Bérénice Bejo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bérénice Bejo in Cannes 2011

Bérénice Bejo [be.ʁeˈnis.beˈʒo] (* 7. Juli 1976 in Buenos Aires) ist eine französische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Im Alter von drei Jahren wanderte Bérénice Bejo mit ihren Eltern von Argentinien nach Frankreich aus. Unter dem Einfluss ihres Vaters, des Regisseurs Miguel Bejo, absolvierte sie schon in jungen Jahren eine Schauspielausbildung. Ihren ersten Filmauftritt hatte Bérénice Bejo 1993 in dem Kurzfilm Pain perdu von Tiéri Barié, bevor sie in dem Spielfilm Les Sœurs Hamlet (1998) von Abdelkrim Bahloul die Rolle der Karine bekam. Erste Anerkennung ihrer schauspielerischen Leistung erfuhr sie 2001 durch die César-Nominierung in der Kategorie Beste Nachwuchsdarstellerin für ihre Rolle in Meilleur Espoir féminin (2000) von Gérard Jugnot.

Im weiteren Verlauf ihrer Karriere spielte Bérénice Bejo unter anderem an der Seite von Marie-France Pisier und Guillaume Depardieu in Comme un avion (2002) und Michel Serrault und Agnès Jaoui in 24 heures de la vie d’une femme (2003) von Laurent Bouhnik, einer Verfilmung des gleichnamigen Romans (24 Stunden aus dem Leben einer Frau) von Stefan Zweig.

Neben zahlreichen Fernsehproduktionen folgten weitere Filmauftritte unter anderem mit Stéphane Freiss und Titoff in Le Grand Rôle (2004) von Steve Suissa, oder mit Didier Bourdon, Gérard Depardieu, Marthe Keller und Michel Galabru in Bouquet final (2008) von Michel Delgado. Ferner spielte sie mit Jacques Gamblin in Die Hölle von Henri-Georges Clouzot (2009), einer mit dem César ausgezeichneten Dokumentation von Serge Bromberg über das 1964 gedrehte, aber unvollendete Filmprojekt von Henri-Georges Clouzot mit Romy Schneider und Serge Reggiani in der ursprünglichen Besetzung.

Ihren Durchbruch errang sie 2006 mit der Rolle der Larmina El Akmar Betouche an der Seite von OSS 117, gespielt von Jean Dujardin in OSS 117 – Der Spion, der sich liebte, einer Agentenfilmparodie von Michel Hazanavicius, ihrem Lebensgefährten. Erneut an der Seite von Jean Dujardin spielte sie 2011 die Rolle der Peppy Miller in The Artist, einer Hommage von Michel Hazanavicius an die Stummfilm-Ära im Hollywood der späten 20er Jahre. Für ihre Rolle in The Artist erhielt Bérénice Bejo u. a. Nominierungen bei den Golden Globe Awards 2012 und der Oscarverleihung 2012. Bei der Verleihung der Césars 2012 wurde sie als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet.

Anfang 2012 begannen die Dreharbeiten für die Verfilmung des erfolgreichen Romans Au bonheur des ogres (Paradies der Ungeheuer) von Daniel Pennac unter der Regie von Nicolas Bary. Bérénice Bejo besetzt dabei an der Seite von Emir Kusturica und Raphaël Personnaz die Rolle der Julia. Im selben Jahr wird sie bei den 65. Filmfestspielen von Cannes als Gastgeberin („maîtresse de cérémonie“) die Auftaktzeremonie am 16. Mai sowie die Preisgala am 27. Mai moderieren.

Bérénice Bejo ist mit dem Filmemacher Michel Hazanavicius liiert. Aus dieser Beziehung stammen ein Sohn (* 2008) und eine Tochter (* 2011).[1] Gesellschaftlich-politisches Engagement zeigte Bejo mit der Unterstützung von Lionel Jospin bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2002 und ihrer Beteiligung an der Kampagne „No Hunger“ von Action Contre la Faim (ACF, frz. „Aktion gegen den Hunger“) 2009.

Filmografie (Auszug)[Bearbeiten]

Bejo im Jahr 2007

Kinofilme[Bearbeiten]

  • 1993: Pain perdu (Kurzfilm)
  • 1996: Les Sœurs Hamlet
  • 1996: Die Liebe neu erfinden (L'@mour est à réinventer) – Episode: Schwanger oder lesbisch? (Enceinte ou lesbienne?)
  • 2000: Passionnément
  • 2000: Meilleur espoir féminin
  • 2000: Die Gefangene (La Captive)
  • 2001: Ritter aus Leidenschaft (A Knight’s Tale)
  • 2002: 24 heures de la vie d’une femme
  • 2002: Comme un avion
  • 2003: Une petite fée (Kurzfilm)
  • 2003: Dans le rouge du couchant
  • 2003: Sans elle (Sem ela)
  • 2003: Ciao bambino (Kurzfilm)
  • 2004: Le grand rôle
  • 2004: Sans douleur (Kurzfilm)
  • 2005: Cavalcade
  • 2006: OSS 117 – Der Spion, der sich liebte (OSS 117: Le Caire, nid d’espions)
  • 2007: La maison
  • 2007: 13 m²
  • 2008: Modern Love
  • 2008: Bouquet final
  • 2009: La pomme d’Adam (Kurzfilm)
  • 2009: Die Hölle von Henri-Georges Clouzot (L'enfer d'Henri-Georges Clouzot)
  • 2010: Love me baby (Kurzfilm)
  • 2010: Prey – Die Jagdsaison ist eröffnet (Proie oder La Traque)
  • 2011: The Artist
  • 2012: Mademoiselle Populaire (Populaire)
  • 2013: Au bonheur des ogres (Paradies der Ungeheuer)
  • 2013: Le Passé – Das Vergangene (Le Passé)

Fernsehproduktionen[Bearbeiten]

  • 1997–1999: Un et un font six (TV-Serie)
  • 1997: Julie Lescaut: Abus de pouvoir (TV-Serie, eine Folge)
  • 1997: Le juge est une femme (TV-Serie)
  • 1999: Sapajou contre Sapajou (Fernsehfilm)
  • 2003: Mosaik eines Mordes (Dissonances)
  • 2005: Nuages (Fernsehfilm)
  • 2008: Was Liebe heißt (Sa raison d’être, Fernsehfilm)

Theater[Bearbeiten]

  • Die Dreigroschenoper (L’Opéra de quat’sous)

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bérénice Bejo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bio express. In: 24 Heures, 22. Oktober 2011, S. 44.