Blixa Bargeld

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Blixa Bargeld (2007)

Blixa Bargeld (* 12. Januar 1959 in Berlin als Christian Emmerich. Bürgerlich Christian Bargeld) ist ein deutscher Musiker, Performance-Künstler, Komponist, Autor, Schauspieler und Frontmann der Band Einstürzende Neubauten sowie Gründungsmitglied und 20 Jahre lang Gitarrist der Band Nick Cave and the Bad Seeds. Sein Pseudonym ist eine Referenz an den dadaistischen Künstler Johannes Theodor Baargeld. Der Vorname stammt von einer Faserstiftmarke.

Nachdem seine Frau Erin ihren Nachnamen offiziell von Zhu auf den Künstlernamen Bargeld ändern ließ, übernahm er diesen und heißt seither bürgerlich Christian Bargeld, verwendet aber öffentlich ausschließlich den Künstlervornamen Blixa.[1]

Leben[Bearbeiten]

Blixa Bargeld auf einem Konzert 2008

Bargeld wuchs im westlichen Teil Berlins auf, wo er im Stadtteil Friedenau das Paul-Natorp-Gymnasium besuchte. Er wurde als Gründer und Sänger der Gruppe Einstürzende Neubauten bekannt und war von 1984 bis 2003 Gitarrist der Band Nick Cave and The Bad Seeds. Er galt auch als Mitbegründer des Festivals Genialer Dilletanten. Darüber hinaus veröffentlichte er zwei Soloalben.

1987 trat er als Mitglied von „Nick Cave & The Bad Seeds“ in Wim Wenders' Film Der Himmel über Berlin auf. 1988 spielte er in dem Spielfilm Nihil, oder alle Zeit der Welt von Uli M Schueppel eine erste Hauptrolle. Ende der 1990er Jahre spielte er einen pyromanischen Sadisten in einem RTL-Krimi mit Iris Berben. Weiterhin war er 1996 im Film Die Totale Therapie in einer Hauptrolle als Psychotherapie-Guru zu sehen.[2] 1996 entstand der Kurzfilm Blixa Bargeld Stole My Cowboy Boots mit Michael Imperioli in der Hauptrolle, in dem Bargeld allerdings nicht selbst auftrat. 1999 wurde Bargeld für den US-Spielfilm Die Mumie verpflichtet. In dem Film hat er als Teil des „sound-designs“ das „mummy growling“ übernommen, ist also für die Mumien-Äußerungen (Schreien, Zischen usw.) verantwortlich. Bargeld war auch in Werbespots für die Baumarktkette Hornbach tätig.[3]

In Österreich erlangte der Name Blixa Bargeld zusätzliche Bekanntheit. In ihrer Sendung Salon Helga auf dem öffentlich-rechtlichen Radiosender FM4 unternahmen das in Österreich sehr bekannte Komiker-Duo Stermann & Grissemann diverse Terroranrufe in deutsche Hotels, in denen sie Texte durchgaben, die Blixa angeblich bei ihnen vergessen hatte. Wortlaut eines solchen Textes war etwa: „Eine Kuh steht auf der Weide, neben ihr ein Stückchen Kreide. Ich mal die Kuh mit Kreide an, das ist die Kuh mit Kreide dann!“[4]

1988 nahm er zusammen mit FM Einheit und Heiner Müller eine Fassung von Müllers Hamletmaschine auf.

Bargeld war an Theaterprojekten von Heiner Müller, Werner Schwab und Peter Zadek beteiligt. Seit Mitte der 1990er Jahre tritt Bargeld auch als Solokünstler mit den so genannten Rede/Speech Performances live auf. Dabei wird er oft vom Tonmeister Boris Wilsdorf technisch unterstützt.

2001 wirkte er als Sprecher an der Hörspielfassung von Michel Houellebecqs Roman Elementarteilchen mit und steuerte die Musik bei.

2005 inszenierte er für die Salzburger Festspiele Warten auf die Barbaren von J.M. Coetzee.

Bargeld war 30 Jahre lang bekennender Vegetarier, bis er seiner Frau zuliebe wieder mit dem Fleischessen anfing.[5] Er ist mit der Mathematikerin Erin Zhu verheiratet, das Paar hat eine Tochter.

Eigenen Aussagen zufolge verwendet Bargeld seinen bürgerlichen Namen nicht mehr und wird selbst von seiner Mutter mit dem Künstlernamen Blixa angeredet. Er lebt heute hauptsächlich in Berlin und zeitweise in San Francisco.[6]

Blixa Bargeld arbeitet nach eigener Angabe noch an seiner persönlichen Biografie.[7]

Solowerke[Bearbeiten]

  • CD RECYCLED, 2000, zusammen mit dem Tim Isfort Orchester
  • CD Commissioned Music, 1995
  • DVD Rede/Speech, 2005
  • CD Blixa Bargeld liest Bertolt Brecht: Erotische Gedichte, 2006
  • CD anbb: alva noto & blixa bargeld: Mimikry, 2010, zusammen mit Alva Noto
  • CD Blixa Bargeld & Teho Teardo: Still smiling, 2013 zusammen mit Teho Teardo

Literatur[Bearbeiten]

Gespräche[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.skug.at/article7533.htm
  2. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,90344,00.html
  3. „Blixa liest Hornbach“
  4. http://derstandard.at/1957275
  5. Jenny Hoch: „Ich war ja nie der Punk, der vorm Postamt rumsteht“, Spiegel online, 27. Januar 2009, Interview
  6. Arte-Doku „Blixa Bargeld - Mein Leben“ (2008)
  7. Interview mit Blixa Bargeld in der Zeit von Arne Storn, 20. April 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blixa Bargeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien