Hohenstein-Ernstthal
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Sachsen | |
| Landkreis: | Zwickau | |
| Höhe: | 355 m ü. NN | |
| Fläche: | 18,33 km² | |
| Einwohner: |
15.550 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 848 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 09337 | |
| Vorwahl: | 03723 | |
| Kfz-Kennzeichen: | Z, GC, HOT, WDA | |
| Gemeindeschlüssel: | 14 5 24 120 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Altmarkt 41 09337 Hohenstein-Ernstthal |
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| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Lars Kluge (CDU) | |
| Lage der Stadt Hohenstein-Ernstthal im Landkreis Zwickau | ||
Die Große Kreisstadt Hohenstein-Ernstthal liegt im Osten des Landkreises Zwickau. Bekannt ist die Stadt besonders als Geburtsort des Schriftstellers Karl May und durch den Sachsenring, auf dem unter anderem das Deutschlandrennen der Motorradweltmeisterschaft ausgetragen wird.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Die ehemalige Kreisstadt Glauchau liegt ca. 15 km westlich und die Stadt Chemnitz ca. 20 km östlich der Stadt. Hohenstein-Ernstthal liegt im Norden des Erzgebirges, das hier in der Anhöhe des Pfaffenbergs 479 Meter erreicht. Nördlich der Stadt befinden sich der Stausee Oberwald und der Serpentinitsteinbruch Oberwald.
Geschichte [Bearbeiten]
Im 15. Jahrhundert entstand hier nach Silberfunden eine Bergbaustadt. Der Legende nach sollen die ersten Siedler „uff dem hohen Stein“ ausgerufen haben, als sie den heutigen Pfaffenberg das erste Mal sahen.
Um 1680 siedelten sich einige Hohensteiner im nahegelegenen Wald an, da in Hohenstein die Pest grassierte. Zu Ehren von August Ernst von Schönburg erhielt die neue Ansiedlung den Namen Ernstthal. Bald darauf bekam Ernstthal das Stadtrecht.
Im Jahre 1898 vereinigten sich die beiden Städte zum heutigen Hohenstein-Ernstthal.
Während des Zweiten Weltkrieges von September 1944 bis Januar 1945 wurde im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg eingerichtet, in dem hunderte KZ-Häftlinge in der Rüstungsindustrie im Ort und im benachbarten Siegmar-Schönau Zwangsarbeit verrichten mussten. Dazu kamen Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus den von Deutschland besetzten Ländern.
Als die Ausbeute an Silber nachließ, wurden die meisten Menschen in Hohenstein-Ernstthal Weber. Bis vor wenigen Jahren hatte die Stadt wegen des nach der Wende stattfindenden Strukturwandels mit hoher Abwanderung zu kämpfen. In den letzten Jahren profitiert die Stadt von größeren Ansiedlungen der Automobilindustrie und Maschinenbaubranche. Dadurch hat sich die ökonomische Situation verbessert.
Am 1. Januar 1999 wurden Wüstenbrand und Teile von Oberlungwitz (mit 92 Einwohnern) und St. Egidien (mit 47 Einwohnern aus Kuhschnappel) eingemeindet.[2]
In der Woche vom 4. bis 12. Juni 2005 feierte der Stadtteil Ernstthal sein 325-jähriges Bestehen. Den Höhepunkt der Festwoche bildete am 12. Juni ein ca. 810 m langer Festumzug.
Am 8. August 2012 hat es Gespräche zwischen Hohenstein-Ernstthal und Callenberg gegeben für eine Zusammenarbeit, der damalige Hohenstein-Ernstthaler Bürgermeister Erich Homilius hat konkrete Andeutungen gemacht über ein Zusammengehen beider Orte.[3]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Am 3. Oktober 1990 zählte Hohenstein-Ernstthal 18.790 Einwohner. Folgende Einwohnerzahlen beziehen sich auf den 31. Dezember des voranstehenden Jahres:
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1998 bis 2002
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2003 bis 2008
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2009 bis 2013
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- Quelle: Statistisches Landesamt Kamenz
Gedenkstätten [Bearbeiten]
- Denkmal aus dem Jahre 1965 (Einweihung am 8. Mai 1965) an der Kreuzung „Dresdner Straße / Anton-Günther-Weg“ (Pfaffenbergauffahrt) zur Erinnerung an 465 in der NS-Zeit verfolgten Bürger des ehemaligen Kreises Hohenstein-Ernstthal, von denen 31 dem Naziterror zum Opfer fielen. Folgende Inschrift befindet sich am Denkmal: „Verschwunden, aber nicht vergessen. Niedergeknüppelt, aber nicht widerlegt. Brecht“.
- Grabstätten und Gedenksteine auf dem Friedhof St. Christophori und in einem Ehrenhain an der ehemaligen Rennstrecke „Sachsenring“ unweit dem Berggasthof „Heiterer Blick“ für 96 sowjetische Opfer bzw. 299 namentlich genannte sowjetische und 138 namentlich genannte italienische Militärinternierte sowie Opfer weiterer Länder. Folgende Inschrift findet sich am Eingangstor: „Die Toten mahnen uns“ und am Obelisk: „Zum ewigen Gedenken für die in faschistischer Gefangenschaft zu Tode Gequälten“. Historisches zum Ehrenhain: Während des 2. Weltkrieges diente das daneben liegende Bethlehemstift als Lazarett für Kriegsgefangene und Fremdarbeiter. 1946 wurde ihre Grabstätte zum jetzigen Ehrenhain umgestaltet.
- Gedenktafel am Waldsportplatz, der in der DDR-Zeit seinen Namen trug, für den kommunistischen Arbeitersportler Kurt Ritter, der 1944 in Brandenburg-Görden ermordet wurde
- Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Bürger der Stadt auf dem Pfaffenberg
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Die 22 Sitze im Stadtrat verteilen sich seit der Wahl vom 7. Juni 2009 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Wählergruppen:
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Partei
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Stimmen in %
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Sitze
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| CDU |
39,8
|
10
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| Die Linke |
16,9
|
4
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| Unabhängige Liste |
9,2
|
3
|
| SPD |
10,0
|
2
|
| FWV |
15,7
|
3
|
| Bündnis 90/Die Grünen |
4,4
|
1
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Oberbürgermeister [Bearbeiten]
Oberbürgermeister war seit August 1994 Erich Homilius. Zum Amtsantritt war er Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen, aus der er 1999 austrat. Er wurde am 8. Juni 2008 als Kandidat der Freien Wählervereinigung mit 82,1 % in seinem Amt bestätigt. Die Wahlbeteiligung betrug 43,4 %. Bei der parallel stattfindenden Kreistagswahl wurde er für die CDU in den Kreistag des Landkreises Zwickau gewählt.
Seit November 2012 ist Lars Kluge (CDU) neuer Oberbürgermeister.
Wappen [Bearbeiten]
Blasonierung: „Geviert, in eins in Gold ein aus blauem Wellenschildfuß, darin zwei silberne Wellenfäden, wachsend ein linksgewendeter silbernimbierter Mann in natürlichen Farben, goldgegürteten blauem Gewand mit rotem Umhang, mit der Rechten auf einen oben grünenden Stab in natürlichen Farben gestützt, auf der linken Schulter das naturfarbene silbernimbierte Christuskind mit einem silbernen Reichsapfel in der linken Hand, in zwei in Rot zwischen zwei zurücktretenden silbernen Stufenfelsen eine grüne Tanne, in drei in Schwarz ein goldenes Schlägel und Eisen und in vier in Silber zwei balkenweise aus dem Feldrand wachsende, verschränkte, rotbeärmelte Hände in natürlichen Farben, alles belegt mit einem Schildchen, von Rot und Silber dreimal schräggeteilt.“ Als Flagge führt die Stadt Hohenstein-Ernstthal die Farben rot-silber. - Andere Wappenversionen zeigen einen hersehenden Heiligen, z. T. mit goldenem Nimbus, die Ärmelfarbe schwarz.
Das Stadtwappen ist nach der Vereinigung der beiden Städte Hohenstein und Ernstthal um 1898 entstanden. Der nimbierte Mann ist der heilige Christopherus und weist auf die lutherische Kirche St. Christopheri hin, das „Schlägel und Eisen“ ist als Zeichen des ehemaligen Bergbaus zu sehen, die Tanne erinnert an den einstigen Wald auf den Ernstthaler Fluren und die ineinandergreifenden Hände symbolisieren den Zusammenhalt der Ernstthaler Bürger, beide letzteren aus dem ehemaligen Ernstthaler Wappen. Die Herren von Schönburg waren die einstigen feudalen Grundherren beider Orte, deren Wappen im Herzschild geführt wird.
Partnerstädte [Bearbeiten]
Burghausen (Bayern), seit 13. September 2002
Hockenheim (Baden-Württemberg), seit 3. Oktober 1990
Rheinberg (Nordrhein-Westfalen), seit 3. Oktober 1990
Die Stadt
Dugny (Frankreich) war in DDR-Zeiten von 1969 an Partnerstadt der ehemaligen Kreisstadt Hohenstein-Ernstthal.
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
Museen [Bearbeiten]
- Karl-May-Haus – Geburtshaus des Schriftstellers Karl May
- Textil- und Rennsport-Museum
- Museum „Buntes Holz“
- Kleine Galerie
- Huthaus „St. Lampertus“
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Großer Preis von Deutschland für Motorräder im Rahmen der Motorrad-Weltmeisterschaft auf dem Sachsenring
- Bergfest am Pfaffenberg
- Voice of Art Festival auf dem Pfaffenberg (seit 1997)
- Karl-May-Fest auf dem Neumarkt in Ernstthal
- Kneipentour
- Jahrmarkt Hohenstein-Ernstthal
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Ortsansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Roth & Rau AG – TecDAX notiertes Maschinenbauunternehmen im Photovoltaik-Bereich.
- Hevatec
- ThyssenKrupp System Engineering GmbH
- Hohenstein Werkstückspannung
Bildung [Bearbeiten]
- Lessing-Gymnasium
- Sachsenring-Mittelschule (früher Hüttengrund-Grundschule und davor Clara-Zetkin-Oberschule)
- Karl-May-Grundschule (früher: Pestalozzi-Grundschule)
- Herder-Grund- und Mittelschule (früher: Wilhelm-Pieck-Oberschule)
- Diesterweg-Grundschule Wüstenbrand
- Förderschule „Am Sachsenring“
Verkehr [Bearbeiten]
Durch das Stadtgebiet führen die Bahnstrecke Dresden–Werdau und die A 4. Diese ist über die Anschlüsse Hohenstein-Ernstthal und Wüstenbrand zu erreichen. Auch die B 173 und B 180 führen in der Nähe vorbei. Von 1913 bis 1960 war der Bahnhofsvorplatz in Hohenstein-Ernstthal Ausgangspunkt einer Überlandstraßenbahn, der Straßenbahn Hohenstein-Ernstthal–Oelsnitz.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Christoph Gottlieb Schröter (1699–1782), Komponist
- Gotthilf Heinrich von Schubert (1780–1860), Naturforscher und Philosoph
- Wilhelm Pfotenhauer (1812–1877), Oberbürgermeister von Dresden 1853–1877, 1. Vizepräsident der 1. Kammer des Sächsischen Landtags
- Karl May (1842–1912), Schriftsteller
- Hermann Otto (1863–1941), deutscher Schriftsteller, Journalist, Artist und Bergbauunternehmer
- Wilhelm Keilhaus (1898–1977), SS-Offizier und SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS
- Richard Fritzsche (1910–1976), Journalist und Heimatforscher
- Werner Legère (1912–1998), Schriftsteller
- Maria Lindenmeier (* 1923), Politikerin (SPD)
- Günther Kretzschmar (1929–1986), Komponist
- Joachim Schimpke (* 1944), Badmintonspieler und Meister des Sports
- Hans-Uwe Pilz (* 1958), Fußballspieler und -trainer
- Gunda Röstel (* 1962), Politikerin
Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben [Bearbeiten]
- Christian Gotthilf Tag (1735–1811), Kantor und Komponist in Hohenstein
Literatur [Bearbeiten]
- Wolfgang Hallmann: Hohenstein-Ernstthal, Sachsen, in alter Zeit. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 1991, 3-89264-615-5
- Wolfgang Hallmann: Hohenstein-Ernstthal in den 50er- und 60er-Jahren. Geiger-Verlag, Horb am Neckar 2005, ISBN 3-86595-075-2
- Kreisleitung Hohenstein-Ernstthal (Hg.): Gedenk- und Erinnerungsstätten der Arbeiterbewegung im Kreis Hohenstein-Ernstthal. Hohenstein-Ernstthal 1978,
- Rat der Stadt Hohenstein-Ernstthal: Karl-May-Stätten in Hohenstein-Ernstthal. Hohenstein-Ernstthal 1985
- Regina Röhner: Hohenstein-Ernstthal. Klis'sche Verl.-Buchhandlung, Hohenstein-Ernstthal 2008, ISBN 978-3-937654-31-7
- Stadtverwaltung Hohenstein-Ernstthal (Hg.): Hohenstein-Ernstthal – 100 Jahre vereint. Hohenstein-Ernstthal 1998,
- Richard Steche: Ernstthal. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 13. Heft: Amtshauptmannschaft Glauchau. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 6.
- Richard Steche: Hohenstein. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 13. Heft: Amtshauptmannschaft Glauchau. C. C. Meinhold, Dresden 1890, S. 15.
Weblinks [Bearbeiten]
- Hohenstein-Ernstthal im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
- Memorial-Literaturmuseum und Forschungsstätte im Geburtshaus von Karl May
- Karl-May-Freilichtbühne
- Geschichte der Überlandstraßenbahn Hohenstein-Ernstthal
- Textil- und Rennsportmuseum
- Informationen zur Bergbaugeschichte von Hohenstein-Ernstthal
- Hohenstein-Ernstthal in Wort und Bild
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
- ↑ StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
- ↑ Hohenstein-Ernstthal macht konkreten Heiratsantrag
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