Polskie Linie Lotnicze LOT

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Polskie Linie Lotnicze LOT
Logo der LOT
Boeing 787-8 der LOT
IATA-Code: LO
ICAO-Code: LOT
Rufzeichen: POLLOT
Gründung: 1929
Auflösung: 1939
Neugründung: 1945
Sitz: Warschau, PolenPolen Polen
Drehkreuz:

Warschau

Heimatflughafen:

Warschau

Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung: Sebastian Mikosz
Mitarbeiterzahl: 2.028[1] (2014)
Umsatz: PLN 3.467,5 Millionen[1] (2012)
Fluggastaufkommen: 5 Millionen[2] (2014)
Allianz: Star Alliance
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 37 (+ 2 Bestellungen)
Ziele: National und international
Website: lot.com

Die Polskie Linie Lotnicze LOT S.A. (poln. für „Polnische Luftfahrtlinien FLUG AG“), kurz LOT, ist die größte polnische Fluggesellschaft mit Sitz in Warschau und Basis auf dem dortigen Chopin-Flughafen. Sie ist Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance.

Geschichte[Bearbeiten]

Anfangszeit[Bearbeiten]

1928 wurde durch die Entscheidung des polnischen Luftfahrtministeriums, dass alle privaten Flugunternehmen, insbesondere die aktiven Aero und Aerolot (vormals Aerolloyd) sowie weitere in der Gründungsphase befindliche Unternehmen in einer staatlichen Fluggesellschaft zusammenzufassen sind, der Grundstein zur Entstehung der Linje Lotnicze LOT Sp. z o. o.[3] gelegt. Am 1. Januar 1929 nahm die Fluggesellschaft ihren Betrieb auf und im Mai desselben Jahres wurde Polskie dem Namen des Unternehmens hinzugefügt. Gestartet wurde mit 16 von der Aerolot übernommenen Junkers F 13 und sechs von Aero bestellten, aber nicht mehr übernommenen Fokker F.VIIA. Später kamen noch in Lizenz gebaute F.VIIB sowie das polnische Muster PWS-24 hinzu. Als Heimatbasis dienten die Warschauer Flughäfen Mokotów (von 1925 bis 1934) und von 1934 bis in die heutige Zeit Okęcie. Am 1. April 1930 eröffnete die LOT mit der Stecke Lemberg–Czerniowce–Bukarest die erste Auslandslinie. Es folgten Athen, Beirut und Helsinki. Im selben Jahr wurde die LOT in den internationalen Dachverband für Luftfahrtgesellschaften IATA aufgenommen.

Für den Geschäftsflugverkehr beschaffte die LOT 1931 eine Gipsy Moth, ersetzte sie aber später durch eine RWD-5 und schließlich eine RWD-13.

Eine Douglas DC-2 der LOT in den 1930er Jahren

In den Jahren 1935 bis 1939 modernisierte man die Flotte. Die verbliebenen neun Junkers F 13 gab man in Verrechnung gegen eine Junkers Ju 52 nach Dessau ab. Darüber hinaus wurden als US-amerikanische Flugzeugmuster mit einziehbarem Fahrwerk Douglas DC-2 (3), Lockheed 10A Electra (10) und Lockheed 14 Super Electra (10) beschafft. Diese Flugzeuge verkürzten die Reisezeit erheblich, außerdem konnte nun auch bei schwierigen Wetterbedingungen geflogen werden. Die LOT benutzte unter anderem ab Mitte der 1930er Jahre das ZZ-Instrumentenlandeverfahren. Allerdings wurden, bedingt durch den riskanteren Allwetter-Flugbetrieb, insgesamt sechs moderne Flugzeuge bei verschiedenen Unfällen zerstört, wobei die ersten Todesopfer in der zivilen polnischen Verkehrsluftfahrt zu beklagen waren. Bis 1938 wurden die Fokker F.VII beider Versionen sowie die PWS-24 nach und nach aus dem Passagierverkehr zurückgezogen, einzelne Maschinen wurden jedoch für Luftbild-Photogrammetrieflüge umgerüstet. 1938 wurde eine erste Serie von vier polnischen PZL PZL.44 Wicher bestellt, die Bestellung jedoch kurz vor Ausbruch des Krieges im gegenseitigen Einvernehmen storniert.

Im Jahr 1938 wurde die Gesellschaft in Polskie Linie Lotnicze LOT umbenannt, da sich in Polen die Rechtschreibregeln in diesem Jahr geändert hatten.

Direkt vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden die folgenden Linien betrieben:

Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges stellte man den Flugbetrieb ein und löste das Unternehmen auf. Anfang September 1939 wurden die meisten flugtauglichen Flugzeuge der LOT nach Rumänien evakuiert. Durch Bombardements wurden sämtliche Flugzeughallen und Flughafengebäude sowie die in Reparatur oder Wartung befindlichen Flugzeuge zerstört. Die nach Rumänien evakuierten Flugzeuge wurden sämtlich fiktiv nach Großbritannien (an Imperial Airways) verkauft, um eine Internierung als polnisches Regierungseigentum zu vermeiden und die Flugzeuge gegebenenfalls zu militärischen Zwecken wie Truppentransporte weiternutzen zu können. Dennoch wurde ihr Weiterflug Richtung Großbritannien über die Türkei durch die rumänischen Behörden verhindert, da Großbritannien inzwischen auch in den Krieg eingetreten war. In ähnlicher Weise wurde ein Flugzeug (Lockheed 14H SP-BPN) in Estland beschlagnahmt. Drei Lockheed 14H konnten rechtzeitig aus Polen über Schweden nach Großbritannien ausgeflogen werden, zwei davon wurden an BOAC ausgeliehen. Die Ausreise des LOT-Flugpersonals aus Rumänien nach Großbritannien und Frankreich gelang jedoch. Viele Piloten, darunter der erfahrene polnische Verkehrspilot Kazimierz Burzyński, schlossen sich der Polnischen Luftwaffe in Großbritannien an und flogen Transportflugzeuge.[4]

Reaktivierung nach dem Krieg[Bearbeiten]

Tupolew Tu-134 der LOT (1985)

Nach dem Krieg entschloss sich der Staat durch einen Zwangsbetrieb Anfang 1945 das Unternehmen als eine Sp. z o. o. (entspricht einer GmbH) unter der Führung des Generaldirektors Wojciech Zieliński (in der Vorkriegszeit Prokurist der LOT) zu reaktivieren. Am 18. Juli 1945 entschied der Ministerrat, die LOT in ein Staatsunternehmen umzustrukturieren. Folglich wurde die Sp. z o. o. am 30. September aus dem Handelsregister gestrichen und am Folgetag ein staatliches Unternehmen Polskie Linie Lotnicze LOT - Przedsiębiorstwo Państwowe (entspricht einem VEB) eingetragen. Nach Erhalt von Lissunow Li-2 (anfangs zehn Maschinen) und Douglas DC-3 (bis zu neun Maschinen) konnte der Betrieb zum 1. April national (mit Li-2) mit der Linie Warschau–Danzig und zum 11. Mai 1946 international (mit DC-3) von Warschau zu den Flughäfen Berlin, Paris, Stockholm und Prag wieder aufgenommen werden. In den folgenden Jahren erweiterte man die Luftflotte neben russischen (Iljuschin Il-12, Iljuschin Il-14) um französische (Sud-Est SE.161), amerikanische (Convair CV 240) und britische (Vickers Viscount) Flugzeugmuster.

1955 beförderte man den einmillionsten Fluggast seit Wiederaufnahme des Flugbetriebs.[5]

Polens politische und wirtschaftliche Abhängigkeit von der Sowjetunion zwang die LOT Mitte der 1960er Jahre, alle noch verbliebenen Flugzeugtypen westlicher Hersteller auszumustern, da die Ersatzteilbeschaffung für die alternden Maschinen wegen dem chronischen Mangel an Devisen immer schwieriger wurde. Es kamen nur noch Flugzeuge sowjetischer Hersteller wie Iljuschin Il-18, Iljuschin Il-62, Tupolew Tu-134 und Antonow An-24 zum Einsatz.

1963 wurden zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg außereuropäische Ziele angeflogen, zuerst Kairo, danach Bagdad, Beirut, Bengasi, Damaskus und Tunis. Mit der Iljuschin Il-62 konnten erstmals transatlantische Ziele wie Montréal und New York (zunächst Charter, später Linie) bedient werden. 1967 beförderte die LOT auf dem zu diesem Zeitpunkt 38.000 km umfassenden Streckennetz 680.000 Passagiere.[6]

1976 flog man den Flughafen Bangkok (über Dubai und Mumbai) an, das erste Ziel im Fernen Osten.

1978 entwarfen die Künstler Roman Duszek und Andrzej Zbrożek das noch bis 2012 genutzte Design der Flugzeuge: überwiegend weiß, vorne am Rumpf die Aufschrift LOT in kursiver Schrift, das Leitwerk ist in Blau gehalten zeigt einen Kranich und die polnische Flagge.

Zwischen 1980 und 1981 brach der Flugbetrieb infolge der politischen Probleme in Polen völlig zusammen. Erst 1984 beruhigte sich die Lage und erste internationale Ziele wie New York konnten wieder angeflogen werden.

Ausflottung sowjetischer Flugzeugmuster[Bearbeiten]

Die Entscheidung, Iljuschin Il-18 und Tupolew Tu-134 auszuflotten, wurde 1986 getroffen. Gleichzeitig wurden Flugzeuge des Musters Tupolew Tu-154 angeschafft und nach und nach auf den europäischen Linien und in den Nahen Osten eingesetzt.

1988 wurde die bis dato längste Flugstrecke Warschau–Singapur in Betrieb genommen.

Ebenfalls 1988 wurde nach einem Vorstandsbeschluss damit begonnen, die bislang aus sowjetischer Produktion stammenden Flugzeuge durch modernere westliche Maschinen zu ersetzen. Grund war der Fall des Eisernen Vorhangs, weshalb die LOT sich dem internationalen Wettbewerb stellen musste. Begonnen wurde im April 1989 mit dem Kauf von Boeing 767-200ER (eine dritte Maschine kam 1990 zur Flotte). Des Weiteren kamen 1991 ATR 72-200, im Dezember 1992 Boeing 737-500 und im April 1993 Boeing 737-400 zur Flotte.

Neuere Entwicklungen[Bearbeiten]

Im November 1992 wurden zum ersten Mal Anteile des Unternehmens auf dem Aktienmarkt veräußert. Im selben Jahr führte die LOT das Vielfliegerprogramm LOT Voyager ein. 1993 entstanden an einigen Flughäfen Polens neue Verbindungen ins europäische Ausland (wie etwa KatowiceFrankfurt). 1994 unterzeichnete American Airlines mit der LOT ein Codeshare-Abkommen. Laut einem IATA-Bericht verfügte die LOT in jenem Jahr über die jüngste Flotte aller IATA-Mitglieder weltweit.

1999 unterzeichnete die LOT einen Vertrag zur Bestellung von Flugzeugen des Typs Embraer ERJ 145. Damit sollte gewährleistet werden, insgesamt mehr Flüge zu absolvieren und Warschau mehrmals täglich mit den größten Städten Europas zu verbinden. Im selben Jahr trat die LOT in den weltweiten Fluggesellschaftenverbund The Qualiflyer Group ein.

Geschäftsberichte der Jahre 2003-2005 im Vergleich
2003 2004 2005
Einnahmen aus der Basistätigkeit

(Netto aus dem Verkauf) (Mio. PLN)

2857 2914,2 2771,7
Ergebnis für die Basistätigkeit

(Netto aus dem Verkauf) (Mio. PLN)

7,2 −14,3 91,9
Ergebnis Netto (Mio. PLN) −109 18 88,6
Anzahl der beförderten Passagiere: 3 742 075 4 022 542 3 578 202
davon Linienflüge:

-Ausland

-Inland

3 372 298

2 553 134

819 164

3 601 995

2 733 788

868 207

3 553 681

2 749 453

804 221

davon Charterflüge: 369 777 420 547 24 521
Gütertransport (Tsd. t): 21,5 21,8 20,5
Ehemalige Boeing 737-400 der LOT in früherer Lackierung

Der bisherige Heimatflughafen Warschau-Okęcie wurde im Jahr 2000 umstrukturiert und zum Hub der Fluggesellschaft ausgebaut. Somit war es möglich, aus dem Flughafen ein Drehkreuz herzustellen und nationale wie internationale Transitpassagiere zu transportieren. Neben weiteren neuen Zielen wie Zagreb und Tallinn wurden der Fluggesellschaft elf neue Flugzeuge (acht ERJ-145 und drei B737-500) geliefert. Dies war für die LOT ein neuer Rekord, niemals zuvor waren so viele neue Flugzeuge innerhalb eines Jahres in Dienst gestellt worden.

2001 konnten auf den Flügen erstmals drei Millionen Passagiere empfangen werden. Auch in diesem Jahr wurde das Streckennetz erweitert (z.B. Odessa).

2002 wurde die Allianz The Qualifier Group von den Fluggesellschaften aufgelöst. Deshalb versuchte die LOT, sich einer Allianz anzuschließen. Dies geschah in Form eines Codeshare-Abkommens mit der Lufthansa, was den Weg zur Star Alliance ebnete. Im selben Jahr wurde ein Vertrag zum Kauf von fünf ATR-42 (Serie 500) unterzeichnet.

Seit dem 26. Oktober 2003 ist die LOT das 15. Mitglied der internationalen Luftfahrt-Allianz Star Alliance. Seit Januar 2003 war sie bereits vollintegriertes Mitglied im Vielfliegerprogramm Miles & More der Lufthansa. Im selben Jahr entschloss sich die LOT zum Kauf von Flugzeugen des Typs Embraer 170. Aufgrund der Star Alliance folgten weitere Codeshare-Verträge unter anderem mit United Airlines und All Nippon Airways.

2004 nahm die LOT als erste Fluggesellschaft der Welt den Embraer 170 in Besitz. Erster Flug des Flugzeugtyps war Warschau–Wien. Im selben Jahr wurde das 75-jährige Bestehen der Fluggesellschaft gefeiert; zur Feier wurden Briefmarken, FDC-Briefumschläge und ein Album herausgebracht. In dem Jahr nahmen vier Millionen Kunden die Dienste der LOT in Anspruch. Außerdem wurde damit begonnen, für Inlandsflüge Tickets auch elektronisch im Internet als Etix zu verkaufen.

2005 gab die LOT den Kauf von Flugzeugen des Typs Boeing 787 bekannt. 2006 nahm sie die ersten vier Maschinen des Typs Embraer 175 in die Flotte auf. Im November 2008 verließen die beiden Boeing 767-200ER die Flotte, um Kosten zu sparen.

Im Jahr 2009 beförderte die LOT 4,1 Millionen Passagiere. Im selben Jahr wurde der Anteil des Syndikus der mittlerweile im Konkurs stehenden SAirLines B.V. (25,1 %) vom Ministerium für Staatsvermögen zurückgekauft. Die Anteile an der Fluggesellschaft hatten nun der Staat (93,1 %) und die Mitarbeiter der LOT (6,93 %).

Zum Unternehmen gehört auch die Fluggesellschaft EuroLOT. Die Tochtergesellschaft verleast derzeit zwei Embraer 175 an die polnische Luftwaffe für den VIP-Transport, die so den Verlust einer ihrer Tu-154M beim Absturz in Smolensk kompensiert. Der Leasingvertrag läuft bis 2013, eine Maschine wurde entsprechend der anderen VIP-Maschinen der polnischen Luftwaffe umlackiert.[7]

Ehemalige Boeing 767-300ER der LOT in Star Alliance-Sonderlackierung

Die ehemalige Billigfluggesellschaft Centralwings, 2004 von der LOT gegründet, musste im Juni 2009 Insolvenz anmelden. Im selben Monat nahm allerdings LOT Charters den Flugbetrieb auf. Diese Fluggesellschaft führt Ferien- und Charterflüge mit derzeit vier ehemaligen Boeing 737-400 der Muttergesellschaft durch. Die Registrierungen lauten SP-LLE, SP-LLF, SP-LLG[8] und SP-LLK. Die Flugzeuge, die ausschließlich über Economy-Class-Sitzplätze verfügen, sind im Schnitt etwa 16 Jahre alt.

Turkish Airlines kündigte im Mai 2010 Interesse an einem Kauf der LOT an,[9] die deutsche Lufthansa zeigte sich erstmals im September 2010 öffentlich an einem Kauf interessiert.[10]

Gegenwart[Bearbeiten]

Im Juni 2011 wurde im Rahmen der Präsentation einer Boeing 787-8, welche die LOT zur Auslieferung ab 2012 bestellt hatte, eine neue Lackierung für die Flotte vorgestellt. Zudem verfügen diese neuen Maschinen erstmals über eine zusätzliche Premium-Economy-Klasse.[11]

Im Jahr 2011 konnte die LOT ihre Verluste auf 34,7 Millionen Euro reduzieren.[12] Anfang 2012 wurde bekannt, dass die LOT bis Mai 2012 dennoch verkauft werden sollte, da der Airline sonst der Bankrott drohe.[13]

Am 14. November 2012 erhielt die LOT nach einer mehrmonatigen Verzögerung[14] als erste europäische Fluggesellschaft ihre erste neue Boeing 787-8 Dreamliner.[15]

Im September 2013 wurde bekannt gegeben, dass die Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen Erfolge zeigten und man daher den zweiten Teil eines staatlichen Hilfspakets nicht in Anspruch nehmen werde. Zeitgleich wurde zur Optimierung des Streckennetzes die Streichung einiger wirtschaftlich unattraktiver Routen bekanntgegeben; Flüge nach Düsseldorf, Stuttgart und Zürich sollten zum kommenden Winterflugplan entfallen.[16]

Verwaltung[Bearbeiten]

Der Sitz der LOT in Warschau
Kabine einer Boeing 787-8 der LOT

Aktueller Vorstand[Bearbeiten]

Der Vorstand setzt sich aus den folgenden Personen zusammen (2013):[17]

  • Sebastian Mikosz (Vorsitzender)
  • Tomasz Balcerzak (Vorstandsmitglied der LOT für Finanzen und Wirtschaft)
  • Krzysztof Zbroja (Vertreter der LOT-Angestellten)

Direktoren (1929–1992)[Bearbeiten]

  • Tomasz Turbiak (1929–1930)
  • Wacław Makowski (1930–1939)
  • Wojciech Zieliński (1945–1947)
  • Czesław Mankiewicz (1947–1950)
  • Sergiusz Minorski (1950–1957)
  • Andrzej Skala (1957–1959)
  • Jan Krzywicki (1959–1963)
  • Jan Zwierzyński (1963–1969)
  • Włodzimierz Wilanowski (1969–1980)
  • Józef Kowalski (1981–1986)
  • Jerzy Słowiński (1986–1990)
  • Bronisław Klimaszewski (1990–1992)

Vorstandsvorsitzende (seit 1992)[Bearbeiten]

  • Jan Litwinski (1992 – März 2003)
  • Marek Grabarek (April 2003 – Oktober 2005)
  • Krzysztof Kapis (März 2006 – Februar 2007)
  • Marek Mazur (März 2007)
  • Piotr Siennicki (April 2007 – März 2009)
  • Sebastian Mikosz (März 2009 – September 2010)
  • Zbigniew Mazur (September 2010 – November 2010)
  • Marcin Piróg (November 2010 – Februar 2013)
  • Sebastian Mikosz (11. Februar 2013 – amtierend)

Flugziele[Bearbeiten]

LOT bedient unter anderem zahlreiche polnische Städte (z.T. durch Eurolot betrieben). Es werden mehrere Städte in Europa, Kanada, den USA sowie in Asien angeflogen. Im deutschsprachigen Raum werden Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Wien,Genf und Zürich angeflogen.[18]

Im Inland werden alle wichtigen Flughäfen neben der LOT von der Regionaltochter euroLOT angeflogen. In Kooperation mit einigen europäischen, amerikanischen und asiatischen Fluggesellschaften bietet die LOT per Codeshare weitere Ziele an. Dieses wird durch die Mitgliedschaft der LOT im Luftfahrtbündnis Star Alliance zusätzlich gestärkt.

Flotte[Bearbeiten]

Eine Boeing 737-400 der LOT
Eine Embraer 195 der LOT

Mit Stand November 2014 besteht die Flotte der LOT aus 37 Flugzeugen[19] mit einem Durchschnittsalter von 5,7 Jahren[20]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt Anmerkungen Sitzplätze[21] 1
(Business/Eco+/Eco)
Boeing 737-400 03 Ausmusterung bis vsl. Ende 2016 162 (27/18/117)
Boeing 787-8 06 2 Erste Auslieferung am 14. November 2012;[15] LOT war europäischer Erstkunde der 787 252 (18/21/213)
Embraer 170 10 SP-LDC und SP-LDK in Star Alliance-Sonderlackierung 70 (14/10/46)
Embraer 175 12 SP-LII in 600th E-Jet-Sonderlackierung, SP-LIE in Retrolackierung ; 1 betrieben durch Eurolot 82 (22/10/50)
Embraer 195 06 112 (20/12/80)
Gesamt 37 2
1 Bei Regional- und Kurzstreckenflügen wird nur die Economy Class angeboten

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • „Beste Fluglinie in Mittel- und Osteuropa“ (Leserumfrage des britischen Magazins „Business Traveller” in den Jahren 2010, 2007, 2006, 2005, 2004, 2003, 2002, 2001, 2000, 1999, 1998)
  • „Superbrands“ – Preis für wirkungsvolles Marketing, verliehen durch die polnische Ausgabe von Superbrands 2005
  • „Wirtschaftspreis des Präsidenten der Republik Polen“ – Preis 2004 verliehen für den besonderen Beitrag bei der Annäherung der Polen an die Völker Europas und der Welt. Diese Auszeichnung haben nur elf weitere polnische Unternehmen erhalten.
  • „Beste Fluglinie in Mittel- und Osteuropa“ – OAG in den Jahren 2002, 2001
  • „Marke des Vertrauens“ – in der Umfrage des Magazins Reader’s Digest in den Jahren 2002, 2001
  • „Beste Fluglinie in Mittel- und Osteuropa in der Business Class“ – im britischen Magazin „Business Travel World” in den Jahren 1999, 1998, 1997, 1996
  • „Zertifikat Markenfirma“ vergeben durch das Institut für Polnische Marken im Jahr 2000
  • 2. Platz auf dem Festival für Marketing CLIO in San Francisco im Jahr 1995 in der Kategorie gedruckte Werbung aus dem Bereich Touristik. Slogan: „Poland is free. The flight very reasonable“

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Entführungen[Bearbeiten]

Da es in der Geschichte der LOT immer wieder zu Flugzeugentführungen kam, die zum Ziel hatten, in West-Berlin oder anderen Teilen der BRD zu landen, verstand man in Berlin unter dem Kürzel „LOT“ auch „Landet Ooch (in) Tempelhof“. In diesem Zusammenhang gelangte der Fall vom 30. August 1978 zu Berühmtheit. An diesem Tage wurde eine Tu-134 auf dem Weg von Danzig nach Ost-Berlin von einem Mann entführt, der mit einer Pistole bewaffnet war. Neben ihm selbst baten acht weitere Passagiere in West-Berlin um politisches Asyl. Wie sich hinterher herausstellte, handelte es sich bei der Waffe um eine Wasserpistole, so dass der Entführer mit einer milden Strafe von nur neun Monaten Haft davonkam.

Flugunfälle[Bearbeiten]

Insgesamt hat die LOT seit ihrer Gründung 29 Flugzeuge verloren. Dabei sind 395 Personen ums Leben gekommen.

  • 1. Dezember 1936: Eine Lockheed L-10A (SP-AYB) stürzte bei Malakasa bei schlechten Wetterbedingungen nach einem Pilotenfehler ab. Ein Pilot kam ums Leben.
  • 28. Dezember 1936: Eine Lockheed L-10A (SP-AYA) stürzte wegen Vereisung bei Tomaszów Lubelski ab, ein Pilot und zwei Fluggäste starben.[22]
  • 11. November 1937: Während des Anflugs auf den Flughafen Warschau ohne Erdsicht nach dem ZZ-Verfahren stürzte eine Lockheed L-10A (SP-AYD) in Myszadło bei Piaseczno ab. Ursächlich war ein Kommunikationsfehler mit versehentlicher Durchgabe des Landebefehls, der ein anderes im Landeanflug befindliches Flugzeug betraf. Vier Fluggäste starben, die zweiköpfige Besatzung und sechs weitere Fluggäste überlebten.[23]
  • 23. November 1937: Auf dem Flug von Saloniki nach Sofia stürzte aufgrund eines Navigationsfehlers eine Douglas DC-2 (SP-AJS) im Pirin-Gebirge ab. Alle fünf Insassen starben.
  • 22. Juli 1938: Eine Lockheed L-14H (SP-BNG) stürzte bei Câmpulung (Rumänien) ab, alle Insassen kamen dabei ums Leben.
  • 18. August 1938: Auf dem Flughafen Bukarest-Băneasa verbrannte eine Lockheed L-14H (SP-BNJ) während des Taxiing. Alle Insassen konnten rechtzeitig das Flugzeug verlassen.[24]
  • 31. Mai 1948: Auf dem Linienflug nach Paris mit Zwischenlandung in Straßburg fielen drei der vier Motoren in einer SE-161 (SP-LDA) aus. Dem Piloten Wiktor Pełka gelang eine Außenlandung bei Reims. Die Insassen blieben unverletzt. Der Schaden an der Maschine wurde als reparabel eingestuft und in Frankreich behoben. Wegen fehlender Devisen wurde das Flugzeug von der LOT jedoch nicht abgeholt.
  • 15. November 1951: Kurz nach dem Start in Łódź kollidierte eine Lissunow Li-2 (SP-LKA) in Górki Duże bei Tuszyn mit einer Hochspannungsleitung und stürzte ab. Alle 16 Personen an Bord starben.
  • 18. Juli 1952: Eine Iljuschin Il-12B (SP-LHC) wurde bei der Landung in Warschau irreparabel beschädigt. Von den Insassen kam niemand zu Schaden.
  • 19. März 1954: Eine Lissunow Li-2 (SP-LAH) kollidierte auf einem Flug Warschau-Krakau ohne Erdsicht mit dem Hang der Berges Ćwilin in Gruszowice bei Limanowa. Ein Fluggast starb.
  • 16. Juni 1957: Eine Iljuschin Il-14P (SP-LNF) stürzte während des Anflugs in Moskau-Wnukowo ab. Neun Personen starben, vier überlebten verletzt.
  • 12. April 1958: Während eines Übungsfluges kam es auf dem Warschauer Flughafen kurz nach dem Start zur Bruchlandung einer Convair CV-240 (SP-LPB). Es kam niemand zu Schaden, die Maschine war jedoch nicht mehr reparabel.
  • 19. Dezember 1962: Eine Vickers Viscount (SP-LVB) stürzte während des Anflugs auf den Warschauer Flughafen ab, alle 33 Insassen kamen ums Leben, darunter der ostdeutsche Minister Heinz Rauch. Siehe LOT-Flug 248
  • 20. August 1965: Eine Vickers Viscount (SP-LVA) geriet während eines Überführungsfluges in einen Wirbelsturm und stürzte zwischen Jeuk und Sint-Truiden (Belgien) ab. Die vierköpfige Besatzung kam ums Leben.
  • 24. Januar 1969: Eine Antonow An-24 (SP-LTE) landete in der Nacht 2 km von der Landebahnschwelle des Flughafens Breslau auf einem Acker. Die Insassen überlebten unverletzt, die zu 80 % beschädigte Maschine wurde außer Dienst gestellt.
  • 2. April 1969: Eine Antonow An-24 (SP-LTF) kollidierte mit dem Hang des Berges Polica in der Gemarkung Zawoja in den Westkarpaten, nachdem die Crew aus ungeklärter Ursache den Flughafen Krakau verpasst hatte. Alle 53 Personen an Bord starben, darunter der polnisch-katholische Geistliche Antoni Naumczyk. Siehe LOT-Flug 165
  • 13. Mai 1977: Während des Cargofluges aus Warna nach Beirut stürzte eine Antonow An-12 beim Landeanflug ab, die neunköpfige Besatzung kam dabei ums Leben.
  • 14. März 1980: Auf dem Flughafen von Warschau stürzte eine Iljuschin Il-62 aus New York kommend ab, alle 87 Passagiere an Bord kamen ums Leben; die polnische Sängerin Anna Jantar war ebenfalls unter den Opfern. Siehe LOT-Flug LO 007
  • 26. März 1981: Eine Antonow An-24 sank beim Endanflug auf den Flughafen Słupsk zu tief, streifte deshalb einen Baum und stürzte ab. Dabei kam eine Person ums Leben. Grund war ein falsch eingestellter Höhenmesser.
  • 9. Mai 1987: Auf einem Flug von Warschau nach New York fiel beim Start einer Iljuschin Il-62M eine Turbine aus. Während des Steigflugs brach im Heck der Maschine ein Feuer aus. Daraufhin beschlossen die Piloten, auf den Flughafen Warschau zurückzukehren. Die Maschine stürzte jedoch kurz vor der Landebahn ab. Bei dem bislang schlimmsten Unfall der LOT kamen alle 183 Passagiere und die Besatzung ums Leben. Siehe LOT-Flug 5055
  • 2. November 1988: Während des Flugs einer Antonow An-24 fielen beide Motoren aus. Beim Versuch einer Notlandung auf einem Feld in der Nähe von Rzeszów wurde die Maschine vollständig zerstört und eine Person getötet.
  • 1. November 2011: Die Boeing 767-300ER SP-LPC mit der Flugnummer LO 016 und 231 Personen an Bord (220 Passagiere und 11 Besatzungsmitglieder) musste aus Newark kommend aufgrund eines technischen Problems ohne ausgefahrenes Fahrwerk auf dem Chopin-Flughafen Warschau notlanden. Die Maschine setzte sicher auf dem Rumpf auf, es gab keine Verletzten.[25][26][27] Nach Angaben der Fluggesellschaft gab es ein Problem mit dem Hydrauliksystem.[28] Die polnische Untersuchungsstelle für Flugunfälle stellte später fest, dass ein Hydraulikschlauch der Bremse des rechten Hauptfahrwerks gerissen war. Des Weiteren fand man eine ausgelöste Sicherung, die unter anderem für die alternativen Systeme zur Fahrwerkausfahrung zuständig ist. Da die Auslösung in keiner Systemanzeige verzeichnet wird, waren die Piloten über das Problem nicht in Kenntnis gesetzt. Die weiteren Ermittlungen der Untersuchungsstelle konzentrierten sich auf den Grund der Auslösung dieser Sicherung.[29] Der Flughafen blieb bis zur Bergung des Flugzeugs geschlossen.[30] Die Leistung des Piloten Tadeusz Wrona wurde in den Medien allgemein sehr positiv dargestellt.[31]

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: LOT Polish Airlines – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Lista 500 największych polskich firm. (polnisch) abgerufen am 21. August 2014
  2. Factsheet LOT Polish Airlines (Star Alliance) 2014 (englisch) abgerufen am 18. August 2014
  3. Ursprüngliche Schreibweise linje, siehe auch Über LOT, abgerufen am 1. November 2011
  4.  Mieczyslaw Mikulski, Andrzej Glass: Polski transport lotniczy 1918-1978. Warschau 1980.
  5. Geschichte der Airline 1950-1959, Lot.com, abgerufen am 1. November 2011
  6. Aerosport Nr. 6/1968 (Rubrik Luftverkehr), S. 222
  7. Tomasz Gzell: "Rządowy Embraer z bliska" (Fotoreportage), Onet biznez, 22. Dezember 2010, abgerufen am 1. November 2011
  8. Bild der LOT Charters Boeing 737 SP-LLG auf airliners.net
  9. "Turkish Airlines will LOT und JAT kaufen", Airliners.de, 17. Mai 2010, abgerufen am 1. November 2011
  10. Polen im Blick, Frankfurter Rundschau, 30. September 2010, abgerufen am 1. November 2011
  11. "LOT stellt neue Bemalung vor", Airliners.de, 24. Juni 2011, abgerufen am 1. November 2011
  12. airliners.de - LOT mit mehr Passagieren 20. Februar 2012
  13. Turkish Airlines an LOT interessiert. Meldung auf airliners.de vom 23. Januar 2012, abgerufen am 12. Februar 2012
  14. Jon Ostrower: "Boeing prepares for world tour of 787" (engl.), 20. Oktober 2011, abgerufen am 1.November 2011; […]LOT will take delivery in 2013 instead of spring 2012
  15. a b austrianwings.info - LOT erhält erste Boeing 787 Dreamliner 14. November 2012
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  30. "Nebel und Bruchlandung stören Flugverkehr", Spiegel Online, 2. November 2011
  31. "Polen feiern Piloten Tadeusz Wrona als "Helden von Warschau"", Hamburger Abendblatt, 2. November 2011