Die Liebesfälscher

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Liebesfälscher
Originaltitel Copie conforme
Produktionsland Frankreich, Iran, Italien
Originalsprache Englisch, Französisch, Italienisch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 0
Stab
Regie Abbas Kiarostami
Drehbuch Abbas Kiarostami
Produktion Marin Karmitz (MK2 Produktion)
Nathanael Karmitz
Angelo Barbagallo (BB Film),
Abbas Kiarostami
Kamera Luca Bigazzi
Schnitt Bahman Kiarostami
Besetzung

Die Liebesfälscher (Copie conforme, Certified Copy) ist ein französisch, iranisch, italienischer Spielfilm aus dem Jahr 2010. Abbas Kiarostami führte Regie und schrieb das Drehbuch.

Handlung[Bearbeiten]

Der britische Autor James Miller trifft auf einer Lesereise in Italien auf eine Kunstexpertin. Zwischen ihnen entsteht sofort eine Beziehung und sie verabreden sich am nächsten Tag, um zusammen über Land zu fahren. Millers kunsthistorisch-philosophisches Buch handelt von der Frage nach dem Unterschied zwischen Original und Kopie. Sie diskutieren angeregt über Kunst, das Leben und die Liebe. Sie flanieren durch die Gassen eines idyllischen Dorfes und debattieren über ein Gemälde und eine antike Statue. Schließlich nehmen Ihre Gespräche eine Wendung und es stellt sich auch in Bezug auf ihre Begegnung die Frage nach Original und Fälschung, denn sie geben vor, schon seit 15 Jahren verheiratet zu sein.

Kritiken und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Kritiken zu dem Film sind überwiegend positiv. So gibt Rotten Tomatoes eine Zustimmung der Kritiker von 88 % an.[1] Juliette Binoche erhielt bei den Filmfestspielen von Cannes 2010 den Preis als beste Darstellerin.

Für Bert Rebhandl ist der Kunstfilm ein Meisterwerk der Moderne. Das Publikum sieht die Hauptdarsteller in „Momenten, aus denen Liebe entstehen kann.“[2]

„Es entwickelt sich ein Spiegelsaal der Beziehungen, man kann nicht mehr entscheiden, welche der Versionen ihres Lebens vorgespiegelt ist und welche die wahre - und welchen Einfluss das überhaupt hätte auf die Frage, ob die beiden glücklich sind.“ - „Die größte Schwäche des Films ist am Ende wohl, dass Kiarostami hier zwar zurückgefunden hat zur traditionellen Erzählung, aber nicht wirklich zur Abbildung von Menschen“.[3]

„Bis zum Schluss bleibt der Film ein artifizielles Vexierbild, und auch das »Geheimnis der Ehe« wird nicht enthüllt.“[4]

Auf cinefacts wird ein weniger charmantes Fazit gezogen: „Was als charmantes Spiel um Echtheit und Nachahmung in der Kunst und im Leben beginnt, wird allzuschnell zu prätentiösem Kunstkino, an dem jedes Interesse erlahmt.“ Die „vielen Dialogszenen spielen in den schönsten Orten der Toscana, Touristenattraktionen werden ins Bild gesetzt, man genießt Landschaft und Wein – wer die Oberfläche eines Urlaubsführers in einen Film umgesetzt sehen möchte, für den ist Copie Conforme ideal.“[5]

Der Film weckt bewusst Assoziationen an Roberto Rossellinis Reise in Italien aus dem Jahre 1954.[6]

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in der Toskana und in Lucignano gedreht. Das Budget wird mit 4,5 Mio. € angegeben. Kinostart in Deutschland war der 13. Oktober 2011. Der britische Opernsänger William Shimell gibt hier sein Leinwanddebüt.

Der Film darf im Heimatland des Regisseurs aufgrund der Kleidung der Hauptdarstellerin nicht gezeigt werden.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rottentomatoes.com/m/certified_copy/
  2. Bert Rebhandl: Der ungeschützte Augenblick. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Oktober 2011, abgerufen am 4. April 2012.
  3. Susan Vahabzadeh: Erlogene Versionen des Lebens. In: Süddeutsche Zeitung. 13. Oktober 2011, abgerufen am 4. April 2012.
  4. Thomas Assheuer: Die Ureinsamen. In: Die Zeit. 13. Oktober 2011, abgerufen am 4. April 2012.
  5. Filmkritik auf cinefacts.de. Abgerufen am 4. April 2012.
  6. Kritik auf Kino.de. Abgerufen am 4. April 2012.
  7. Verbot für Kiarostamis „Copie Conforme“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 1. Juni 2010, abgerufen am 4. April 2012.