Bram (Aude)

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Bram
Wappen von Bram
Bram (Frankreich)
Bram
Region Languedoc-Roussillon
Département Aude
Arrondissement Carcassonne
Kanton Fanjeaux
Gemeindeverband Communauté de communes de la Piège et du Lauragais.
Koordinaten 43° 15′ N, 2° 7′ O43.2436111111112.1152777777778134Koordinaten: 43° 15′ N, 2° 7′ O
Höhe 119–165 m
Fläche 17,72 km²
Einwohner 3.368 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 190 Einw./km²
Postleitzahl 11150
INSEE-Code

Bram – Église Saint-Julien et Sainte-Basilisse

Bram ist eine französische Gemeinde mit 3368 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Aude in der südfranzösischen Region Languedoc-Roussillon.

Lage[Bearbeiten]

Bram liegt auf einem Hügel im Südosten der Landschaft des Lauragais, etwa 75 Kilometer (Fahrtstrecke) in südöstlicher Richtung von Toulouse und 16 Kilometer von Castelnaudary entfernt. Bis nach Carcassonne sind es gut 20 Kilometer in östlicher Richtung. Bram hat einen Autobahnanschluss zur A 61 und einen Bahnhof an der Strecke zwischen Bordeaux und Sète. Das Gemeindegebiet wird vom Fluss Fresquel, sowie vom parallel verlaufenden Canal du Midi durchquert.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1968 1975 1982 1990 1999 2008
Einwohner 2.733 2.643 2.650 2.899 2.969 3.156

Bereits im Mittelalter war Bram eine wichtige Stadt mit über 1.000 Einwohnern.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wie in den meisten Orten des Lauragais (auch Pays de la Cocagne = "Schlaraffenland" genannt) spielte der Anbau, die Weiterverarbeitung und der Handel von Färberwaid (pastel) im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der wohlhabenden Stadt. Doch bereits im 18. Jahrhundert wurde der Anbau von pastel aufgegeben – es war durch den neuen, aus der Indigopflanze hergestellten und zumeist in den amerikanischen Kolonien angebauten Farbstoff Indigo allmählich vom Markt verdrängt worden. Seitdem mussten sich die Bauern im Lauragais wieder von Getreide (Weizen, Mais, Sonnenblumen) und ein wenig Viehzucht (Schafe) ernähren.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Gemeinde ist wahrscheinlich herzuleiten vom lateinischen Eburomagus, einer von den Römern um das Jahr 60 v. Chr. gegründeten Siedlung, von der man nicht weiß, ob sie sich nur in den Tallagen der Umgebung ausgebreitet oder auch auf den Hügel selbst erstreckt hat. In der Umgebung des Ortes wurden ebenso diverse Kleinfunde aus gallorömischer Zeit (4.–6. Jahrhundert) gemacht.

Im 12. Jahrhundert entstand auf einem Hügel das neue Bram mit einer völlig regelmäßigen Kreisstruktur bestehend aus drei Straßen mit den anliegenden Häusern und einem zentralen Platz in der Mitte, auf dem schon bald die Kirche des Ortes erbaut wurde. Es gab nur ein Stadttor im Osten; die ganze Anlage hatte somit einen deutlichen Verteidigungscharakater. In dieser Zeit wandten sich die meisten Bewohner von Bram dem Katharerglauben zu; dadurch geriet der Ort ins Blickfeld der Kreuzritter des Albigenserkreuzzugs (1209–1229) und wurde im Jahr 1210 nach einer dreitägigen Belagerung von den Truppen Simon de Montforts eingenommen. Während die meisten Bewohner in den Schoß der römischen Kirche zurückkehrten und straffrei blieben, ließ er 100 hartnäckigen Ketzern Nase und Oberlippe abschneiden und die Augen herausreißen; einem ließ er ein Auge, damit er die übrigen zum gut 30 Kilometer entfernten Lastours geleiten könne, dem nächsten Ziel der Kreuzritter.

Über die Zeit des Hundertjährigen Krieges (1347–1463) und der religiösen Unruhen des 16. Jahrhunderts ist nichts bekannt. Im 17. Jahrhundert erlebte die Stadt jedenfalls ihre wirtschaftliche Blütezeit – der Canal du Midi wurde in der Nähe gebaut und neue Häuser wurden nunmehr auch außerhalb des Mauerrings errichtet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Wichtigste Sehenswürdigkeit von Bram ist das kreisrund geschlossene mittelalterliche Ortsbild, das allerdings nur auf Luftaufnahmen richtig erkennbar wird.
Inneres der Kirche von Bram
  • Die Apsis und der auf der Nordseite der Kirche befindliche, gedrungen wirkende Glockenturm der Église Saint-Julien et Sainte-Basilisse werden dem ausgehenden 13. Jahrhundert zugerechnet; beide sind seit 1932 als Monument historique eingestuft[1]. Große Teile des Langhauses stammen jedoch erst aus dem 17. Jahrhundert; im 19. Jahrhundert wurde die Kirche um zwei Joche nach Westen verlängert, so dass die gotisch anmutende Fensterrose und das Portal der Westfassade mit dem ursprünglichen Zustand nichts mehr zu tun haben. Im Innern ist es eine einschiffige Kirche mit Seitenkapellen und breiten Schwibbögen, auf den eine hölzerne Dachverschalung aufruht; die spätgotische Apsis ist dagegen rippengewölbt. Die Ausmalung wurde nach der Verlängerung des Bauwerks im 19. Jahrhundert angebracht. Die Anerkennung des Kirchenschiffs als Monument historique erfolgte im Jahr 1987[2].
  • Eine an einem Privathaus angebrachte Gedenktafel aus dem Jahr 1632 erinnert an den Aufenthalt Ludwigs XIII. in Bram. Auch sie ist seit 1930 als Monument historique eingetragen[3].
  • Im Ort stehen zwei kleine Kapellen (Chapelle Notre-Dame de Miséricorde und Chapelle de l’Assomption) im neogotischen bzw. neoklassischen Stil des 19. Jahrhunderts.
  • Das zu Füßen des Ortes gelegene Museum Eburomagus zeigt ein Vielzahl von Ausstellungsstücken aus der Antike und dem Mittelalter.
  • Knapp vier Kilometer (Fahrtstrecke) nördlich von Bram erhebt sich das Château de Lordat, ein Herrensitz aus dem 18. Jahrhundert mit einem geometrisch angelegten Garten im französischen Stil.
  • Einen Kilometer weiter steht ein ehemals zum Schloss gehörendes Landgut mit einem Taubenhaus (pigeonnier) aus dem 18. Jahrhundert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Église Saint-Julien et Sainte-Basilisse, Bram in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  2. Église Saint-Julien et Sainte-Basilisse, Bram in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)
  3. Inscription commémorative, Bram in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)