Działdowo

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Działdowo
Wappen von Działdowo
Działdowo (Polen)
Działdowo
Działdowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Działdowo
Fläche: 11,13 km²
Geographische Lage: 53° 14′ N, 20° 11′ O53.23333333333320.183333333333Koordinaten: 53° 14′ 0″ N, 20° 11′ 0″ O
Höhe: 157 m n.p.m
Einwohner: 21.552
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 13-200 bis 13-201
Telefonvorwahl: (+48) 23
Kfz-Kennzeichen: NDZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: BrodnicaNidzica
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 11,13 km²
Einwohner: 21.552
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1936 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2803011
Verwaltung (Stand: 2012)
Bürgermeister: Bronisław Mazurkiewicz
Adresse: ul. Zamkowa 12
13-200 Działdowo
Webpräsenz: www.dzialdowo.pl

Działdowo [ʥawˈdɔvɔ] (deutsch Soldau) ist eine Stadt im Südwesten der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt im südlichen Teil des westpolnischen Oberlandes, am Nordufer des Flusses Działdowka (dt. Soldau), 157 Meter über dem Meeresspiegel. Die nächstgelegene Nachbarstadt ist Nidzica (Neidenburg), die über eine untergeordnete Landstraße nach 23 Kilometern erreicht wird. Die Woiwodschaftshauptstadt Olsztyn (Allenstein) ist 73 Kilometer entfernt. Działdowo ist Kreuzungspunkt der Bahnlinien Danzig – Warschau und Toruń (Thorn) – Ełk (Lyck).

Geschichte[Bearbeiten]

Die Entstehung Działdowos hängt mit der durch den Deutschen Orden durchgeführten Besiedlung der westlich der Weichsel gelegenen Landschaft Sassen Anfang des 14. Jahrhunderts zusammen. Weit im Süden des damals urwaldhaften Sassens, nahe der Grenze zum polnisch beherrschten Masowien, errichtete der Orden unbestätigten Quellen zufolge 1306 die Burg Soldau. Entsprechend seinem Besiedlungskonzept wurde im Schutz der Burg eine Siedlung angelegt, deren erste Bewohner Nachfahren der ersten mitteldeutschen Einwanderergeneration des Ordenslandes waren. Die Entwicklung schritt angesichts der ungünstigen Lage nahe der Grenze zögerlich voran, und so scheiterte das Bestreben der Komturei Osterode, den Ort zur Stadt zu entwickeln zunächst 1344. Erst 1349 gelang es dem Komtur Günther von Hohnstein, für den Ort die Verleihung der Handfeste des Ordens und damit das Stadtrecht durchzusetzen. Die Stadt führte nun wie der an ihr vorbeifließende Fluss den Namen Soldau. Nach dem für die Ortsgründungen des Ordens typischen Schema wurden auf einen rechtwinkligen Markt führende Straßen angelegt und eine Stadtbefestigung mit zwei Toren errichtet.

Durch seine Grenzlage wurde Soldau in seiner Geschichte immer wieder durch Kriege betroffen. Gleich zu Beginn des Krieges zwischen dem Orden und Polen wurde Soldau 1409 von mit Polen verbündeten Litauern niedergebrannt. Ein Jahr später besetzten Truppen unter dem polnischen König Jagiello nach dem Sieg bei Tannenberg die Stadt. Während des Dreizehnjährigen Krieges (1454–1466) vertrieben die Einwohner die Ordensbesatzung der Burg und übergaben die Burg an die polnischen Truppen. Bei dem Versuch des Ordens, die Burg 1455 zurückzuerobern, wurde die Stadt erneut zerstört. Während des Polnisch-Schwedischen Krieges schlug der schwedische König Karl Gustav 1656 sein Hauptquartier in Soldau auf.[2] Im Jahr darauf fielen tatarische Horden während ihres Überfalls auf den Süden des Landes in die Stadt ein.

Der Ordensstaat war bereit 1525 in das weltliche Herzogtum Preußen umgewandelt worden. Die Komturen des Ordens waren durch so genannte Kreise ersetzt worden, und Soldau kam unter die Verwaltung des Oberländischen Kreises mit Saalfeld als Zentrum. Soldau erhielt den Status eines der zwölf Hauptämter, dem mehrere Gemeinden unterstellt waren. Mit der preußischen Verwaltungsreform von 1752 wurde der Oberländische Kreis aufgelöst und das Hauptamt Soldau wurde dem neu gebildeten Kreis Neidenburg unterstellt.

Anfang des 18. Jahrhunderts war die ehemalige Ordensburg verfallen. Lediglich die Burgkapelle war noch erhalten, Preußens König Friedrich I. hatte sie der evangelischen Gemeinde zur Nutzung überlassen. In den Jahren 1737 und 1748 wurde Soldau jeweils durch Großbrände zerstört. Während des Krieges Preußens gegen Napoleon wurde Soldau nach einem heftigen Gefecht am 26. Dezember 1806 von den Truppen des französischen Marschalls Ney erobert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Soldau zum Schnittpunkt der neu gebauten Verkehrswege. Hier kreuzten sich sowohl die Bahnlinien Danzig – Warschau und Thorn – Ortelsburg als auch die später als Reichsstraßen eingestuften Chausseen nach Thorn und Neidenburg. Dadurch entwickelte sich die Stadt zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Getreide und Vieh. Am 17. August 1862 wurde eine katholische Kirche fertiggestellt. Von 1885 bis 1910 wuchs die Zahl der Einwohner von 3.122 auf 4.728.

Unmittelbar nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam es am 6. August 1914 westlich von Soldau zu einem Gefecht zwischen dem deutschen Grenzschutz und einer russischen Kavalleriedivision. Bei nur drei Toten und 18 Verwundeten konnte der Grenzschutz eine russische Brigade vernichten und den Rest der russischen Division hinter die Grenze zurückdrängen. In Verlaufe des Krieges erlitt Soldau jedoch schwere Schäden, die später mit Hilfe des Charlottenburger Kriegshilfevereins beseitigt werden mussten.

Durch den Versailler Vertrag von 1919 musste Soldau zusammen mit weiteren 32 Gemeinde des Kreises Neidenburg am 10. Januar 1920 an Polen abgetreten werden. Dass hierbei von den üblichen Regelungen des Vertrages abgewichen wurde, nach denen für die Gesamtbevölkerung der Grenzkreise insgesamt eine Volksabstimmung über den Verbleib bei Ostpreußen vorgesehen war, lag offensichtlich an der Tatsache, dass Soldau an der für Polen wichtigen Bahnlinie Danzig-Warschau lag. Während des Polnisch-Sowjetischen Kriegs wurde Soldau im August 1920 kurzfristig von der Roten Armee besetzt, die die Rückkehr des gesamten polnischen Korridors nach Deutschland ankündigte und von der einheimischen Bevölkerung begeistert begrüßt wurde.[3]

Nach dem deutschen Angriff auf Polen zu Beginn des Zweiten Weltkrieges fiel das Gebiet um Soldau wiederum an Deutschland. Am 26. Oktober 1939 wurden die ehemals zum Kreis Neidenburg gehörenden Gemeinden einschließlich Soldau zunächst als selbständiger Landkreis Soldau Ostpreußen angeschlossen (Annexion). Mit Wirkung zum 24. April 1940 erfolgte die Vereinigung mit dem Landkreis Neidenburg. Von 1941 bis 1945 unterhielt die deutsche Staatspolizei ein so genanntes Arbeitserziehungslager, nachdem bereits zwei Jahre zuvor das Durchgangslager Soldau für polnische und sowjetische Gefangene bestanden hatte. Im Jahr 1940 wurden in diesem Lager 1558 deutsche und mindestens 250 polnische psychisch kranke Patienten durch das Sonderkommando Lange durch den Einsatz eines Gaswagen ermordet. Von den insgesamt 30.000 Insassen kamen nach polnischen Quellen 13.000 ums Leben, unter ihnen auch zwei polnische Bischöfe. Im Januar 1945 traf die Rote Armee auf die deutsche Südfront in Ostpreußen und eroberte am 20. Januar Soldau. Bei den Kämpfen wurde die Stadt erheblich zerstört. Noch im gleichen Jahr kam sie unter polnische Verwaltung und wurde in Działdowo umbenannt.

Töchter und Söhne der Stadt[Bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten]

Zur Landgemeinde (gmina wiejska) Działdowo mit 9836 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1920)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1920)
Burkat Borchersdorf Komorniki Kämmersdorf Prusinowo Pruschinowen
Bursz Bursch Kramarzewo Krämersdorf Rudolfowo Rudolfsfelde
Drzazgi Fichtenwalde Krasnołąka Schönwiese Ruszkowo Rauschken
Działdowo Soldau Księży Dwór Niederhof Rywociny Rywoczin
Filice Fylitz Kurki Kurkau Sękowo Schönkau
Gąsiorowo Ganshorn bei Gilgenburg Lipówka Lindenau Sławkowo Frödau
Gnojenko Malinowo Amalienhof Turza Wielka Groß Tauersee
Gnojno Mosznica Moschnitz Uzdowo Usdau
Grzybiny Groß Grieben
1928–1945 Grieben
Myślęta Meischlitz Wilamowo Wilmsdorf
Jankowice Jankowitz
1938–1945 Sassendorf
Niestoja Niostoy Wysoka Hohendorf
Kisiny Kyschienen Petrykozy Zakrzewo Polnisch Sakrau
1890–1920 Königshagen
Klęczkowo Klenzkau Pierławki Pierlawken
Kolgartowo Kohlgardtshof Pożary Posaren

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. Historische Ansicht von 1729: Rex Sueciae Missum ab Imperatore Turcico Legatum Hanassa Mustapha Aga. Audit Soldoviæ An. 1656. (Digitalisat)
  3. NY Times vom 16. August 1920