Der Schakal (1997)

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Schakal
Originaltitel The Jackal
Produktionsland Vereinigte Staaten,
Vereinigtes Königreich,
Deutschland, Frankreich, Japan
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1997
Länge 124 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Michael Caton-Jones
Drehbuch Chuck Pfarrer
Produktion Michael Caton-Jones,
Sean Daniel,
James Jacks,
Kevin Jarre
Musik Carter Burwell
Kamera Karl Walter Lindenlaub
Schnitt Jim Clark
Besetzung

Der Schakal (Originaltitel The Jackal) ist ein Actionthriller unter der Regie von Michael Caton-Jones über einen ehemaligen IRA-Kämpfer, der zum letzten Mal gegen einen alten Feind, den Profikiller „Schakal“, antreten muss.

Der Film ist eine freie Neuverfilmung des gleichnamigen Films von Fred Zinnemann aus dem Jahr 1973, der auf dem Roman Der Schakal von Frederick Forsyth basiert.

Handlung[Bearbeiten]

Bei einer gemeinsamen Polizeiaktion der russischen FSB und des FBI erschießt die russische Polizistin Major Valentina Koslova den Mafioso Ghazzi Murad in Notwehr. Dessen Bruder Terek erklärt daraufhin dem FSB und den Amerikanern den Krieg und heuert einen Profikiller an, der sich „Der Schakal“ nennt und von dem US-Behörden bislang kaum Informationen haben. Eine hochgestellte Persönlichkeit der US-Politik soll als Rache für Ghazzis Tod sterben.

Major Koslova und FBI Deputy Director Carter Preston finden bald heraus, dass Tereks Männer Informationen über Donald Brown, den Direktor des FBI, sammeln, und stellen auch eine Verbindung zum Schakal her. Da jedoch niemand dessen Gesicht kennt, müssen sie die ehemalige ETA-Terroristin Isabella Zanconia finden, die früher mit dem Killer zu tun hatte. Der Einzige, der Isabellas Aufenthaltsort kennt, ist der Ex-IRA-Scharfschütze Declan Mulqueen, der in einem US-Hochsicherheitstrakt eine langjährige Haftstrafe absitzt. Dieser willigt nach anfänglicher Ablehnung ein, ihnen zu helfen: Er selbst kennt das Gesicht des Schakals ebenfalls und verspricht, das FBI zu unterstützen, solange Isabella aus allem herausgehalten wird. Eine Begnadigung von Mulqueen schließt das FBI aber aus, lediglich eine Verlegung in ein Gefängnis mit geringer Sicherheitsstufe wird ihm versprochen.

Der Schakal beschafft sich derweil eine Reihe falscher Identitäten sowie eine schwere vollautomatische Maschinenkanone und bereitet seine Einreise in die Vereinigten Staaten vor; vom kleinkriminellen Tüftler Ian Lamont lässt er sich eine fernsteuerbare Drehplattform für die inzwischen in Kanada angelieferte Maschinenkanone konstruieren und bauen, wobei er diesen anschließend mit ebendieser Waffe bei einem Feldversuch tötet, weil dieser zuvor versucht hatte, ihm für die vereinbarte Herausgabe der Konzeptionspläne eine sehr viel höhere Bezahlung abzupressen.

Declan trifft sich unter der Überwachung des FBI mit Isabella, die mittlerweile eine Familie gegründet hat. Sie verabschieden sich endgültig, wobei sie ihm einen Schlüssel für ein Schließfach zusteckt, in dem ein „sauberer“ Pass und genug Geld für die Rückreise nach Irland warten. Sie fleht ihn an, ihn zu benutzen, aber Declan ist fest entschlossen, den Schakal zur Strecke zu bringen; bei einem Feuergefecht verletzte dieser einst nicht nur ihn selbst, sondern auch die schwangere Isabella so schwer, dass sie ihr gemeinsames ungeborenes Kind verlor.

Der Schakal reist inzwischen während einer Segelregatta mit einem Boot von Kanada in die USA ein und versteckt sich im Haus eines homosexuellen Anwalts aus Washington D.C., mit dem er sich im Vorfeld flüchtig bekannt gemacht hatte. Nachdem er diesen getötet hat, wendet er sich Isabellas Haus zu, wo er jedoch nur Major Koslova und einige FBI-Agenten vorfindet. Er tötet alle und lässt die sterbende Polizistin mit der Nachricht an Declan zurück, dieser könne „seine Frauen einfach nicht beschützen“.

Kurze Zeit später trifft Declan in Isabellas Haus ein. Valentina teilt ihm gerade noch die Botschaft des Schakals mit, ehe sie in seinen Armen stirbt. Durch diesen Satz und einige andere Hinweise erkennt Declan, dass nicht der FBI-Direktor derjenige ist, der sterben soll, sondern die First Lady, während sie der Eröffnung eines Kinderkrankenhauses als Schirmherrin beiwohnt. In letzter Sekunde können Declan und Preston das Attentat verhindern, wobei letzterer durch Geschoss-Splitter am Bein verletzt wird. Mit der Maschinenkanone schießt der Schakal, als Polizist verkleidet, ferngesteuert in die Fassade und die zuschauende Menge. Declan hat zuvor das Auto erspäht und die Präzisionssteuerung mit einem Schuss aus über 700 m Entfernung beschädigt. Declan verfolgt den Schakal in die U-Bahn, wo dieser nach einer längeren Hetzjagd durch den Tunnel ein junges Mädchen auf einem Bahnsteig als Geisel nimmt und den Iren zwingt, seine Waffe niederzulegen. Gerade als er ihn töten will, wird er jedoch niedergeschossen; Isabella tritt auf den Plan, ein Handy in der Hand, über das sie von Declan ständig informiert wurde. Sie erfüllt damit eine Prophezeiung von Major Koslova: „Man sagt, dass die Basken nach der Vendetta leben. Wenn sie jemanden hassen, dann auf ewig. Und wenn sie lieben, ist es genauso.“ Die Baskin schießt auf den Mann, der ihr ungeborenes Kind auf dem Gewissen hat. Dieser rafft sich dann aber kurz darauf noch mal auf um nach einer Waffe zu greifen, wird dann aber von Declan erschossen.

Der Schakal wird in einem namenlosen Grab beerdigt, Preston und Declan gehen vor dem Friedhof spazieren. Der FBI-Agent teilt mit, dass Declan nicht begnadigt werden kann, aber die letzten Jahre seiner Strafe in einer Haftanstalt mit niedriger Sicherheitsstufe untergebracht wird. Preston erläutert, dass er nun, da er die First Lady gerettet hat, unantastbar ist, egal, was er tut. Er vermutet, dass die IRA ein geheimes Depot mit Geld und einer neuen Identität für Declan eingerichtet hat. Er verabschiedet sich von dem Iren und geht gemütlich einen Kaffee trinken, so dass dieser genug Zeit hat, fortzugehen und sich auf den Rückweg in seine Heimat zu machen.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  • Die Neuverfilmung des Klassikers The Day of the Jackal entstand 1997 unter der Regie von Michael Caton-Jones. Der Original-Regisseur Fred Zinnemann, zu diesem Zeitpunkt bereits 89 Jahre alt, wehrte sich vehement gegen die Verwendung des Originaltitels für die neue Verfilmung. Schließlich erschien der Film mit gekürztem Titel The Jackal, in Deutschland hingegen waren sie identisch. Diese Verfilmung basiert nur recht lose auf der Original-Romanvorlage, und der Handlungsort wurde von Frankreich ins Amerika der 1990er Jahre verlagert. Das Opfer ist dementsprechend auch nicht Präsident Charles de Gaulle, sondern die Frau des US-Präsidenten.
  • Der Song, den der Schakal im Garten laufen lässt, um Valentina und Witherspoon abzulenken, ist Red Tape von Agent Provocateur. Er ist auch auf dem Soundtrackalbum und wurde in den Kinotrailern zu Underworld und Underworld: Evolution verwendet.
  • Die im Film vom Schakal verwendete "polnische Maschinenkanone ZSU-33" existiert nicht.

Kritiken[Bearbeiten]

„Die ambitionslose Neuverfilmung eines bereits 1972 von Fred Zinnemann adaptierten Romans von Frederick Forsyth wartet zwar mit zwei Superstars und vielen modischen Effekten auf, vermag aber seiner Vorlage keinerlei neue Facetten abzugewinnen. Im Gegenteil: Die Neuinszenierung fällt in jeder Hinsicht ab.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Das Remake hat mit Fred Zinnemanns stilvollem Krimiklassiker nicht mehr viel gemein. Die frühere Eleganz ersetzt Regisseur Michael Caton-Jones ("Basic Instinct 2") durch 90er-Jahre-Hightech-Gimmicks, die ihre Wirkung jedoch nicht verfehlen. Fazit: Erbitterte Gegner, schnörkelloser Thrill“

TV Spielfilm[2]

„Die Neuverfilmung des Stoffs [...] erreicht an keinem Punkt die analytische Klarheit und Dichte des Films von Zinnemann, er bleibt ein flacher und am Gegenstand [dem Politischen als ‚zutiefst zynisch konfiguriertem Feld‘] eigentlich uninteressierter Action-Film.“

Hans J. Wulff, 2013[3]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Schakal im Lexikon des Internationalen Films
  2. Der Schakal auf: tvspielfilm.de
  3. Hans J. Wulff: Der Schakal. In: Thomas Koebner, Hans Jürgen Wulff (Hrsg.): Filmgenres. Thriller (= RUB. Nr. 19145). Reclam, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-15-019145-3, S. 181–186, hier 185.