Condado de Treviño

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gemeinde Condado de Treviño
Obékuri – Ortsansicht
Obékuri – Ortsansicht
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Condado de Treviño
Condado de Treviño (Spanien)
Ajoneuvolla ajo kielletty 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Burgos
Koordinaten 42° 44′ N, 2° 45′ W42.734722222222-2.7472222222222552Koordinaten: 42° 44′ N, 2° 45′ W
Höhe: 552 msnm
Fläche: 260,71 km²
Einwohner: 1.437 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 5,51 Einw./km²
Postleitzahl: 09215, 09216, 09217, 09294
Gemeindenummer (INE): 09109 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Ayuntamiento de Condado de Treviño Webpräsenz der Gemeinde
Die Provinz Álava mit der Enklave Condado de Treviño in ihrem Zentrum

Condado de Treviño (baskisch Trebiñuko Konderria oder nur Trebiñu) ist eine Gemeinde (municipio) in der nordspanischen autonomen Region Kastilien-León in der Provinz Burgos. Die in den 1980er Jahren durch den Zusammenschluss von 51 Dörfern und Weilern entstandene Gemeinde bildet gemeinsam mit der Nachbargemeinde La Puebla de Arganzón eine burgalesische Enklave innerhalb der baskischen Provinz Álava. Trotz des Fehlens hochrangiger Einzelbauten ist die ländliche Gemeinde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingestuft worden.

Lage[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist gut 100 Kilometer (Fahrtstrecke) in nordöstlicher Richtung von der Stadt Burgos entfernt. Die nächstgelegene größere Stadt ist Miranda de Ebro (ca. 32 Kilometer westlich).

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1987 1991 2003 2012
Einwohner 1.109 1.035 1.127 1.461

Die meisten der etwa 50 Ortschaften und Weiler haben nur noch etwa 10 bis 20 Einwohner. Einige sind bereits aufgegeben worden.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die regenreiche Region ist seit Jahrhunderten ganz wesentlich von der Landwirtschaft geprägt. Seit den 1960er Jahren spielt der Tourismus eine wachsende Rolle im Wirtschaftsleben.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Laño finden sich künstliche Höhlen, die vor mindestens 1500 Jahren bewohnt waren. In ihnen sind Zeichnungen von Tieren und Inschriften zu erkennen.

Die Gründung von Treviño erfolgte 1161 durch den König von Navarra Sancho VI. el Sabio, 1200 gelangt der Ort in kastilischen Besitz. Der Kreuzungspunkt von Handelswegen zog im Mittelalter jüdische Geschäftsleute an, wodurch sich ein beachtliches Judenviertel entwickelte. Das heutige Rathaus wurde im 16. Jahrhundert von den Grafen von Treviño als Palast und Herrschaftssitz erbaut.

Territorialstreitigkeiten[Bearbeiten]

Seit vielen Jahren beanspruchen politische Kräfte aus Álava das 'Condado de Treviño' für ihre Provinz. Auch die häufig baskisch sprechende Bevölkerung der Gemeinde selbst befürwortet ein Referendum, welches über die Zugehörigkeit des Gebietes entscheiden sollte. Allerdings blockieren die Behörden von Burgos und Kastilien-León seit Jahren diesen Schritt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche von Saraso
Saraso, Altarretabel
Kirche von Uzquiano
Aguillo (Agilo)
  • Die Kirche San Pedro ist ein gotischer Bau aus dem 15. Jahrhundert mit einigen romanischen Resten.
Albaina (Albaita)
  • Das Ortsbild des Straßendorfs mit seinen etwa 20 Einwohnern ist nahezu mittelalterlich.
  • Die von einem Glockengiebel (espadaña) überhöhte Pfarrkirche stammt aus dem 16.–18. Jahrhundert.
  • Die Ermita del Granado ist ein einschiffiger romanischer Bau.
Añastro (Añastro)
  • Die hohe einschiffige Pfarrkirche San Andrés des etwa 100 Einwohner zählenden Ortes ist nahezu fensterlos. Der Bau vermittelt einen sehr wehrhaften Eindruck.
  • Im Ort steht eine barocke Gerichtssäule (rollo oder picota) mit einem schmiedeeisernen Kreuz.
  • Am Ortsrand steht ein Waschhaus (lavadero)aus dem 19. Jahrhundert.
Arrieta (Arrieta)
  • Die Kirche des Ortes hat einen außergewöhnlich reich gestalteten barocken Turm.
Ascarza (Askartza)
  • Die kleine romanische Kirche mit Südportal steht im Ortszentrum.
Cucho (Kutxu)
  • Kleiner Ort mit einer romanischen Kirche
Obécuri (Obekuri)
  • Die Pfarrkirche hat ein spätromanisches/frühgotisches Portal aus dem 13. Jahrhundert, welches auf der linken Seite allerdings von späteren Anbauten überschnitten wird.
Ozana (Ozana)
  • Dorf mit etwa 15 Einwohnern und einer ländlichen gotischen Kirche
Samiano (Samiano)
  • Das mittelalterlich anmutende Straßendorf mit seinen noch etwa zwölf Einwohnern hat eine einschiffige Kirche und ein Waschhaus aus dem 19. Jahrhundert.
San Vicentejo (San Vicentejo)
  • Die Ermita de la Concepción ist ein aus exakt behauenen Steinen errichteter einschiffiger Bau aus dem 13. Jahrhundert. Insbesondere das mehrfach abgestufte Südportal sowie die für eine Dorfkirche außergewöhnlich schmuckvoll gestaltete Apsis verdienen Beachtung.
Saraso (Saratsu)
  • Der kleinen, in Teilen noch romanischen Kirche wurde im 16. Jahrhundert eine Südvorhalle hinzugefügt. Das ebenfalls zu dieser Zeit umgestaltete einschiffige Innere der Kirche birgt einen reich gestalteten barocken Altarretabel.
Uzquiano (Uzkio)
  • Die kleine Kirche des nur noch etwa 20 Einwohner zählenden Ortes hat gleich zwei spätromanische Südportale sowie eine kleine Südvorhalle (portico). Das Obergeschoss des Westturmes wurde im 16. Jahrhundert ergänzt und zeigt Figuren in den Ecken.
Ochate (Otxate)
  • Von dem bereits vor Jahren verlassenen Ort steht nur noch der Kirchturm.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Condado de Treviño – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).