Bernard Arnault

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Bernard Arnault

Bernard Jean Étienne Arnault (* 5. März 1949 in Roubaix, Nord-Pas-de-Calais) ist ein französischer Unternehmer. Er ist mit einem geschätzten Vermögen von 29 Milliarden US-Dollar die reichste Person Frankreichs sowie einer der reichsten Europäer und rangierte 2013 auf Platz 10 der Forbes-Liste der reichsten Personen der Welt.[1]

Der studierte Ingenieur ist seit 1985 Mehrheitseigner der Christian Dior S.A. und seit 1989 PDG des Luxusgüter-Konzerns LVMH Moët Hennessy • Louis Vuitton (LVMH), zu dem unter anderem Marken wie der Lederartikel-Hersteller Louis Vuitton, der Champagner-Fabrikant Moët & Chandon und der Cognac-Hersteller Hennessy gehören. Über seine Holding Groupe Arnault besitzt er 70,4 % der Anteile der Firma Christian Dior sowie über eine Tochtergesellschaft und eigenen Aktienbestand insgesamt fast 47 % der Aktien von LVMH (mit über 64 % der Stimmrechte).[2] Er ist zudem Eigentümer der Wirtschaftszeitung Les Échos.[3]

Leben[Bearbeiten]

Bernard Jean Étienne Arnault wurde als Sohn von Jean Arnault und Marie-Jo Savinel geboren. Sein Vater betrieb ein Immobiliengeschäft.

Nach dem Besuch des Gymnasiums schrieb sich Arnault an der École Polytechnique in Paris für Ingenieurwissenschaften ein. Er trat nach Abschluss der Studien 1971 in das väterliche Unternehmen Ferret-Savinel ein. 1973 heiratete er Anne Dewavrin, von der er sich später jedoch wieder trennte. Er hat mit ihr zwei Kinder, Delphine und Antoine.[4] Von 1978 bis 1984 fungierte Arnault als Präsident des Unternehmens.

Großen Erfolg hatte Arnault mit dem Bau von Ferienwohnungen an der Côte d’Azur. Nachdem 1981 die Sozialisten Frankreichs unter François Mitterrand an die Macht des politischen Systems kamen, ging Arnault nach Amerika. Dort setzte er diesen Erfolg mit Ferienwohnungen – beispielsweise in Palm Beach – fort.[5]

1984 kehrte Arnault aus den USA zurück. Im folgenden Jahr trat er erstmals als Unternehmer mit seiner Holding Financière Agache (später: Groupe Arnault) ins öffentliche Bewusstsein, als er den angeschlagenen Textilkonzern Boussac/Saint-Frères, zu dessen Tochterfirmen auch das Modeunternehmen von Christian Dior gehörte, übernahm. Er sanierte das Unternehmen und verkaufte einen großen Teil.[5]

Anfang 1987 war Arnault maßgeblich am Aufstieg von Christian Lacroix beteiligt, den er ins Modegeschäft brachte. Im selben Jahr kaufte er die Firma Celine auf, die sich auf Lederluxusartikel spezialisiert hatte.

Gegen Ende der 1980er Jahre erwarb Arnault zunehmend Anteile der französischen Holding-Gesellschaft LVMH, in der sich das Luxuslederwaren-Unternehmen Louis Vuitton und der Spirituosen- und Parfüm-Hersteller Moët-Hennessy verbunden hatten. Als Unterstützer für den stellvertretenden Präsidenten Henry Racamier eingesprungen, hatte Arnault ein eigenes Interesse am Konzern.[6]

1989 erlangte Arnault zusammen mit der Investmentbank Lazard Frères und dem britischen Spirituosen-Giganten Guinness die Anteilsmehrheit bei Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) und wurde gegen den Willen der Vuitton- und Hennessy-Familienmitglieder Präsident des Konzerns.[7]

Bernard Arnault ist seit 1991 in zweiter Ehe mit Hélène Mercier verheiratet, mit der er seine drei Kinder Alexandre, Frédéric und Jean hat.[4]

Im Jahr 1997 wurde Arnault zum Vorstandsvorsitzenden von Montaigne berufen.

In seiner Eigenschaft als bedeutender Kunstsammler gründete Arnault 2006 die Fondation Louis Vuitton pour la création, für die der amerikanische Architekt Frank O. Gehry ein Ausstellungsgebäude im Pariser Jardin d’Acclimatation bauen wird.

Privat[Bearbeiten]

Bernard Arnault sammelt zeitgenössische Kunst und spielt Klavier.[4]

Mit dem Belgier Albert Frère besitzt Arnault seit 1998 das Weingut Cheval Blanc in Saint-Emilion, eines der größten Grand-Cru-Weingüter in der Bordeaux-Gegend.[8]

Er ist ein Freund Nicolas Sarkozys und war auch dessen Trauzeuge bei der Hochzeit mit Cécilia Sarkozy 1996.[4][9]

Anfang September 2012 hat er die belgische Staatsangehörigkeit beantragt.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Arnault erhielt 2007 die Auszeichnung eines Kommandeurs (commandeur) und 2011 die eines Großoffiziers (grand officier) der französischen Ehrenlegion[11] sowie den nationalen Verdienstorden Frankreichs.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Forbes: The World's Billionaires vom 9. März 2011 (abgerufen am 1. Mai 2011)
  2. Der Luxusjäger. In: manager-magazin-Spezial 2006, 10. Oktober 2006, Seite 86
  3. Stefan Ulrich: Regeln des verrückten Spiels - Frankreichs Medienwahlkampf; in Süddeutsche Zeitung vom 15. Februar 2012
  4. a b c d Who is Who: Bernard Arnault. In: Vogue
  5. a b FIVE WHO MAKE A DIFFERENCE. In: Fortune Magazine, 19. Dezember 1988
  6. Gewinne vom Feinsten. In: Die Zeit, 50/1994, 9. Dezember 1994, Seite 33.
  7. Der größte Luxuskonzern weltweit. In: manager magazin, 14. Dezember 2001.
  8. Kein bisschen Müde. In: Handelsblatt, 22. Juli 2008
  9. Schafft dieses Amt ab! In: Die Zeit, 15/2007, Seite 43
  10. Reichster Franzose beantragt belgische Staatsangehörigkeit FAZ Online, 9. September 2012
  11. Décret du 13 juillet 2011 portant élévation aux dignités de grand'croix et de grand officier, legiondhonneur.fr, 13. Juli 2011