Lam

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt eine Gemeinde in Bayern; zu anderen Bedeutungen siehe LAM.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Lam
Lam
Deutschlandkarte, Position des Marktes Lam hervorgehoben
49.19472222222213.053611111111475Koordinaten: 49° 12′ N, 13° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Cham
Höhe: 475 m ü. NHN
Fläche: 33,39 km²
Einwohner: 2668 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 93462
Vorwahl: 09943
Kfz-Kennzeichen: CHA, KÖZ, ROD, WÜM
Gemeindeschlüssel: 09 3 72 138
Marktgliederung: 28 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Schulweg 4
93462 Lam
Webpräsenz: www.lam.de
Bürgermeister: Klaus Bergbauer (CSU)
Lage des Marktes Lam im Landkreis Cham
Lohberg (Bayern) Lam Arrach Hohenwarth (Landkreis Cham) Grafenwiesen Neukirchen beim Heiligen Blut Eschlkam Furth im Wald Gleißenberg Arnschwang Bad Kötzting Rimbach (Oberpfalz) Blaibach Waldmünchen Treffelstein Tiefenbach (Oberpfalz) Rötz Schönthal (Oberpfalz) Weiding (Landkreis Cham) Chamerau Miltach Willmering Stamsried Pösing Zandt Traitsching Chamerau Runding Cham (Oberpfalz) Pemfling Waffenbrunn Schorndorf (Oberpfalz) Michelsneukirchen Roding Walderbach Reichenbach (Landkreis Cham) Rettenbach (Oberpfalz) Falkenstein (Oberpfalz) Zell (Oberpfalz) Wald (Oberpfalz) Tschechien Landkreis Schwandorf Landkreis Regen Landkreis Straubing-Bogen Landkreis RegensburgKarte
Über dieses Bild

Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Lam ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Cham in Bayern.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Markt Lam liegt in der Nähe zur tschechischen Grenze im Bayerischen Wald im engen Tal des Lamer Winkels zusammen mit den Gemeinden Arrach und Lohberg. Das Tal wird begrenzt von den Bergen Arber, Osser, Kaitersberg und Hoher Bogen. Durch den Lamer Winkel fließt der Weiße Regen, der aus dem Kleinen Arbersee am Fuße des Großen Arbers entspringt.

Panorama von Lam mit dem Großen Arber links im Hintergrund

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die politische Gemeinde Lam hat 28 amtlich benannte Ortsteile[2]:

In der Marktgemeinde Lam gibt es die Gemarkungen Lam und Engelshütt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Marktplatz von Lam

Die Gemeinde wurde erstmals am 29. Mai 1279 in einer Urkunde von Bischof Heinrich von Regensburg erwähnt. Die ersten Siedler, die den Urwald am Fuße des Ossers urbar machten, stammten aus St. Ulrich am Pillersee in Tirol. Diese hatten das Land zwischen Osser, Arber und Zwercheck vom Kloster Rott am Inn als Neubruchzehnten geschenkt bekommen. Bis 1679 übte das Kloster die Grundherrschaft aus.
siehe auch Burgstall Großer Osser

Ab 1463 setzte in der nächsten Umgebung von Lam ein reger Silber-, später auch Kupfererzbergbau ein. 1522 erhob Herzog Wilhelm IV. Lam ebenso wie Bodenmais zur gefreiten Bergstadt. 1732 wurde das Bergwerk aufgrund technischer Schwierigkeiten geschlossen. 1961 wurde Lam ein Markt.

Seit dem 12. Januar 1998 wird die Fürstenzeche als Besucherbergwerk sowie Heil- und Therapiestollen betrieben.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Engelshütt in den Markt Lam eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Marktgemeinderat hat 14 Mitglieder und einen hauptamtlichen Bürgermeister.

Bei der Sitzverteilung wurden die Listenverbindungen „CSU/BWV“ verbunden mit „FW-Lam hat Zukunft“ berücksichtigt.

(Stand: Kommunalwahl am 2. März 2008)

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1. Bürgermeister: Klaus Bergbauer (CSU)
  • 2. Bürgermeister: Otto Klingseisen (FW-Lam hat Zukunft), † 10. Februar 2013
  • 3. Bürgermeister: Paul Roßberger sen. (CSU)

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Rot auf einem mit silbernem Wellenbalken belegten grünen Dreiberg eine zweitürmige Kirche in Vorderansicht; dahinter schräg gekreuzt ein goldener Spaten und ein goldener Schlägel.

Die Kirche symbolisiert das Benediktinerkloster Rott am Inn, das früher die Grundherrschaft ausübte, der Spaten für die Rodung im 13. Jahrhundert und der Schlägel für den ehemaligen Silbererzbergbau.[4]

Die Pfarrkirche St. Ulrich

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die katholische Pfarrkirche St. Ulrich wurde nach dem großen Ortsbrand von 1699 unter Einbeziehung des gotischen Turmes bis 1765 wieder aufgebaut. Die reichhaltige barocke Ausstattung aus der Zeit um 1750 erhielt im 20. Jahrhundert Ergänzungen. In der Friedhofsmauer befinden sich Nischengräber mit Heiligenstatuen. Anfang der 90er. Jahre wurde die Kirche renoviert, dabei wurde u. a. die doppelstöckige Orgelempore durch eine einfache ersetzt.
  • Historisches Silber- und Flussspatbergwerk „Fürstenzeche“
  • Märchen- und Gespensterschloss in Lambach
  • Die Wallfahrtskapelle Maria Hilf über dem Ortsteil Himmelreich liegt auf dem Höhenzug, der über den Sattel zum Osser führt. Sie wurde 1752 erbaut und 1851 im neuromanischen Stil umgestaltet. 1907 erhielt sie einen steinernen Vorbau.
  • Der Kurpark liegt etwas versteckt: am oberen Ende des Marktplatzes rechts ab durch die Kinogasse und am Großparkplatz vorbei gelangt man in ihn. Er ist inzwischen Teil des neuen Rundwanderwegs „Der Sagen-hafte Weg“.

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Lam

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Hauptverkehrsadern in Lam sind die Staatsstraßen St2138 und St2154.

Eisenbahnverkehr[Bearbeiten]

Außerdem besitzt Lam einen sogenannten Kopfbahnhof; Lam ist Endstation der Bahnstrecke Cham–Lam. Es verkehren Dieseltriebzüge des Typs Regio-Shuttle, die von der Regentalbahn betrieben werden.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Größter Arbeitgeber ist die Fa. Hermann Rossberg, die Holzspielwaren unter dem Namen „HEROS“ herstellt. Weitere Arbeitsplätze bietet die Zollner Elektronik AG aus Zandt in ihrer Betriebsstätte Lam (Werk 3). Hauptwirtschaftszweig in dem staatlich anerkannten Luftkurort Lam ist der Tourismus.

Tourismus[Bearbeiten]

Es gibt neben mehreren Hotels viele kleine Pensionen und Ferienwohnungen. Außerdem ist im außerhalb gelegenen Ortsteil Lambach ein Kolpinghaus, das Familienhotel Lambach. Ebenso findet man in Lam eine Jugendherberge des Deutschen Jugendherbergswerk und einen Campingplatz.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Tourist-Information
  • Osserbad
  • Kurpark
  • Pfarr- und Gemeindebücherei Lam: Die Gemeindebücherei Lam gehört zu den erfolgreichsten und ältesten öffentlichen Büchereien in Ostbayern. Sie wird seit vielen Jahren gemeinsam von der Kath. Pfarrkirchenstiftung und der Marktgemeinde getragen und vom Sankt Michaelsbund, Landesverband Bayern e. V., fachlich betreut. Im Jahr 2005 verzeichnete die Bücherei bei einem Bestand von über 10.000 Büchern und anderen Medien fast 22.000 Entleihungen. Mehr als 20 Prozent der Lamerer Bürgerinnen und Bürger gehören zu den regelmäßigen Benutzern, die 2005 ihre Bücherei etwa 8000-mal besuchten. Damit ist die Gemeindebücherei Lam, die im Rathaus untergebracht ist, die erfolgreichste kulturelle Einrichtung im beliebten Fremdenverkehrsort am Fuß des Ossers.

Bildung[Bearbeiten]

Sport[Bearbeiten]

Bereits 1923 wurde im Ort die SpVgg Lam gegründet. Aktuell besteht der Verein aus den Abteilungen Fußball, Ski Alpin und Ski Nordisch. Die aktuelle Mitgliederzahl beträgt etwa 610.
Die erste Mannschaft der Sparte Fußball spielt derzeit (2013) in der Landesliga Mitte. Die Heimspiele werden am ortsansässigen Schulsportplatz an der Ginglmühler Straße ausgetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Volkszählung und Bevölkerungsfortschreibung: Gemeinden, Bevölkerung (Volkszählungen und aktuell) vom 5. Juli 2013 (XLS-Datei; 2,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111204/174714&attr=OBJ&val=918
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 643.
  4. Lam: Wappengeschichte vom HdBG

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lam – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien