Frank Gehry

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Frank Gehry, 2007

Frank Owen Gehry, CC [fɹæŋk ˈoʊən ˈɡɛəɹi] (* 28. Februar 1929 in Toronto; eigentlich Frank Owen Goldberg[1]) ist ein kanadisch-US-amerikanischer Architekt und Designer, der seit 1947 in Kalifornien lebt. Für seine dekonstruktivistische Architektur wurde ihm 1989 der Pritzker-Preis verliehen. Die New York Times bezeichnete ihn als den höchstgepriesenen US-Architekten seit Frank Lloyd Wright (1867–1959).[2]

Leben[Bearbeiten]

Gehry Wohnhaus in Santa Monica

Gehry ist der Sohn von Irving und Thelma Goldberg, deren Eltern als Immigranten jüdisch-polnischer Herkunft ins Land kamen. Sein Vater betrieb bis zum staatlichen Verbot den Verkauf von Glücksspielmaschinen an die Bars in der Umgebung von Timmins im östlichen Ontario, das damals eine Goldgräberstadt war.[3] Aus Abfällen des großväterlichen Eisen- und Haushaltswarenladens bastelte er als Junge seine ersten Häuser und Städte zusammen.[3] An der University of Southern California (USC) in Los Angeles studierte Gehry Architektur bis 1954, das Studium finanzierte er mit dem Fahren von LKW-Transporten.[3] Seine erste Frau Anita war unglücklich mit seinem Nachnamen und sie schlug ihm daher gemeinsam mit ihrer Mutter 1954 vor, Goldberg in den weniger offensichtlich jüdischen Namen Gehry zu ändern, was er umgehend tat. Danach nahm er ein Zweitstudium für Stadtplanung an der Harvard Graduate School of Design auf. Seit 1962 betreibt er ein eigenes Architekturbüro in Los Angeles unter dem Namen Gehry Partners, LLP. Während der ersten Ehe (die 1968 geschieden wurde) bekam das Paar zwei Töchter.

Seit 1975 ist Gehry mit der Panamaerin Berta Isabel Aguilera verheiratet.[4] Er hat mit ihr zwei Söhne (* 1976) und (* 1979). Nach der Geburt ihres ersten Sohnes zog die Familie in ein größeres Haus aus den 1920er-Jahren um. Seine Frau ermutigte ihn, ihr Wohnhaus in Santa Monica (in dem sie noch heute (Stand 20xx) wohnen) nach seinen Vorstellungen kühn umzugestalten und zu erweitern. 1980 wurde das Gebäude vom American Institute of Architects (AIA) ausgezeichnet.[5]

Architektur[Bearbeiten]

Zu Anfang seiner Karriere baute Gehry konventionell. Gegen Ende der 1970er Jahre veränderte er seine architektonische Formensprache, indem er begann, vermeintlich „ärmliche“ Materialien wie Sperrholz, Wellblech und im Möbelbau sogar Wellpappe einzusetzen. Charakteristisch für Gehrys Baustil sind seitdem abgewinkelte Ebenen, kippende Räume, umgekehrte Formen und eine gebrochene Geometrie. Seine Bauten haben, als typisch dekonstruktivistische Gebäude, einen collagenhaft aufgebauten Charakter, indem auseinanderstrebende Bauelemente verknüpft werden, die ein Ineinanderfließen der Räume realisieren sollen. Ebenso konzipierte er zahlreiche Inneneinrichtungen und Möbelentwürfe.

Bauten und Entwürfe[Bearbeiten]

Gehry-Tower in Hannover.
Neuer Zollhof im Düsseldorfer Medienhafen.
Stata Center, Cambridge, Massachusetts, USA.
Guggenheim-Museum, Bilbao, Spanien.
Tanzendes Haus in Prag.
Biodiversidad Museum in Panama-Stadt.
Energie-Forum-Innovation in Bad Oeynhausen.
Lou Ruvo Center for Brain Health in Las Vegas, Nevada/USA.

In Planung[Bearbeiten]

Möbel[Bearbeiten]

1969–1972 entwarf Gehry die Kartonmöbelserie „Easy Edges“. Seit 1990 werden bei der US-amerikanischen Firma Knoll International seine Sitzmöbel aus gebogenem, sechs- bis neunlagig geklebtem Weißahornholz gefertigt. Zur Serie gehört auch der Cross Check Chair.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Mathewson, Casey: Frank O. Gehry: 1969 – heute. Feierabend Verlag, Berlin 2006, 600 S., 700 farbige Abb., ISBN 3-89985-270-2.
  • Ragheb, J. Fiona u. a.: Frank Gehry. Architect. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2001, 392 S., 408 Abb., ISBN 3-7757-1048-5. (englisch)
  • Bruggen, Coosje van: Frank O. Gehry. Guggenheim Museum Bilbao. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 1997, ISBN 3-7757-0722-0.

Filmographie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Bilder

 Commons: Frank Gehry – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Frank O. Gehry, Encyclopædia Britannica
  2. Frank Gehry. In: New York Times, 9. Juni 2009: „Frank Gehry, the most acclaimed American architect since Frank Lloyd Wright…“
  3. a b c Alexander Linklater: He is the world's biggest architect, so what took Frank Gehry from Bilbao to a Scottish hillside? The love of a woman. In: Herald Scotland, 13. September 2003.
    „It was with her [Gehry's grandmother] that he would build little houses and cities out of scraps from his grandfather's hardware store. In 1997, Gehry told The New Yorker: That's what I remembered, years later, when I was struggling to find out what I wanted to do in life.
  4. Valerie Bodden: Gehry, Creative Co., 2008, ISBN 978-1-58341-662-4, S. 16 in Google Bücher.
  5. Valerie Bodden: Gehry, Creative Co., 2008, S. 17.
  6. http://en.wikiarquitectura.com/index.php/Davis_Studio_and_Residence
  7. Frank Gehry & Architektur des Festival Disney
  8. http://en.wikiarquitectura.com/index.php/Marqués_de_Riscal_Winery
  9. http://www.arcspace.com/features/gehry-partners-llp/novartis-building/
  10. Angaben zum Architekten auf der Seite des Museums, abgerufen am 22. Juni 2014
  11. Frank Gehry's Masterful Fondation Louis Vuitton Opens in Paris, Architectural Digest, Oktober 2014
  12. https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10100483906554181&set=a.612287952871.2204760.4&type=1
  13. Ulrich Paul: Entwurf von Frank Gehry gewinnt. Größtes Hochhaus Berlins entsteht am Alexanderplatz. In: Berliner Zeitung. 27. Januar 2014, abgerufen am 28. Januar 2014.
  14. Mariam Schaghaghi: „Ich wollte Gehry begreifen.“ In: Spiegel Online, 5. Juli 2007, Interview mit Pollack.
  15. A. O. Scott: „In 'Sketches of Frank Gehry,' a Design for Living Large.“ In: New York Times, 12. Mai 2006, mit Video.