er ging über Indien nach Italien (Rom), 1953 dann nach Zürich/Schweiz ins Exil, wo er am 25. April 1960 starb.

Familie[Bearbeiten]

Verheiratet:

  • 1. Ehe: Schazaha Hanim
  • 2. Ehe: Queen Soraya Tarzi Hanim
  • 3. Ehe: Aliah Begum

Kinder von Schazaha Hanim:

  • Prinz Schahdazajan Hedayatullah Khan

Kinder von Queen Soraya Tarzi Hanim:

  • Prinzessin Dr. Meliha Begum†
  • Prinzessin Anima Begum
  • Prinzessin Abedah Begum
  • Kronprinz Rahmatullah Khan
  • Prinzessin Adela Begum
  • Prinz Ehsanullah†
  • Prinzessin Hindya
  • Prinzessin Nadija Begum

Mit Aliah Begum hatte er keine Kinder.

Ehrungen[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Bei seinem Besuch in Berlin durfte der König einen U-Bahnwagen der Baureihe AII der Berliner U-Bahn selber steuern. Daraufhin erhielten die Fahrzeuge dieser Baureihe den Beinamen „Amanullah-Wagen“.

Literatur[Bearbeiten]

  • Christian Saehrendt: „Wer soll das bezahlen? Die Staatsbesuche der Könige Amanullah von Afghanistan, Faisal (Irak) und Fuad (Ägypten) im Berlin der 1920er Jahre“, in: Damals 7/2009.
  • Jules Stewart: On Afghanistan's Plains. The Story of Britain's Afghan Wars. I. B. Tauris. London/New York 2011. ISBN 978-1-84885-717-9.
  • Aman Ullah, in: Internationales Biographisches Archiv 20/1960 vom 9. Mai 1960, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Amanullah Khan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AAS 20 (1928), n. 3, p. 93.