Nick Cave and the Bad Seeds

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Nick Cave and the Bad Seeds
Nick Cave and the Bad Seeds am 25. April 2008 in Barcelona
Nick Cave and the Bad Seeds am 25. April 2008 in Barcelona
Allgemeine Informationen
Genre(s) Post-Punk, Alternative Rock
Gründung 1983
Website nickcaveandthebadseeds.com
Gründungsmitglieder
Nick Cave
Blixa Bargeld (bis 2003)
Mick Harvey (bis 2009)
Gitarre, Klavier
Barry Adamson (bis 1986)
Gitarre
Hugo Race (bis 1984)
Aktuelle Besetzung
Gesang
Nick Cave
Schlagzeug, Perkussion
Thomas Wydler (seit 1985)
Warren Ellis (seit 1993)
Piano, Gesang, Orgel
Conway Savage (seit 1991)
Martyn Casey (seit 1991)
Schlagzeug, Perkussion, Gesang, Orgel
Jim Sclavunos (seit 1996)
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Anita Lane (1984)
Gitarre
James George Thirlwell (1983)
Edward Clayton Jones (1984)
Rowland S. Howard (1985)
Brian Tristan (1986-1990)
Ed Kuepper (2009)
Gesang, Klavier, Gitarre, Orgel
Roland Wolf (1986-1989)
Gesang, Orgel, Gitarre
James Johnston (2003–2008)
Bass
Tracy Pew (1984)
Christoph Dreher (1985)

The Bad Seeds ist eine australische Rockband, die 1983 vom Sänger Nick Cave, Multiinstrumentalist Mick Harvey und Gitarrist Blixa Bargeld nach Auflösung von The Birthday Party in West-Berlin gegründet wurde. Der Name basiert auf dem Roman The Bad Seed (deutsch: „Böse Saat“) von William March. Der Ursprung der Band liegt in der heute als Schwarze Szene bekannten Mischung aus Independent- und Dark-Wave-Umfeld, The Bad Seeds wuchsen jedoch in den 1990er Jahren über diese Szene hinaus, wurde aber weiterhin durch deren Szenegänger rezipiert.[1][2] Bis heute veröffentlichte die Band 15 teils weltweit erfolgreiche Studioalben und mehrere Singles. Das bekannteste Stück ist Where the Wild Roses Grow, ein Duett mit der Sängerin Kylie Minogue, das 1995 veröffentlicht wurde.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte und Gründung (1983–1984)[Bearbeiten]

Im Jahr 1983 spitzten sich die Unstimmigkeiten zwischen Nick Cave, Mick Harvey und dem Rest der Gruppe The Birthday Party zu, sodass Cave mit dem Gedanken spielte, eine zweite Band zu gründen. Während einer Tour Anfang des Jahres verfolgte er nach einem Konzert in einem Hotel in Amsterdam einen TV-Auftritt der Band Einstürzende Neubauten. Vom Frontman Blixa Bargeld und dessen avantgardistischem Gitarrenspiel war Cave begeistert. Später wurde Bargeld von Cave kontaktiert und dieser spielte die Gitarrenparts im Stück Mutiny In Heaven der Single Mutiny ein.

Kurz nach der Veröffentlichung wurde The Birthday Party schließlich aufgelöst. Cave, Harvey und Bargeld gründeten daraufhin hin die zu Beginn ziemlich lose organisierte Band Nick Cave – Man Or Myth. Zu Auftritten kam es jedoch nicht, da Cave zusammen mit Marc Almond, Lydia Lunch und Clint Ruin mit dem Touring Ensemble The Immaculate Consumptive in England unterwegs war. Bargeld arbeitete zudem noch am Album Zeichnungen des Patienten O. T. der Einstürzenden Neubauten.

Im September stießen Clint Ruin (Schlagzeug, Gitarre und Saxophon) und Barry Adamson (Bassgitarre) zur Band. Erste Auftritte in dieser Formation fanden im Londoner Underground Club Batcave sowie The Caves statt. Im November fanden erste Studioaufnahmen in Clint Ruins Privatstudio statt. Kurz vor Ende des Jahres verließ dieser die Band, um sich um seine eigenen Projekte zu kümmern, lediglich auf dem Song From Her To Eternity ist er am Schlagzeug zu hören. Er wurde durch Hugo Race ersetzt.

An der ersten Tour konnte Blixa Bargeld nicht teilnehmen, da er selbst mit den Einstürzenden Neubauten durch Europa tourte, Tracy Pew übernahm stattdessen die Gitarre. Im Januar 1984 kehrte Bargeld schließlich zur Band zurück. Später nannte sich die Band Nick Cave and The Caveman und kurz vor Veröffentlichung der Debütsingle In The Ghetto erfolgte die letzte Umbenennung in Nick Cave And The Bad Seeds.

Spätere Entwicklung[Bearbeiten]

Ihr Debütalbum hieß From Her to Eternity. Ein Jahr später erschien ihr zweites Album The Firstborn Is Dead unter der Besetzung Cave, Harvey, Bargeld und Adamson. Tupelo, ein Song auf diesem Longplayer, zeigt große Ähnlichkeiten mit dem von Nick Cave 1989 veröffentlichten Roman And the Ass Saw the Angel. Ab 1986 gehört auch der Schlagzeuger Thomas Wydler von Die Haut zur festen Besetzung der Bad Seeds.

Das kommerziell erfolgreichste Album war Murder Ballads von 1996. Das darin enthaltene Duett mit Kylie Minogue Where the Wild Roses Grow wurde weltweit ein Hit. Nach ihrem Album Nocturama (2003) verließ Blixa Bargeld die Band und widmete sich wieder den Einstürzenden Neubauten. Im Jahr 2004 veröffentlichte Nick Cave mit seiner Band das vielbeachtete Doppelalbum Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus. Im März 2005 erschien die Drei-CD-Box B-Sides & Rarities, auf der 56 Lieder enthalten sind, bei denen es sich um Raritäten, B-Seiten und Stücken aus Soundtracks handelt. Im Februar 2008 wurde Dig, Lazarus, Dig!!! veröffentlicht. Auf diesem Album rücken erneut die Themen Glaube und Religiosität sowie biblische Bilder stark in den Fokus.

Anfang 2009 verließ das Gründungsmitglied Mick Harvey die Band.[3]

Im Februar 2013 erschien ein neues Album mit dem Titel Push the Sky Away.

Filmmusik[Bearbeiten]

Einige Lieder der Band wurden in Filmen verwendet, etwa Red Right Hand in Scream, Dumm und Dümmer, und Hellboy, People Ain't No Good in Shrek 2, sowie O Children in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1. Für Scream 3 schrieb Nick Cave eine neue Fassung von Red Right Hand.

Zu Wim Wenders’ Film Bis ans Ende der Welt von 1991 steuerte Nick Cave den Non-Album Track (I'll Love You) Till The End Of The World bei. Wim Wenders’ Der Himmel über Berlin von 1987 zeigt außerdem einen Auftritt der Band selbst.

Filmdokumentationen[Bearbeiten]

1989 drehte der Dokumentarfilmer Uli M Schueppel den Film The Road To God Knows Where & Live At The Paradiso über die Nordamerika-Tournee der Band im selben Jahr.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[4] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1984 From Her to Eternity 40
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Juni 1984
1985 The Firstborn Is Dead 53
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Juni 1985
1986 Kicking Against the Pricks 89
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. August 1986
1988 Tender Prey 67
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. September 1988
1990 The Good Son 47
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 17. April 1990
1992 Henry's Dream 59
(9 Wo.)
40
(1 Wo.)
29
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. April 1992
1994 Let Love In 34
(9 Wo.)
14
(11 Wo.)
43
(2 Wo.)
12
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. April 1994
1996 Murder Ballads 5
(17 Wo.)
1
(16 Wo.)
14
(12 Wo.)
8
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Februar 1996
1997 The Boatman's Call 19
(9 Wo.)
18
(9 Wo.)
32
(8 Wo.)
22
(3 Wo.)
155
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. März 1997
2001 No More Shall We Part 8
(11 Wo.)
4
(17 Wo.)
24
(10 Wo.)
15
(5 Wo.)
180
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2. April 2001
2003 Nocturama 11
(8 Wo.)
6
(10 Wo.)
11
(6 Wo.)
20
(2 Wo.)
182
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Februar 2003
2004 Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus 7
(10 Wo.)
2
(9 Wo.)
12
(5 Wo.)
11
(3 Wo.)
126
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 20. September 2004
2008 Dig, Lazarus, Dig!!! 6
(5 Wo.)
3
(6 Wo.)
21
(4 Wo.)
4
(8 Wo.)
64
(... Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. März 2008
2013 Push the Sky Away 2
(11 Wo.)
1
(11 Wo.)
2
(12 Wo.)
3
(6 Wo.)
29
(... Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Februar 2013

Livealben & Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[4] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1993 Live Seeds 67
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. September 1993
1998 The Best of 26
(5 Wo.)
7
(9 Wo.)
11
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Mai 1998
2005 B-Sides & Rarities 60
(2 Wo.)
38
(6 Wo.)
74
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. März 2005
2013 Live from KCRW 51
(1 Wo.)
24
(2 Wo.)
61
(1 Wo.)
81
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. November 2013

Weitere Alben:

  • 1986: Your Funeral... My Trial
  • 2007: The Abattoir Blues Tour
  • 2008: Live at the Royal Albert Hall
  • 2009: White Lunar
  • 2012: Lawless

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[4] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1984 In the Ghetto
From Her to Eternity
84
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1984
1988 The Mercy Seat
Tender Prey
86
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1988
1990 The Ship Song
The Good Son
84
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1990
1992 Straight to You/Jack the Ripper
Henry's Dream
68
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1992
What a Wonderful World 72
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1992
(mit Shane MacGowan)
1994 Do You Love Me?
Let Love In
68
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1994
1995 Where the Wild Roses Grow
Murder Ballads
12
(27 Wo.)
4
(19 Wo.)
11
(20 Wo.)
11
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1995
(feat. Kylie Minogue)
1996 Henry Lee
Murder Ballads
36
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1996
(feat. PJ Harvey)
1997 Into My Arms
The Boatman's Call
53
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1997
(Are You) The One That I've Been Waiting For?
The Boatman's Call
67
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1997
2001 As I Sat Sadly by Her Side
No More Shall We Part
42
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 2001
Fifteen Feet of Pure White Snow
No More Shall We Part
52
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 2001
2003 Bring It On
Nocturama
58
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2003
2004 Nature Boy
Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus
89
(1 Wo.)
37
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: September 2004
Breathless/There She Goes My Beautiful World
Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus
45
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: November 2004
2005 Get Ready For Love
Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus
62
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 2005
2008 Dig, Lazarus, Dig!!!
Dig, Lazarus, Dig!!!
66
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2008
2014 Push the Sky Away
Push the Sky Away
77
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 2014

Quellen[Bearbeiten]

  1.  Alexander Nym, Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel. Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. 1. Auflage. Plöttner Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-86211-006-3, Nachwort, S. 389.
  2.  Dave Thompson: Alternative Rock. 1. Auflage. Miller Freemann Inc., Berkley 2000, ISBN 0-87930-607-6, S. 62-68, 245-248.
  3. NME: Founding Nick Cave And The Bad Seeds member quits, 22. Januar 2009
  4. a b c Chartquellen: DE AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]