Claus-Wilhelm Canaris

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Claus-Wilhelm Canaris (* 1. Juli 1937 in Liegnitz) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler, der als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Dogmatiker des Zivilrechts und als wichtiger Vertreter der juristischen Methodenlehre gilt.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Claus-Wilhelm Canaris, Sohn von Constantin Canaris, wurde 1963 mit der Dissertation Die Feststellung von Lücken im Gesetz promoviert und habilitierte sich 1967 mit der Schrift Die Vertrauenshaftung im deutschen Privatrecht bei Karl Larenz in München.

Nach Professuren an den Universitäten Graz (1968) und Hamburg (1969-1972) war er seit 1972 als Nachfolger von Karl Larenz Professor für Bürgerliches Recht, Handels- und Arbeitsrecht sowie Rechtsphilosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Seit 1990 ist Canaris ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, wo er von 1999 bis 2007 das Amt des Sekretars der philosophisch-historischen Klasse bekleidete und in dieser Position von 1999 bis 2005 das Amt des Vizepräsidenten wahrnahm.

Als Mitglied der vom Bundesministerium der Justiz einberufenen Kommission Leistungsstörungsrecht war Canaris 2001 maßgeblich an der Schuldrechtsreform beteiligt.

Am 1. Oktober 2005 wurde Claus-Wilhelm Canaris emeritiert. Aus Anlass seines 70. Geburtstages widmeten ihm seine Freunde und Schüler eine zweibändige Festschrift, die 147 Beiträge aus dem In- und Ausland enthält.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Schüler[Bearbeiten]

Bei Canaris habilitierten sich u.a. Jens Petersen,[1] der heute an der Universität Potsdam lehrt, und Hans Christoph Grigoleit, der zwischenzeitlich Canaris auf dessen Lehrstuhl an der Ludwig-Maximilians-Universität München nachfolgte.[2]

Schriften[Bearbeiten]

  • Die Feststellung von Lücken im Gesetz, Berlin 1964, 2., überarbeitete Auflage, 1983
  • Systemdenken und Systembegriff in der Jurisprudenz, entwickelt am Beispiel des deutschen Privatrechts, Berlin 1969, 169 S., 2., überarbeitete Auflage 1983
  • Die Vertrauenshaftung im deutschen Privatrecht, München 1971
  • Bankvertragsrecht, Berlin und New York, 1975, 2. Aufl. 1981, 3. Aufl. 1988 Band 1
  • Schweigen im Rechtsverkehr als Verpflichtungsgrund. in: Festschrift für Willburg zu 70. Geburtstag, Graz 1975, S. 77ff
  • Recht der Wertpapiere, 12. Aufl., München, 1986
  • Handelsrecht, 24. Aufl. München 2006
  • Lehrbuch des Schuldrechts Band II/2, 13. Auflage, München 1994
  • Die Bedeutung der iustitia distributiva im deutschen Vertragsrecht, Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Jahrgang 1997 Heft 7, München 1997
  • Grundrechte und Privatrecht, Berlin New York, 1999
  • Schuldrechtsmodernisierung 2002, München 2002.
  • Methodenlehre der Rechtswissenschaft, 3. Aufl., 1995

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Universität Potsdam: Prof. Dr. Jens Petersen – Zur Person
  2. http://www.jura.uni-muenchen.de/fakultaet/lehrstuehle/grigoleit/index.html