Eucharistisches Wunder von Lanciano

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Das Eucharistische Wunder von Lanciano

Das Eucharistische Wunder von Lanciano, auch als Hostienwunder von Lanciano bezeichnet, ist ein Ereignis, das durch die römisch-katholische Kirche als liturgisches eucharistisches Wunder anerkannt wurde. Es soll sich im 8. Jahrhundert im italienischen Lanciano ereignet haben.

Ereignis[Bearbeiten]

Zwischen 730 und 750 n. Chr. soll sich während der morgendlichen Zelebration der Heiligen Messe durch einen griechischen Basilianermönch in der Klosterkirche des hl. Longinus ein sog. eucharistisches Wunder ereignet haben. Der Mönch, der an der Realpräsenz Christi in den Gaben von Brot und Wein zweifelte, habe der Legende zufolge während der Wandlung die sichtbare Veränderung von Brot und Wein in menschliches Fleisch und Blut erfahren. Während der Wandlungsworte soll sich die Hostie in menschliches Fleisch und der Messwein in menschliches Blut verwandelt haben. Wissenschaftliche Laboruntersuchungen des 20. Jahrhunderts bestätigen die Substanzen als menschliches Fleisch und Blut.

Den theologischen Hintergrund, der für die Übernatürlichkeit des Ereignisses spricht, stellt die von der römisch-katholische Kirche vertretene Transsubstantiationlehre dar, wonach während des in der Eucharistie erfolgenden Messopfers Brot und Wein durch die Epiklese und die Konsekrationsworte eines gültig geweihten Priesters in den Leib und das Blut Jesu Christi verwandelt werden. Nach katholischer (quasi-aristotelischer) Auffassung bewirkt diese Verwandlung eine Veränderung in der Substanz – im engeren Sinne – der Materie von Brot und Wein unter Beibehaltung der äußeren Eigenschaften. Bei eucharistischen Wundern wird davon ausgegangen, dass sich die Materie nicht nur substanziell verändert, sondern auch in ihren äußeren Merkmalen, wie mutmaßlich in Lanciano geschehen.

Dokumente[Bearbeiten]

Verehrung[Bearbeiten]

Das Eucharistische Wunder von Lanciano gilt als erstes eucharistisches Wunder innerhalb der katholischen Kirchengeschichte (zwischen 730 und 750 n. Chr.). Es ist sehr gut dokumentiert. Die Überreste der mutmaßlich verwandelten eucharistischen Gaben werden heute in einem Raum, dem Santuario Eucaristico in Ostensorien aufbewahrt und sind für die Verehrung der Gläubigen zugänglich. Die möglicherweise fleischgewordene Hostie ist in einer wertvollen Monstranz eingeschlossen, unter der eine versiegelte gläsernen Schale die Blutklumpen enthält. Dieses Reliquiar stammt aus dem jahr 1923.

Es sollen sich bis in die heutige Zeit eucharistische Wunder ereignen. In Deutschland beispielsweise sind die alljährlich begangene Wallfahrt zum Augsburger Heilig-Kreuz-Kloster[1] und das Blutwunder zu Walldürn, zu dem jährlich tausende Gläubige wallfahrten, in diesem Zusammenhang besonders bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bruno Sammaciccia: Das Eucharistie-Wunder von Lanciano: Bestätigung der Echtheit durch die Wissenschaft, Parvis-Verlag Hauteville 1992 (2. Auflage), ISBN 978-3-907523-35-3
  • Bernd Rüdiger Wollersheim: Christus in Lanciano. Das Eucharistisches Wunder., Ruhland Verlag Altötting ebook
  • Bruno Sammaciccia: Das Eucharistie-Wunder von Lanciano. Parvis Verlag. Taschenbuch, 88 Seiten.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Webseite zur Geschichte der Ausburger Wallfahrt zum „Wunderbarlichen Gut“.