Rabé de las Calzadas

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Gemeinde Rabé de las Calzadas
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Rabé de las Calzadas (Spanien)
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Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Burgos
Comarca: Arlazon
Koordinaten 42° 20′ N, 3° 50′ W42.333333333333-3.8333333333333812Koordinaten: 42° 20′ N, 3° 50′ W
Höhe: 812 msnm
Fläche: 10,11 km²
Einwohner: 216 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 21,36 Einw./km²
Gemeindenummer (INE): 09304 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: José Pampliega de la Torre
PP

Rabé de las Calzadas ist eine Gemeinde am Jakobsweg in der Provinz Burgos der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León in Spanien.

Rabé de las Calzadas

Geschichte[Bearbeiten]

Die Herkunft des Ortsnamens ist ungewiss. Während sich zweite Teil „de las Calzadas“ auf die römischen Fernstraßen bezieht, die sich hier kreuzten, gibt es für „Rabé“ keine abschließenden Erkenntnisse. Die vorliegenden Theorien bringen das Wort mit „Rabbi“ (aufgrund einer jüdischen Gemeinschaft vor Ort), mit „Ribera“ (Ufer) bzw. „Fortaleza“ (Burg, Festung) in Verbindung. Die wahrscheinlichste Variante dürfte sein, vorgetragen von Fray Justo Pérez de Urbel und gestützt durch Santiago Barquín Tobar und Luis Martínez Pardo, dass der Ort im Zuge der Wiederbesiedlung nach der Reconquista so benannt wurde. Dabei könnte der Initiator selbst gewürdigt worden sein oder der Ort, an dem er geboren wurde oder zuvor gelebt hatt. Die erste Erwähnung findet der Name im Jahr 946, ohne dass aber der Zusatz „de las Calzadas“ erwähnt würde.

Während der römischen Zeit der Iberischen Halbinsel, soll es bei Rabé eine römische Stadt gegeben haben. Deobrígula (Stadt der Götter) war eine wichtige römische Stadt, die sich, folgt man einer Seite, in Tardajos befand, folgt man anderen, in Rabé. Für den Fall, dass die Stadt sich auf dem Gemeindegebiet Rabés befunden hätte, ist es unwahrscheinlich, dass es sich an exakt der gleichen Stelle befunden hat. Es fehlt jedoch an Dokumenten, die eine genaue Ortsbestimmung ermöglichen.

Im mittelalterlich Rabé soll es einem Brief aus dem Jahr 949 zufolge drei Kirchen gegeben haben. In dem Brief heißt es, dass ein Pfarrer und seine Eltern Spenden zugunsten der Kirchen Santa María, San Martín und San Juan de Rabé getätigt hätten. Von keiner der erwähnten Kirchen blieben bauliche Reste, wahrscheinlich wurde über den Ruinen eines der Gotteshäuser die heutige Kirche errichtet.

Neben dem Dorf, an einem Platz, der gemeinhin "Nevera" genannt wird, stand eine Burg, die das Dorf in den Zeiten der Reconquista schützte. Die Existenz dieser Burg kann wegen mehrfacher Erwähnung in Dokumenten als gesichert gelten.[2] Es blieben keine baulichen Reste, weil das Gebiet an die Erfordernisse der mechanisierten Landwirtschaft angepasst wurde. Bedeutung erlangte die Burg in dem Augenblick, als sich Don Luis Osorio de Acuña, Bischof von Burgos und Parteigänger Juanas la Beltraneja, im Mai 1475 vor den Truppen Ferdinand des Katholischen dorthin flüchtete und die Burgaleser Bürger geißelte, die zu Isabella der Katholischen hielten.

Fiestas[Bearbeiten]

  • Patronatsfest zu Ehren Santa Marina: am dritten Septemberwochenende.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche Santa Marina mit einem Portal aus dem 13. Jahrhundert
  • Ermita Nuestra Señora del Monasterio (Unsere liebe Frau vom Kloster), am Rande des Jakobsweges gelegen
  • Palacio del Conde Villariezo, von Tardajos kommend am Dorfeingang gegenüber dem Schulgebäude gelegen. Er wurde im frühen 17. Jahrhundert errichtet und diente im gleichen Jahrhundert dem Grafen von Villariezo als Wohnsitz.
  • Schule, von Don Baldemoro Pampliega zwischen 1882-1884 errichtet

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Baldemoro Pampliega y Villalobos, * 24. Februar 1817, Chirurg und Augenarzt. Pampliega hatte sich beruflich auf Augenheilkunde und die Behandlung des Grauen Stars spezialisiert. Im Dorf zeichnete er sich durch Großzügigkeit bezüglich gemeinschaftlicher Anliegen aus. 1864 unterstützte er maßgeblich die Sanierung der Pfarrkirche, 1875 die der Ermita. 1883 ließ er die oben erwähnte Schule bauen und unterstützte außerdem den Bau einer Kunst- und Berufsschule (Escuela de Artes y Oficios) in Burgos.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

1991 1996 2001 2004
149 177 221 154

Literatur[Bearbeiten]

  • Míllan Bravo Lozano: Praktischer Pilgerführer. Der Jakobsweg. Editorial Everest, Léon 1994, ISBN 84-241-3835-X
  • Santiago Barquín Tobar und Luis Martínez Pardo: Rabé de las Calzadas :(la historia y el destino de un pueblo), Burgos : El Monte Carmelo, 1980, ISBN 84-7239-104-3
  • Rafael Pampliega Pampliega: Rabé de las Calzadas, Noble villa burgalesa, Burgos : [s.n.], D.L. 2000 (Monte Carmelo), ISBN 84-7239-550-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rabé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. u.a. das Testament von Isabella I.: "otrosí mando se vea luego el derecho que tiene el Obispo de Burgos a la fortaleza de Rabé"
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