Assault – Anschlag bei Nacht

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Filmdaten
Deutscher Titel Assault – Anschlag bei Nacht
Originaltitel Assault on Precinct 13
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 91 Minuten
Altersfreigabe FSK 16 (Neuprüfung)
Stab
Regie John Carpenter
Drehbuch John Carpenter
Produktion J.S. Kaplan
Musik John Carpenter
Kamera Douglas Knapp
Schnitt John Carpenter
(als John T. Chance)
Besetzung

Assault – Anschlag bei Nacht (Originaltitel: Assault on Precinct 13) ist ein Action-Thriller von dem Regisseur John Carpenter aus dem Jahr 1976 und nicht zu verwechseln mit der 2005 erschienenen Neuverfilmung Das Ende – Assault on Precinct 13. Er ist Carpenters zweiter Film in Spielfilmlänge nach Dark Star. Alternativtitel ist Das Ende.

Handlung[Bearbeiten]

Mehrere Gangmitglieder werden bei einer Schießerei von Polizisten getötet. Untermalt von einem Radiobericht über die eskalierende Gewalt von Jugendbanden und dem Verlust mehrerer automatischer Waffen wird übergeblendet zu einem Treffen von Bandenanführern. Die „Warlords“ leiten durch ein blutiges Ritual den „Cholo“, ihren Rachefeldzug, ein.

Ort der Handlung ist fast ausschließlich das Precinct 9, Division 13, eine Polizeidienststelle in Anderson, einem heruntergekommenen Vorort von Los Angeles. Diese steht kurz vor der Schließung und ist daher nur noch mit wenigen Bediensteten besetzt. Lt. Bishop hat an diesem Abend erstmals hier Dienst, während Captain Chaney bereits seine Sachen gepackt hat.

Nahe der Dienststelle überfällt eine Jugendbande einen Eiscremeverkäufer. Dabei tötet der Anführer der Bande den Verkäufer und ein kleines Mädchen. Dessen Vater, außer sich vor Wut, nimmt die Pistole des Verkäufers an sich, verfolgt die Bande und kann schließlich den Mörder seiner Tochter erschießen. Der Rest der Bande verfolgt ihn daraufhin, und der Mann kann sich in letzter Minute in die Räume von Precinct 9 retten, wo er sich aber, entkräftet und unter Schock stehend, nicht zu dem Vorgefallenen äußern kann.

Währenddessen wird ein Gefangenentransport ins Precinct 9 umgeleitet, da einer der Gefangenen ernsthaft erkrankt ist und dringend ärztliche Hilfe benötigt. Die Gefangenen werden dort in Zellen untergebracht, während Starker, der Aufseher des Transportes, einen Arzt anruft. Das Gespräch wird aber unterbrochen – es stellt sich heraus, dass alle Telefonleitungen gekappt wurden und die Dienststelle, ohnehin in einem kaum noch bewohnten Straßenzug gelegen, von der Außenwelt abgeschnitten ist. Starker entscheidet daher, eine andere Dienststelle aufzusuchen. Beim Versuch, Precinct 9 zu verlassen, wird der Bus von außerhalb unter Beschuss genommen. Dabei werden Starker und die anderen Polizisten des Transportes getötet. Zwei Gefangene, darunter der zum Tode verurteilte Schwerverbrecher Napoleon Wilson, können dem Kugelhagel entkommen und werden von Lt. Bishop zurück in ihre Zellen gebracht. Da die Schützen schallgedämpfte Waffen verwenden, wird niemand außerhalb auf die Situation aufmerksam.

Durch eine Nachricht in Form einer Flagge erfahren die Überlebenden im Revier, dass die Jugendbanden Rache an dem Vater nehmen werden, der einen ihrer Anführer getötet hat und dabei vor nichts zurückschrecken werden. In Unterzahl und mit zur Neige gehender Munition entscheidet sich Bishop, die beiden Gefangenen aus ihren Zellen zu lassen und zu bewaffnen, um mit ihrer Hilfe die Angreifer so lange abzuwehren, bis Verstärkung eintrifft.

Der Gefangene Wells versucht – nach Absprache mit den anderen Eingeschlossenen – durch die Kanalisation aus der Wache zu entkommen und mit einem nahe geparkten Auto den Tatort zu verlassen, um Hilfe herbeizurufen. Er gelangt zwar in das Fahrzeug; an einer Telefonzelle angekommen wird er jedoch von einem Gangmitglied, das sich im Heck des Fahrzeugs versteckt hatte, erschossen, sodass der Plan scheitert.

Da die Angriffe der Jugendbande im Laufe des Abends immer stärker werden, ziehen sich die Überlebenden Bishop, Wilson und die Sekretärin Leigh mit dem Vater in den Keller der Dienststelle zurück, wo es Bishop gelingt, mit den letzten drei Kugeln einen Gasbehälter zur Explosion zu bringen, der die eindringenden Jugendlichen tötet. Kurz darauf trifft auch die Verstärkung ein, der Bishop Wilson übergibt.

Hintergrund[Bearbeiten]

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  • Der Film ist eine Hommage an den Western Rio Bravo von Regisseur Howard Hawks mit John Wayne und Dean Martin. Das bezieht sich nicht nur auf die Handlung (ein paar Männer verteidigen sich in einem Gefängnis gegen eine Übermacht) sondern auch in einzelnen Einstellungen (Napoleon Wilson fängt ein Gewehr).
  • Es gibt auch Parallelen zu George A. Romeros Film Die Nacht der lebenden Toten aus dem Jahre 1968. Eine Handvoll Menschen verteidigt sich in einem Gebäude gegen eine gesichtslose Übermacht an Gegnern. Die Gegner gehen bei Carpenter auch nicht besonders strategisch vor, sondern versuchen, fast wie Zombies bei Romero, die Eingeschlossenen zu überrennen. Außerdem haben sowohl Carpenter als auch Romero einen schwarzen Protagonisten gewählt.
  • Im Jahr 2005 erschien unter dem Titel Das Ende - Assault on Precinct 13 ein Remake mit Ethan Hawke in der Hauptrolle. Das Remake weicht aber in einigen wichtigen Stellen von der Vorlage ab. So wird z. B. aus der Jugendbande eine Gruppe korrupter Polizisten, auch läßt der Polizist Jake Roenick den Schwerverbrecher Marion Bishop (gespielt von Laurence Fishburne) am Ende entkommen. Im Original von 1976 ist der Charakter Bishop der Polizist.
  • Die Szene, in der das kleine Mädchen erschossen wird, musste nach einer Warnung der US-amerikanischen Filmbewertungsstelle MPAA geschnitten werden, da dem Film ansonsten ein X-Rating drohte. Carpenter ging zwar auf die Forderung ein, gab den fertigen Film aber dann doch mit dieser Szene an den Verleih.
  • Das belagerte Revier heißt Precinct 9, Division 13 und nicht Precinct 13, wie der Originaltitel vermuten lässt.
  • Der Film war bis zum 31. März 2005 in Deutschland indiziert. Seit der Neuprüfung der FSK ist er ab 16 freigegeben.
  • Wilson fragt während des Films wiederholt, ob jemand eine Zigarette für ihn hat. Er muss lange warten, bis er eine bekommt. Dieses Motiv wird in Jim Jarmuschs Film Dead Man zitiert. Dort ist es der Indianer Nobody, der vergeblich etwas zu rauchen sucht.
  • John Carpenter hat in diesem Film einen Cameo-Auftritt. Er ist eines der Bandenmitglieder, die versuchen, durch das Fenster in die Polizeiwache hineinzukommen. Er wird wie die anderen erschossen.

Kritik[Bearbeiten]

Lexikon des Internationalen Films: „Perfekt und spannend, fesselt der Film durch die ästhetische Gestaltung, die freilich stellenweise in zynische Glätte umschlägt.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Frank Schnelle: Suspense, Schock, Terror. John Carpenter und seine Filme. Verlag Robert Fischer, Stuttgart 1991, ISBN 3-924098-04-2

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Assault – Anschlag bei Nacht im Lexikon des Internationalen Films