Bad Lauchstädt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Bad Lauchstädt
Bad Lauchstädt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Bad Lauchstädt hervorgehoben
51.38694444444411.866944444444114Koordinaten: 51° 23′ N, 11° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Saalekreis
Höhe: 114 m ü. NHN
Fläche: 85,36 km²
Einwohner: 9050 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Postleitzahl: 06246
Vorwahlen: 034635 (Ortsteil Schafstädt 034636, Ortsteil Delitz am Berge 0345)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: SK, MER, MQ, QFT
Gemeindeschlüssel: 15 0 88 025
Stadtgliederung: 6 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
06246 Bad Lauchstädt
Webpräsenz: www.goethestadt-bad-lauchstaedt.de
Bürgermeisterin: Ilse Niewiadoma (FDP)
Lage der Stadt Bad Lauchstädt im Saalekreis
Sachsen Thüringen Burgenlandkreis Halle (Saale) Landkreis Anhalt-Bitterfeld Landkreis Mansfeld-Südharz Salzlandkreis Bad Dürrenberg Bad Lauchstädt Barnstädt Braunsbedra Farnstädt Kabelsketal Landsberg (Saalekreis) Leuna Wettin-Löbejün Merseburg Mücheln (Geiseltal) Nemsdorf-Göhrendorf Obhausen Petersberg (Saalekreis) Querfurt Salzatal Schkopau Schraplau Steigra TeutschenthalKarte
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Bad Lauchstädt, amtlich Goethestadt Bad Lauchstädt ( anhören?/i) ist eine Stadt im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Sie liegt ca. 8 km nördlich des Geiseltalsees, 11 km westlich von Merseburg und 21 km südwestlich von Halle (Saale).

Geografie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtteile sind Bad Lauchstädt, Delitz am Berge, Großgräfendorf, Klobikau, Milzau und Schafstädt. Die Ortschaft führt den Namen des Ortsteiles. Die Ortsteile Bad Lauchstädt und Großgräfendorf bilden die Ortschaft Bad Lauchstädt.[2]

Ortschaft Einwohner Ortsteile
Delitz am Berge Klobikau Milzau Schafstädt Bad Lauchstädt SaalekreisDistricts of Bad Lauchstädt.svg
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Die Ortschaften von Bad Lauchstädt
(anklickbare Karte)
Bad Lauchstädt 47150 Bad Lauchstädt, Kleinlauchstädt, Sankt Ulrich, Schotterey und Großgräfendorf
Delitz am Berge 9530 Delitz
Klobikau 5800 Niederklobikau, Oberklobikau
Schafstädt 21790 Schafstädt
Milzau 9150 Bischdorf, Burgstaden, Kleingräfendorf, Krakau, Milzau, Netzschkau, Oberkriegstedt, Schadendorf und Unterkriegstedt

Geschichte[Bearbeiten]

Schloss
Frühling in Bad Lauchstädt
Historische Kuranlagen

In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld wird Lauchstädt zweimal als zehntpflichtiger Ort Lochstat im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt.[3] Seit 1341 Lehen der Herzöge von Braunschweig, gelangte die Siedlung 1370 an die Bischöfe von Merseburg, die dem Ort 1430 das Stadtrecht verliehen und im 16. Jahrhundert eine schon vorhandene Burg zu einem Renaissance-Schloss ausbauten. 1657 wurde Merseburg Sitz einer Seitenlinie der kursächsischen Albertiner. Das Lauchstädter Schloss diente 1684 bis 1738 den Herzögen von Sachsen-Merseburg als Wohnsitz.

Am 14. Februar 1701 gegen 9 Uhr morgens entstand in Lauchstädt bei heftigem Sturmwind eine Feuersbrunst, welche in großer Schnelle 34 Häuser, darunter die Pfarre und Schule, einäscherte. Bereits im Vorjahr waren bei drei Bränden 27 Häuser in Lauchstädt vernichtet worden, also innerhalb von zwei Jahren insgesamt 61 Häuser.

Um 1700 trat für die unbedeutende Landstadt eine erfreuliche Wendung ein: Durch Zufall wurde eine Mineralquelle entdeckt, deren heilkräftige Wirkung von der Universität Halle bestätigt wurde. So entstand das bis heute erhältliche Lauchstädter Heilbrunnen Wasser. Daraufhin kümmerte sich Herzogin Erdmuth Dorothea um die Einrichtung eines Bades. Sie ließ die Quelle einfassen und die ersten Kuranlagen ausbauen. Als die Nebenlinie 1738 ausstarb, fiel das Erbe zurück an Kursachsen. Das war ein Glücksfall, denn in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde Lauchstädt der bevorzugte Badeort des Dresdner Hofes und nahm als exklusives Modebad einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung. Ein Kursaal und ein Spielpavillon wurden errichtet sowie ein Sommertheater installiert. Mit der Anlage des Kurparks wurde begonnen.

Neues Schillerhaus

Mit dem Besuch Goethes begann die literarische Bedeutung des Badeortes. 1802 wohnte er über vier Wochen in Lauchstädt und besorgte die Einweihung des Theaters mit dem Vorspiel Was wir bringen und der Aufführung von Mozarts Oper Titus. Mehrfach kam er in den folgenden Jahren wieder, und besonders seine Frau Christiane war eine gern gesehene Besucherin. Bedeutende Künstler und Gelehrte der Zeit gaben sich ein Stelldichein: Christian Fürchtegott Gellert, Johann Christoph Gottsched, Christoph Martin Wieland, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Richard Wagner. Schon 1789 hatte sich hier Schiller mit Charlotte von Lengefeld verlobt.

Nachdem die Weimarer Schauspieler 1814 ihr letztes Gastspiel gegeben hatten, verlor Lauchstädt an Anziehungskraft. 1815 fiel Merseburg und mit ihm Lauchstädt an Preußen. Erst 1908 wurde das Theater wieder genutzt, dann erneut 1968 mit der Aufführung von Goethes Iphigenie auf Tauris. Auch die Kuranlagen erlebten wieder eine gewisse Blüte.

Seit dem 9. Oktober 2008 trägt die Stadt den amtlichen Zusatz Goethestadt.[4]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Kirche St. Anna in Großgräfendorf

Schotterey gehört seit dem 1. Juli 1950 zu Bad Lauchstädt.[5] Großgräfendorf kam im Jahr 1998 hinzu.[6] Delitz am Berge, Klobikau und Schafstädt wurden Anfang 2008 eingemeindet.[4] Milzau folgte Anfang 2010.[7]

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung
Burgstaden 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Milzau
Delitz am Berge 1. Januar 2008
Großgräfendorf 1. April 1998
Kleingräfendorf 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Milzau
Klobikau 1. Januar 2008
Milzau 1. Januar 2010
Niederklobikau 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Oberklobikau zu Klobikau
Oberklobikau 1. Juli 1950 Zusammenschluss mit Unterklobikau zu Klobikau
Schafstädt 1. Januar 2008
Schotterey 1. Juli 1950

Politik[Bearbeiten]

Rathaus

Stadtrat[Bearbeiten]

Nach der Gemeinderatswahl vom 20. April 2008 setzt sich der Stadtrat von Bad Lauchstädt wie folgt zusammen:[8]

CDU 8 Sitze
FDP 4 Sitze
SPD 2 Sitze
Freie Wählervereinigung Bad Lauchstädt 4 Sitze
LSG Klobikau-Milzau 1899 e. V. 2 Sitze
Liste Milzau 2 Sitze

Zusätzlich gehört dem Stadtrat auch die direkt gewählte Bürgermeisterin an.

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 25. April 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Blasonierung: „In Blau ein aufgerichteter linksgewendeter silberner Löwe mit ausgeschlagener Zunge, in den Vorderpranken eine goldene Burg mit drei Zinnentürmen tragend, die Türme mit beknauften Spitzdächern und je zwei Rundbogenöffnungen untereinander.“

Das Wappen wurde vom Heraldiker Lutz Döring neu entworfen.

Die Flagge der Stadt ist Blau-Silber (Weiß) (1:1) gestreift und mittig mit dem Wappen belegt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Partnerstadt von Bad Lauchstädt ist Haan in Nordrhein-Westfalen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Goethe-Theater
Evangelische Kirche
Katholische Kirche
Rittergut Unterkriegstedt

Bauwerke[Bearbeiten]

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhof Bad Lauchstädt

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Neben kleineren Industrieunternehmen haben sich auch größere Arbeitgeber wie Blumenbecker oder Mineralbrunnen in Bad Lauchstädt angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Reyk Heyer (* 1977), Journalist, TV- und Radiomoderator

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Goethestadt Bad Lauchstädt (PDF)
  3. Reg. Thur. Nr. 287
  4. a b StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2008
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1998
  7. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  8. „Mitglieder Stadtrat“ auf goethestadt-bad-lauchstaedt.de

Literatur[Bearbeiten]

  • David Friedel: Kurtze doch zulängliche Beschreibung, Von Dem zu Lauchstädt, im Hochfürstl. Sächs. Merseburgis. Gebiete, Vor etlichen Jahren bekant gewordenen Gesund- oder Sauer-Brunnen, worinnen gezeuget wird, Daß dieses Wasser mit dem Weltberühmten Carls-Bad genau verwandt sey. Querfurth/Merseburg 1719 (Digitalisat)
  • Johann Ernst Andreas Koch: Erfahrungen über die Wirkungskräfte des Gesundbrunnens und des Bades zu Lauchstädt in den Sommern 1802 bis 1805. Voß, Leipzig 1806 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bad Lauchstädt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Bad Lauchstädt – Reiseführer