Chemnitz-Siegmar

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Wappen von Siegmar
Wappen von Chemnitz
Siegmar
Stadtteil und Statistischer Stadtteil Nr. 85 von Chemnitz
Lage des statistischen Stadtteils Siegmar in Chemnitz
Koordinaten 50° 49′ 0″ N, 12° 50′ 45″ O50.81666666666712.845833333333Koordinaten: 50° 49′ 0″ N, 12° 50′ 45″ O.
Fläche 3,41 km²
Einwohner 4149 (31. Dez. 2012)
Bevölkerungsdichte 1217 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jul. 1950
Postleitzahl 09116, 09117
Vorwahl 0371
Verkehrsanbindung
Autobahn A72
Bundesstraße B173
Straßenbahn ehem. 1
Bus 41, 43, 73, N16, 126, 152, 251, 253

Der 1950 eingemeindete Stadtteil Siegmar befindet sich im Westen von Chemnitz. An ihn grenzen die Stadtteile Reichenbrand, Rabenstein, Rottluff, Schönau und Stelzendorf sowie die Gemeinde Neukirchen/Erzgeb..

Geschichte[Bearbeiten]

Der wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gegründete Ort wird erstmals 1375 urkundlich erwähnt. Ein gewisser „Henricus de Sygemar“, wahrscheinlich ein Lakai des Rudolf von Brandt, kann als Ortsgründer angesehen werden. Zu dieser Zeit ging der Ort, wie weitere umliegende Dörfer der Herrschaft Rabenstein in den Besitz des Chemnitzer Benediktinerklosters über. 1548 erfolgt die Schreibweise als „Sigkmar“ (Ort eines Sigemar). Mit der Auflösung des Klosters kam auch Siegmar, das durch die Bannmeile von 1331 nur wenig entwickelt war, an das Amt Chemnitz.

Der kleinste am Oberlauf des Kappelbach gelegene Ort, seit 1838 selbständige Gemeinde, entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert zu einer bedeutenden Industriegemeinde. Maßgeblich beteiligt daran war die günstige Lage zur 1858 eröffneten Eisenbahnstrecke Chemnitz–Zwickau, so entwickelte sich aus einer Landgemeinde mit einer Baumwollspinnerei und einer Strumpffabrik ein Industriestandort für die Handschuhfabrikation, der Textilindustrie und dem Maschinenbau.

Seit dem 1. Januar 1920 ist Stelzendorf und seit dem 1. April 1922 Reichenbrand nach Siegmar eingemeindet. Durch die damit auf über 10.000 erhöhte Einwohnerzahl erhielt Siegmar am 17. Mai 1927 Stadtrecht. In der NS-Zeit veranlasste der sächsische Gauleiter Martin Mutschmann den Zusammenschluss der Stadt Siegmar mit der Gemeinde Schönau-Neustadt, so wurden beide Orte am 1. Oktober 1935 zur Stadt Siegmar-Schönau vereinigt. Am 1. Juli 1950 verlor die Stadt ihre Selbständigkeit infolge der Eingemeindung nach Chemnitz.

Siegmarer Park[Bearbeiten]

Ehemaliges Rathaus von Siegmar

Im Jahr 1906/07 wurde der Park planmäßig, gegenüber dem 1904 errichteten Siegmarer Rathaus, auf den Wiesen der Kappelbachaue angelegt und 1936–1938 nach Osten hin erweitert – den Mittelpunkt stellt der Parkteich dar.

Wirtschaft[Bearbeiten]

„Wismut“[Bearbeiten]

Seit 1948 ist die „Wismut AG(seit 1954 „SDAG Wismut“) in Siegmar(-Schönau) angesiedelt. Sie betrieb Bergbau im westlichen Erzgebirge, in der Sächsischen Schweiz und in Ostthüringen und baute dort bis 1990 hauptsächlich das für die sowjetische Kernwaffenproduktion benötigte Uranerz ab.

Die „Wismut“ war Initiator für den Bau des Verwaltungsgebäudes an der Jagdschänkenstraße (1950/51 errichtet, heute „Bundesknappschaft“), des heute geschlossenen Kulturpalastes und des Hallenbades am Pelzmühlenteich, des bereits abgebrochenen „Hotel Trabant“ an der Zwickauer Straße und des Ärztehauses an der Oberfrohnaer Straße, von Kindergärten und Schulen sowie zahlreicher Wohnungen in Siegmar. Das Rabensteiner Krankenhaus wurde von der „Wismut“ in den 1950er Jahren übernommen.

In die „Wismut“ waren schon früh einige Betriebe integriert, so z. B. ein Technischer Kontor, eine KFZ-Werkstatt und eine Immobilienverwaltung. Später folgten Stahl- und Maschinenbaubetriebe, Bau- und Transportunternehmen, Ingenieurbetriebe etc.

Heute firmiert die „Wismut“ unter dem Namen „Wismut GmbH“, jedoch verfügt sie nicht mehr über die integrierten Zweigunternehmen. Im Juli 2002 bildete sich das Tochterunternehmen „Wismut Umwelttechnik GmbH“ (WISUTEC).

weitere Unternehmen[Bearbeiten]

Im Gewerbegebiet nördlich der Neefestraße hat sich u. a. „Bruno Banani“ und ein „Porsche“-Autohaus angesiedelt. Im Bereich der Zwickauer Straße/Autobahn A4 befindet sich das Unternehmen Niles-Simmons.

Das 1927 in Betrieb genommene Fahrzeugwerk von Wanderer im Bereich des heutigen Gewerbegebietes Otto-Schmerbach-Straße übernahm 1932 die Auto Union. Das frühere Wanderer-Werk wurde nach 1945 in den VEB Werkzeugmaschinenkombinat Fritz Heckert integriert. Die heute dort tätige Heckert GmbH gehört zur Starrag Group. Weiterhin haben sich im Gewerbegebiet kleinere Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau und Metallverarbeitung angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten]

Durch den Stadtteil führt die B 173 (Neefestraße) und die Bahnstrecke von Dresden über Chemnitz, Hohenstein-Ernstthal, Glauchau nach Werdau und weiter nach Zwickau und Hof. Dabei halten täglich Züge der Regionalbahn-Linie 30 im Stundentakt. Die A 72 bildet die heutige östliche Flurgrenze Siegmars.

Die CVAG hat den Stadtteil mit den Buslinien 41, 43, 73 und N16 des Nachtnetzes erschlossen. Ebenfalls durchqueren Regionalbusse der Linien 126, 152, 251 und 253 den Stadtteil.

Kultur[Bearbeiten]

Das Clubkino Siegmar ist Chemnitz’ einziges täglich spielendes Programmkino. Bereits seit den 1920er Jahren werden in dem Jugendstil-Gebäude Filme gezeigt. Im Winter 1981/82 wurde das marode Lichtspielhaus zu einem damals modernen Klubkino umgebaut und als drittes Klubkino im Bezirk Karl-Marx-Stadt wiedereröffnet. Bis heute ist das Kino bei seinen Besuchern wegen der gemütlichen Atmosphäre mit Drehsesseln an Tischen, der Theke im Saal, der Filmauswahl und der günstigen Preise beliebt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegmar-Schönau – Die Stadt vor der Stadt.“ – Eine Chemnitzer Stadtteilgeschichte zu Siegmar, Schönau, Reichenbrand und Stelzendorf. Verlag Heimatverlag Sachsen GmbH, Chemnitz 2004

Weblinks[Bearbeiten]