Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft

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Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft
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Basisinformationen
Unternehmenssitz Chemnitz
Webpräsenz www.cvag.de
Bezugsjahr 2013
Eigentümer 94-%ige Tochter der Versorgungs- und Verkehrsholding der Stadt Chemnitz
Vorstand Jens Meiwald
Verkehrsverbund Verkehrsverbund Mittelsachsen
Mitarbeiter 508 (davon 28 Azubis)
Linien
Spurweite 1435 mm (Normalspur)
Stadtbahn 5 Tageslinien
Bus 24 Tages-, 1 Schüler-, 8 Nachtlinien
Anzahl Fahrzeuge
Stadtbahnwagen 50, davon 24 Variobahnen
Omnibusse 84
Statistik
Fahrgäste 38,2 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 8,1 Mio km
Haltestellen 504 (61 Straßenbahn)
Einzugsgebiet 220,85 km²dep1
Einwohner im
Einzugsgebiet
0,242 Mio
Länge Liniennetz
Straßenbahnlinien 35,2 km (30,9 km Strecke)dep1
Buslinien 349,1 km (245,6 km Strecke)dep1
Sonstige Betriebseinrichtungen
Länge Gleisanlagen 28,73 km

Die Chemnitzer Verkehrs-Aktiengesellschaft (CVAG) ist ein kommunales Verkehrsunternehmen mit Sitz in Chemnitz. Sie betreibt mit einer eigenen Bus- und Straßenbahnflotte den größten Teil des öffentlichen Nahverkehrs von Chemnitz. Das Unternehmen ist Miteigentümer der City-Bahn Chemnitz GmbH und Mitglied im Verkehrsverbund Mittelsachsen, es wurde am 26. Juni 1990 als Rechtsnachfolger des VEB Nahverkehr Karl-Marx-Stadt gegründet.

Liniennetz[Bearbeiten]

Am 30. März 2008 wurde das Nahverkehrsnetz der CVAG unter dem Slogan »Das Neue Netz« grundlegend verändert. Die Planung dieser weitreichenden Netzänderung verlief über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren. Das über viele Jahre gewachsene Busliniennetz wurde grundlegend umstrukturiert. Bei zahlreichen Buslinien wurden die Linienäste im Stadtzentrum neu kombiniert und die Linienführungen geändert. Um den Parallelverkehr zu Straßenbahn- und Regionalbuslinien einzuschränken, wurden einige Buslinien gekürzt. Einige Stadtviertel werden durch neue Haltestellen besser erschlossen. Der Omnibusbahnhof wird nur noch von den Verstärkerfahrten der Studentenlinie 51 als Endstelle genutzt. Beinahe alle Buslinien erhielten eine neue Nummerierung, die sich an der Taktfrequenz (wochentags im Tagesverkehr) orientiert. So fährt beispielsweise die Linie 31 im 10-Minuten-, die 22 im 20-Minuten-Takt usw. Der Rhythmus der Linien wurde entsprechend ihrer Auslastung so angepasst, dass nunmehr ein einheitliches Taktschema mit ausschließlichen 10-, 20-, 30- und 60-Minuten-Intervallen besteht.

Im Straßenbahnnetz wurde nur wenig geändert. Die Straßenbahnlinien 2, 4 und 5 fahren nun wieder Montag bis Freitag tagsüber im 10-Minuten-Takt. Die Linien 1 und 2, die vorher beide zum Hauptbahnhof fuhren, wurden an der Zentralhaltestelle verknüpft zur neuen Linie 2, die den Hauptbahnhof nicht mehr anfährt.

Das Nachtnetz wurde mit acht Linien auf alle Tage der Woche ausgedehnt. Die Nachtlinien nutzen teilweise andere Streckenführungen als die Tageslinien.

Viele der vorher direkt an den zentralen Nahverkehrsknoten Zentralhaltestelle angebundenen Bushaltestellen (besonders von Stadtteilen im Randgebiet) sind seit der Netzumstellung nur noch durch Umsteigen zwischen Bahn und Bus erreichbar, die Qualität der innerstädtischen Verkehrsanbindung einiger Haltestellen hinsichtlich Fahrzeit und Umsteigehäufigkeit verschlechterte sich mit der Neugestaltung. Andererseits verbesserte sich die Anbindung einiger Stadtteile wie Rabenstein deutlich. Ebenso wurden durch die Umstellung ca. 60 neue Haltestellenstandorte geschaffen.

Ziele der Netzumstellung waren, die Betriebskosten zu senken und die Fahrgastzahlen der Straßenbahnlinien zu erhöhen, indem versucht wurde, parallele Linienverläufe zwischen Bahn und Bus abzuschaffen. Die z. B. dadurch eingestellte Linie 54 (Sachsen-Allee - Neefepark), welche im Abschnitt Zentralhaltestelle-Industriemueum parallel zur Linie 1 fuhr, entfiel komplett und der Neefepark war nur durch Umsteigen erreichbar. Aufgrund der hohen Kritik wurde die Linie 23 (vormals Heinersdorf-Annenstr.) bis zum Neefepark verlängert, welche aber zur ehemaligen Linie 54 in einem geringeren Takt verkehrt. Auf anderen entfallenen Direktverbindungen, z. B. Linie 33 zum Adelsberg, gibt es dagegen bis heute keine Direktverbindung (bis auf die Nachtlinie N13). Im ersten Jahr des neuen Netzes (2008) sank die Gesamtzahl der Fahrgäste um eine Million auf 39 Millionen.

Zugleich mit der Linienumstellung hat die CVAG auch ein neues Corporate Design eingeführt, welches neue Mitarbeiteruniformen, das neue Logo und eine neue Internetseite beinhaltet.

Durch Bauarbeiten am Hauptbahnhof wurden im Mai 2011 die Linienführungen der Linien 2 und 4 geändert und die Linie 1 wieder eingerichtet. Die Linie 4 fährt nur noch bis zur Haltestelle Straße der Nationen, wo sie die Liniennummer zur Linie 1 Richtung Schönau ändert. Dafür fährt die Linie 2 bis auf Weiteres zum Hauptbahnhof. Da aufgrund der Bauarbeiten im Hbf keine Wendemöglichkeit für die Bahnen besteht, können nur Fahrzeuge im Zweirichtungsbetrieb genutzt werden, Bahnen mit 2 Führerständen und Türen auf beiden Seiten. Die Anzahl solcher Bahnen ist jedoch begrenzt, wodurch ein solcher Einsatz auf der wesentlich längeren Linie 4 nicht möglich ist. Seit 16. Juni 2014 fahren wieder die Linien 4,6 und 522 zum Hauptbahnhof. Nun können die Bahnen von der Bahnhofstraße in den Hauptbahnhof einfahren. Dabei fährt die Linie 4 Richtung Hbf über den Omnibusbahnhof und zurück nach Hutholz über den Bahnhofsvorplatz. Die Bahnen 6 und 522 verkehren genau entgegengesetzt. An der Haltestelle Brückenstraße wurden die Linien 1 und 2 wieder miteinander verknüpft - die Liniennummern werden aber beibehalten.[1]

Tageslinien[Bearbeiten]

Rendezvous[Bearbeiten]

Straßenbahnlinien

Täglich finden in Chemnitz zu verkehrsschwachen Zeiten an der Zentralhaltestelle Rendezvous statt. Dabei treffen sich alle die Zentralhaltestelle bedienenden Linien zu einer bestimmten Uhrzeit, haben 5 Minuten Aufenthalt, und fahren dann alle gleichzeitig wieder ab. Montag bis Freitag finden solche Rendezvous früh zwischen 4.45 Uhr und 5.45 Uhr und samstags von 4.45 Uhr bis 8.05 Uhr im 20 Minutentakt statt. Danach fährt jede Linie nach ihrem eigenen Takt. Sonntags wie feiertags dagegen findet von 4.45 Uhr bis 7.45 Uhr das Rendezvous im Stundentakt, bis 11.45 im 30 Minutentakt und ab diesem Zeitpunkt bis abends im 20 Minutentakt statt. Täglich findet abends die erste Rendezvous 18.25 Uhr statt und erfolgt bis 21.45 Uhr im 20 Minutentakt und bis 23.15 Uhr im 30 Minutentakt. Ab 23.45 Uhr findet der Nachtanschluss mit den Nachtbussen statt.

Alita[Bearbeiten]

Zu verkehrsschwachen Zeiten morgens und abends werden einige Busfahrten als Alita (Anruf-Linien-Taxi) ausgewiesen. Dabei stehen die Fahrten der Busse im Fahrplan, verkehren aber nur, wenn es bis 30 Minuten vor der fahrplanmäßigen Abfahrt zu einer Bestellung durch den Reisenden gekommen ist. Es fährt ein Taxi anstelle eines Busses und zusätzlich zum Fahrschein muss 1 Euro gezahlt werden.

Straßenbahn[Bearbeiten]

Mit Ausnahme der 6/522 verkehren alle Straßenbahnlinien im 10-Minuten-Takt.

Linie Strecke
1 Schönau – Kappler Drehe – Industriemuseum – Zentralhaltestelle – Brückenstr./Freie Presse weiter als Linie 2 Bernsdorf
2 Bernsdorf – Bernsbachplatz – Zentralhaltestelle – Brückenstr./Freie Presse weiter als Linie 1 Schönau
4 Hutholz – Morgenleite – Stollberger Straße – Zentralhaltestelle – Roter Turm – Omnibusbahnhof - Hauptbahnhof (Bahnsteig 1)
5 Hutholz – Morgenleite – Annaberger Straße – Zentralhaltestelle – Gablenzplatz – Gablenz
6/522 StollbergAltchemnitz – Annaberger Straße – Zentralhaltestelle – Roter Turm – Hbf, Bahnhofstr. - Hauptbahnhof (Bahnsteig 2)

Omnibus[Bearbeiten]

Linie Strecke
211 Ebersdorf – Zentralhaltestelle – Borna – Chemnitz-Center
222 Chemnitzer Straße – Helbersdorf – Zentralhaltestelle – Stadthalle – Glösa
233 Neefepark – Messe Chemnitz – Industriemuseum – Zentralhaltestelle – Blankenburgstraße – Heinersdorf
264 Schönau – Stelzendorfer Straße – Stelzendorf – Hutholz
311 Flemmingstraße – Krankenhaus Flemmingstraße – Zentralhaltestelle – Yorckgebiet
322 Dresdner Straße – Hauptbahnhof – Zentralhaltestelle – Limbacher Straße – RottluffRabenstein, Tierpark
333 Bernsdorf – Zschopauer Str. – Adelsberg – Schösserholz
364 Klaffenbach – Bahnhof Neukichen-Klaffenbach (– Neukirchen, Zentrale Haltestelle5) – Chemnitzer Straße – Hutholz
411 Schönau – Bahnhof SiegmarReichenbrandGrüna
433 RabensteinCenter / Rabenstein, Tierpark – Bahnhof Siegmar – Mauersbergerstraße – Neefepark – Messe – Am Flughafen – Sportforum – Wartburgstraße – Heimgarten – Gablenz – Betriebshof Adelsberg – Schösserholz
464 Glösa – Bornaer Straße – Eisstadion – Borna – Wittgensdorfer Straße – Hauptstraße – Wittgensdorfer Höhe
511 Reichenhain/Altchemnitz – TU Erfenschlager StraßeSportforum – Zentralhaltestelle – Thomas-Mann-Platz – Regensburger Straße – Zeisigwald/Yorckgebiet
522 Hutholz – Chemnitzer Straße – Markersdorfer Straße – VITA-Center – Morgenleite
533 Altchemnitz – Einsiedel – Berbisdorf – Eibenberg
Linie Strecke
564 Bernsdorf – Zschopauer Str. – Kleinolbersdorf – Altenhain – Bernsdorf
622 Flemmingstraße – Weststraße – Stadthalle – Zentralhaltestelle – Dürerstraße – Kreherstraße – Gablenz – Betriebshof Adelsberg
633 Glösa – Ebersdorf
664 Bahnhof Hilbersdorf – Ebersdorf, Brettmühle
722 Rottluff – Weststraße – Stadthalle – Zentralhaltestelle – Andreasstraße – Kreherstraße – Geibelstraße/Sachsenring – Heimgarten
733 Schönau – Klingerstraße – RabensteinCenter – Rabenstein, Grünaer Straße
764 Zentralhaltestelle – Rosenhof (nur Richtung Küchwald) – Stadthalle (nur Richtung Zentralhaltestelle)Schloßviertel – Krankenhaus Küchwald – Eisstadion – Küchwald
833 Gablenzplatz – Euba – Niederwiesa, Talstraße
864 Betriebshof Adelsberg – Gablenz – Beutenberg
S 915 Sportforum – TU Erfenschlager Straße – Bernsdorf – Wartburgstraße – Heimgarten – Geibelstraße – Humboldtplatz
933 Neefepark – Stelzendorf – Hutholz – Markersdorf – Morgenleite
M13 6 Chemnitzer Hauptbahnhof – Zentralhaltestelle – Industriemuseum – Messe Chemnitz
Fahrzeiten Montag - Freitag
1 10 Minuten Takt
2 20 Minuten Takt
3 30 Minuten Takt
4 60 Minuten Takt
5 nur Schülerverkehr
6 verkehrt nur nach Bekanntgabe

Nachtlinien[Bearbeiten]

Durch acht Omnibuslinien werden täglich um 23.45 Uhr, 0.45 Uhr, 1.45 Uhr, 2.45 Uhr, 3.45 Uhr und 4.45 Uhr (nur Ankunft) Nachtanschlüsse an der Zentralhaltestelle vermittelt. An ausgewählten Treffen nimmt auch die Stadtbahnlinie 522 teil.

Alle Nachtbuslinien beginnen und enden sternförmig an der Zentralhaltestelle. Da es dort jedoch keine Wendeschleife mehr gibt, sind linienreine Umläufe nicht möglich, stattdessen wechseln die Busse an der Zentralhaltestelle jeweils ihre Linie.

Linie Strecke Zusatz
N11 Zentralhaltestelle – Hauptbahnhof – Zöllnerplatz – Emilienstraße – Frankenberger Straße – Bahnhof Hilbersdorf – Ebersdorf weiter als N15
N12 Zentralhaltestelle – Uhlandstraße – Humboldtstraße – Regensburger Straße – Yorckstraße – Yorckgebiet weiter als N16
N13 Zentralhaltestelle – Dürerstraße – Kreherstraße – Adelsbergstraße – Adelsberg – Georgistraße – Betriebshof Adelsberg weiter als N17
N14 Zentralhaltestelle – Bernsbachplatz – TU Reichenhainer Straße – Wartburgstraße – Omnibusbetriebshof – Altchemnitz – Bernsdorf weiter als N18
N15 Zentralhaltestelle – Treffurthstraße – Heinrich-Lorenz-Straße – Haydnstraße – Stollberger Straße – Morgenleite – Max-Türpe-Straße – Robert-Siewert-Straße – Wilhelm-Firl-Straße – Wolgograder Allee – Hutholz weiter als N11
N16 Zentralhaltestelle – Zwickauer Straße – Schönau – Bahnhof Siegmar – Reichenbrand – DRK-Krankenhaus – RabensteinCenter weiter als N12
N17 Zentralhaltestelle – Stadthalle – Weststraße – Berganger – Flemmingstraße – Talanger weiter als N13
N18 Zentralhaltestelle – Theaterplatz – Georgbrücke – Schloßviertel – Leipziger Straße – Borna weiter als N14
522 Hauptbahnhof - Omnibusbahnhof – Zentralhaltestelle – Annaberger Straße – Altchemnitz – Stollberg nicht zu allen Rendezvous

Zentralhaltestelle[Bearbeiten]

Zentralhaltestelle, Bahnsteige 3 und 4
Sternenhimmel an der Zentralhaltestelle nach der Modernisierung (2014)

Die Zentralhaltestelle ist der zentrale Umsteigepunkt von Bus, Bahn und Überlandlinien im Zentrum von Chemnitz an der Kreuzung Bahnhofstraße/Rathausstraße. Insgesamt fahren neun Stadtbus-, fünf Straßenbahn-, und vier Überlandbuslinien die Zentralhaltestelle an. Ebenfalls verkehrt der Zug der City-Bahn vom Hauptbahnhof über die Zentralhaltestelle nach Stollberg (Chemnitzer Modell).

Die Zentralhaltestelle besteht aus neun regulär genutzten Bahnsteigen, drei Ersatzbahnsteigen und einem, der nur zur Museumsnacht Verwendung findet. Sie sind von 1 bis 13 durchnummeriert. Davon sind fünf nur für die Straßenbahn (3, 4, 7, 10 und 11), sieben nur für Busse (1, 2, 5, 6, 8,12 und 13) und einer für Bus und Straßenbahn (9). Einzig der Bahnsteig 5 ist nochmals in 5A und 5B unterteilt. Die Bahnsteige 10 bis 12 werden bei Störungen oder Baustellen genutzt und der Bahnsteig 13 nur zur Museumsnacht. Den Bahnsteig 2 fahren Busse für den Überlandverkehr, die Nachtbuslinie N15 und an der Zentralhaltestelle endende Busse der Linie 23 an.

Die Haltestelle liegt an zwei in unterschiedliche Richtung verlaufenden Straßen. Fünf Bahnsteige (1 bis 5) befinden sich an der Bahnhofstraße. Die anderen vier bilden zusammen die „Rathausstraße“, auf der kein Individualverkehr mehr stattfindet. Während man zum Umsteigen von und zum Bahnsteig 1 die viel befahrene Bahnhofstraße überqueren muss, sind alle anderen Bahnsteige (mit Ausnahme der Ersatzhaltestellen 11 bis 13) ohne Überqueren einer Straße erreichbar. Gleichzeitig mit der Erneuerung der Anzeigen wurde die Bahnsteigbezeichnung geändert. Bis dahin erfolgte die Bezeichnung in Buchstaben von A bis H und R. Der heutige Bahnsteig 11 trug vormals die Bezeichnung R, welche für Reitbahnstraße stand. Auch war ein Großteil der Bahnsteige unterteilt, z.B C1 und C2. Diese Unterteilung wurde an den meisten Bahnsteigen aufgehoben, da der zweite Abschnitt sehr selten genutzt wurde.

Von Januar bis Mai 2014 wurde die alte und störanfällige Bahnsteigbeleuchtung ("Sternenhimmel") erneuert. Da mittlerweile keine Ersatzteile mehr produziert wurden, kam es zur vollständigen Modernisierung und dem Anbringen von 1600 neuen LED´s.

Mobilitätszentrum[Bearbeiten]

Im „Chemnitz Plaza“, direkt an der Zentralhaltestelle, befindet sich das Mobilitätszentrum der CVAG. Neben dem Fahrscheinverkauf für Chemnitz und den gesamten VMS Verbund und der Information über Fahrpläne und Tarife ist auch die Beratung zum Abonnement möglich. Des Weiteren kann man sich zum Thema Carsharing in Chemnitz beraten lassen. Im Schaufenster befindet sich ein LCD Monitor, an dem die aktuellen Abfahrten für die gesamte Zentralhaltestelle und Störungen angezeigt werden.

Fahrgastinformation[Bearbeiten]

Die seit dem Jahr 2008 stattfindende Umrüstung und Modernisierung auf ein neues rechnergestütztes Bestriebsleitsystem (RBL, auch Intermodal Transport Control System (ITCS) genannt) wurde Ende 2011 abgeschlossen. Es erfolgte dabei auch die Umstellung auf die digitale Kommunikation zwischen der Leitstelle und den Fahrzeugen sowie deren Übertragung des Standorts mittels GSMR.

Dynamische Anzeige[Bearbeiten]

Zentralhaltestelle, Alte Anzeige (vorn) und neue dynamische Anzeige (hinten)

Mit dynamischen Anzeigen sollen Fahrgäste an den Haltestellen über aktuelle Abfahrten der nächsten Busse und Bahnen, sowie bei Störungen, informiert werden. Die Liveauskunft erfolgt für Busse und Bahnen der CVAG, Züge der City-Bahn (Chemnitz-Stollberg) und teilweise Bussen des RVE (z. B. Linie 254). Es werden auch Busse weiterer Unternehmen aufgeführt, z. B. 704 und 262, jedoch nicht in Echtzeit.

Angezeigt werden Abfahrten „... Min“, frühestens 60 Minuten vor der Abfahrt. Befindet sich an dieser Stelle eine Uhrzeit, liegen für das Fahrzeug keine Echtzeitinformationen vor.

Eine Besonderheit der Auskunft ist das Herunterzählen bis zur Abfahrt. Die aktuelle Abfahrtszeit wird durch „sofort“ (blinkend) angezeigt, die Minute davor durch „sofort“ (nicht „1 Min“) und erst ab da wird die Abfahrt in Minuten angezeigt. Daher werden bei einer pünktlichen Abfahrt die nächsten Fahrten derselben Linie mit in „9 Min“, „19 Min“, usw. angegeben (10 Minuten Takt).

Standorte[Bearbeiten]

Dynamische Anzeige an der Haltestelle Hauptbahnhof, Bahnsteig 1
Standorte von Anzeigen in Chemnitz

Seit dem Jahr 2011 werden im Stadtgebiet dynamische Anzeigen der Firma Lumino aufgebaut. Angefangen mit 4 Anzeigen als Test an der Haltestelle Hauptbahnhof (heute Hbf, Bahnhofstraße) wurden in den folgenden Jahren auch innenstadtnahe Haltestellen ausgerüstet. Im Sommer 2012 erfolgte an der Zentralhaltestelle der Austausch von alt gegen neu. Die vormals mit bis zu 3 Anzeigen ausgerüsteten Bahnsteige erhielten meist nur noch eine, jedoch mit einer größeren Anzeigeschrift. Ausnahmen sind der Bahnsteig 5, welcher mit je einer Anzeige im Abschnitte A und B ausgestattet wurde, und der Bahnsteig 9. Zusätzlich haben erstmals die Bahnsteige 10 und 11 Anzeigen erhalten - durch den selten Gebrauch der Ersatzbahnsteige jedoch kleine. Im Schaufenster des Mobilitätszentrums werden alle Abfahrten an der Zentralhaltestelle an einem LCD Bildschirm angezeigt.

Ab 2011 erhielten die Haltestellen Straße der Nationen/Freie Presse (heute Brückenstr.), Theaterplatz und Omnibusbahnhof (nur Neubau der gemeinsamen Bus- und Bahnhaltestelle) je Richtung eine Anzeige. Die Haltestelle Roter Turm bekam 3 und der Stefan-Heym-Platz 4 Anzeigen. Nur im Hauptbahnhof (Chemnitzer Modell) wurden an den Bahnsteigen 1 bis 4 jeweils 2 LCD-Anzeigen der Firma BMG MIS verwendet. Hinzu kommen eine Anzeige an der Treppe zu den Bahnsteigen 1 bis 4 und eine neben der Hauptanzeige der DB, welche mit dieser baugleich ist.

2014 wurden 108 Haltestellen mit ca. 150 Anzeigen ausgerüstet. Die Gesamtkosten betrugen 6,8 Mio Euro und wurden zu 70% durch den EFRE gefördert. Die meisten Anzeigen sind nur 3-zeilig und sind hauptsächlich in stadtwärtige Richtung aufgebaut. Keine Anzeigen gibt es bei den Linien 41, 51 (ab ZH) Richtung Altchemnitz und teilweise der Linie 2. Auf der Linie 41 fahren viele Busse anderen Busunternehmen ohne die Möglichkeit der Echtzeitauskunft und zwischen Annenstraße und TU wird das Chemnitzer Modell Stufe 2 verwirklicht. Erst beim Um- und Neubau ab 2015 werden die Haltestellen mit Anzeigen ausgerüstet.

Alle Anzeigen an den Bahnsteigen, auch die im Chemnitzer Hbf, verfügen über eine akustische Information, z. B. für Sehbehinderte, die über einen Taster ausgelöst wird.

Echtzeitauskunft[Bearbeiten]

Mit der Modernisierung des rechnergestützten Betriebsleitsystems wurde auf der Webseite die Echtzeitauskunft[2] eingerichtet. Mit dieser ist es möglich, die aktuellen Abfahrten jeder Haltestelle, die von der CVAG bedient wird, zu erhalten. Dabei werden die Fahrten maximal eine Stunde in Voraus angezeigt. Bis auf Sondertexte und Laufschriften, die an den dynamischen Anzeigen erscheinen können, werden alle Informationen auch in der Echtzeitauskunft bereitgestellt.

Interaktiver Liniennetzplan[Bearbeiten]

Am 30. Januar 2014 wurde ein neuer Interaktiver Liniennetzplan eingeführt.[3] Der Linienverlauf wird in einer schematischen und topografischen Darstellung angezeigt. Zu jeder Haltestelle lassen sich Informationen über die bedienenden Linien und Störungen abrufen. Hinzu kommen die Echtzeitauskunft und die Auswahl der Haltestelle als Start oder Ziel für die Fahrplanauskunft. Nur in der topografischen Ansicht lassen sich zusätzlich Objekte, z. B. Museen, Behörden und Schulen, anzeigen. Für ausgewählte Haltestellen ist ein Umgebungsplan verfügbar.

Mobile Webseite[Bearbeiten]

Die mobile Webseite verfügt über die Fahrplan- und Echtzeitauskunft, Informationen zu Tarifen und Verkehrsbehinderungen und erhielt 2014 eine mobile Version des Interaktiven Netzplans, welche eine Ortungsfunktion besitzt.

Fahrgast-TV[Bearbeiten]

Bis Ende 2014 sollen alle Variobahnen über ein neues Fahrgastinformationssystem verfügen. Hierbei sollen die Haltestellenanzeigen an den Decken und die Netzspinnen durch Bildschirme ersetzt werden. Dabei soll es aber kein Fernsehen wie in anderen Städten geben, sondern nur Informationen über Haltestellen, Umsteigemöglichkeiten und mögliche Baustellen[4].

ÖPNV-Beschleunigung[Bearbeiten]

Um den Chemnitzer Nahverkehr zu beschleunigen und attraktiver zu machen, planen CVAG und die Stadtverwaltung seit 2010 Streckenabschnitte von Bussen und Bahnen umzubauen.[5] Maßnahmen sollen sein: Zusätzliche Fahr-und Busspuren, die Anpassung sowie Verlängerung von Grünphasen und die Bevorzugung von Bussen und Bahnen an Ampelanlage. Geplant sind Abschnitte auf den ins Zentrum führenden Hauptverkehrsstraßen.
Als erster Streckenabschnitt wurde 2010/2011 die Zwickauer Straße zwischen Falkeplatz und Kappler Drehe für 500.000 € umgebaut. Seit August 2011 erhalten Busse und Bahnen auf diesem Abschnitt bei Annäherung an eine Kreuzung Vorfahrt vor dem Individualverkehr.[6] Zusätzlich wurde stadtauswärts eine Bus- und Fahrradspur angelegt. Nach Problemen im Bereich der Kreuzung Barbarossastraße wurde die Ampelschaltung geändert, um den teils neu entstandenen Staus entgegenzuwirken.
Als nächstes wurden schrittweise Ampelanlagen der Stadtbahnlinie 4 (Stollberger Straße) umgerüstet, jedoch wurde bekannt, dass aufgrund fehlender finanzieller Mittel der zukünftige Ausbau langsamer vorangeht.
An den Kreuzungen Bahnhof-/Annaberger Straße, Annaberger-/Annenstraße und Annen-/Reitbahnstraße wurde 2013 neue Technik installiert[7] und für 2014 ist die Modernisierung der Zentralhaltestelle geplant. Hier kommt es, besonders zu den Rendezvous, bei der Abfahrt zu Verzögerungen, da nicht alle Fahrzeuge in einer Grünphase die Kreuzung passieren können. Ebenfalls 2014 sollen Ampelanlagen auf der Leipziger Straße erneuert und an der Kreuzung Hartmann-/Leipziger Straße eine zusätzliche Rechtsabbiegespur gebaut werden.

Schwarzfahrer[Bearbeiten]

Im Jahr 2011 war Chemnitz die Stadt mit dem höchsten Schwarzfahreranteil in Deutschland. Über 6% der Fahrgäste fuhren ohne gültige Fahrkarte, was zu einem Einnahmeverlust von 1,35 Millionen Euro führte. Daraufhin wurden im Auftrag der CVAG mehr Kontrolleure eingesetzt, wodurch der Anteil der Schwarzfahrer auf zwischen 2 und 3 % zurückging.

Vordereinstieg[Bearbeiten]

Um den Schwarzfahreranteil noch weiter zu senken und den wirtschaftlichen Verlust zu minimieren, entschloss sich die CVAG 2013, dass ab 1. August Busfahrgäste nur noch beim Fahrer einsteigen können, um diesem ihre Fahrkarte zu zeigen oder eine zu kaufen. Sonderregelungen gibt es für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer, die auch weiterhin die zweite Tür zum Einsteigen nutzen können. Auch bei einer hohen Anzahl an Fahrgästen an einer Haltestelle ist es dem Busfahrer möglich, alle Türen zum Einsteigen zu öffnen. Die hinteren Türen dienen sonst nur noch dem Ausstieg.

Durch den Vordereinstieg senkte sich die Zahl der Schwarzfahrer auf 1% und der Fahrscheinverkauf beim Busfahrer stieg um ein Drittel. Auf ein Jahr gesehen sind Mehreinnahmen von circa 400.000 Euro zu erwarten, was dem Preis eines neuen Busses entspricht.[8]

Kritik[Bearbeiten]

Kurz nach Veröffentlichung der Pläne entfachte eine sehr starke Kritik gegen den Vordereinstieg,[9] die teilweise an der Ursache (dem Schwarzfahren) vorbei ging. Die Debatte, warum ein Vordereinstieg nötig wurde, entfiel komplett und wurde auch von der Presse nicht aufgegriffen. Befürchtungen gab es bezüglich Verspätungen,[10] die aufgrund des länger dauernden Vordereinstiegs auftreten können, besonders im Schüler- und Studentenverkehr. Gerade bei älteren Personen gab es die Angst, nicht rechtzeitig vor dem Abfahren des Busses einen Sitzplatz zu bekommen und beim Aussteigen einen längeren Weg durch den Bus laufen zu müssen.[11][12] Auch fühlten sich einige Personen wie Verbrecher behandelt, da sie der Annahme sind, dass alle unter den Generalverdacht des Schwarzfahrens gestellt werden, wenn sie vorn einsteigen müssen.

Realität[Bearbeiten]

Besonders anfangs kam es zu teils starken Verspätungen, die aber auch auf andere Ursachen zurückzuführen sind. Bedingt durch ein Hochwasser im Sommer 2013 gab es zum Zeitpunkt der Einführung des Vorneinstiegs eine sehr hohe Anzahl von Baustellen, wodurch Busse einzelner Linien, z. B. 21, häufig im Stau standen.[13] Auch die Befürchtung, dass es im Schüler- und Studentenverkehr zu großen Problemen kommt, bewahrheitete sich nicht.[14] Verspätungen gibt es aber dennoch vereinzelt. Besonders in Gelenkbussen bleiben Fahrgäste oft im vorderen Teil stehen und versperren den Weg in den hinteren leeren Teil des Busses.

In den Bussen werden durch Kontrolleure auch weiterhin Fahrscheine überprüft, da einige dem Fahrer bereits entwertete Fahrscheine zeigen, was dieser in der kurzen Zeit aber nicht erkennen kann und andere sich beim Aussteigen zu den hinteren Türen in den Bus drängeln, um nicht am Fahrer vorbei zu müssen.

Betriebshöfe[Bearbeiten]

Der Variobahn-Prototyp (Tw 601) an der Haltestelle „Südring“.

Straßenbahn[Bearbeiten]

In Chemnitz befinden sich zwei Straßenbahndepots. Im Straßenbahnbetriebshof in Chemnitz-Adelsberg befinden sich neben dem Hauptsitz der CVAG die Hauptwerkstatt der Straßenbahn, eine Abstellhalle, die Stromversorgung für die Straßenbahn, eine Unterflurradsatzprofiliermaschine sowie eine Waschanlage. Zusätzlich befindet sich in Altchemnitz noch die Abstellanlage Krenkelstraße, welche von 2009–2011 auf der Fläche des früheren Betriebshofes gebaut wurde.

Bus[Bearbeiten]

Busse werden auf dem Omnibusbetriebshof Werner-Seelenbinder-Straße abgestellt und gewartet. Dort befinden sich eine Verkehrsleitstelle und Einsatzleitung für den Bahn- und Busverkehr, Abstellhallen, eine Freiabstellfläche, eine Inspektionshalle, ein Werkstatt- und Sozialtrakt, ein Betriebsdienstgebäude, eine Waschanlage, eine Erdgastankstelle sowie eine Innen- und Außentankanlage.

Straßenbahnmuseum[Bearbeiten]

Im Straßenbahnmuseum Kappel befinden sich Straßenbahnfahrzeuge und Busse aus der gesamten Geschichte des Chemnitzer Nahverkehrs, insbesondere auch eine Sammlung von Schmalspurfahrzeugen. Von hier aus fahren auch Sonderbahnen bei besonderen Anlässen oder nach Anmeldung. Bis zur Errichtung des Betriebshofs Adelsberg befand sich hier die Hauptwerkstatt.

Bilder[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Trams in Chemnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bald freie Fahrt durch den Hauptbahnhof Pressemitteilung: CVAG.de 25. April 2014.
  2. Echtzeitauskunft
  3. Interaktiver Liniennetzplan
  4. CVAG Journal Ausgabe 3/2014
  5. Grit Baldauf: Chemnitz: Busse und Bahnen sollen schneller durch die Stadt kommen In: Freie Presse Chemnitz. 11. Februar 2011.
  6. Michael Brandenburg: Chemnitz: Grüne Welle für die Linie 1 In: Freie Presse Chemnitz. 23. August 2011.
  7. Straßenbahnen sollen schneller werden In: Freie Presse Chemnitz. 24. Mai 2013.
  8. Bis zu 400.000 Euro mehr durch Vordereinstieg. In: Blick Chemnitz. 27. November 2013.
  9. Arme Fahrgäste, arme Busfahrer. In: Freie Presse Chemnitz. Leserforum, 24. Juli 2013, S. 14. (nur über Freie Presse ePaper abrufbar)
  10. Grit Baldauf: Chemnitz: Fahrgäste dürfen nur noch vorn einsteigen. In: Freie Presse Chemnitz. 27. Juni 2013.
  11. CVAG will an Buseinstieg nicht rütteln. In: Blick Chemnitz. 7. Dezember 2013.
  12. CVAG redet sich Neuregelung schön. In: Freie Presse Chemnitz. Leserforum, 17. September 2013, S. 13. (nur über Freie Presse ePaper abrufbar)
  13. Grit Baldauf: Chemnitz: Weniger Schwarzfahrer in CVAG-Bussen. In: Freie Presse Chemnitz. 4. Oktober 2013.
  14. Grit Baldauf, Thimo Schumann, Florian Kistner: Schulbeginn: Neuer Bus-Einstieg im Härtetest. In: Freie Presse Chemnitz. 27. August 2013.