Carlo Thränhardt

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Carlo Thränhardt (* 5. Juli 1957 in Bad Lauchstädt) ist ein ehemaliger deutscher Leichtathlet im Hochsprung.

Leben[Bearbeiten]

Carlo Thränhardt, dessen Eltern schon vor dem Bau der Mauer die DDR verlassen hatten, gehörte zunächst dem Sportverein ASV Köln, später der LG Bayer Leverkusen und dem OSC Berlin an. Er hatte bei einer Größe von 1,99 m ein Wettkampfgewicht von 85 kg.[1]

Seine erste internationale Medaille gewann er mit Silber bei den Halleneuropameisterschaften 1981 in Grenoble. Bei den Halleneuropameisterschaften 1983 sicherte er sich seinen einzigen internationalen Titel, als er 2,32 m übersprang. Es folgten drei weitere Silbermedaillen bei den Halleneuropameisterschaften, 1984, 1986 und 1987. Bei den Europameisterschaften 1986 wurde er Dritter hinter Igor Paklin und Sergei Maltschenko.

Am 26. Februar 1988 stellte er in der Schöneberger Sporthalle in Berlin mit 2,42 m einen Hallenweltrekord auf, der als einmaliger Sonderfall auch als Freiluft-Weltrekord anerkannt wurde, da er die Einstellung des Rekordes von Patrik Sjöberg bedeutete. 1991 wurde er wieder in den Freiluft-Rekordlisten gestrichen, blieb jedoch als Hallenweltrekord erhalten und ist bis dato 2010 nach Javier Sotomayors Weltrekord von 2,43 m aus dem Jahre 1989 die zweitbeste jemals in der Halle erzielte Leistung. Seine persönliche Bestleistung in Freiluft-Wettbewerben stellte er mit 2,37 m am 2. September 1984 in Rieti auf, sie ist gleichzeitig deutscher Rekord (Stand: August 2012).

1986 und 1991 war er Deutscher Meister im Hochsprung, sechsmal wurde er Vizemeister. Thränhardt ist zweifacher Olympiateilnehmer. 1984 in Los Angeles beim Sieg von Dietmar Mögenburg wurde er mit übersprungenen 2,15 m Zehnter des Finalkampfes, hatte jedoch in der Qualifikation sogar 2,24 m überquert. Etwas besser schnitt er 1988 in Seoul ab, konnte in einem hochklassigen Wettkampf jedoch als Siebter mit 2,31 m nicht an den mit 2,38 m olympischen Rekord springenden Sieger Hennadij Awdjejenko heranreichen.

2004 war Carlo Thränhardt in den Schlagzeilen, weil er in der RTL-Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! auftrat. Seit Mai 2010 ist er mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Dr. Constanze Linge (jetzt Linge-Thränhardt) verheiratet, mit der er einen Sohn hat.[2]

Beim Internationalen Hochsprung-Meeting Eberstadt sprang Thränhardt 2012 mit 1,87 Meter einen neuen Weltrekord in der Altersklasse M55.[3] Beim 17. Bühler Hochsprungmeeting steigerte er seine Weltbestleistung am 21. Juni 2013 auf 1,89 Meter,[4] und am 23. August 2013 beim 35. Internationalen Hochsprung-Meeting Eberstadt weiter auf 1,90 m.[5]

Medaillen bei internationalen Wettbewerben[Bearbeiten]

Schriften[Bearbeiten]

  • Helden auf Zeit. Gespräche mit Olympiasiegern. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1994, ISBN 3-462-02372-1 (zusammen mit Irmgard Stoffels).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Athletenprofil der IAAF
  2. Christian Fuchs: Flash-News des Tages. Deutsche Leichtathletik Promotion- und Projektgesellschaft mbH – www.leichtathletik.de. 21. Mai 2010. Abgerufen am 21. Mai 2010.
  3. Ewald Walker: Carlo Tränhardt kann es noch: 1,87 Meter, www.leichtathletik.de 17. August 2012
  4. Jörg Reckemeier: Thränhardt und Zacharias mit Rekorden, Leichtathletik.de, 10. Juli 2013
  5. Ewald Walker: Carlo Thränhardt in Eberstadt in Rekordlaune, Leichtathletik.de, 23. August 2013