Caltanissetta

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Caltanissetta
Wappen
Caltanissetta (Italien)
Caltanissetta
Staat: Italien
Region: Sizilien
Provinz: Caltanissetta (CL)
Lokale Bezeichnung: Nissa / Caltanissetta
Koordinaten: 37° 29′ N, 14° 3′ O37.49055555555614.055833333333568Koordinaten: 37° 29′ 26″ N, 14° 3′ 21″ O
Höhe: 568 m s.l.m.
Fläche: 416 km²
Einwohner: 61.651 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einw./km²
Angrenzende Gemeinden Canicattì (AG), Delia (Cl), Enna (EN), Marianopoli, Mazzarino, Mussomeli, Naro (AG), Petralia Sottana (PA), Pietraperzia (EN), San Cataldo, Santa Caterina Villarmosa, Serradifalco, Sommatino
Postleitzahl: 93100
Vorwahl: 0934
ISTAT-Nummer: 085004
Volksbezeichnung: Nisseni
Schutzpatron: San Michele
Website: Caltanissetta

Caltanissetta (sizilianisch Nissa[2]; mittelalterlich Qalʿat an-Nisā, Calatanissa, Calatanixectum [3]), ist eine Stadt in der italienischen Region Sizilien mit 61.651 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012). Sie ist Hauptstadt der Provinz Caltanissetta.

Lage und Daten[Bearbeiten]

Caltanissetta liegt 128 Kilometer südöstlich von Palermo im Inselinneren. Es befindet sich über einem Tal des Imera Meridionale in einem hügeligen Gebiet auf einer Höhe von 568 Metern. Caltanissetta ist zudem die größte Stadt Siziliens, die nicht am Meer liegt.

Die Nachbargemeinden sind Canicattì (AG), Delia (Cl), Enna (EN), Marianopoli, Mazzarino, Mussomeli, Naro (AG), Petralia Sottana (PA), Pietraperzia (EN), San Cataldo, Santa Caterina Villarmosa, Serradifalco und Sommatino.

Geschichte[Bearbeiten]

Caltanissetta war vermutlich eine Siedlung der Sikaner, die den Ort Nissa nannten. Unter der Herrschaft der Araber wurde eine Burg errichtet, die von den Normannen 1086 besetzt wurde. Im 15. und 16. Jahrhundert wuchs die Stadt unter dem Haus Montcada, es bildeten sich die Stadtteile Santa Flavia, San Rocco und andere.

Die Stadt war vom 19. Jahrhundert an eines der Zentren des Schwefelbergbaus und des Abbaus von Magnesium. Im Jahr 1818 wurde Caltanissetta die Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Gegend ist landwirtschaftlich geprägt. Wichtiger Erwerbszweig der Einwohner ist der Anbau von Weizen, Artischocken, Oliven und Mandeln. Im Zusammenhang damit gibt es Arbeitsplätze in der Lebensmittelindustrie. Das Unternehmen Averna, das unter anderem einen Kräuterbitter produziert, hat hier seinen Firmenhauptsitz. Weitere wichtige Wirtschaftszweige der Stadt sind die chemische und die metallverarbeitende Industrie.

Der Bahnhof Caltanissetta Centrale befindet sich an der Bahnstrecke Catania–Agrigent; am Bahnhof Caltanissetta Xirbi, einige Kilometer nördlich der Stadt gelegen, beginnt die Bahnstrecke Caltanissetta–Palermo.

Außerdem gibt es eine im Ausbau befindliche Schnellstraßenverbindung (SS 640) nach Agrigent. Caltanissetta verfügt auch über einen zentralen Busbahnhof, von dem aus Catania, Palermo, Agrigent und viele Städte aus der Provinz angefahren werden.

Rundfunksender[Bearbeiten]

Caltanissetta ist Standort eines Lang- und eines Kurzwellensenders des RAI. Der Langwellensender, der im August 2004 stillgelegt wurde, verwendete als Sendeantenne einen 282 Meter hohen abgespannten Stahlfachwerkmast. Dieser letzte Langwellenrundfunksender Italiens, der zuletzt das Programm RAI Radio Uno ausstrahlte, war seitdem zeitweise zur Ausstrahlung von Nachrichten für den Schiffsverkehr im Mittelmeer aktiv. Der Kurzwellensender ist zwar noch in Betrieb, jedoch nicht mehr im Bereich des Kurzwellenrundfunks.

Stadtbild und Bauwerke[Bearbeiten]

Kathedrale von Caltanissetta
  • Die Piazza Garibaldi ist das Zentrum der Stadt. Hier stehen die Kathedrale, die Kirche San Sebastiano und der Neptunbrunnen.
  • Die Kathedrale S. Maria La Nova von Caltanissetta wurde von 1570 bis 1622 im Stil der Spätrenaissance mit barocken Stilmerkmalen erbaut. In der Kirche befinden sich Fresken von Guglielmo Borremans aus dem Jahr 1720.
  • Caltanissetta ist Sitz eines archäologischen Museums, das Bilder aus der Vorgeschichte, Vasen und Werkzeug aus der Bronzezeit, frühere sizilianische Keramik und Fundgegenstände von Ausgrabungen aus den 1950er Jahren bei Sabucina präsentiert.
  • Im Mineralogischen und Paläontologischen Schwefelmuseum werden neben einer großen Auswahl an Steinen und Erzen die Geschichte und die Arbeitsbedingungen des Schwefelbergbaus dokumentiert.
  • Die Mauerreste des Castello di Pietrarossa (Burg von Pietrarossa) liegen südöstlich außerhalb des Stadtkerns von Caltanissetta auf einem Felsen oberhalb des Friedhofs. Das arabische Kastell (qalʿa wird es von Idrisi bezeichnet) wurde von den Normannen 1086 erobert und erweitert. Noch im 12. Jahrhundert lag die Siedlung unmittelbar bei der Burg, Hugo Falcandus bezeichnet sie als oppidum im Besitz des Grafen Gottfried von Montescaglioso. 1567 wurde sie von einem Erdbeben zerstört.[4]

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Rochester, Vereinigte Staaten, seit 1965
  • ItalienItalien Cittanova, Italien, seit 2008
  • SpanienSpanien Sevilla, Spanien, seit 2011

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Piero Orlandini: CALTANISSETTA Sicily. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton, N.J. 1976, ISBN 0-691-03542-3.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Caltanissetta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.
  2. Vincenzo Mortillaro: Nuovo dizionario siciliano-italiano. Palermo 1862 (Nachdruck 1970) verzeichnet im Abschnitt Dizionario geografico-statistico siciliano-latino-italiano dell'Isola di Sicilia e delle sue adjacenze auf S. 956 nur die Form Caltanissetta, Nissa verzeichnet er nicht.
  3. Michele Amari: Carta comparata della Sicilia moderna con la Sicilia del XII secolo secondo Edrisi ed altri geografi arabi . Tradotta, integrata ed annotata da Luigi Santagati. Flaccovio editore, Palermo 2004, S. 77. ISBN 88-7804-245-5.
  4. Ferdinando Maurici: Castelli medievali in Sicilia. Dai bizantini ai normanni. Sellerio editore, Palermo 1992, S. 272.