Benshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Benshausen
Benshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Benshausen hervorgehoben
50.64333333333310.593611111111400Koordinaten: 50° 39′ N, 10° 36′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Schmalkalden-Meiningen
Höhe: 400 m ü. NHN
Fläche: 24,87 km²
Einwohner: 2381 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 96 Einwohner je km²
Postleitzahl: 98554
Vorwahl: 036843
Kfz-Kennzeichen: SM, MGN
Gemeindeschlüssel: 16 0 66 006
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 7
98554 Benshausen
Webpräsenz: www.benshausen.de
Bürgermeister: Ronald Hande (Die Linke)
Lage der Gemeinde Benshausen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen
Altersbach Aschenhausen Belrieth Benshausen Bermbach Birx Breitungen Brotterode-Trusetal Christes Dillstädt Einhausen (Thüringen) Ellingshausen Erbenhausen Fambach Floh-Seligenthal Frankenheim/Rhön Friedelshausen Grabfeld (Gemeinde) Grabfeld Henneberg (Thüringen) Hümpfershausen Kaltensundheim Kaltenwestheim Kühndorf Leutersdorf Mehmels Meiningen Meiningen Melpers Metzels Neubrunn Oberhof Oberkatz Obermaßfeld-Grimmenthal Oberschönau Oberweid Oepfershausen Rhönblick Rippershausen Ritschenhausen Rohr Rosa Roßdorf (Thüringen) Rotterode Schmalkalden Schwallungen Schwarza Springstille Steinbach-Hallenberg Stepfershausen Sülzfeld Unterkatz Untermaßfeld Unterschönau Unterweid Utendorf Vachdorf Viernau Wahns Wallbach Walldorf (Werra) Wasungen Wölfershausen Zella-Mehlis ThüringenKarte
Über dieses Bild
Blick auf Benshausen und den Dolmar
Ev. Kirche OT Ebertshausen

Benshausen ist eine Gemeinde im Landkreis Schmalkalden-Meiningen in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in einem Talkessel. Das Tal, in dem sich der Ort hauptsächlich erstreckt, wird durch die aus Zella-Mehlis kommende Lichtenau durchflossen. Am südlichen Ortsrand kommt aus dem Kröhlisgrund ein kleiner Bach, der in die Lichtenau mündet.

Zu Benshausen gehört der Ortsteil Ebertshausen, der am 8. März 1994 eingemeindet wurde und bereits nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Benshausen eingepfarrt war.

Im Nordosten erhebt sich allmählich ansteigend der Thüringer Wald mit dem 868 m hohen Ruppberg. Im Nordwesten von Benshausen liegt ein Bergrücken, der sich am Paßberg bis auf 530 m erhebt. Im Südosten zwischen Benshausen und Suhl befindet sich ein größeres Waldgebiet, das sich bis zum 751 m hohen Schwarzen Kopf erhebt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Norden Bermbach, im Osten die Stadt Zella-Mehlis, im Südosten die Stadt Suhl mit dem Ortsteil Albrechts, im Westen Viernau und Südwesten Schwarza.

Geschichte[Bearbeiten]

Benshausen wurde 1274 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Ortsteil Ebertshausen wurde bereits im Jahr 838 erwähnt, sodass man davon ausgehen kann, dass beide Orte um 800 durch fränkische Siedler gegründet wurden. Schon im 11. Jahrhundert saß in Benshausen ein Zentgericht, dessen Einzugsgebiet später bis Zella-Mehlis und Suhl reichte; 1680 wurde es aufgelöst. Nach dem Ausbau der Handelsstraße wurden Vorspanndienste für die nach Oberhof fahrenden Wagen geleistet. Im 15. Jahrhundert erlangte Benshausen durch seinen Weinhandel einen hohen Bekanntheitsgrad und Wohlstand. Es wurden Weine hauptsächlich von Rhein, Main und Mosel aufgekauft, ausgereift und weiterverkauft.

Benshausen war 1579–1674 von Hexenverfolgungen betroffen. 40 Frauen und fünf Männer gerieten in Hexenprozesse, 25 Frauen und drei Männer wurden verbrannt, zwei Frauen starben im Kerker. Die letzte Hinrichtung fand 1621 statt: Catharina, Michael Eichenbrunnens Frau.[2] Auch im Ortsteil Ebertshausen fanden Hexenverfolgungen statt.

Zur Beförderung des als Flecken bezeichneten Ortes genehmigte Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen 1621 die Abhaltung zweier Jahrmärkte und gestattete 1654 zusätzlich noch einen dritten Jahrmarkt. Trotz dieser Verleihung der Marktrechte entwickelte sich Benshausen nicht zu einer Stadt.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden auch Bürger des Ortes aus politischen und rassistischen Gründen verfolgt. Zu ihnen gehörte der Bürgermeister und KPD-Kreistagsabgeordnete Otto Keiner, der 1944 im KZ Buchenwald ums Leben kam. An ihn erinnert ein Gedenkstein in der Parkanlage neben der Schule und ein Straßenname. Der Gastwirt Fritz Keiner gehörte dem "Stahlhelm" an und wurde wegen "Wehrkraftzersetzung" 1944 in Suhl hingerichtet. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 380 Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: bei der Firma Hemming, in weiteren Metallbetrieben und in der Landwirtschaft. Ein Grabdenkmal auf der Grabstätte eines sowjetischen Mädchens ist das einzige Erinnerungszeichen an mindestens sechs Opfer von Zwangsarbeit.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember), mit Ortsteil Ebertshausen:

  • 1994: 2669
  • 1995: 2683
  • 1996: 2692
  • 1997: 2710
  • 1998: 2725
  • 1999: 2714
  • 2000: 2721
  • 2001: 2755
  • 2002: 2721
  • 2003: 2729
  • 2004: 2700
  • 2005: 2670
  • 2006: 2618
  • 2007: 2554
  • 2008: 2557
  • 2009: 2551
  • 2010: 2505
  • 2011: 2461
  • 2012: 2409
  • 2013: 2381
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Benshausen setzt sich aus 14 Ratsmitgliedern zusammen:

  • FWG Benshausen: 8 Sitze
  • CDU: 3 Sitze
  • TSV/BB: 2 Sitze
  • Die Linke: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der ehrenamtliche Bürgermeister Ronald Hande wurde am 2. November 2014 bei einer notwendig gewordenen Neuwahl gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen

* Wappen Benshausen: In Rot drei hellgrün bedachte Türme. Die Bedachung des linken Turmes läuft spitz aus. Der mittlere höchste Turm ist als Torturm mit blauer Öffnung dargestellt und trägt auf seiner Spitze einen goldenen Wetterhahn. Der rechte Turm trägt eine Kugel mit einem Stern. Vor der Toröffnung ist eine schwarze schreitende Henne abgebildet. Das Wappen enthält die Beschriftung „Benshausen“.

Wappen

* Wappen Ebertshausen: Im Feld 1 eine schwarze Henne mit rotem Kamm die auf dem höchsten von drei grünen Bergen vor goldenem Hintergrund steht; verweist auf die frühere Zugehörigkeit zum Henneberger Land. Im Feld 2 ein grünes Herz vor silbernem Hintergrund; Ebertshausen liegt in Thüringen, dem grünen Herz Deutschlands. Im Feld 3 der fränkische Rechen, welcher in rot (oben) und silber (unten) gehalten ist; dokumentiert die geschichtliche Verbundenheit und Zugehörigkeit zu Franken, welches sich in unserem dem Fränkischen ähnlichen Dialekt widerspiegelt.

Partnerschaft[Bearbeiten]

Eine Partnerschaft besteht seit dem 28. Dezember 1990 mit der Stadt Marktbreit in Bayern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

  • Im Benshäuser Heimatmuseum werden Gebrauchsgegenstände der vergangenen Jahrhunderte gezeigt.
  • Im Lapp-Museum befindet sich eine Ausstellung zum Kleingewerbe und der Landwirtschaft früherer Zeiten.

Musik[Bearbeiten]

  • Der Verein Tanzhaus Benshausen beschäftigt sich mit Thüringer Volkstänzen und bietet diese dar.
  • Musikverein Benshausen e. V., Gründung 1924

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Kirche im Ortsteil Ebertshausen ist eine der ältesten im Kreis Henneberger Land.
  • Die Kirche auf dem Marktplatz von Benshausen wurde 1423 erbaut, die jetzige Thomaskirche stammt von 1791, wobei man den Unterbau des alten Kirchturms beibehielt.

Sport[Bearbeiten]

  • Im TSV 1883 Benshausen e. V. gibt es folgende Abteilungen: Fußball, Turnen, Judo, Schach, Volleyball, Wintersport und Kegeln.
  • Schützenverein Ebertshausen e. V., mit eigenem Vereinshaus und Luftdruckschießstand in Ebertshausen, vertreten seit August 1989.
  • Schützenverein SC Tell 1907 e. V., Vereinsheim mit Luftdruckschießstand im Obergeschoss des Schulspeisungsgebäudes
  • TSV Ebertshausen e.V., mit der Abteilung Tischtennis.

Vereine[Bearbeiten]

  • Turn- und Sportverein 1883 Benshausen e. V.
  • Karneval-Verein-Benshausen e. V.
  • Kirmesgesellschaft Benshausen e. V.
  • Feuerwehrverein Benshausen e. V.
  • Musikverein Benshausen e. V.
  • Hundesportverein Benshausen e. V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Benshausen liegt an der Bundesstraße 62, die von der Autobahnanschlussstelle Suhl/Zella-Mehlis der Bundesautobahn 71 kommend durch die Stadt Zella-Mehlis bis zum Kreisverkehr am nordöstlichen Ortseingang führt. Von dort zweigt über den Sattel des Keßlers Rain die Landesstraße 1118 nach Viernau, Steinbach-Hallenberg und Schmalkalden ab. Diese Straße wird zur B 62 hochgestuft. Durch den ganzen Ort verläuft weiter als ehemalige Bundesstraße 280 die Kreisstraße 580, die in westlicher Richtung über Schwarza bis zur Kreisstadt Meiningen führt. Weiter südlich zweigt eine kleine Straße über den Aschenhof nach Suhl-Albrechts ab, die von vielen als Alternative zur B 62 nach Zella-Mehlis und Suhl genutzt wird.

Mit einem nördlich des Ortes liegenden Haltepunkt ist Benshausen an die Bahnstrecke Zella-Mehlis–Wernshausen (Kursbuchstrecke 573) angeschlossen, die von der Süd-Thüringen-Bahn mit Triebwagen befahren wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zum Ort[Bearbeiten]

  • Lena Güntzlin (–1596), in einem Hexenprozess verbrannt. Ihr Schicksal stand im Mittelpunkt der Ausstellung „Luther und die Hexen“ 2012 in Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden[4]
  • Tino Mohaupt (* 1983), Sportschütze, Junioren-Europameister 2000

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Weise: Benshausen – Ein Heimatbuch. Thüringerwald-Verein, Benshausen ca. 1992.
  • W. Brunngräber, E. Mann: Ortschronik der Gemeinde Benshausen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes', über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 55f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Benshausen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 232 und 253; Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 466-471.
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945 Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser. Band 8: Thüringen. Erfurt 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 248.
  4. Kai Lehmann: Unschuldig. Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes', über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert, Untermaßfeld 2012, S. 55f.; Kai Lehmann: Ausstellung „Luther und die Hexen“, Bereich Benshausen, Bibliothek Museum Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden, 2012; Ronald Füssel: Die Hexenverfolgungen im Thüringer Raum, Veröffentlichungen des Arbeitskreises für historische Hexen- und Kriminalitätsforschung in Norddeutschland, Band 2, Hamburg 2003, S. 232 und 253; Manfred Wilde: Die Zauberei- und Hexenprozesse in Kursachsen, Köln, Weimar, Wien 2003, S. 466-471.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Benshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien