Eustace Mullins

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Eustace Clarence Mullins (* 9. März 1923 in Roanoke, Virginia; † 2. Februar 2010 in Texas) war ein amerikanischer politischer Schriftsteller und Biograph. Er war Veteran der United States Air Force mit 38 Monaten aktiver Dienstzeit während des Zweiten Weltkriegs.

Leben[Bearbeiten]

Eustace Clarence Mullins wurde in Virginia geboren und studierte an der Washington and Lee University, New York University, der University of North Dakota, der Escuelas des Bellas Artes, San Miguel de Allende, Mexiko, und dem Institute of Contemporary Arts, Washington, D.C.

Mullins war einer der regelmäßigen Besucher Ezra Pounds im St. Elizabeth's Hospital für Geisteskranke in Washington D.C., wo der amerikanische Dichter von 1949-1959 inhaftiert war. Mullins lernte ihn im November 1949 kennen. Mullins herausragendes Buch war seine Biographie This Difficult Individual, Ezra Pound, eine Arbeit Mullins als Schüler Pounds war seine Analyse des Federal Reserve System: Mullins on the Federal Reserve. Ezra Pound hatte es quasi in Auftrag gegeben. Mullins schrieb es mit Unterstützung des Politikwissenschaftlers George Stimpson, dem Gründer des National Press Club. Mullins hatte damals angeblich freien Zugang zur Library of Congress.

Mullins hat die meiste Zeit seines Lebens damit verbracht, über die vermeintliche Verschwörung der internationalen Bankiers zu forschen und zu schreiben. In seinem Buch über die Federal Reserve hat Mullins Paul Warburg, Edward Mandell House, Woodrow Wilson, J. P. Morgan, Benjamin Strong, die Rockefeller-Familie und andere im Visier, die angeblich im Interesse europäischer Banken, insbesondere der Rothschilds, die Vereinigten Staaten von Amerika betrogen und deren Währung kontrollierten und schwächten. Mullins sah, wie Pound, im Federal Reserve Act von 1913 (angeblich insgeheim 1910 durch eine Gruppe einflussreicher Banker auf Jekyll Island entworfen), einen Verstoß gegen die Verfassung der Vereinigten Staaten, indem er eine Emissionsbank (Geldausgabe) für die USA errichtete, die unter der Kontrolle internationaler Bankiers stehe und die amerikanischen Zinssätze reguliere. Mullins behauptet, dass der Erste Weltkrieg, die Depression in der Landwirtschaft von 1920, die Weltwirtschaftskrise von 1929 und die Machtergreifung Adolf Hitlers in direktem Bezug zu den Interessen internationaler Banker stünden, die enormen Profit aus Konflikten und ökonomischer Instabilität zögen.

1956 publizierte Guido Roeder eine deutschsprachige Ausgabe des Federal Reserve-Buches in seinem Widar-Verlag in Oberammergau. Auf Weisung von Bundesinnenminister Gerhard Schröder (CDU) stellte das Bundeskriminalamt „Die Bankiersverschwörung von Jekyl Island" sicher. Das Amtsgericht Garmisch-Partenkirchen hat 9000 Exemplare (von 10 000 aufgelegten) beschlagnahmt, denn "diese Schrift enthält in tendenziöser Art Äußerungen gegen eine Gruppe von jüdischen Finanzmännern, die geeignet sind, einen Hass gegen jüdische Volksteile hervorzurufen und zu schüren und dadurch eine Gefährdung der Öffentlichkeit herbeizuführen".[1] Die US-Regierung weigerte sich einzuschreiten, weil der US-Hochkommissar für Deutschland James B. Cornant (Präsident der Harvard University von 1933 bis 1953) der ursprünglichen Anordnung zugestimmt hatte. Der Bundesinnenminister erklärte in Bonn, er hoffe nach Aufklärung der Hintergründe den Widar-Verlag mit Stumpf und Stiel ausheben zu können.[2]

Obgleich Mullins zentrale Arbeit keine Beschuldigungen im Hinblick auf Rasse aufwirft, haben verschiedene Autoren und Organisationen, insbesondere die Anti-Defamation League, ihn des Antisemitismus bezichtigt. Dies hat wahrscheinlich und zumindest teilweise seinen Grund in einem Artikel (als Teil eines Essays mit unzureichenden Quellenangaben), in dem Mullins das jüdische Volk historisch in der Rolle eines biologischen Parasiten beschreibt. Allerdings hebt er in einem 1993 durchgeführten Interview hervor, dass er früher verblendet gewesen sei, was diesen Aspekt seiner Arbeit betraf. Auch zähle er einige Juden zu seinem Freundeskreis. Zitat aus dem Interview:

„Frage: Glauben Sie dass Juden Parasiten sind? – Mullins: Parasiten? Nein, wie gesagt war das ein Thema, das ich 1968 in einem Buch entwickelt habe. Ich habe mich nie wieder darauf bezogen und in der Tat gibt es nichts über Juden in meinen letzten 5 Büchern und in den letzten 20 Jahren, einfach weil ich mich zu größeren Sphären und Zusammenhängen bewegt habe, zur Welt-Ordnung…“

2005 wurde Eustace Mullins Redaktionsmitglied des Südost-Büros der rechtsgerichteten Zeitung American Free Press. Er schrieb außerdem für das Barnes Review, dessen Redaktionsmitglied er war.

Bibliographie[Bearbeiten]

  • Mullins on the Federal Reserve. Kasper and Horton, New York 1952.
    • The Federal Reserve Conspiracy. Common Sense, Union, NJ 1954.
    • Deutsch als Die Bankier-Verschwörung von Jekyl Island. Widar Verlag Guido Roeder, Oberammergau 1956.
    • Eustace Mullins (Autor) Roland Bohlinger (Bearbeitung): Die Bankierverschwörung. Die Machtergreifung der Hochfinanz und ihre Folgen. Verlag: Verlag für Ganzheitl. Forschung u. Kultur; Auflage: 3., erg. u. korr. A. (1987) Sprache: Deutsch. ISBN 978-3922314677
    • Secrets of the Federal Reserve: The London Connection. 1983. ISBN 0-9656492-1-0
  • The New World Order
  • The Curse of Canaan: A Demonology Of History. 1987
  • Murder By Injection: The Medical Conspiracy Against America, ISBN 0-88060-694-0
  • The Rape of Justice
  • Education for Slavery
  • Who Owns the TV Networks?
  • My Life in Christ
  • This Difficult Individual, Ezra Pound. Fleet Publishing, New York 1961
  • A Writ for Martyrs. 1986. (Autobiographie)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der falsche Fünfzehner DER SPIEGEL 33/1956
  2. 8/6) Bundesinnenminister gegen antisemitischen Verlag. (PDF; 3,1 MB) Freiburger Rundbrief Nummer 33 /36, Oktober 1956, Seite 47