Die Familienunternehmer – ASU

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DIE FAMILIENUNTERNEHMER - ASU e. V.
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Zweck: Interessenverband
Vorsitz: Lutz Goebel
Gründungsdatum: 1949
Mitgliederzahl: 5000
Sitz: Berlin
Website: www.familienunternehmer.eu

Die Familienunternehmer (Eigenschreibung: DIE FAMILIENUNTERNEHMER) – ehemals Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) – ist ein Interessenverband der deutschen Familienunternehmer. Der Verband tritt nach eigenen Angaben für die „grundsätzlichen Werte der Sozialen Marktwirtschaft“ ein.

Organisation[Bearbeiten]

Der Präsident des Verbandes, Lutz Goebel, bei den Familienunternehmer-Tagen 2013 in Berlin

Die Bundesgeschäftsstelle des Verbandes ist in Berlin.

Der Verband ist in 45 Regionalkreise und in 16 Landesbereiche gegliedert.[1] Auf Bundesebene sind die Mitglieder in verschiedenen Kommissionen zu unternehmensrelevanten Themen an der verbandlichen Willensbildung beteiligt.[2] Mit einem Verbands-Intranet wird der Austausch der Mitglieder untereinander und der Gremien des Verbands gefördert. Er unterstützt seine Mitglieder in der Unternehmensführung durch eigene Bildungsangebote.

Die Mitglieder sind Eigentümerunternehmer. Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft sind die Vollendung des 40. Lebensjahres, eine Million Euro Jahresumsatz und mindestens 10 Mitarbeiter sowie ein Eintrag ins Handelsregister. Dem Verband gehören ausschließlich Familienunternehmer durch eine persönliche Mitgliedschaft an. In öffentlichen Erklärungen und Interviews grenzte sich sein bisheriger Präsident Patrick Adenauer scharf von durch angestellte Manager geführten Unternehmen ab.[3]

Die rund 5000 Mitglieder kommen aus allen Branchen. Sie beschäftigen rund 1,7 Millionen Mitarbeiter und erzielen einen Jahresumsatz von ca. 315 Milliarden Euro (Stand 2010). Die Familienunternehmer sind Mitglied in der europäischen Dachorganisation European Family Businesses (EFB). Früheres Organ war das Unternehmermagazin.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Verein wurde im Jahre 1949 unter dem Namen Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) gegründet als ein marktwirtschaftlich ausgerichteter Verband für Familienunternehmen. Ziel der Gründungsmitglieder war es, politischen Entscheidungsträgern unternehmerisches Wissen zu vermitteln und den wirtschaftlichen Aufbau Deutschlands voranzutreiben. Im Mai 2007 erfolgte die Umbenennung in Die Familienunternehmer – ASU. Im Mai 2009 feierte der Verband auf dem Petersberg bei Bonn sein 60-jähriges Bestehen.

Politische Positionen[Bearbeiten]

Die politische Ausrichtung von Die Familienunternehmer steht unter dem Motto „Freiheit, Eigentum, Wettbewerb und Verantwortung“.[4]

  • Arbeitsmarkt: Der Verband spricht sich gegen Eingriffe in die unternehmerische Freiheit aus, die es erschweren, Arbeitsplätze zu schaffen. Stattdessen fordert der Verband von der Politik verstärkte Bemühungen beim Bürokratieabbau[5] und bei der Fachkräftesicherung.[6] Zudem setzt sich der Verband für eine konsequente Fortführung der Integration älterer Menschen in den Arbeitsmarkt ein. In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat der Verband im Juni 2014 ein umfassendes Gutachten vorgelegt, das die Auswirkungen der arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Vorhaben der gegenwärtigen Bundesregierung auf die Beschäftigungssituation Älterer analysiert.[7][8]
  • Sozialpolitik: Eine Kernforderung ist die nachhaltige und zukunftsfeste Gestaltung der Sozialsysteme in Deutschland. Beispielsweise warnt der Verband vor den Auswirkungen der Rente mit 63 und fordert eine flexible Gestaltung des Rentenübergangs.[9][10]
  • Europa: In der Europapolitik fordert der Verband die Beachtung des Prinzips Risiko und Haftung.[11] Permanente Transferzahlungen und eine Vergemeinschaftung der Staatsschulden auf europäischer Ebene lehnt der Verband strikt ab.[12]
  • Steuern: Der Verband tritt gegen höhere Steuern und Beiträge für Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein.[13] So wurden beispielsweise Pläne kritisiert, die Begünstigung für familiengeführte Betriebe bei Erbschaftssteuer abzuschaffen.[14] [15] Außerdem spricht sich der Verband gegen eine Einbeziehung von Miet- und Pachtkosten in die Gewerbesteuer und gegen die steuerliche Diskriminierung von Eigenkapital gegenüber Fremdkapital aus.[16] Zu den Forderungen zählen auch die Milderung der kalten Progression[17] sowie die Abschaffung des Solidaritätszuschlags.[18]

Tochterverband[Bearbeiten]

Tochterverband von Die Familienunternehmer sind Die Jungen Unternehmer – BJU, denen alle Mitglieder bis zur Vollendung des 40. Lebensjahres angehören.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Übersicht über die Landesbereiche und Regionalkreise des Verbands. Abgerufen am 28. August 2014.
  2. Übersicht über die Kommissionen des Verbands. Abgerufen am 24. August 2014.
  3. In Generationen denken, nicht nur bis zum Quartalsende. In: Nürnberger Zeitung, 24. Januar 2011
  4. Portrait auf Verbandswebseite, Absatz "Historie". Abgerufen am 12.November 2014.
  5. Verbandsposition im Bereich Bürokratieabbau. Abgerufen am 7.September 2014.
  6. Verbandsposition im Bereich Fachkräftesicherung. Abgerufen am 7.September 2014.
  7. Gutachten "Die Beschäftigungssituation Älterer in Deutschland". Abgerufen am 7.September 2014.
  8. Forscher: Mindestlohn könnte viele Ältere Job kosten. In: FOCUS Online, 4. Juni 2014
  9. Ökonomen halten Pläne für vollkommen unverantwortlich. In: Süddeutsche Zeitung, 5. Mai 2014
  10. Union will Rente mit 63 entschärfen. In: Die Welt, 31. März 2014
  11. Publikation: Europa - es geht auch anders! Ein Plädoyer für das Haftungsprinzip. Abgerufen am 30. Oktober 2014
  12. Familienunternehmer fordern Neujustierung der europäischen Verträge (2.Abschnitt). In: FAZ, 18. Oktober 2013
  13. Brandgefährliche Konjunkturzockerei. In: Handelsblatt, 21. Oktober 2013
  14. Mittelstand spart 10 Milliarden Euro Erbschaftsteuer. In: FAZ, 4. Juli 2014
  15. Karlsruhe mit Zweifeln an Steuervorteilen für Firmenerben. In: Die Welt, 8. Juli 2014
  16. Publikation: Gutachtliche Stellungnahme zur Gewerbesteuer (Seiten 44-45). Abgerufen am 3. November 2014
  17. Pressemitteilung: Familienunternehmer: CDU darf nicht das kalte Herz der kalten Progression verkörpern. Abgerufen am 3. November 2014
  18. Verbandsvorsitzender will den Soli umgehend abschaffen. In: impulse, 24. Mai 2011