Arnbruck

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Arnbruck
Arnbruck
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Arnbruck hervorgehoben
49.13333333333313581Koordinaten: 49° 8′ N, 13° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Regen
Höhe: 581 m ü. NHN
Fläche: 37,9 km²
Einwohner: 1938 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 51 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93471
Vorwahl: 09945
Kfz-Kennzeichen: REG
Gemeindeschlüssel: 09 2 76 113
Gemeindegliederung: 22 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Gemeindezentrum 1
93471 Arnbruck
Webpräsenz: www.arnbruck.de
Bürgermeister: Hermann Brandl (SPD / Parteifreie Bürger)
Lage der Gemeinde Arnbruck im Landkreis Regen
Landkreis Cham Landkreis Straubing-Bogen Landkreis Deggendorf Landkreis Freyung-Grafenau Zwiesel Zachenberg Viechtach Teisnach Ruhmannsfelden Rinchnach Regen (Stadt) Prackenbach Patersdorf Lindberg Langdorf Kollnburg Kirchdorf im Wald Kirchberg im Wald Gotteszell Geiersthal Frauenau Drachselsried Böbrach Bodenmais Bischofsmais Bayerisch Eisenstein Arnbruck Achslach TschechienKarte
Über dieses Bild
Die Pfarrkirche St. Bartholomäus
Die Liebfrauenkapelle Arnbruck

Arnbruck ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen und staatlich anerkannter Erholungsort.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Arnbruck liegt in der Region Donau-Wald im Zellertal am Fuß des Riedlsteins inmitten des Bayerischen Waldes etwa 13 km nordöstlich von Viechtach, 15 km südwestlich von Lam, 12 km nordwestlich von Bodenmais sowie jeweils 24 km von Regen (Stadt) und Zwiesel entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Arnbruck hat 22 amtlich benannte Ortsteile[2]:

Es gibt die Gemarkungen Arnbruck und Niederndorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort war schon früh von Bayern besiedelt. Um das Jahr 950 kam Graf Arno, aus dem Geschlecht der Grafen von Bogen, beim Durchreiten eines Wildbaches in Lebensgefahr. Mit Hilfe eines Siedlers konnte er sich retten. Zum Dank ließ Graf Arno an dieser Stelle eine Brücke bauen: die Arnobrücke.

Die offene Hofmark Arnbruck war zunächst im Besitz der Grafen von Bogen. Am 9. Juli 1209 übergab Graf Bertold III. das Dorf Arnbruck dem Kloster Niederalteich. In der Schenkungsurkunde werden auch die Pfarrei und die Pfarrkirche St. Bartholomäus erwähnt. 1254 zählte Arnbruck 22 Güter. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts kamen nur acht Anwesen hinzu. Bereits 1656 ist mit Johann Jennerwein der erste Lehrer in Arnbruck nachweisbar, mindestens seit 1685 gab es ein Schulhaus.

Die klösterliche Hofmark wurde 1803 aufgelöst. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. 1848 wurde die Grundherrschaft aufgehoben. Wegen der wachsenden Schülerzahl wurde 1832 ein neues Schulhaus und 1889 ein zusätzliche Schulgebäude, das erste ganz aus Stein, erbaut. Das alte Schulhaus musste 1934 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Im September 1937 eröffnete man am westlichen Ortsrand ein neues Schulhaus. Es enthält ein Fresko des Münchner Künstlers Alfons Epple, das die Sage von der Errettung des Ortsgründers Arno von Bogen darstellt. Das zweite Schulgebäude verkaufte man 1938 an die Raiffeisen-Darlehenskasse, die das Gebäude zu ihrem Bankgebäude ausbaute.

Arnbruck war lange Zeit ganz von der Landwirtschaft geprägt. Der Bach zeichnete sich bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durch eine besondere Wasserreinheit aus, so dass dort viele Flussperlmuscheln mit Perlen gefunden wurden. Zeitzeugen berichten, dass sich Jugendliche in den wirtschaftlich mageren Jahren vor Beginn des Zweiten Weltkrieges ein Taschengeld mit dem Sammeln von Perlen verdienten, die bis nach Prag, Wien und Berlin verkauft werden konnten. Der Großteil der gefundenen Perlen (in guten Jahren bis zu 100 Kilogramm) war für die Schmuckherstellung zu klein und wurde zu Perlmehl vermahlen, welches in den umliegenden Glasmanufakturen zum Irisieren hochwertiger Schmuckgläser verwendet wurde. Berühmt war auch der Fischreichtum. Neben der Fischerei und dem Perlensammeln lebte der Ort vorwiegend von der Forstwirtschaft und der Konservierung von Pilzen und Beeren der waldreichen Umgebung. Eine Besonderheit waren seit Alters her die Arnbrucker Mischpilze.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden Teile der Gemeinde Niederndorf (Landkreis Cham) eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1961: 1.771 Einwohner
  • 1970: 1.788 Einwohner
  • 1987: 1.860 Einwohner
  • 2000: 2.048 Einwohner
  • 2011: 2.010 Einwohner
  • 2012: 1.998 Einwohner

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzt sich seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 wie folgt zusammen:[4]

  • CSU: 6 Sitze (42,53 % der Stimmen)
  • SPD/Parteifreie Bürger: 6 Sitze (39,99 % der Stimmen)
  • FW: 2 Sitze (17,48 % der Stimmen)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist Hermann Brandl (SPD). 2014 wurde er mit 57,87 % der Stimmen wiedergewählt.[4]

Finanzen[Bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 887.000 €, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 269.000 €.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Silber eine durchgehende gemauerte rote Brücke mit drei Bögen; darüber schwebend ein goldenes Schildchen, darin ein grüner Dreiberg. Das Wappen wird seit 1926 verwendet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die schon vorhandene Pfarrkirche St. Bartholomäus wurde 1676 neugestaltet und im Oktober eingeweiht. 1760 erfolgte eine Erweiterung und etwa gleichzeitig die Ausgestaltung des Kircheninneren mit Hauptaltar, Seitenaltären und Kanzel durch den Bildhauer Johann Paul Hager aus Kötzting.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten]

Arnbruck ist ein anerkannter Erholungsort. Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 257 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 60 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 631. Im verarbeitenden Gewerbe gab es 11 Betriebe, im Bauhauptgewerbe 6 Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 68 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1006 ha, davon waren 837 ha Dauergrünfläche.

Glasdorf[Bearbeiten]

In Arnbruck, im Zellertal gelegen, befindet sich Das Glasdorf, in dem etwa 200 Glasbläser, Kunsthandwerker, Ingenieure und Floristen tätig sind. Das Glasdorf zählt zu den größten Manufakturhäusern im Bayerischen Wald.

Verkehr[Bearbeiten]

Bei Arnbruck liegt der kleine Flugplatz Arnbruck.

Bildung[Bearbeiten]

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: 1999):

  • Kindergarten mit 50 Kindergartenplätzen und 58 Kindern
  • Grundschule mit 7 Lehrern und 75 Schülern

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sven Bauer: Arnbruck – Geschichte eines Ortes im Zellertal, 2009

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arnbruck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111211/004124&attr=OBJ&val=770
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 623.
  4. a b wahl.info – Kandidaten & Ergebnisse