Variobahn
Die Variobahn (auch Variotram) ist eine Niederflur-Straßenbahn in Multigelenk-Ausführung mit schwebendem Mittelteil. Durch die Modularisierung ist die Variobahn in unterschiedlichen Längen, Wagenbreiten und Spurweiten, als Ein- oder Zweirichtungsfahrzeug und mit Ausrüstung nach EBO für den Einsatz auf Eisenbahnstrecken lieferbar, wie sie im Chemnitzer Modell und bei der Oberrheinischen Eisenbahn-Gesellschaft eingesetzt wird.
Das erste Fahrzeug wurde 1993 als Prototyp gebaut und wurde in Chemnitz als Wagennummer 601 eingesetzt.[1][2][3]
Der Antrieb erfolgt bei einigen Betrieben getriebelos mittels wassergekühlten Radnaben-Asynchronmotoren.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Entwicklung
Die ursprüngliche Entwicklung geht auf ABB Henschel zurück, die 1996 in Adtranz aufging und 2001 mit Bombardier Transportation fusionierte. Stadler Pankow übernahm im Rahmen dieser Fusion nicht nur das moderne Montagewerk in Berlin-Pankow, sondern erhielt auch die Lizenz zum Vertrieb und Bau der Variobahn.
[Bearbeiten] ABB Henschel bzw. Adtranz
ABB Henschel entwickelte den Prototyp der Variobahn für Chemnitz, der dort ab 1993 getestet wurde. Die Serienfahrzeuge folgten in den Jahren 1998 bis 2001. Der Prototyp in Chemnitz wurde bei einer zwischenzeitlichen Revision mit einer Klimaanlage nachgerüstet, wie sie auch die Serienfahrzeuge aufweisen.
Im Design sehr ähnlich gehaltene Fahrzeuge wurden auch an die Oberrheinische Eisenbahn und nach Sydney geliefert. Ein einzelner Prototyp ging nach Duisburg, der dort jedoch nur für kurze Zeit im Linieneinsatz war. Eine Serie von 40 Fahrzeugen, die in Kooperation mit dem finnischen Hersteller Transtech gebaut wurde, ging nach Helsinki.
[Bearbeiten] Bombardier
Nach der Übernahme von Adtranz durch Bombardier wurde aus kartellrechtlichen Gründen das Produkt Variobahn abgegeben. Die Lizenz für den Vertrieb und den Bau erhielt die Stadler Pankow GmbH. Die Variobahn durfte von Bombardier nicht mehr aktiv vermarktet werden. Bei allen nach 2001 erfolgten Lieferungen von Bombardier, handelt es sich um Optionseinlösungen, die im Rahmen von Bestellungen, der damaligen Adtranz, vereinbart worden waren.
[Bearbeiten] Stadler Rail
Im Jahr 2000 sollte das moderne Montagewerk in Pankow nach nur vier Jahren Betriebszeit geschlossen werden. Um den Standort und das vorhandene Know How zu erhalten, wurde ein Joint Venture zwischen Adtranz und Stadler gegründet, welches im Rahmen der Übernahme von Adtranz durch Bombardier im Jahr 2001 wieder aufgelöst wurde. Stadler Rail übernahm das Werk zu 100 %. Mit dieser hundertprozentigen Übernahme wurden einige Lizenzvereinbarungen getroffen - dies betraf auch die Variobahn.
Seit 2001 wird die Variobahn von der Stadler Pankow GmbH konstruiert, entwickelt und gebaut. Auch die Vermarktung der erfolgreichen Straßenbahn liegt allein bei Stadler. Der Erfolg der Variobahn stellte sich im Jahr 2005 ein. Die ersten Aufträge aus den Städten Bochum, Nürnberg und München füllten die Auftragsbücher. Graz, Mainz und Potsdam folgten.
Die Firma Stadler übernahm das Konzept und entwickelte ein neues Design. Dafür erhielt sie im Jahr 2006, mit dem Auftrag für die Bogestra, auch den Design Award.
[Bearbeiten] Betreiber und Einsatzgebiete
[Bearbeiten] Chemnitz
Neben dem Prototyp mit Fahrzeugnummer 601 betreibt die Chemnitzer Verkehrs AG noch 13 weitere Einrichtungswagen (Typ 6NGT-LDE, Betriebsnr. 601-614) sowie zehn Zweirichtungswagen (Typ 6NGT-LDZ, Nr. 901-910).[4] Die City-Bahn Chemnitz besitzt sechs Wagen vom Typ NGT6-LDZ (Nr. 411-416), die bei der CVAG gewartet werden. Die Wagen der City-Bahn sind mit Zugbeeinflussung (Indusi I60R), Zugbahnfunk und einem Signalhorn ausgestattet. Außerdem erreichen sie mit 80 km/h eine um 10 km/h höhere Maximalgeschwindigkeit im Vergleich zu den normalen Stadt-Bahnen.[5]
[Bearbeiten] Rhein-Neckar
Die ersten Variobahnen im Verkehrsgebiet Rhein-Neckar beschaffte die Oberrheinische Eisenbahn (OEG) ab 1996 (siehe entsprechender Unterabschnitt).
Im Jahr 1998 unternahmen die damals noch selbständigen Verkehrsbetriebe von Mannheim (MVV-Verkehr AG), Ludwigshafen (VBL), Oberrheinische Eisenbahn (OEG) und Heidelberg (HSB) den Vorstoß zur Beschaffung eines gemeinsamen Fahrzeugtyps. Im Vergleich zu einer OEG-Variobahn des Baujahrs 1996 wurden der Siemens-Combino-Prototyp und der Darmstädter Wagen 9864 des Herstellers Alstom auf verschiedenen Strecken aller beteiligten Betriebe getestet.
Die Ergebnisse der Probefahrten führten zur im Dezember 1998 zur Bestellung von zunächst 36 Variobahnen eines gemeinsamen Typs beim Hersteller ADtranz nach einem gemeinsamen Lastenheft.
Im Hinblick auf die netzweite Einsetzbarkeit wurde die Wagenbreite gegenüber den ersten OEG-Variobahnen aus dem Jahr 1996 um zehn Zentimeter auf 2,40 Meter zurückgenommen. Die gemeinsam bestellten Wagen tragen den Namen "Rhein-Neckar-Variobahn", das Außendesign wurde neu entworfen. Mit der Abkürzung "RNV" für die Fahrzeuge wurde die Bezeichnung des damals noch nicht existenten gemeinsamen Verkehrsbetriebs vorweggenommen. Sie gliedern sich in vier Varianten durch unterschiedliche Wagenlängen (fünfteilig oder siebenteilig) und die Ausführung als Ein- und Zweirichtungswagen (siehe Abschnitte Oberrheinische Eisenbahn, Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen).
Mit der Bestellung der ersten Fahrzeuge wurden außerdem umfangreiche Optionen auf weitere Fahrzeuge mit dem Hersteller ADtranz vereinbart. In zwei Optionslieferungen wurden bis Ende 2010 insgesamt 71 Fahrzeuge hergestellt. Als Rechtsnachfolger von ADtranz wurden sowohl die Erstlieferung als auch die Optionslieferungen durch den Hersteller Bombardier im Werk Bautzen gefertigt.[6]
Obwohl die RNV die Ablieferung von 71 Rhein-Neckar-Variobahnen gefeiert hat, war das Fahrzeug Nr. 4149 bisher noch nie im Rhein-Neckar-Dreieck. Es wurde im Herbst 2010 direkt aus dem Werk Bautzen nach Augsburg geliefert. Dort diente der Wagen als Versuchsträger zur berührungslosen Energieübertragung nach dem PRIMOVE-System. Er wurde zu diesem Zweck von der RNV an Bombardier zurückvermietet und entsprechend ausgerüstet. [7] Nach Abschluss der Versuche sollte der Wagen zur Serienausführung zurückgebaut und tatsächlich an die RNV geliefert werden. Da er im Werk Bautzen beim Hochwasser im August 2010 beschädigt wurde ist sein weiteres Schicksal noch unklar. [8]
Am 5. April 2011 gab die RNV die Einlösung einer erneuten Optionsbestellung über elf weitere Bahnen vom Typ RNV6ZR bekannt[9]
Während die 36 Fahrzeuge der Erstlieferung noch in den "Hausfarben" der einzelnen Verkehrsbetriebe abgeliefert wurden, erfolgte die Lieferung aller Optionsfahrzeuge in der RNV-Lackierung weiß / orange / blau. Alle 19 Fahrzeuge der zweiten Optionslieferung sind mit Energiespeichern "Mitrac Energy Saver" des Herstellers Bombardier ausgerüstet
[Bearbeiten] Oberrheinische Eisenbahn
Ab 1996 erhielt die damals noch eigenständige Oberrheinische Eisenbahn Gesellschaft (OEG) sechs fünfteilige Zweirichtungsfahrzeuge für den Verkehr im Städtedreieck Mannheim / Heidelberg / Weinheim mit den Wagennummern 117 bis 122, betriebliche Bezeichnung "V6". Sie sind im Außendesign den Chemnitzer Fahrzeugen sehr ähnlich, unterscheiden sich von diesen aber durch die Spurweite (1000 mm), die geringere Fahrzeugbreite (2,5 Meter) und die Anwendung durchgehender Achsen in den Antriebsfahrgestellen. Diese Fahrzeuge kommen heute auf der RNV-Linie 5 sowie auf den Streckenabschnitten zwischen Mannheim Hauptbahnhof und MA-Neuhermsheim / MA-Neuostheim und gelegentlich zwischen MA-Käfertal und Heddesheim zum Einsatz
Mit der Bestellung der Rhein-Neckar-Variobahnen im Jahr 1998 erhielt die OEG ab 2003 zehn fünfteilige, 30,5 Meter lange Zweirichtungswagen des Rhein-Neckar-Typs (Wagennummern 123 bis 132, betriebliche Bezeichnung "RNV6ZR"). Mit der ersten Optionslieferung kamen ab 2006 zehn weitere Fahrzeuge (Wagennummern 133 bis 142) in den Bestand. Die acht Wagen der zweiten Optionslieferung aus dem Jahr 2009 (Wagennummern 4143 bis 4150) wurden durch das Nachfolgeunternehmen RNV beschafft und sind mit Energiespeichern "MITRAC Energy Saver" ausgestattet.[10]
Als einzige Unterbauart der Rhein-Neckar-Variobahnen verfügen die Wagen vom Typ RNV6ZR über automatische Scharfenbergkupplungen zur Zugbildung. Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurden den Wagennummern der durch die OEG beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine "4" vorangestellt (Wagennummer 4117 bis 4142).
Das Einsatzgebiet dieser Fahrzeuge ist - gemeinsam mit den drei Mannheimer Wagen des gleichen Typs (Nr. 5761 bis 5763) schwerpunktmäßig die RNV-Linie 5 in Einzel- und Doppeltraktion. Einsätze im gesamten übrigen RNV-Liniennetz sind möglich und üblich.
[Bearbeiten] Heidelberg
Mit der Bestellung der Rhein-Neckar-Variobahnen im Jahr 1998 erhielt die HSB ab 2003 acht siebenteilige, knapp 40 Meter lange Zweirichtungswagen des Rhein-Neckar-Typs (Wagennummern 273 bis 280, betriebliche Bezeichnung "RNV8ZR").
Ab Dezember 2009 wurden in Heidelberg weitere acht Variobahnen aus der zweiten Optionslieferung (Wagennummern 3281 bis 3288) mit dem Energiespeicher-System MITRAC Energy Saver in Betrieb genommen. Sie wurden vom Nachfolgeunternehmen RNV beschafft.[11]
Die Fahrzeuge mit Energiespeichern können auf einer kurzen Strecke ohne Oberleitung verkehren und beziehen dann ihren Fahrstrom aus den Kondensatoren des Energiespeichers. Ein entsprechend ausgerüsteter Streckenabschnitt ist für eine Neubaustrecke im Bereich der Universität Heidelberg im "Neuenheimer Feld" geplant. Derzeit wird die Möglichkeit des Fahrleitungslosen Betriebs aber noch nicht planmäßig genutzt.[12] Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurden den Wagennummern der ersten acht Heidelberger Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV betriebsintern mittlerweile eine "3" vorangestellt. Die neuen Wagennummern (3273 bis 3280) wurden an diesen Fahrzeugen bisher jedoch noch nicht angeschrieben.
[Bearbeiten] Mannheim
Für den Einsatz im Stadtnetz Mannheim / Ludwigshafen erhielt die MVV Verkehr AG aus der gemeinsamen Bestellung des Rhein-Neckar-Typs zehn siebenteilige Einrichtungsfahrzeuge von ca 42 Metern Länge (Wagennummern 701 bis 710, betriebliche Bezeichnung "RNV8ER"). Wagen 701 wurde als erstes Fahrzeug des gemeinsamen Typs am 1. August 2002 im Bahnhof Mannheim-Seckenheim OEG während eines Festaktes in Empfang genommen und abgeladen.
Drei gleichartige Fahrzeuge (Nr. 711 bis 713) entstammen der ersten Optionslieferung und wurden im Mai 2007 in Betrieb genommen.[13] Dieser Lieferung entstammen auch drei fünfteilige, 30,5 Meter lange Zweirichtungsfahrzeuge vom Typ RNV6ZR (Wagen Nr 761 bis 763), die baugleich mit den an die OEG gelieferten Bahnen sind und mit diesen im Pool eingesetzt werden.[14]
Der zweiten Optionslieferung aus dem Jahr 2010 entstammen die Wagen Nr. 5714 bis 5716, die vom Nachfolgeunternehmen RNV beschafft wurden. Wie die übrigen Wagen dieser Lieferung sind sie mit Energiespeichern "MITRAC Energy Saver" ausgerüstet. Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurden den Wagennummern der durch die MVV Verkehr AG beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine "5" vorangestellt (Wagennummer 5701 bis 5713 und 5761 bis 5763). Das Einsatzgebiet der siebenteiligen Fahrzeuge sind schwerpunktmäßig die RNV-Linien 1, 3 und 4. Einsätze auf allen übrigen Linien im Verkehrsgebiet Mannheim / Ludwigshafen (außer Linie 5) sind möglich.
[Bearbeiten] Ludwigshafen
Für den Einsatz im Stadtnetz Mannheim / Ludwigshafen erhielten die Verkehrsbetriebe Ludwigshafen am Rhein GmbH im Jahr 2003 aus der gemeinsamen Bestellung des Rhein-Neckar-Typs acht fünfteilige Einrichtungsfahrzeuge von ca 30,5 Metern Länge (Wagennummern 215 bis 222, betriebliche Bezeichnung "RNV6ER"). Nachlieferungen dieses Typs aus Optionsbestellungen erfolgten bisher nicht.
Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurde den Wagennummern der durch die VBL beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine "2" vorangestellt (Wagennummer 2215 bis 2222). Die Fahrzeuge kommen im gesamten Verkehrsgebiet Mannheim / Ludwigshafen auf allen Linien, außer den Linien 4 und 5, zum Einsatz.
[Bearbeiten] Bochum/Gelsenkirchen
Die Bogestra Bochum/Gelsenkirchen hat dreißig Fahrzeuge bestellt. Am 5. März 2008 lieferte Stadler Rail die erste der 30 Variobahnen für die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) an die Betriebswerkstatt Gelsenkirchen aus; im Dezember 2011 wurde der letzte dieser dreißig Triebwagen ausgeliefert.[15] Zudem wurde eine Option auf 15 weitere Fahrzeuge eingelöst, deren Auslieferung zwischen 2013 und 2015 erfolgen soll.[16]
[Bearbeiten] Nürnberg
An die VAG Nürnberg wurden insgesamt acht Fahrzeuge geliefert. Wie auch in München mussten die Fahrzeuge allerdings wegen Zulassungsproblemen wieder aus dem Betrieb genommen werden. [17]
[Bearbeiten] München
Die MVG München hat bislang insgesamt 14 Fahrzeuge bestellt. Der erste Münchner Wagen Nr. 2301 wurde im September 2008 auf der Fachmesse Innotrans in Berlin präsentiert und sollte noch im gleichen Jahr geliefert werden. Die Variobahn erreichte München jedoch erst am 11. März 2009.[18] Am 19. März 2009 wurde der als S 1.4 bezeichnete Zug vom Münchner Oberbürgermeister Christian Ude der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 19. Juli 2010 gingen die Fahrzeuge wegen fehlender Zulassung bis auf weiteres außer Betrieb.[19] Zur Erprobung wurde von der MVG eine der 14 bestellten Variobahnen mit zusätzlichem Energiespeicher bestellt, die ebenfalls 2009 ausgeliefert werden soll. Mit diesem Speicher soll es möglich sein, eine Distanz von 900 bis 1000 Metern ohne Oberleitung zurückzulegen. Dies soll den Bau der Nordtangente durch den Englischen Garten ohne Installation einer Oberleitung ermöglichen.
[Bearbeiten] Graz
2007 konnte auch die Stadt Graz durch die Holding Graz Linien als neuer Kunde gewonnen werden. Bis zum Jahre 2015 sollen nach Graz insgesamt 45 Variobahnen in mehreren Tranchen geliefert werden. Derzeit sind 5 Variobahnen in Graz im Einsatz. Dabei sind Probleme hinsichtlich deutlich höherer Erschütterungen und Schallemissionen gegenüber den bisherigen Straßenbahngarnituren der Grazer Linien aufgetreten, welche seit Beginn 2011 gemeinsam mit dem Lieferanten Stadler untersucht wurden.[20] Als Ergebnis der Untersuchung wurden folgende Maßnahmen zur Senkung des Vibrations- und Geräuschpegels beschlossen: Weichere Primär- und Sekundärfedern im Lauffahrwerk, neue Räder mit weicherer Dämpfungscharakteristik und einem neuen Tilgersystem in Form dynamischer Dämpferelemente sowie Austausch der Metallelemente der Anlenkung gegen Polyurethan-Elemente. Das erste derart nachgebesserte Fahrzeug wird bis Frühjahr 2012 erprobt, bei Bewährung werden alle Grazer Variobahnen entsprechend umgerüstet bzw. geändert ausgeliefert.[21]
[Bearbeiten] Potsdam
Der Aufsichtsrat der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH entschied sich im Oktober 2008 zum Kauf vom 18 Variobahnen. Beginnend im ersten Halbjahr 2011 werden zunächst zehn Fahrzeuge geliefert, für die restlichen acht Fahrzeuge besitzt der ViP eine Option.[22] Das erste Fahrzeug wurde am 13. Mai 2011 bei einem feierlichen "Roll-In" übernommen.[23]Die Option für das nächste Los von vier weiteren Fahrzeugen hat die ViP im Sommer 2011 fristgerecht abgerufen. Der Abruf des noch fehlenden Loses von weiteren vier Fahrzeugen wird im Sommer 2012 erwartet.
[Bearbeiten] Mainz
Unterschrieben ist auch der Vertrag mit der Mainzer Verkehrsgesellschaft über die Lieferung von neun Fahrzeugen ab September 2011 und einer Option auf sechs weitere Fahrzeuge, die bei einer Realisierung der geplanten Netzerweiterung zum Tragen kommt. Die Bestellung erfolgte in Kooperation mit den Grazer Linien, hierdurch konnten sich die Mainzer einen Preisvorteil sichern, der erst die Neuanschaffung möglich machte.[24] Das erste Fahrzeug erreichte in der Nacht vom 8. auf den 9. September 2011 den Betriebshof der Mainzer Verkehrsgesellschaft. Es ist seit dem 19. Dezember 2011 im Linieneinsatz.[25]
[Bearbeiten] London
Am 18. August 2011 gab Transport for London die Vertragsunterzeichnung im Wert von 16,3 Millionen Pfund über 6 Variobahn-Fahrzeuge für das Stadtbahnnetz Tramlink Croydon im Süden der Stadt bekannt. Die 32 m langen Fahrzeuge entsprechen denen der Stadtbahn Bergen. Das erste Fahrzeug soll Anfang 2012 geliefert werden und im Frühling in Betrieb gehen.[26] Die ersten drei Garnituren werden von einer eingelösten Option für Bergen abgezweigt.
[Bearbeiten] Typenüberblick
| Betreiber |
Ort | Land | Hersteller |
Baujahr |
Fzg-Nr. | Anz. |
Typ*1 |
Spur mm |
Länge in m |
Breite in m |
Strom V DC |
NF*2 | Werk | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| CVAG | Chemnitz | Deutschland | ABB Henschel/ Adtranz |
1993 1999-2000 1998-2000 |
601 602-614 901-910 |
24 | ER ER ZR |
1.435 | 31,38 | 2,65 | 600 | 100% | Wilhelmsruh (601), Bautzen | 601 Prototyp Achsfolge: Bo+2+Bo |
| City Bahn | Chemnitz | Deutschland | Adtranz | 2001 | 411-416 | 6 | ZR | 1.435 | 31,38 | 2,65 | 600/750 | 100% | Bautzen | EBO-tauglich |
| HSB | Heidelberg | Deutschland | Bombardier Bombardier |
2002-2003 2009-2010 |
273-280 3281-3288 |
16 | ZR | 1.000 | 39,42 | 2,40 | 750 | 70% | Bautzen | |
| VBL[27] | Ludwigshafen | Deutschland | Bombardier | 2003 | 2215-2222 | 8 | ER | 1.000 | 30,53 | 2,40 | 750 | 70% | Bautzen | |
| MVV | Mannheim | Deutschland | Bombardier Bombardier Bombardier Bombardier |
2002-2003 2007 2010 2007 |
5701-5710 5711-5713 5714-5716 5761-5763 |
19 | ER ER ER ZR |
1.000 | 42,78 42,78 42,78 30,53 |
2,40 | 750 | 70% | Bautzen | EBO-tauglich |
| OEG[28] | Mannheim | Deutschland | Adtranz Bombardier Bombardier Bombardier Bombardier |
1996 2002 2006 2010 ab 2012 |
4117-4122 4123-4132 4133-4142 4143-4150 4151-4161 |
45 | ZR | 1.000 | 32,20 30,53 30,53 30,53 30,53 |
2,50 2,40 2,40 2,40 2,40 |
750 | 70% | Bautzen | EBO-tauglich |
| Metro Light Rail[29] |
Sydney | Australien | Adtranz | 1997 | 2101-2107 | 7 | ZR | 1.435 | 29 | 2,7 | 750 | 300 mm, 100% | Dande- nong |
|
| DVG | Duisburg | Deutschland | Adtranz | 1996 | 2000 | 1 | ZR | 1.435 | 2,3 | 100% | nur 1 Fz. beschafft | |||
| HKL[30] | Helsinki | Finnland | Adtranz Transtech |
1999-2003 | 201-240 | 40 | ER | 1.000 | 24,4 | 2,3 | 600 | 100% | Otanmäki | |
| Bogestra | Bochum | Deutschland | Stadler | 2008-2011 2013-2015 |
501-530 531-545 |
30 15 |
ZR | 1.000 | 29,62 | 2,30 | 600/750 | 350 mm, 100% | Pankow | |
| VAG[31] | Nürnberg | Deutschland | Stadler | 2007-2009 | 1201-1208 | 8 | ER | 1.435 | 33,94 | 2,30 | 600 | 350 mm, 100% | Pankow | |
| MVG | München | Deutschland | Stadler | 2008-2011 | 2301-2304 2311-2320 |
14 | ER | 1.435 | 33,94 | 2,30 | 750 | 100% | Pankow | Option auf 8 St. |
| Graz AG VB | Graz | Österreich | Stadler | 2009- | 201- | 45 | ER | 1.435 | 27,468 | 2,30 | 600 | 350 mm, 100% | Pankow | |
| Bybanen | Bergen | Norwegen | Stadler | 2009-2010 2011-2012 |
201-212 213-217 |
12 5 |
ZR | 1.435 | 32,18 | 2,65 | 750 | 350 mm, 100% | Pankow | Option auf 15 St. |
| ViP[32] | Potsdam | Deutschland | Stadler | ab 2011 | 421-430 | 14 | ER | 1.435 | 29,62 | 2,30 | 600 | 350 mm, 100% | Pankow | Option auf 4 St. |
| MVG | Mainz | Deutschland | Stadler | ab 2011 | 217-225 | 9 | ER | 1.000 | 30,068 | 2,30 | 600 | 350 mm, 100% | Pankow | Option auf 6 St. |
| TfL | London | Großbritannien | Stadler | ab 2011 | 2554- | 6 | ZR | 1.435 | 32,37 | 2,65 | 750 | 385 mm, 100% | Pankow | Option auf 8 St. |
*1 Fahrzeugtyp: ER = Einrichtungs-Fahrzeug, ZR = Zweirichtungs-Fahrzeug
*2 Niederfluranteil
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Martin Pabst: Straßenbahn- und Stadtbahnfahrzeuge, GeraMond-Verlag, 2007, ISBN 978-3-7654-7371-5
- ↑ Informationsblatt der CVAG Chemnitz von 1993 - Seite 1
- ↑ Informationsblatt der CVAG Chemnitz von 1993 - Seite 2
- ↑ Variobahn Chemnitz. CVAG, abgerufen am 2. Februar 2010.
- ↑ Die Variobahn NGT6-LDZ. City-Bahn, abgerufen am 2. Februar 2010.
- ↑ Pressemitteilung RNV, 2. Dezember 2010: Letzte Niederflur-Straßenbahn für die Rhein-Neckar-Region ausgeliefert
- ↑ Webseite der Stadtwerke Augsburg: Oberleitungsfreie Straßenbahn
- ↑ Märkische Oderzeitung, 9. August 2010: Hochwasser beschädigt Bombardier-Werk
- ↑ Pressemitteilung RNV, 5. April 2011: RNV erweitert Bombardier-Flotte auf insgesamt 82 Straßenbahnen
- ↑ Pressemitteilung RNV, 21. Dezember 2009: Erste RNV-Energiespeicherbahnen gehen in den Einsatz
- ↑ Pressemitteilung Bombardier, 18. Dezember 2009: Neue Bombardier Straßenbahnen der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH gehen mit innovativem Energiespeicher an den Start
- ↑ Pressemitteilung RNV, 21. Dezember 2009: Erste RNV-Energiespeicherbahnen gehen in den Einsatz
- ↑ Pressemitteilung RNV, 27. Juli 2006: Die Fahrzeugflotte mit Niederflurkomfort auf Erweiterungskurs
- ↑ Pressemitteilung RNV, 14. Juni 2007: Neue Fahrzeugfamilie bietet mehr Komfort für ÖPNV-Kunden
- ↑ Erste Serie komplett – 30. Variobahn bei BOGESTRA eingetroffen. Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, 8. Dezember 2011, abgerufen am 29. Dezember 2011.
- ↑ Bogestra löst Option auf 15 Variobahnen ein. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 24. Juni 2010, abgerufen am 19. Juli 2010.
- ↑ Auch Nürnberg nimmt die Variobahn aus dem Verkehr. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 21. Juli 2010, abgerufen am 23. Juli 2010.
- ↑ Die Variobahn ist in München. Tramgeschichten, 11. März 2009, abgerufen am 12. März 2009.
- ↑ München: Variobahnen gehen vorübergehend aus dem Betrieb. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 18. Juli 2010, abgerufen am 19. Juli 2010.
- ↑ Kleine Zeitung, 7. März 2011: www.kleinezeitung.at
- ↑ Eisenbahn Österreich, 12/2011, Seite 612: Stadler-Probleme in Österreich vor der Lösung?
- ↑ Potsdam bestellt 19 Straßenbahnen bei Stadler. Potsdamer Neuste Nachrichten, 20. Januar 2009, abgerufen am 5. Februar 2009.
- ↑ Pressemitteilung ViP 13. Mai 2011: "Roll-in" für die erste Variobahn in Potsdam
- ↑ Neue Straßenbahnen bieten mehr Komfort. Mainzer Allgemeine Zeitung, abgerufen am 26. Dezember 2009.
- ↑ Pressemitteilung der Mainzer Verkehrsgesellschaft
- ↑ Transport for London – Tramlink to aid regeneration of Croydon Abgerufen am 21. August 2011.
- ↑ Fahrzeugliste VBL
- ↑ Fahrzeugliste MVV OEG AG
- ↑ Light Rail Tech Sheet
- ↑ Datenblatt Variobahn Helsinki auf der Seite der Finnish Tramway Society
- ↑ VAG Unternehmen / Fahrzeuge / Straßenbahn
- ↑ Stefan Klotz: Niederflurstraßenbahn Typ Variobahn für die Verkehrsbetriebe Potsdam VIP. Stadtwerke Potsdam GmbH, 30. Januar 2009, abgerufen am 15. Dezember 2011 (PDF (143,86 KB)).