Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft

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Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Chemnitz
Webpräsenz www.cvag.de
Bezugsjahr 2013
Eigentümer 94-%ige Tochter der Versorgungs- und Verkehrsholding der Stadt Chemnitz
Vorstand Jens Meiwald
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Mittelsachsen
Mitarbeiter 500
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stadtbahn 5 Tageslinien
Bus 24 Tages-, 1 Schüler-, 8 Nachtlinien
Anzahl Fahrzeuge
Stadtbahnwagen 64, davon 24 Variobahnen
Omnibusse 75
Statistik
Fahrgäste 38,2 Mio. pro Jahr
Haltestellen 504 (61 Straßenbahn)
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 34,2 km (27,6 km Strecke)dep1
Buslinien 342,5 km (246,6 km Strecke)dep1
Sonstige Betriebseinrichtungen
Länge Gleisanlagen 28,73 km

Die Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) ist ein kommunales Verkehrsunternehmen mit Sitz in Chemnitz. Sie betreibt mit einer eigenen Bus- und Straßenbahnflotte den größten Teil des öffentlichen Nahverkehrs von Chemnitz. Das Unternehmen ist Miteigentümer der City-Bahn Chemnitz GmbH und Mitglied im Verkehrsverbund Mittelsachsen, es wurde am 26. Juni 1990 als Rechtsnachfolger des VEB Nahverkehr Karl-Marx-Stadt gegründet.

Liniennetz[Bearbeiten]

Am 30. März 2008 wurde das Nahverkehrsnetz der CVAG unter dem Slogan »Das Neue Netz« grundlegend verändert. Die Planung dieser weitreichenden Netzänderung verlief über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren. Das über viele Jahre gewachsene Busliniennetz wurde grundlegend umstrukturiert. Bei zahlreichen Buslinien wurden die Linienäste im Stadtzentrum neu kombiniert und die Linienführungen geändert. Um den Parallelverkehr zu Straßenbahn- und Regionalbuslinien einzuschränken, wurden einige Buslinien gekürzt. Einige Stadtviertel werden durch neue Haltestellen besser erschlossen. Der Omnibusbahnhof wird nur noch von den Verstärkerfahrten der Studentenlinie 51 als Endstelle genutzt. Beinahe alle Buslinien erhielten eine neue Nummerierung, die sich an der Taktfrequenz (wochentags im Tagesverkehr) orientiert. So fährt beispielsweise die Linie 31 im 10-Minuten-, die 22 im 20-Minuten-Takt usw. Der Rhythmus der Linien wurde entsprechend ihrer Auslastung so angepasst, dass nunmehr ein einheitliches Taktschema mit ausschließlichen 10-, 20-, 30- und 60-Minuten-Intervallen besteht.

Im Straßenbahnnetz wurde nur wenig geändert. Die Straßenbahnlinien 2, 4 und 5 fahren nun wieder Montag bis Freitag tagsüber im 10-Minuten-Takt. Die Linien 1 und 2, die vorher beide zum Hauptbahnhof fuhren, wurden an der Zentralhaltestelle verknüpft zur neuen Linie 2, die den Hauptbahnhof nicht mehr anfährt.

Das Nachtnetz wurde mit acht Linien auf alle Tage der Woche ausgedehnt. Die Nachtlinien nutzen teilweise andere Streckenführungen als die Tageslinien.

Viele der vorher direkt an den zentralen Nahverkehrsknoten Zentralhaltestelle angebundenen Bushaltestellen (besonders von Stadtteilen im Randgebiet) sind seit der Netzumstellung nur noch durch Umsteigen zwischen Bahn und Bus erreichbar, die Qualität der innerstädtischen Verkehrsanbindung einiger Haltestellen hinsichtlich Fahrzeit und Umsteigehäufigkeit verschlechterte sich mit der Neugestaltung. Andererseits verbesserte sich die Anbindung einiger Stadtteile wie Rabenstein deutlich. Ebenso wurden durch die Umstellung ca. 60 neue Haltestellenstandorte geschaffen.

Ziele der Netzumstellung waren, die Betriebskosten zu senken und die Fahrgastzahlen der Straßenbahnlinien zu erhöhen, indem versucht wurde, parallele Linienverläufe zwischen Bahn und Bus abzuschaffen. Die z.B. dadurch eingestellte Linie 54 (Sachsen-Allee - Neefepark), welche im Abschnitt Zentralhaltestelle-Industriemueum parallel zur Linie 1 fuhr, entfiel komplett und der Neefepark war nur durch Umsteigen erreichbar. Aufgrund der hohen Kritik wurde die Linie 23 (vormals Heinersdorf-Annenstr.) bis zum Neefepark verlängert, welche aber zur ehemaligen Linie 54 in einem geringeren Takt verkehrt. Auf anderen entfallenen Direktverbindungen, z.B. Linie 33 zum Adelsberg, gibt es dagegen bis heute keine Direktverbindung (bis auf die Nachtlinie N13). Im ersten Jahr des neuen Netzes (2008) sank die Gesamtzahl der Fahrgäste um eine Million auf 39 Millionen.

Zugleich mit der Linienumstellung hat die CVAG auch ein neues Corporate Design eingeführt, welches neue Mitarbeiteruniformen, das neue Logo und eine neue Internetseite beinhaltet.

Durch Bauarbeiten am Hauptbahnhof wurden im Mai 2011 die Linienführungen der Linien 2 und 4 geändert und die Linie 1 wieder eingerichtet. Die Linie 4 fährt nur noch bis zur Haltestelle Straße der Nationen, wo sie die Liniennummer zur Linie 1 Richtung Schönau ändert. Dafür fährt die Linie 2 bis auf Weiteres zum Hauptbahnhof. Da aufgrund der Bauarbeiten im Hbf keine Wendemöglichkeit für die Bahnen besteht, können nur Fahrzeuge im Zweirichtungsbetrieb genutzt werden, Bahnen mit 2 Führerständen und Türen auf beiden Seiten. Die Anzahl solcher Bahnen ist jedoch begrenzt, wodurch ein solcher Einsatz auf der wesentlich längeren Linie 4 nicht möglich ist. Mit der Möglichkeit durch den Hauptbahnhof auf die Bahnhofstraße zu fahren (vsl. Sommer 2014), soll auch wieder die Linie 4 zum Hauptbahnhof verkehren.

Tageslinien[Bearbeiten]

Rendezvous[Bearbeiten]

Straßenbahnlinien

Täglich finden in Chemnitz zu verkehrsschwachen Zeiten an der Zentralhaltestelle Rendezvous statt. Dabei treffen sich alle die Zentralhaltestelle bedienenden Linien zu einer bestimmten Uhrzeit, haben 5 Minuten Aufenthalt, und fahren dann alle gleichzeitig wieder ab. Montag bis Freitag finden solche Rendezvous früh zwischen 4.45 Uhr und 5.45 Uhr und samstags von 4.45 Uhr bis 8.05 Uhr im 20 Minutentakt statt. Danach fährt jede Linie nach ihrem eigenen Takt. Sonntags wie feiertags dagegen findet von 4.45 Uhr bis 7.45 Uhr das Rendezvous im Stundentakt, bis 11.45 im 30 Minutentakt und ab diesem Zeitpunkt bis abends im 20 Minutentakt statt. Täglich findet abends die erste Rendezvous 18.25 Uhr statt und erfolgt bis 21.45 Uhr im 20 Minutentakt und bis 23.15 Uhr im 30 Minutentakt. Ab 23.45 Uhr findet der Nachtanschluss mit den Nachtbussen statt.

Alita[Bearbeiten]

Zu verkehrsschwachen Zeiten morgens und abends werden einige Busfahrten als Alita (Anruf-Linien-Taxi) ausgewiesen. Dabei stehen die Fahrten der Busse im Fahrplan, verkehren aber nur, wenn es bis 30 Minuten vor der fahrplanmäßigen Abfahrt zu einer Bestellung durch den Reisenden gekommen ist. Es fährt ein Taxi anstelle eines Busses und zusätzlich zum Fahrschein muss 1 Euro gezahlt werden.

Straßenbahn[Bearbeiten]

Mit Ausnahme der 6/522 verkehren alle Straßenbahnlinien im 10-Minuten-Takt.

Linie Strecke
1 Schönau – Kappler Drehe – Industriemuseum – Zentralhaltestelle – Straße der Nationen/Freie Presse
2 Bernsdorf – Bernsbachplatz – Zentralhaltestelle – Straße der Nationen/Freie PresseHauptbahnhof (Bahnsteig 1)
4 Hutholz – Morgenleite – Stollberger Straße – Zentralhaltestelle – Straße der Nationen/Freie Presse weiter als Linie 1 Schönau
5 Hutholz – Morgenleite – Annaberger Straße – Zentralhaltestelle – Gablenzplatz – Gablenz
6/522 StollbergAltchemnitz – Annaberger Straße – Zentralhaltestelle – Roter Turm – Hauptbahnhof (Bahnsteig 2)

Omnibus[Bearbeiten]

Linie Strecke
211 Ebersdorf – Zentralhaltestelle – Borna – Chemnitz-Center
222 Chemnitzer Straße – Helbersdorf – Zentralhaltestelle – Stadthalle – Glösa
233 Neefepark – Messe Chemnitz – Industriemuseum – Zentralhaltestelle – Blankenburgstraße – Heinersdorf
264 Schönau – Stelzendorfer Straße – Stelzendorf – Hutholz
311 Flemmingstraße – Krankenhaus Flemmingstraße – Zentralhaltestelle – Yorckgebiet
322 Dresdner Straße – Hauptbahnhof – Zentralhaltestelle – Limbacher Straße – RottluffRabenstein, Tierpark
333 Bernsdorf – Zschopauer Str. – Adelsberg – Schösserholz
364 Klaffenbach – Bahnhof Neukichen-Klaffenbach (– Neukirchen, Schönauer Straße) – Chemnitzer Straße – Hutholz
411 Schönau – Bahnhof SiegmarReichenbrandGrüna
433 RabensteinCenter / Rabenstein, Tierpark – Bahnhof Siegmar – Mauersbergerstraße – Neefepark – Messe – Am Flughafen – Sportforum – Wartburgstraße – Heimgarten – Gablenz – Betriebshof Adelsberg – Schösserholz
464 Glösa – Bornaer Straße – Eisstadion – Borna – Wittgensdorfer Straße – Hauptstraße – Wittgensdorfer Höhe
511 Reichenhain/Altchemnitz – TU Erfenschlager StraßeSportforum – Zentralhaltestelle – Thomas-Mann-Platz – Regensburger Straße – Zeisigwald/Yorckgebiet
522 Hutholz – Chemnitzer Straße – Markersdorfer Straße – VITA-Center – Morgenleite
533 Altchemnitz – Einsiedel – Berbisdorf – Eibenberg
Linie Strecke
564 Bernsdorf – Zschopauer Str. – Kleinolbersdorf – Altenhain – Bernsdorf
622 Flemmingstraße – Weststraße – Stadthalle – Zentralhaltestelle – Dürerstraße – Kreherstraße – Gablenz – Betriebshof Adelsberg
633 Glösa – Ebersdorf
664 Bahnhof Hilbersdorf – Ebersdorf, Brettmühle
722 Rottluff – Weststraße – Stadthalle – Zentralhaltestelle – Andreasstraße – Kreherstraße – Geibelstraße/Sachsenring – Heimgarten
733 Schönau – Klingerstraße – RabensteinCenter – Rabenstein, Grünaer Straße
764 Zentralhaltestelle – Rosenhof (nur Richtung Küchwald) – Stadthalle (nur Richtung Zentralhaltestelle)Schloßviertel – Krankenhaus Küchwald – Eisstadion – Küchwald
833 Gablenzplatz – Euba – Niederwiesa, Talstraße
864 Betriebshof Adelsberg – Gablenz – Beutenberg
S 915 Sportforum – TU Erfenschlager Straße – Bernsdorf – Wartburgstraße – Heimgarten – Geibelstraße – Humboldtplatz
933 Neefepark – Stelzendorf – Hutholz – Markersdorf – Morgenleite
M13 Chemnitzer Hauptbahnhof – Zentralhaltestelle – Industriemuseum – Messe Chemnitz
Fahrzeiten Montag - Freitag
1 10 Minuten Takt
2 20 Minuten Takt
3 30 Minuten Takt
4 60 Minuten Takt
5 nur Schülerverkehr

Nachtlinien[Bearbeiten]

Durch acht Omnibuslinien werden täglich um 23.45 Uhr, 0.45 Uhr, 1.45 Uhr, 2.45 Uhr, 3.45 Uhr und 4.45 Uhr (nur Ankunft) Nachtanschlüsse an der Zentralhaltestelle vermittelt. An ausgewählten Treffen nimmt auch die Stadtbahnlinie 522 teil.

Alle Nachtbuslinien beginnen und enden sternförmig an der Zentralhaltestelle. Da es dort jedoch keine Wendeschleife mehr gibt, sind linienreine Umläufe nicht möglich, stattdessen wechseln die Busse an der Zentralhaltestelle jeweils ihre Linie.

Linie Strecke Zusatz
N11 Zentralhaltestelle – Hauptbahnhof – Zöllnerplatz – Emilienstraße – Frankenberger Straße – Bahnhof Hilbersdorf – Ebersdorf weiter als N15
N12 Zentralhaltestelle – Uhlandstraße – Humboldtstraße – Regensburger Straße – Yorckstraße – Yorckgebiet weiter als N16
N13 Zentralhaltestelle – Dürerstraße – Kreherstraße – Adelsbergstraße – Adelsberg – Georgistraße – Betriebshof Adelsberg weiter als N17
N14 Zentralhaltestelle – Bernsbachplatz – TU Reichenhainer Straße – Wartburgstraße – Omnibusbetriebshof – Altchemnitz – Bernsdorf weiter als N18
N15 Zentralhaltestelle – Treffurthstraße – Heinrich-Lorenz-Straße – Haydnstraße – Stollberger Straße – Morgenleite – Max-Türpe-Straße – Robert-Siewert-Straße – Wilhelm-Firl-Straße – Wolgograder Allee – Hutholz weiter als N11
N16 Zentralhaltestelle – Zwickauer Straße – Schönau – Bahnhof Siegmar – Reichenbrand – DRK-Krankenhaus – RabensteinCenter weiter als N12
N17 Zentralhaltestelle – Stadthalle – Weststraße – Berganger – Flemmingstraße – Talanger weiter als N13
N18 Zentralhaltestelle – Theaterplatz – Georgbrücke – Schloßviertel – Leipziger Straße – Borna weiter als N14
522 Hauptbahnhof – Zentralhaltestelle – Annaberger Straße – Altchemnitz – Stollberg nicht zu allen Rendezvous

Zentralhaltestelle[Bearbeiten]

Zentralhaltestelle, Bahnsteige 3 und 4

Die Zentralhaltestelle ist der zentrale Umsteigepunkt von Bus, Bahn und Überlandlinien im Zentrum von Chemnitz an der Kreuzung Bahnhofstraße/Rathausstraße. Insgesamt fahren neun Stadtbus-, fünf Straßenbahn-, und vier Überlandbuslinien die Zentralhaltestelle an. Ebenfalls verkehrt der Zug der City-Bahn vom Hauptbahnhof über die Zentralhaltestelle nach Stollberg (Chemnitzer Modell).

Die Zentralhaltestelle besteht aus neun regulär genutzten Bahnsteigen, drei Ersatzbahnsteigen und einem, der nur zur Museumsnacht Verwendung findet. Sie sind von 1 bis 13 durchnummeriert. Davon sind fünf nur für die Straßenbahn (3, 4, 7, 10 und 11), sieben nur für Busse (1, 2, 5, 6, 8,12 und 13) und einer für Bus und Straßenbahn (9). Einzig der Bahnsteig 5 ist nochmals in 5A und 5B unterteilt. Die Bahnsteige 10 bis 12 werden bei Störungen oder Baustellen genutzt und der Bahnsteig 13 nur zur Museumsnacht. Den Bahnsteig 2 fahren Busse für den Überlandverkehr, die Nachtbuslinie N15 und an der Zentralhaltestelle endende Busse der Linie 23 an.

Die Haltestelle liegt an zwei in unterschiedliche Richtung verlaufenden Straßen. Fünf Bahnsteige (1 bis 5) befinden sich an der Bahnhofstraße. Die anderen vier bilden zusammen die „Rathausstraße“, auf der kein Individualverkehr mehr stattfindet. Während man zum Umsteigen von und zum Bahnsteig 1 die viel befahrene Bahnhofstraße überqueren muss, sind alle anderen Bahnsteige (mit Ausnahme der Ersatzhaltestellen 11 bis 13) ohne Überqueren einer Straße erreichbar. Gleichzeitig mit der Erneuerung der Anzeigen wurde die Bahnsteigbezeichnung geändert. Bis dahin erfolgte die Bezeichnung in Buchstaben von A bis H und R. Der heutige Bahnsteig 11 trug vormals die Bezeichnung R, welche für Reitbahnstraße stand. Auch war ein Großteil der Bahnsteige unterteilt, z.B C1 und C2. Diese Unterteilung wurde an den meisten Bahnsteigen aufgehoben, da der zweite Abschnitt sehr selten genutzt wurde.

Sternenhimmel an der Zentralhaltestelle nach der Modernisierung (2014)

Im Januar 2014 begann die Modernisierung des "Sternenhimmels" an der Zentralhaltestelle. Diese Beleuchtung der Bahnsteige, welche sich in der Überdachung der Bahnsteige befindet, ist sehr störanfällig. Dies soll sich durch Umbauarbeiten ändern, da ein neues System mit äquivalentem Lichtverhältnis und langer Haltbarkeit installiert werden soll.

Mobilitätszentrum[Bearbeiten]

Im „Chemnitz Plaza“, direkt an der Zentralhaltestelle, befindet sich das Mobilitätszentrum der CVAG. Neben dem Fahrscheinverkauf für Chemnitz und den gesamten VMS Verbund und der Information über Fahrpläne und Tarife ist auch die Beratung zum Abonnement möglich. Des Weiteren kann man sich zum Thema Carsharing in Chemnitz beraten lassen. Im Schaufenster befindet sich ein LCD Monitor, an dem die aktuellen Abfahrten für die gesamte Zentralhaltestelle und Störungen angezeigt werden.

Rechnergestütztes Betriebsleitsystem[Bearbeiten]

Die seit dem Jahr 2008 stattfindende Umrüstung und Modernisierung auf ein neues rechnergestütztes Bestriebsleitsystem (RBL, auch Intermodal Transport Control System (ITCS) genannt) wurde Ende 2011 erfolgreich beendet. Die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und der Leitstelle wurde auf digital umgestellt und nun ist es der Leitstelle möglich, die Standorte der Fahrzeuge zu überwachen, wodurch auch eine bessere Anschlussüberwachung möglich ist. Per GPS ermitteln die Fahrzeuge ihren Standort und übermitteln diesen durch GSMR an die Leitstelle. Des Weiteren werden in den folgenden Jahren im gesamten Stadtgebiet bis zu 200 Haltestellen mit dynamischen Anzeigen ausgestattet.

Dynamische Anzeige[Bearbeiten]

Zentralhaltestelle, Alte Anzeige (vorn) und neue dynamische Anzeige (hinten)

Ziel der dynamischen Anzeigen ist die schnellere Information der Fahrgäste über die Abfahrten der nächsten Busse und Bahnen, aber auch um bei Störungen den Kunden schneller erreichen zu können. Live angezeigt werden dabei alle Busse und Bahnen der CVAG, Züge der City-Bahn (Chemnitz-Stollberg) und teilweise Busse des RVE (z.B. Linie 254). Teilweise werden auch Busse weiterer Unternehmen aufgeführt, z.B. 704 und 262, jedoch nicht in Echtzeit.

Angezeigt werden Abfahrten „... Min“, frühestens 60 Minuten vor der Abfahrt. Befindet sich an dieser Stelle eine Uhrzeit, liegen für das Fahrzeug keine Echtzeitinformationen vor.

Eine Besonderheit der Auskunft ist das Anzeigen der Abfahrt kurz vor dieser. Dabei wechselt die Anzeige von „1 Min“ auf „sofort“, aber ab diesem Zeitpunkt dauert es nochmals eine Minute, bis die reguläre Abfahrtszeit des Fahrzeugs besteht und die Anzeige „sofort“ (blinkend) anzeigt. Daher werden bei einer pünktlichen Abfahrt die nächsten Fahrten derselben Linie mit in „9 Min“, „19 Min“, usw. (bei einem 10 Minuten Takt) angegeben.

Aufbau[Bearbeiten]

Erstmals wurden im Jahr 2011 neue dynamische Anzeigen an der Haltestelle Hauptbahnhof (heute Hauptbahnhof, Bahnhofstraße) installiert, hergestellt durch die Firma Lumino aus Krefeld. Bis dahin gab es nur an der Zentralhaltestelle solche Anzeigen, welche aber veraltet waren. Die Installation der ersten 4 Anzeigen am Hauptbahnhof erfolgte aufgrund der hohen Nutzung der Haltestelle und zum Test, bevor die Zentralhaltestelle mit solchen ausgestattet wird.

Im Sommer 2012 wurden die dynamischen Anzeigen an der Zentralhaltestelle ausgewechselt. Durch die Modernisierung wurde die Anzahl der Anzeigen deutlich verringert. Gab es vormals 2 bis 3 Anzeigen pro Bahnsteig, ist es jetzt meist nur eine, bei denen aber die Schrift größer und aus weiteren Entfernungen besser zu erkennen ist. Da der Bahnsteig 5 in zwei Abschnitte unterteilt wurde, besitzt dieser 2 Anzeigen, ebenso der Bahnsteig 9. Die Bahnsteige 10 und 11 erhielten erstmals dynamische Anzeigen, durch die seltene Benutzung jedoch Kleinere. Im Schaufenster des Mobilitätszentrums befindet sich ein LCD Bildschirm, auf dem die Abfahrten für die gesamte Zentralhaltestelle angezeigt werden.

In den Jahren 2011 bis 2013 wurden ebenfalls die Haltestellen Roter Turm, Straße der Nationen/Freie Presse, Stefan-Heym-Platz, Theaterplatz, Omnibusbahnhof (nur Neubau der gemeinsamen Bus- und Bahnhaltestelle) und Hauptbahnhof (Chemnitzer Modell) ausgerüstet. An der Haltestelle Roter Turm wurden 3 und am Hauptbahnhof 9 Anzeigen (2 pro Bahnsteig) installiert. An den restlichen Haltestellen sind es jeweils 2 Anzeigen. Nur im Hauptbahnhof wurden LCD-Anzeigen der Firma BMG MIS verwendet, wovon eine als Übersicht über die Bahnsteige 1 bis 4 dient und sich im Querbahnsteig vor der Treppe, welche zu den Bahnsteigen hinabführt, befindet. Zusätzlich befindet sich neben der Hauptanzeige der DB für die Züge ebenfalls eine baugleiche Anzeige für die Abfahrten der Bahnsteige 1 bis 4.

Alle Anzeigen an den Bahnsteigen, auch die im Chemnitzer Hbf, verfügen über eine akustische Information, z.B. für Sehbehinderte, die über einen Taster ausgelöst wird.

Standorte[Bearbeiten]

Dynamische Anzeige an der Haltestelle Hauptbahnhof, Bahnsteig 1

Folgende Haltestellen im Chemnitzer Stadtgebiet sind bereits mit dynamischen Anzeigen ausgerüstet:

Hauptbahnhof
Hauptbahnhof, Bahnhofstraße
Omnibusbahnhof
Roter Turm
Stefan-Heym-Platz
Straße der Nationen/Freie Presse
Theaterplatz
Zentralhaltestelle

Planung[Bearbeiten]

Am 17. Mai 2013 wurde durch den Freistaat Sachsen ein Fördermittelbescheid in Höhe von 4,7 Mio. Euro an die CVAG übergeben. Ziel sind Anzeigen an bis zu 200 Haltestellenstandorten im gesamten Chemnitzer Stadtgebiet. Die Gesamtkosten sollen ca. 6,8 Millionen Euro betragen, was einer 70%igen Förderung entspricht. Der Aufbau soll im Frühling 2014 starten und Ende des Jahres abgeschlossen sein. Dabei sollen zum Beispiel die Haltestellen Falkeplatz, Innere Klosterstraße, Stadthalle, Kaßbergauffahrt, Thomas-Mann-Platz (Sachsen-Allee) und Vita-Center mit den Anzeigen ausgerüstet werden. Die Haltestellen Marianne-Brand-Straße, Industriemuseum, Kappler Drehe, Arthur-Strobel-Straße und Thomas-Mann-Platz wurden bereits bei ihrer Modernisierung mit einem Fundament für die Anzeigen ausgestattet.

Echtzeitauskunft[Bearbeiten]

Mit der Modernisierung des rechnergestützten Betriebsleitsystems wurde auf der Webseite die Echtzeitauskunft[1] eingerichtet. Mit dieser ist es möglich, die aktuellen Abfahrten jeder Haltestelle, die von der CVAG bedient wird, zu erhalten. Dabei werden die Fahrten maximal eine Stunde in Voraus angezeigt. Bis auf Sondertexte und Laufschriften, die an den dynamischen Anzeigen erscheinen können, werden alle Informationen auch in der Echtzeitauskunft bereitgestellt.

Interaktiver Liniennetzplan[Bearbeiten]

Am 30. Januar 2014 wurde ein neuer Interaktiver Liniennetzplan eingeführt.[2] Mit diesem ist es möglich, durch Anklicken der Haltestelle aktuelle Informationen über diese zu erhalten. Angezeigt werden alle die Haltestelle berührenden Linien, ob diese Haltestelle von Tag- und/oder Nachtlinien bedient wird und ob Störungen vorliegen. Ebenso lässt sich die Echtzeitauskunft aufrufen und die Haltestelle als Start- oder Zielhaltestelle für die Fahrplanauskunft auswählen.

Die Suche einer Haltestelle kann über den schematischen und topografischen Liniennetzplan oder die Suchfunktion erfolgen. Zu ausgewählten Umsteigepunkten kann ein Umgebungsplan abgerufen werden und im topografischen Plan lassen sich zusätzlich Objekte in der Umgebung anzeigen, z.B. Museen, Behörden und Schulen. Zu jedem dieser Objekte lässt sich die nächstliegende Haltestelle aufrufen. Durch Anklicken einer Linie im schematischen Plan wird diese farblich hervorgehoben.

Mit Einführung wurde auch die Webseite überarbeitet. Neben leichten Änderungen am Design wird nicht mehr die Störung an sich angezeigt, sondern die davon betroffenen Linien.

Mobile Webseite[Bearbeiten]

Ende Januar 2013 wurde die mobile Webseite eingeführt. Auf dieser können sich Reisende über Fahrpläne, Preise und mittels der Echtzeitauskunft informieren. Eine Ortungsfunktion gibt es nicht, da diese im interaktiven Liniennetzplan vorhanden ist.

ÖPNV-Beschleunigung[Bearbeiten]

Um den Chemnitzer Nahverkehr zu beschleunigen und attraktiver zu machen, planen CVAG und die Stadtverwaltung seit 2010 Streckenabschnitte von Bussen und Bahnen umzubauen.[3] Maßnahmen sollen sein: Anpassung und Verlängerung von Grünphasen, zusätzliche Fahrspuren und der Umbau von Ampelanlagen, die den Nahverkehr bevorzugen und für kürzere Fahrzeiten sorgen. Geplant sind Abschnitte im Stadtzentrum und auf der Leipziger Straße, Zwickauer Straße, Annaberger Straße, Stollberger Straße und Frankenberger Straße. Als erster Streckenabschnitt wurde 2010/2011 die Zwickauer Straße zwischen Falkeplatz und Kappler Drehe für 500.000 € umgebaut. Seit August 2011 erhalten Busse und Bahnen auf diesem Abschnitt bei Annäherung an eine Kreuzung Vorfahrt vor dem Individualverkehr.[4] Zusätzlich wurde stadtauswärts eine Bus- und Fahrradspur angelegt. Nach Problemen im Bereich der Kreuzung Barbarossastraße wurde die Ampelschaltung geändert, um den teils neu entstandenen Staus entgegenzuwirken.
Als nächstes wurden schrittweise Ampelanlagen der Stadtbahnlinie 4 (Stollberger Straße) umgerüstet, jedoch wurde bekannt, dass aufgrund fehlender finanzieller Mittel der zukünftige Ausbau langsamer vorangeht.
An den Kreuzungen Bahnhof-/Annaberger Straße, Annaberger-/Annenstraße und Annen-/Reitbahnstraße wurde 2013 neue Technik installiert[5] und für 2014 ist die Modernisierung der Zentralhaltestelle geplant. Hier kommt es, besonders zu den Rendezvous, bei der Abfahrt zu Verzögerungen, da nicht alle Fahrzeuge in einer Grünphase die Kreuzung passieren können. Ebenfalls 2014 sollen Ampelanlagen auf der Leipziger Straße erneuert und an der Kreuzung Hartmann-/Leipziger Straße eine zusätzliche Rechtsabbiegespur gebaut werden.

Schwarzfahrer[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 war Chemnitz die Stadt mit dem höchsten Schwarzfahreranteil in Deutschland. Über 6% der Fahrgäste fuhren ohne gültige Fahrkarte, was zu einem Einnahmeverlust von 1,35 Millionen Euro führte. Daraufhin wurden im Auftrag der CVAG mehr Kontrolleure eingesetzt, wodurch der Anteil der Schwarzfahrer auf zwischen 2 und 3 % zurückging.

Vordereinstieg[Bearbeiten]

Um den Schwarzfahreranteil noch weiter zu senken und den wirtschaftlichen Verlust zu minimieren, entschloss sich die CVAG 2013, dass ab 1. August Busfahrgäste nur noch beim Fahrer einsteigen können, um diesem ihre Fahrkarte zu zeigen oder eine zu kaufen. Sonderregelungen gibt es für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer, die auch weiterhin die zweite Tür zum Einsteigen nutzen können. Auch bei einer hohen Anzahl an Fahrgästen an einer Haltestelle ist es dem Busfahrer möglich, alle Türen zum Einsteigen zu öffnen. Die hinteren Türen dienen sonst nur noch dem Ausstieg.

Durch den Vordereinstieg senkte sich die Zahl der Schwarzfahrer auf 1% und der Fahrscheinverkauf beim Busfahrer stieg um ein Drittel. Auf ein Jahr gesehen sind Mehreinnahmen von circa 400.000 Euro zu erwarten, was dem Preis eines neuen Busses entspricht.[6]

Kritik[Bearbeiten]

Kurz nach Veröffentlichung der Pläne entfachte eine sehr starke Kritik gegen den Vordereinstieg,[7] die teilweise an der Ursache (dem Schwarzfahren) vorbei ging. Die Debatte, warum ein Vordereinstieg nötig wurde, entfiel komplett und wurde auch von der Presse nicht aufgegriffen. Befürchtungen gab es bezüglich Verspätungen,[8] die aufgrund des länger dauernden Vordereinstiegs auftreten können, besonders im Schüler- und Studentenverkehr. Gerade bei älteren Personen gab es die Angst, nicht rechtzeitig vor dem Abfahren des Busses einen Sitzplatz zu bekommen und beim Aussteigen einen längeren Weg durch den Bus laufen zu müssen.[9][10] Auch fühlten sich einige Personen wie Verbrecher behandelt, da sie der Annahme sind, dass alle unter den Generalverdacht des Schwarzfahrens gestellt werden, wenn sie vorn einsteigen müssen.

Realität[Bearbeiten]

Besonders anfangs kam es zu teils starken Verspätungen, die aber auch auf andere Ursachen zurückzuführen sind. Bedingt durch ein Hochwasser im Sommer 2013 gab es zum Zeitpunkt der Einführung des Vorneinstiegs eine sehr hohe Anzahl von Baustellen, wodurch Busse einzelner Linien, z.B. 21, häufig im Stau standen.[11] Auch die Befürchtung, dass es im Schüler- und Studentenverkehr zu großen Problemen kommt, bewahrheitete sich nicht.[12] Verspätungen gibt es aber dennoch vereinzelt. Besonders in Gelenkbussen bleiben Fahrgäste oft im vorderen Teil stehen und versperren den Weg in den hinteren leeren Teil des Busses.

In den Bussen werden durch Kontrolleure auch weiterhin Fahrscheine überprüft, da einige dem Fahrer bereits entwertete Fahrscheine zeigen, was dieser in der kurzen Zeit aber nicht erkennen kann und andere sich beim Aussteigen zu den hinteren Türen in den Bus drängeln, um nicht am Fahrer vorbei zu müssen.

Betriebshöfe[Bearbeiten]

Der Variobahn-Prototyp (Tw 601) an der Haltestelle „Südring“.

Straßenbahn[Bearbeiten]

In Chemnitz befinden sich zwei Straßenbahndepots. Im Straßenbahnbetriebshof in Chemnitz-Adelsberg befinden sich neben dem Hauptsitz der CVAG die Hauptwerkstatt der Straßenbahn, eine Abstellhalle, die Stromversorgung für die Straßenbahn, eine Unterflurradsatzprofiliermaschine sowie eine Waschanlage. Zusätzlich befindet sich in Altchemnitz noch die Abstellanlage Krenkelstraße, welche von 2009–2011 auf der Fläche des früheren Betriebshofes gebaut wurde.

Bus[Bearbeiten]

Busse werden auf dem Omnibusbetriebshof Werner-Seelenbinder-Straße abgestellt und gewartet. Dort befinden sich eine Verkehrsleitstelle und Einsatzleitung für den Bahn- und Busverkehr, Abstellhallen, eine Freiabstellfläche, eine Inspektionshalle, ein Werkstatt- und Sozialtrakt, ein Betriebsdienstgebäude, eine Waschanlage, eine Erdgastankstelle sowie eine Innen- und Außentankanlage.

Straßenbahnmuseum[Bearbeiten]

Im Straßenbahnmuseum Kappel befinden sich Straßenbahnfahrzeuge und Busse aus der gesamten Geschichte des Chemnitzer Nahverkehrs, insbesondere auch eine Sammlung von Schmalspurfahrzeugen. Von hier aus fahren auch Sonderbahnen bei besonderen Anlässen oder nach Anmeldung. Bis zur Errichtung des Betriebshofs Adelsberg befand sich hier die Hauptwerkstatt.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trams in Chemnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Echtzeitauskunft
  2. Interaktiver Liniennetzplan
  3. Grit Baldauf: Chemnitz: Busse und Bahnen sollen schneller durch die Stadt kommen In: Freie Presse Chemnitz. 11. Februar 2011.
  4. Michael Brandenburg: Chemnitz: Grüne Welle für die Linie 1 In: Freie Presse Chemnitz. 23. August 2011.
  5. Straßenbahnen sollen schneller werden In: Freie Presse Chemnitz. 24. Mai 2013.
  6. Bis zu 400.000 Euro mehr durch Vordereinstieg. In: Blick Chemnitz. 27. November 2013.
  7. Arme Fahrgäste, arme Busfahrer. In: Freie Presse Chemnitz. Leserforum, 24. Juli 2013, S. 14. (nur über Preie Presse ePaper abrufbar)
  8. Grit Baldauf: Chemnitz: Fahrgäste dürfen nur noch vorn einsteigen. In: Freie Presse Chemnitz. 27. Juni 2013.
  9. CVAG will an Buseinstieg nicht rütteln. In: Blick Chemnitz. 7. Dezember 2013.
  10. CVAG redet sich Neuregelung schön. In: Freie Presse Chemnitz. Leserforum, 17. September 2013, S. 13. (nur über Preie Presse ePaper abrufbar)
  11. Grit Baldauf: Chemnitz: Weniger Schwarzfahrer in CVAG-Bussen. In: Freie Presse Chemnitz. 4. Oktober 2013.
  12. Grit Baldauf, Thimo Schumann, Florian Kistner: Schulbeginn: Neuer Bus-Einstieg im Härtetest. In: Freie Presse Chemnitz. 27. August 2013.