Variobahn

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Variobahn in Helsinki (2004)
Variobahn in Sydney (2005)
Variobahn in Bergen (2010)

Die Variobahn (auch Variotram) ist ein Niederflur-Straßenbahn-Fahrzeugtyp in Multigelenk-Ausführung mit schwebendem Mittelteil. Durch die Modularisierung ist die Variobahn in unterschiedlichen Längen, Wagenbreiten und Spurweiten, als Ein- oder Zweirichtungsfahrzeug und mit Ausrüstung nach EBO für den Einsatz auf Eisenbahnstrecken lieferbar, wie sie im Chemnitzer Modell und bei der Oberrheinischen Eisenbahn-Gesellschaft eingesetzt wird.

Das erste Fahrzeug wurde 1993 als Prototyp gebaut und in Chemnitz als Wagennummer 601 eingesetzt.[1][2]

Der Antrieb erfolgt bei einigen Betrieben getriebelos mittels wassergekühlten Radnaben-Asynchronmotoren.

Entwicklung[Bearbeiten]

Die ursprüngliche Entwicklung geht auf ABB Henschel zurück, die 1996 in Adtranz aufging und 2001 mit Bombardier Transportation fusionierte. Stadler Pankow übernahm im Rahmen dieser Fusion nicht nur das moderne Montagewerk in Berlin-Pankow, sondern erhielt auch die Lizenz zum Vertrieb und Bau der Variobahn.

ABB Henschel bzw. Adtranz[Bearbeiten]

ABB Henschel entwickelte den Prototyp der Variobahn für Chemnitz, der dort ab 1993 getestet wurde. Die Serienfahrzeuge folgten in den Jahren 1998 bis 2001. Der Prototyp in Chemnitz wurde bei einer zwischenzeitlichen Revision mit einer Klimaanlage nachgerüstet, wie sie auch die Serienfahrzeuge aufweisen.

Im Design sehr ähnlich gehaltene Fahrzeuge wurden auch an die Oberrheinische Eisenbahn und nach Sydney geliefert. Ein einzelner Prototyp ging nach Duisburg, der dort jedoch nur für kurze Zeit im Linieneinsatz war. Eine Serie von 40 Fahrzeugen, die in Kooperation mit dem finnischen Hersteller Transtech gebaut wurde, ging nach Helsinki.

Bombardier[Bearbeiten]

Nach der Übernahme von Adtranz durch Bombardier wurde aus kartellrechtlichen Gründen das Produkt Variobahn abgegeben. Die Lizenz für den Vertrieb und den Bau erhielt die Stadler Pankow GmbH. Die Variobahn durfte von Bombardier nicht mehr aktiv vermarktet werden. Bei allen nach 2001 erfolgten Lieferungen von Bombardier handelt es sich um Optionseinlösungen, die im Rahmen von Bestellungen bei der damaligen Adtranz vereinbart worden waren.

Stadler Rail[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 sollte das moderne Montagewerk in Pankow nach nur vier Jahren Betriebszeit geschlossen werden. Um den Standort und das vorhandene Know-How zu erhalten, wurde ein Joint Venture zwischen Adtranz und Stadler gegründet, welches im Rahmen der Übernahme von Adtranz durch Bombardier im Jahr 2001 wieder aufgelöst wurde. Stadler Rail übernahm das Werk zu 100 %. Mit dieser hundertprozentigen Übernahme wurden einige Lizenzvereinbarungen getroffen - dies betraf auch die Variobahn.

Seit 2001 wird die Variobahn von der Stadler Pankow GmbH konstruiert, entwickelt und gebaut. Auch die Vermarktung des erfolgreichen Straßenbahn-Fahrzeugtyps liegt allein bei Stadler. Der Erfolg der Variobahn stellte sich im Jahr 2005 ein. Die ersten Aufträge aus den Städten Bochum, Nürnberg und München füllten die Auftragsbücher. Graz, Mainz und Potsdam folgten.

Die Firma Stadler übernahm das Konzept und entwickelte ein neues Design. Dafür erhielt sie im Jahr 2006, mit dem Auftrag für die Bogestra, auch den Design Award.

Betreiber und Einsatzgebiete[Bearbeiten]

Chemnitz[Bearbeiten]

Prototyp der Variobahn in Chemnitz

Neben dem Prototyp mit Fahrzeugnummer 601 betreibt die Chemnitzer Verkehrs AG noch 13 weitere Einrichtungswagen (Typ 6NGT-LDE, Betriebsnr. 601–614) sowie zehn Zweirichtungswagen (Typ 6NGT-LDZ, Nr. 901–910).[3] Die City-Bahn Chemnitz besitzt sechs Wagen vom Typ NGT6-LDZ (Nr. 411–416), die bei der CVAG gewartet werden. Die Wagen der City-Bahn sind mit Zugbeeinflussung (Indusi I60R), Zugbahnfunk und einem Signalhorn ausgestattet. Außerdem erreichen sie mit 80 km/h eine um 10 km/h höhere Maximalgeschwindigkeit im Vergleich zu den normalen Stadtbahn-Wagen.[4]

Rhein-Neckar[Bearbeiten]

Die ersten Variobahnen im Verkehrsgebiet Rhein-Neckar beschaffte die Oberrheinische Eisenbahn (OEG) ab 1996 (siehe entsprechender Unterabschnitt).

Im Jahr 1998 unternahmen die damals noch selbständigen Verkehrsbetriebe von Mannheim (MVV Verkehr AG), Ludwigshafen (VBL), Oberrheinische Eisenbahn (OEG) und Heidelberg (HSB) den Vorstoß zur Beschaffung eines gemeinsamen Fahrzeugtyps. Im Vergleich zu einer OEG-Variobahn des Baujahrs 1996 wurden der Siemens-Combino-Prototyp und der Darmstädter Wagen 9864 des Herstellers Alstom auf verschiedenen Strecken aller beteiligten Betriebe getestet.

Die Ergebnisse der Probefahrten führten im Dezember 1998 zur Bestellung von zunächst 36 Variobahnen eines gemeinsamen Typs beim Hersteller ADtranz nach einem gemeinsamen Lastenheft.

Im Hinblick auf die netzweite Einsetzbarkeit wurde die Wagenbreite gegenüber den ersten OEG-Variobahnen aus dem Jahr 1996 um zehn Zentimeter auf 2,4 Meter zurückgenommen. Die gemeinsam bestellten Wagen tragen den Namen Rhein-Neckar-Variobahn, das Außendesign wurde neu entworfen. Mit der Abkürzung RNV für die Fahrzeuge wurde die Bezeichnung des damals noch nicht existenten gemeinsamen Verkehrsbetriebs vorweggenommen. Sie gliedern sich in vier Varianten durch unterschiedliche Wagenlängen (fünfteilig oder siebenteilig) und die Ausführung als Ein- und Zweirichtungswagen (siehe Abschnitte Oberrheinische Eisenbahn, Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen).

Mit der Bestellung der ersten Fahrzeuge wurden außerdem umfangreiche Optionen auf weitere Fahrzeuge mit dem Hersteller ADtranz vereinbart. In zwei Optionslieferungen wurden bis Ende 2013 insgesamt 83 Fahrzeuge hergestellt. Als Rechtsnachfolger von ADtranz wurden sowohl die Erstlieferung als auch die Optionslieferungen durch den Hersteller Bombardier im Werk Bautzen gefertigt.[5]

Obwohl die RNV im Jahr 2010 die Ablieferung von 71 Rhein-Neckar-Variobahnen gefeiert hatte, gelangte das Fahrzeug Nr. 4149 damals nicht ins Rhein-Neckar-Dreieck. Es wurde im Herbst 2010 direkt aus dem Werk Bautzen nach Augsburg geliefert. Dort diente der Wagen als Versuchsträger zur berührungslosen Energieübertragung nach dem PRIMOVE-System. Er wurde zu diesem Zweck von Bombardier entsprechend ausgerüstet.[6] Nach Abschluss der Versuche sollte der Wagen zur Serienausführung zurückgebaut und an die RNV geliefert werden. Da er im Werk Bautzen beim Hochwasser im August 2010 beschädigt wurde, wurde er jedoch nicht von der RNV übernommen.[7] Im Jahr 2013 wurde er dennoch nach Mannheim geliefert, verbleibt aber im Eigentum der Herstellerfirma, die ihn zeitweise als Versuchsträger nutzt. Außerhalb dieser Zeiten steht er der RNV als Fahrschulwagen zur Verfügung, wofür er entsprechend ausgerüstet wurde. Zur Unterscheidung von den Linienfahrzeugen erhielt er die abweichende Betriebsnummer 4349.

Am 5. April 2011 gab die RNV die Einlösung einer erneuten Optionsbestellung über elf weitere Fahrzeuge vom Typ RNV6ZR bekannt, ein zwölfter Wagen wurde in dieser Bauserie als Ersatz für den zunächst nicht übernommenen Wagen 4149 mitgeliefert.[8]

Während die 36 Fahrzeuge der Erstlieferung noch in den „Hausfarben“ der einzelnen Verkehrsbetriebe abgeliefert wurden, erfolgte die Lieferung aller Optionsfahrzeuge in der RNV-Lackierung weiß / orange / blau. Alle Fahrzeuge der zweiten und dritten Optionslieferungen sind mit Energiespeichern Mitrac Energy Saver des Herstellers Bombardier ausgerüstet.

Oberrheinische Eisenbahn[Bearbeiten]

OEG-Variobahn der ersten Serie in Mannheim (1996)

Ab 1996 erhielt die damals noch eigenständige Oberrheinische Eisenbahn Gesellschaft (OEG) sechs fünfteilige Zweirichtungsfahrzeuge für den Verkehr im Städtedreieck Mannheim / Heidelberg / Weinheim mit den Wagennummern 117–122, betriebliche Bezeichnung V6. Sie sind im Außendesign den Chemnitzer Fahrzeugen sehr ähnlich, unterscheiden sich von diesen aber durch die Spurweite (1000 mm), die geringere Fahrzeugbreite (2,5 Meter) und die Anwendung durchgehender Achsen in den Antriebsfahrgestellen. Diese Fahrzeuge kommen heute auf der RNV-Linie 5 sowie auf den Streckenabschnitten zwischen Mannheim Hauptbahnhof und MA-Neuhermsheim / MA-Neuostheim und gelegentlich zwischen MA-Käfertal und Heddesheim zum Einsatz.

Mit der Bestellung der Rhein-Neckar-Variobahnen im Jahr 1998 erhielt die OEG ab 2003 zehn fünfteilige, 30,5 Meter lange Zweirichtungswagen des Rhein-Neckar-Typs (Wagennummern 123–132, betriebliche Bezeichnung RNV6ZR). Mit der ersten Optionslieferung kamen ab 2006 zehn weitere Fahrzeuge (Wagennummern 133–142) in den Bestand. Die acht Wagen der zweiten Optionslieferung aus dem Jahr 2009 (Wagennummern 4143–4150) wurden durch das Nachfolgeunternehmen RNV beschafft und sind mit Energiespeichern MITRAC Energy Saver ausgestattet.[9]. Entgegen der Bestellung wurde der Wagen 4149 zunächst nicht an die RNV ausgeliefert, da er im Herstellerwerk in Bautzen einen Hochwasserschaden erlitten hatte. Er diente stattdessen zeitweilig in Augsburg als Versuchsträger für kontaktlose Energieübertragung nach dem System Primove. Als dritte und letzte Optionslieferung wurden zwischen Januar und Juli 2013 zwölf weitere Fahrzeuge geliefert (Wagennummern 4151–4162). Eines dieser Fahrzeuge wurde als Ersatz für den zunächst nicht übernommenen Wagen 4149 gebaut.

Als einzige Unterbauart der Rhein-Neckar-Variobahnen verfügen die Wagen vom Typ RNV6ZR über automatische Scharfenbergkupplungen zur Zugbildung. Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurden den Wagennummern der durch die OEG beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine 4 vorangestellt (Wagennummer 4117–4142).

Das Einsatzgebiet dieser Fahrzeuge ist - gemeinsam mit den drei Mannheimer Wagen des gleichen Typs (Nr. 5761–5763) schwerpunktmäßig die RNV-Linie 5 in Einzel- und Doppeltraktion. Einsätze im gesamten übrigen RNV-Liniennetz sind möglich und üblich.

Heidelberg[Bearbeiten]

Mit der Bestellung der Rhein-Neckar-Variobahnen im Jahr 1998 erhielt die Straßenbahn Heidelberg ab 2003 acht siebenteilige, knapp 40 Meter lange Zweirichtungswagen des Rhein-Neckar-Typs (Wagennummern 273–280, betriebliche Bezeichnung RNV8ZR).

Ab Dezember 2009 wurden in Heidelberg weitere acht Variobahnen aus der zweiten Optionslieferung (Wagennummern 3281–3288) mit dem Energiespeicher-System MITRAC Energy Saver in Betrieb genommen. Sie wurden vom Nachfolgeunternehmen RNV beschafft.[10]

Die Fahrzeuge mit Energiespeichern können auf einer kurzen Strecke ohne Oberleitung verkehren und beziehen dann ihren Fahrstrom aus den Kondensatoren des Energiespeichers. Ein entsprechend ausgerüsteter Streckenabschnitt ist für eine Neubaustrecke im Bereich der Universität Heidelberg im "Neuenheimer Feld" geplant. Derzeit wird die Möglichkeit des Fahrleitungslosen Betriebs aber noch nicht planmäßig genutzt.[11] Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurde den Wagennummern der ersten acht Heidelberger Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine 3 vorangestellt (Wagennummern 3273–3280).

Mannheim[Bearbeiten]

Für den Einsatz im Stadtnetz Mannheim / Ludwigshafen erhielt die MVV Verkehr AG aus der gemeinsamen Bestellung des Rhein-Neckar-Typs zehn siebenteilige Einrichtungsfahrzeuge von ca. 42 Metern Länge (Wagennummern 701–710, betriebliche Bezeichnung RNV8ER). Wagen 701 wurde als erstes Fahrzeug des gemeinsamen Typs am 1. August 2002 im Bahnhof Mannheim-Seckenheim OEG während eines Festaktes in Empfang genommen und abgeladen.

Drei gleichartige Fahrzeuge (Nr. 711–713) entstammen der ersten Optionslieferung und wurden im Mai 2007 in Betrieb genommen.[12] Dieser Lieferung entstammen auch drei fünfteilige, 30,5 Meter lange Zweirichtungsfahrzeuge vom Typ RNV6ZR (Wagen Nr. 761–763), die baugleich mit den an die OEG gelieferten Bahnen sind und mit diesen im Pool eingesetzt werden.[13]

Der zweiten Optionslieferung aus dem Jahr 2010 entstammen die Wagen Nr. 5714–5716, die vom Nachfolgeunternehmen RNV beschafft wurden. Wie die übrigen Wagen dieser Lieferung sind sie mit Energiespeichern MITRAC Energy Saver ausgerüstet. Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurden den Wagennummern der durch die MVV Verkehr AG beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine 5 vorangestellt (Wagennummer 5701–5713 und 5761–5763). Das Einsatzgebiet der siebenteiligen Fahrzeuge sind schwerpunktmäßig die RNV-Linien 1, 3 und 4. Einsätze auf allen übrigen Linien im Verkehrsgebiet Mannheim/Ludwigshafen (außer Linie 5) sind möglich.

Ludwigshafen[Bearbeiten]

Rhein-Neckar-Variobahn der VBL in Ludwigshafen (2003)

Für den Einsatz im Stadtnetz Mannheim/Ludwigshafen erhielten die Verkehrsbetriebe Ludwigshafen am Rhein GmbH im Jahr 2003 aus der gemeinsamen Bestellung des Rhein-Neckar-Typs acht fünfteilige Einrichtungsfahrzeuge von ca. 30,5 Metern Länge (Wagennummern 215–222, betriebliche Bezeichnung RNV6ER). Nachlieferungen dieses Typs aus Optionsbestellungen erfolgten bisher nicht.

Entsprechend ihrem Einsatzstandort wurde den Wagennummern der durch die VBL beschafften Fahrzeuge in der gemeinsamen Nummerierung der RNV mittlerweile eine 2 vorangestellt (Wagennummer 2215–2222). Die Fahrzeuge kommen im gesamten Verkehrsgebiet Mannheim/Ludwigshafen auf allen Linien, außer den Linien 4 und 5, zum Einsatz.

Bochum/Gelsenkirchen[Bearbeiten]

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (Bogestra) hat dreißig Fahrzeuge bestellt. Am 5. März 2008 lieferte Stadler Rail die erste der 30 Variobahnen für die Bogestra an die Betriebswerkstatt Gelsenkirchen aus; im Dezember 2011 wurde der letzte dieser dreißig Triebwagen ausgeliefert.[14] Zudem wurde eine Option auf 15 weitere Fahrzeuge eingelöst, deren Auslieferung 2013 begonnen hat.[15]

Nürnberg[Bearbeiten]

An die VAG Nürnberg wurden insgesamt acht Fahrzeuge geliefert. Wie auch in München mussten die Fahrzeuge allerdings wegen Zulassungsproblemen wieder aus dem Betrieb genommen werden. Mittlerweile sind sie wieder im Einsatz[16]

München[Bearbeiten]

Variobahn-Wagen 2302 in München (2012)

Die MVG München hat bislang insgesamt 14 Fahrzeuge bestellt. Der erste Münchner Wagen Nr. 2301 wurde im September 2008 auf der Fachmesse InnoTrans in Berlin präsentiert und sollte noch im gleichen Jahr geliefert werden. Der Variobahn-Wagen erreichte München jedoch erst am 11. März 2009.[17] Am 19. März 2009 wurde der als S 1.4 bezeichnete Zug vom Münchner Oberbürgermeister Christian Ude der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 19. Juli 2010 gingen die Fahrzeuge wegen fehlender Zulassung bis auf weiteres außer Betrieb.[18] Zum Fahrplanwechsel Dezember 2011 erteilte die Regierung von Oberbayern kurzfristig eine vorläufige Betriebsgenehmigung.[19] Aufgrund von technischen Problemen an den Rädern mussten die Züge bereits im März 2012 wieder außer Betrieb genommen werden. Die Gummikörper zwischen Radreifen und Radscheibe weisen bei allen Bahnen Risse auf und gelten als Serienschaden.[20][21] Die MVG plant daher eine Option für weitere Bestellungen nicht zu nutzen.[22] [23] Eine vorläufige Betriebserlaubnis wurde bis zum 31. Mai 2013 erteilt.[24]

Zur Erprobung wurde von der MVG eine der 14 bestellten Variobahn-Wagen mit zusätzlichem Energiespeicher bestellt, die bis 2010 ausgeliefert wurde. Mit diesem Speicher soll es möglich sein, eine Distanz von 900–1000 Metern ohne Oberleitung zurückzulegen. Dies soll den Bau der Nordtangente durch den Englischen Garten ohne Installation einer Oberleitung ermöglichen.[25] Allerdings kann ohne die Betriebserlaubnis für die Variobahnen auch kein Testbetrieb stattfinden, bei dem es insbesondere auch um die starken Steigungen in dem Abschnitt der Nordtangente geht.[26] Ein Akku-Betrieb auf ebener Strecke über 18,98 km wurde am 23. Mai 2011 bei Velten erfolgreich absolviert[27], der Weltrekord bestätigt.[28]

Graz[Bearbeiten]

Variobahn-Wagen in Graz (2011)

2007 konnte auch die Stadt Graz durch die Holding Graz Linien als neuer Kunde gewonnen werden. Bis zum Jahre 2015 sollen nach Graz insgesamt 45 Variobahn-Wagen in mehreren Tranchen geliefert werden. Derzeit sind sechs Variobahnen in Graz im Einsatz. Dabei sind Probleme hinsichtlich deutlich höherer Erschütterungen und Schallemissionen gegenüber den bisherigen Straßenbahngarnituren der Grazer Linien aufgetreten, welche seit Beginn 2011 gemeinsam mit dem Lieferanten Stadler untersucht wurden.[29] Als Ergebnis der Untersuchung wurden folgende Maßnahmen zur Senkung des Vibrations- und Geräuschpegels beschlossen: Weichere Primär- und Sekundärfedern im Lauffahrwerk, neue Räder mit weicherer Dämpfungscharakteristik und einem neuen Tilgersystem in Form dynamischer Dämpferelemente sowie Austausch der Metallelemente der Anlenkung gegen Polyurethan-Elemente. Das erste derart nachgebesserte Fahrzeug wird bis Frühjahr 2012 erprobt, bei Bewährung werden alle Grazer Variobahn-Wagen entsprechend umgerüstet bzw. geändert ausgeliefert.[30]

Potsdam[Bearbeiten]

Variobahn-Wagen in Potsdam (2011)

Der Aufsichtsrat der ViP Verkehrsbetrieb Potsdam GmbH entschied sich im Oktober 2008 zum Kauf vom 18 Variobahn-Wagen. Beginnend im ersten Halbjahr 2011 wurden zunächst zehn Fahrzeuge geliefert, für die restlichen acht Fahrzeuge besitzt die ViP eine Option.[31] Das erste Fahrzeug wurde am 13. Mai 2011 bei einem feierlichen "Roll-In" übernommen.[32]Die Option für das nächste Los von vier weiteren Fahrzeugen hat die ViP im Sommer 2011 fristgerecht abgerufen. Der Abruf des noch fehlenden Loses von weiteren vier Fahrzeugen wurde am 26. Januar 2012 durch ViP-Geschäftsführer Martin Grießner angekündigt.[33] Er wird im Sommer 2012 erwartet.

Mainz[Bearbeiten]

Unterschrieben ist auch der Vertrag mit der Mainzer Verkehrsgesellschaft über die Lieferung von neun Fahrzeugen ab September 2011 und einer Option auf sechs weitere Fahrzeuge, die bei einer Realisierung der geplanten Netzerweiterung zum Tragen kommt. Die Bestellung erfolgte in Kooperation mit den Grazer Linien, hierdurch konnten sich die Mainzer einen Preisvorteil sichern, der erst die Neuanschaffung möglich machte.[34] Das erste Fahrzeug erreichte in der Nacht vom 8. auf den 9. September 2011 den Betriebshof der Mainzer Verkehrsgesellschaft. Es ist seit dem 19. Dezember 2011 im Linieneinsatz.[35]

London[Bearbeiten]

Am 18. August 2011 gab Transport for London die Vertragsunterzeichnung im Wert von 16,3 Millionen Pfund über 6 Variobahn-Fahrzeuge für das Stadtbahnnetz Tramlink Croydon im Süden der Stadt bekannt. Die 32 m langen Fahrzeuge entsprechen denen der Stadtbahn Bergen. Das erste Fahrzeug soll Anfang 2012 geliefert werden und im Frühjahr in Betrieb gehen.[36] Die ersten drei Garnituren werden von einer eingelösten Option für Bergen abgezweigt.

Typenüberblick[Bearbeiten]

Betreiber
Ort Land Hersteller
Baujahr
Fzg-Nr. Anz.
Typ*1
Spur
mm
Länge
in m
Breite
in m
Strom
V DC
NF*2 Werk Sonstiges
CVAG Chemnitz Deutschland ABB
Henschel/
Adtranz
1993
1999/2000
1998–2000
601
602–614
901–910
24 ER
ER
ZR
1.435 31,38 2,65 600 100 % Wilhelmsruh (601), Bautzen 601 Prototyp
Achsfolge:
Bo+2+Bo
City Bahn Chemnitz Deutschland Adtranz 2001 411–416 6 ZR 1.435 31,38 2,65 600/750 100 % Bautzen EBO-tauglich
RNV (ehem. HSB) Heidelberg Deutschland Bombardier
Bombardier
2002/2003
2009/2010
3273–3280
3281–3288
16 ZR 1.000 39,42 2,4 750 70 % Bautzen
RNV (ehem. VBL)[37] Ludwigshafen Deutschland Bombardier 2003 2215–2222 8 ER 1.000 30,53 2,4 750 70 % Bautzen
RNV (ehem. MVV) Mannheim Deutschland Bombardier
Bombardier
Bombardier
Bombardier
2002/2003
2007
2010
2007
5701–5710
5711–5713
5714–5716
5761–5763
19 ER
ER
ER
ZR
1.000 42,78
42,78
42,78
30,53
2,4 750 70 % Bautzen EBO-tauglich
RNV (ehem. OEG)[38] Mannheim Deutschland Adtranz
Bombardier
Bombardier
Bombardier
Bombardier
Bombardier
1996
2002
2006
2010
2010
2013
4117–4122
4123–4132
4133–4142
4143–4148
4150, 4349
4151–4162
46 ZR 1.000 32,20
30,53
30,53
30,53
30,53
30,53
2,5
2,4
2,4
2,4
2,4
2,4
750 70 % Bautzen EBO-tauglich;
4349 Fahrschulwagen
in Bombardier-Eigentum
Metro
Light Rail[39]
Sydney Australien Adtranz 1997 2101–2107 7 ZR 1.435 29 2,7 750 300 mm, 100 % Dande-
nong
DVG Duisburg Deutschland Adtranz 1996 2000 1 ZR 1.435 2,3 100 % nur 1 Fz. beschafft
HKL[40] Helsinki Finnland Adtranz
Transtech
1999–2003 201–240 40 ER 1.000 24,4 2,3 600 100 % Otanmäki
Bogestra Bochum und Gelsenkirchen Deutschland Stadler 2008–2011
2013–2015
501–530
531–545
30
15
ZR 1.000 29,62 2,3 600/750 350 mm, 100 % Pankow
VAG[41] Nürnberg Deutschland Stadler 2007–2009 1201–1208 8 ER 1.435 33,94 2,3 600 350 mm, 100 % Pankow
MVG München Deutschland Stadler 2008–2011 2301–2304
2311–2320
14 ER 1.435 33,94 2,3 750 100 % Pankow Option auf 8 St.
Holding Graz Linien Graz Österreich Stadler 2009– 201– 45 ER 1.435 27,468 2,3 600 350 mm, 100 % Pankow
Bybanen Bergen Norwegen Stadler 2009/2010
2011–2012
201–212
213–217
12
5
ZR 1.435 32,18 2,65 750 350 mm, 100 % Pankow Option auf 15 St.
ViP[42] Potsdam Deutschland Stadler ab 2011 421–438 18 ER 1.435 29,62 2,3 600 350 mm, 100 % Pankow
MVG Mainz Deutschland Stadler ab 2011 217–225 9 ER 1.000 30,068 2,3 600 350 mm, 100 % Pankow Option auf 6 St.
TfL London Großbritannien Stadler ab 2011 2554– 6 ZR 1.435 32,37 2,65 750 385 mm, 100 % Pankow Option auf 8 St.

*1 Fahrzeugtyp: ER = Einrichtungs-Fahrzeug, ZR = Zweirichtungs-Fahrzeug
*2 Niederfluranteil

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Pabst: Straßenbahn- und Stadtbahnfahrzeuge, GeraMond-Verlag, 2007, ISBN 978-3-7654-7371-5
  2. Informationsblatt der CVAG Chemnitz von 1993: Vorderseite und Rückseite (PDF)
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVariobahn Chemnitz. CVAG, abgerufen am 2. Februar 2010.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDie Variobahn NGT6-LDZ. City-Bahn, abgerufen am 2. Februar 2010.
  5. Pressemitteilung RNV, 2. Dezember 2010: Letzte Niederflur-Straßenbahn für die Rhein-Neckar-Region ausgeliefert
  6. Webseite der Stadtwerke Augsburg: Oberleitungsfreie Straßenbahn
  7. Märkische Oderzeitung, 9. August 2010: Hochwasser beschädigt Bombardier-Werk
  8. Pressemitteilung RNV, 5. April 2011: RNV erweitert Bombardier-Flotte auf insgesamt 82 Straßenbahnen
  9. Pressemitteilung RNV, 21. Dezember 2009: Erste RNV-Energiespeicherbahnen gehen in den Einsatz
  10. Pressemitteilung Bombardier, 18. Dezember 2009: Neue Bombardier Straßenbahnen der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH gehen mit innovativem Energiespeicher an den Start
  11. Pressemitteilung RNV, 21. Dezember 2009: Erste RNV-Energiespeicherbahnen gehen in den Einsatz
  12. Pressemitteilung RNV, 27. Juli 2006: Die Fahrzeugflotte mit Niederflurkomfort auf Erweiterungskurs
  13. Pressemitteilung RNV, 14. Juni 2007: Neue Fahrzeugfamilie bietet mehr Komfort für ÖPNV-Kunden
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatErste Serie komplett – 30. Variobahn bei BOGESTRA eingetroffen. Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, 8. Dezember 2011, abgerufen am 29. Dezember 2011.
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBogestra löst Option auf 15 Variobahnen ein. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 24. Juni 2010, abgerufen am 19. Juli 2010.
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAuch Nürnberg nimmt die Variobahn aus dem Verkehr. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 21. Juli 2010, abgerufen am 23. Juli 2010.
  17. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDie Variobahn ist in München. Tramgeschichten, 11. März 2009, abgerufen am 12. März 2009.
  18. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMünchen: Variobahnen gehen vorübergehend aus dem Betrieb. Eisenbahnjournal Zughalt.de, 18. Juli 2010, abgerufen am 19. Juli 2010.
  19. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVariobahn offenbar kurz vor der Zulassung. MVG, 9. Dezember 2011, abgerufen am 29. Mai 2012 (PDF; 52 kB).
  20. Zurück aufs Abstellgleis. In: Süddeutsche Zeitung. 27. März 2012, abgerufen am 24. September 2012.
  21. MVG-Fahrplan 2013: Volle Kraft voraus! 5. September 2012, abgerufen am 24. September 2012.
  22. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVariobahn: Herstellerfirma Stadler wegen Serienschaden in der Pflicht. MVG, 26. März 2012, abgerufen am 29. Mai 2012 (PDF; 53 kB).
  23. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatProbleme bei der MVG - Gesucht: gebrauchte Trambahnen. Süddeutsche Zeitung, 29. Mai 2012, abgerufen am 29. Mai 2012.
  24. Variobahn: Vorläufige Zulassung verlängert. 31. August 2012, abgerufen am 24. September 2012.
  25. Die Akku-Alternative. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Mai 2011, abgerufen am 24. September 2012.
  26. Neue Tramzüge stehen ungenutzt im Depot. In: Süddeutsche Zeitung. 4. November 2010, abgerufen am 24. September 2012.
  27. Variobahn 2301 auf Weltrekordfahrt. 25. Mai 2011, abgerufen am 24. September 2012.
  28. Neuer Guinness-Weltrekord Titel: Stadler Variobahn fährt Weltrekord mit Batterie. 16. August 2011, abgerufen am 24. September 2012.
  29. Kleine Zeitung, 7. März 2011: www.kleinezeitung.at
  30. Eisenbahn Österreich, 12/2011, Seite 612: Stadler-Probleme in Österreich vor der Lösung?
  31. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPotsdam bestellt 19 Straßenbahnen bei Stadler. Potsdamer Neuste Nachrichten, 20. Januar 2009, abgerufen am 5. Februar 2009.
  32. Pressemitteilung ViP 13. Mai 2011: "Roll-in" für die erste Variobahn in Potsdam
  33. ViP stockt auf 18 Variobahnen auf - Märkische Allgemeine vom 27. Januar 2012
  34. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatNeue Straßenbahnen bieten mehr Komfort. Mainzer Allgemeine Zeitung, abgerufen am 26. Dezember 2009.
  35. Pressemitteilung der Mainzer Verkehrsgesellschaft
  36. Transport for London – Tramlink to aid regeneration of Croydon Abgerufen am 21. August 2011.
  37. Fahrzeugliste VBL
  38. Fahrzeugliste MVV OEG AG
  39. Light Rail Tech Sheet (PDF; 349 kB)
  40. Datenblatt Variobahn Helsinki auf der Seite der Finnish Tramway Society
  41. VAG Unternehmen / Fahrzeuge / Straßenbahn
  42. Stefan Klotz: Niederflurstraßenbahn Typ Variobahn für die Verkehrsbetriebe Potsdam VIP. Stadtwerke Potsdam GmbH, 30. Januar 2009, abgerufen am 15. Dezember 2011 (PDF (143,86 KB)).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Variobahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien