FIFA-Exekutivkomitee

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Das FIFA-Exekutivkomitee ist eine Institution der FIFA. Das 25-köpfige Gremium ist das höchste Entscheidungsorgan des internationalen Fußballs.

Zusammensetzung und Aufgaben[Bearbeiten]

Das FIFA-Exekutivkomitee umfasst seit 2013 (Art. 30 FIFA-Statuten)[1] 25 Mitglieder:

  • 1 Präsident (gewählt durch den FIFA-Kongress);
  • 8 Vizepräsidenten und 15 weiteren Mitgliedern (gewählt durch den Kongress der jeweiligen Konföderation und eingesetzt durch den FIFA-Kongress);
  • 1 weibliches Mitglied (gewählt durch den FIFA-Kongress)

Die Amtsdauer der Mitglieder des Exekutivkomitees beträgt vier Jahre. Sie beginnt nach der Einsetzung durch den Kongress. Ein eingesetztes Mitglied des Exekutivkomitees kann nur durch den FIFA-Kongress oder den Kongress der jeweiligen Konföderation aus dem Amt entfernt werden.

Den Konföderationen stehen folgende Sitze zu:[1]

  • CONMEBOL: Vizepräsident (1) Mitglieder (2)
  • AFC: Vizepräsident (1) Mitglieder (3)
  • UEFA: Vizepräsidenten (3) Mitglieder (5)
  • CAF: Vizepräsident (1) Mitglieder (3)
  • CONCACAF: Vizepräsident (1) Mitglieder (2)
  • OFC Vizepräsident: (1) Mitglieder (–)

Das Exekutivkomitee trifft sich mindestens zweimal im Jahr. Es bestimmt die Spielorte und -termine und legt die Formate der von der FIFA durchgeführten Wettbewerbe fest. Das Komitee beruft die Delegierten der FIFA und ernennt den Generalsekretär.[2]

Mitglieder[Bearbeiten]

Name[3] Nationalität Konföderation Amtsdauer
Präsident
Sepp Blatter SchweizSchweiz Schweiz Ex officio 1998 – 2015
Senior-Vizepräsident
Issa Hayatou KamerunKamerun Kamerun Das Logo der CAF CAF 1990 – 2013
Vizepräsidenten
Ángel María Villar SpanienSpanien Spanien Das Logo der UEFA UEFA 1998 – 2015
Michel Platini FrankreichFrankreich Frankreich Das Logo der UEFA UEFA 2002 – 2015
David Chung Papua-NeuguineaPapua-Neuguinea Papua-Neuguinea Logo OFC 2011 – 2015
Ali bin al-Hussein JordanienJordanien Jordanien Das Logo der AFC AFC 2011 – 2015
Jim Boyce NordirlandNordirland Nordirland Das Logo der UEFA UEFA 2011 – 2015
Jeffrey Webb Cayman IslandsCayman Islands Cayman Islands Das Logo der CONCACAF CONCACAF 2012 –
Eugenio Figueredo UruguayUruguay Uruguay Das Logo der CONMEBOL CONMEBOL 2013 – 2015
Mitglieder
Michel D’Hooghe BelgienBelgien Belgien Das Logo der UEFA UEFA 1988 – 2013
Şenes Erzik TurkeiTürkei Türkei Das Logo der UEFA UEFA 1996 – 2013
Worawi Makudi ThailandThailand Thailand Das Logo der AFC AFC 1997 – 2015
Marios Lefkaritis Zypern RepublikRepublik Zypern Zypern Das Logo der UEFA UEFA 2007 – 2013
Jacques Anouma ElfenbeinküsteElfenbeinküste Elfenbeinküste Das Logo der CAF CAF 2007 – 2015
Rafael Salguero GuatemalaGuatemala Guatemala Das Logo der CONCACAF CONCACAF 2007 – 2015
Hany Abo Rida AgyptenÄgypten Ägypten Das Logo der CAF CAF 2009 – 2013
Witali Mutko RusslandRussland Russland Das Logo der UEFA UEFA 2008 – 2013
Mohamed Raouraoua AlgerienAlgerien Algerien Das Logo der CAF CAF 2011 – 2015
Theo Zwanziger DeutschlandDeutschland Deutschland Das Logo der UEFA UEFA 2011 – 2015
Zhang Jilong China VolksrepublikChina Volksrepublik China Das Logo der AFC AFC 2011 –
Marco del Nero BrasilienBrasilien Brasilien Das Logo der CONMEBOL CONMEBOL 2012 –
Lydia Nsekera BurundiBurundi Burundi Das Logo der CAF CAF 2012 – 2017
Sunil Gulati Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten Das Logo der CONCACAF CONCACAF 2013 – 2017
Salman bin Ibrahim Al Chalifa BahrainBahrain Bahrain Das Logo der AFC AFC 2013 –
Luis Bedoya KolumbienKolumbien Kolumbien Das Logo der CONMEBOL CONMEBOL 2014 –
Ko-optierte Mitglieder für spezielle Aufgaben
Moya Dodd AustralienAustralien Australien Das Logo der AFC AFC 2013 – 2015
Sonia Bien Aimé Flag of the Turks and Caicos Islands.svg Turks- und Caicosinseln Das Logo der CONCACAF CONCACAF 2013 – 2015
Generalsekretär
Jérôme Valcke FrankreichFrankreich Frankreich Das Logo der UEFA UEFA seit 2007

Geschichte[Bearbeiten]

Die Exekutivmitglieder waren 2010 durchschnittlich seit zehn Jahren im Amt.[4] Im Mai 2012 wurde am 62. FIFA-Kongress Lydia Nsekera, Präsidentin des nationalen Fußballverbandes von Burundi, als erste Frau in das Exekutivkomitee gewählt.[5]

Seit 2011 gab es dreizehn Wechsel im FIFA-Exekutivkomitee Franz Beckenbauer (Deutschland) und Junji Ogura (Japan) verzichteten 2011 auf eine Wiederwahl. Geoff Thompson (England) und Chung Mong-joon (Südkorea) wurden im gleichen Jahr nicht mehr für das FIFA-Exekutivkomitee nominiert. Seniorvizepräsident Julio Grondona verstarb im 2014 im Amt, nachdem er 26 Jahre lang dem Komitee angehört hatte.

Acht Rücktritte standen in einem Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen:[6]

  • Im Oktober 2010 wurden die beiden Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees Reynald Temarii (Tahiti) und Amos Adamu (Nigeria) von der FIFA wegen Korruptionsverdachts vorläufig suspendiert[7] Laut einem Bericht Sunday Times waren sie bereit, ihre Stimmen bei der Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu verkaufen. Im November 2010 wurde Temarii für ein Jahr und Adamu für drei Jahre von der FIFA von allen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen. Einsprüche gegen die Sperren wurden von der FIFA-Berufungskommission im Februar 2011 abgelehnt.
  • Im Mai 2011 wurden Mohamed bin Hammam (Katar) und Jack Austin Warner (Trinidad und Tobago) wegen Korruptionsverdachts vorläufig suspendiert. Bin Hammam wurde 2012 wegen Stimmenkaufs vor der Präsidentenwahl 2011 von der FIFA-Ethikkommission auf Lebzeiten von allen Aktivitäten im Fußball ausgeschlossen. Jack Warner trat aufgrund der gegen ihn erhobenen Vorwürfe auf eigenen Wunsch im Juni 2011 von allen internationalen Ämtern zurück.
  • Ricardo Teixeira musste im März 2012 unter großem öffentlichen Druck wegen zahlreichen Korruptionsvorwürfen seinen Rücktritt aus dem FIFA-Exekutivkomitee erklären. Er hatte zusammen mit seinem ehemaligen Schwiegervater und dem langjährigen Fifa-Präsidenten João Havelange (Brasilien) rund 22 Millionen CHF Schmiergelder von der ISL erhalten. Er entging sowohl einer strafrechtlichen Verurteilung wie auch der Sperre durch die FIFA-Ethikkommission.[8]
  • Chuck Blazer verzichtete im April 2013 nach Korruptionsvorwürfen auf eine erneute Wiederwahl. Vor Ablauf seiner vierten Amtsdauer Ende Mai 2013 wurde er durch die FIFA-Ethikkommission aufgrund einer laufenden Untersuchung für 90 Tage für jegliche Tätigkeiten im nationalen und internationalen Fußball gesperrt.[9]
  • Manilal Fernando wurde im April 2013 wegen mehrerer Verstöße gegen das FIFA-Ethikreglement für acht Jahre für jegliche nationale und internationale Tätigkeit im Fußball von der FIFA-Ethikkommission gesperrt.[10]
  • Nicolás Leoz erklärte im April 2013 seinen Rücktritt als Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees und als Präsident der CONMEBOL. Er machte dafür persönliche und gesundheitliche Gründe geltend. Laut der Bestechungsliste der ISL wurden ihm zwischen 1997 und 2000 ungefähr eine Million CHF Schmiergeld bezahlt. Mit seinem Rücktritt kam er einer Sperre durch die FIFA-Ethikkommission zuvor.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFIFA-Statuten. FIFA, Juli 2013, abgerufen am 28. August 2013 (PDF; 357 kB).
  2. FIFA-Exekutivkomitee. Webseite der FIFA. Abgerufen am 21. Juni 2011
  3. Ausführende Organe der FIFA, abgerufen am 8. September 2014
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJens Weinreich: Blut ist dicker als Wasser. NZZ Online, 20. Oktober 2010, abgerufen am 23. Juli 2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSID: Nsekera: Erstmals Frau im FIFA-Exekutivkomitee. Zeit Online, 25. Mai 2012, abgerufen am 23. Juli 2013.
  6. Reformprozess der Fifa: Rücktritte und Rauchzeichen. Abgerufen am 23. Juli 2013.
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFIFA: Amos Adamu und Reynald Temarii. Focus, 20. Oktober 2010, abgerufen am 23. Juli 2013.
  8. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJens Weinreich: ISL-Zahlungen: Die geheime Liste der Bestechung im Weltsport. Spiegel Online, 28. April 2013, abgerufen am 23. Juli 2013.
  9. FIFA: Chuck Blazer für 90 Tage gesperrt. Abgerufen am 23. Juli 2013.
  10. Rechtsprechende Kammer der Ethikkommission sperrt Vernon Manilal Fernando für acht Jahre. Abgerufen am 23. Juli 2013.