Feldjäger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Eine Beschreibung der Jägertruppe der k.u.k. Armee findet sich unter k.u.k. Feldjäger,
die Militärpolizeien anderer Länder unter Militärpolizei
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Stander Chef einer Feldjägerkompanie
Symbol der Feldjägertruppe ist der preußische Gardestern (Stern des von Friedrich I. gestifteten Schwarzen Adlerordens mit der Devise Suum cuique (lateinisch „Jedem das Seine“))
Daraus abgeleitetes Barettabzeichen der Feldjägertruppe der Bundeswehr

Die Feldjäger sind einerseits eine historische Truppengattung und gleichzeitig auch eine aktuelle Truppengattung der Bundeswehr. In letzterem Sinne sind sie seit 1955 mit der Funktion der Militärpolizei in der Bundeswehr betraut.

Geschichte[Bearbeiten]

Freytag’sche Jäger (Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg) um 1761 – zeitgenössisch
Feldjäger (Hessen-Kassel) um 1780 – Darstellung 19./20. Jahrhundert

Begriff[Bearbeiten]

Der Begriff „Feldjäger“ hatte ursprünglich nichts mit Militärpolizei zu tun, sondern bezeichnete zunächst die ab 1631 zuerst in Hessen-Kassel, später auch in anderen Territorien aufgestellte Jägertruppe (so auch in Preußen und in Kurhannover). Diese meist aus Forstleuten und Jägern rekrutierten Verbände Leichter Infanterie operierten in der Regel selbständig und außerhalb der zeitüblichen Linientaktik, häufig als Kundschafter, Plänkler, Scharfschützen, Kuriere. Sie waren mit gezogenen Büchsen aus ihrem Privatbesitz ausgerüstet. Der früheste militärkundliche Beitrag zum Kleinen KriegAbhandlung über den kleinen Krieg (Kassel 1785) – stammt vom hessischen Feldjägerhauptmann Johann von Ewald und verarbeitet dessen Erfahrungen aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Eine der ersten Militärpolizeitruppen, die Royal Military Police wurde unter Wellington in der Britischen Armee für die Expedition 1807 in Portugal aufgestellt. In der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen bis zum Ende des Dritten Reiches war die Bezeichnung „Feldgendarmerie“ im deutschsprachigen Raum für die Polizei im Militärdienst üblich, jedoch nach 1945 durch die Beteiligung der Feldgendarmerie am NS-Unrechtsregime so diskreditiert, dass man bei Aufstellung der Bundeswehr für die Militärpolizei den unbelasteten Begriff „Feldjäger“ wählte.

Altpreußische Armee[Bearbeiten]

Militärpolizeiliche Befugnisse wurden im altpreußischen Heer im Bereich der Strafverfolgung von den Regimentsprofosen, im Bereich der allgemeinen Sicherheit von den Husaren[1] wahrgenommen. So wurden Nachts zur Sicherung von Feldlagern vor feindlichen Überfällen, aber vor allem um Fahnenflucht von Soldaten zu verhindern, Patrouillen eingesetzt. Das in der preußischen Armee 1740 aufgestellte Reitende Feldjägerkorps hatte keine spezifischen Polizeiaufgaben, wurde jedoch im Kurier- und Meldedienst eingesetzt und nahm damit Teile der Aufgaben der heutigen Feldjägertruppe war.

Neupreußische Armee[Bearbeiten]

Nach französischem Vorbild bildete sich in den deutschen Staaten nach 1815 erst zögerlich eine von der Kampftruppe abgesonderte Truppe für Polizeiaufgaben: in Preußen die Landgendarmerie. Sie war – wie in Bayern die Gendarmerie und in Württemberg das Landjägerkorps – Teil der Armee und 1914 entsprechend der Anzahl der preußischen Provinzen in zwölf Brigaden mit je einem Oberst oder älterem Oberstleutnant als Brigadier an der Spitze gegliedert. Der Chef der Landgendarmerie war ein General der Infanterie.[2] Aus dieser Landgendarmerie wurde bei Mobilmachung aus Offizieren und Wachtmeistern die Feldgendarmerie gebildet, ergänzt durch weitere wenige kommandierte Offiziere und eine erhebliche Anzahl Unteroffiziere und Mannschaften berittener Einheiten. Bedeutung erlangte die Truppe erstmals in den Kriegen 1866 und 1870/71. Ihr Auftrag war der Ordnungsdienst in der Etappe, der Verkehrsdienst und auch sicherheitspolizeiliche Funktionen wie die Spionageabwehr.

Bei Kriegsbeginn 1914 gab es in Deutschland rund 33 Einheiten der Feldgendarmerie, die im Verlauf des Krieges auf über 100 erweitert wurden. Erkennungsmerkmal waren der Ringkragen und teilweise auch nur eine Armbinde.

Weimarer Republik[Bearbeiten]

In der Reichswehr gab es keine Einheiten mit polizeiähnlichen Aufgaben.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg und besonders zum Ende des Krieges hin fielen den deutschen Feldgendarmen der Wehrmacht und der Waffen-SS Zehntausende „Fahnenflüchtiger“ in die Hände und wurden entsprechend Hitlers Parole „Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben“ exekutiert. Im Volksmund wurden die Feldgendarmen in Anspielung auf die zur Uniform gehörende metallene Plakette mit der Aufschrift Feldgendarmerie oder Feldjägerkommando, die an einer Kette um den Hals getragen wurde, als Kettenhunde bezeichnet. Darüber hinaus wurde die Feldgendarmerie durch den Heldenklau berüchtigt, da sie selbst die Flüchtlingstrecks aus dem Osten noch nach potenziell waffenfähigen Männern absuchte. Die Rolle der Feldgendarmerie zählt bisher zu den am schlechtesten aufgearbeiteten Kapiteln der NS-Gewaltherrschaft. Letzteres gilt zum Beispiel auch für die Verquickungen von Feldgendarmerie, Geheimer Feldpolizei, Heeres- bzw. Wehrmacht-Streifendiensten und Feldjäger-Kommandos.

Metallene Plakette mit der Aufschrift Feldgendarmerie
Simferopol, Januar 1942. Verhaftete Männer in Begleitung eines deutschen Feldgendarmen und deutscher Soldaten. Die Feldgendarmerie Abteilung 683 war im Dezember 1941 an der Ermordung von 14.000 Juden in Simferopol beteiligt[3]

Organisatorisch gesehen waren die traditionellen Feldgendarmerien von Wehrmacht und Waffen-SS in der Regel Großverbänden oder örtlichen Befehlshabern angegliedert. Anders verhielt es sich mit den Feldjäger-Kommandos. Diese wurden auf einen Führerbefehl vom Dezember 1943 hin als Reaktion auf zunehmend hinter der Front zu Tage tretende Disziplinlosigkeiten, Verwahrlosung und Zersetzungserscheinungen aufgestellt. Die Feldjäger-Kommandos waren eine unmittelbar dem Oberkommando der Wehrmacht unterstellte Ordnungstruppe. Daraus ergab sich auch die äußerst seltene Unterordnung der Waffen-SS unter die Disziplinargewalt eines zur Wehrmacht gehörenden Truppenteils. Die Befehlshaber der Feldjäger-Kommandos hatten Stellung und Befugnisse eines Armeeoberbefehlshabers einschließlich der Disziplinarstrafgewalt. In späteren Befehlen wurden den Führern der Feldjäger-Kommandos und -einheiten weitreichende Befugnisse zugestanden, die von praktisch uneingeschränkten Postenenthebungen und dem Auflösen von Etappenorganisationen bis zum Requirieren anderer Ordnungstruppen reichte. Lediglich in die militärtaktische Führung hatten sie kein Eingriffsrecht. Wie oben angesprochen wurden bald Kontrollen im rückwärtigen Gebiet, die Versprengtensuche, die Einrichtung von Auffang- und Sammellinien sowie die Fahndung nach Fahnenflüchtigen und unerlaubt von der Truppe abwesenden Soldaten zum Einsatzschwerpunkt.

Nach dem Krieg wurden die Ordnungstruppen der Wehrmacht vom Nürnberger Militärtribunal vom Vorwurf, eine verbrecherische Organisation gewesen zu sein, im Wesentlichen ausgenommen.

Die Feldgendarmerie wurde nach dem Krieg in der amerikanischen Besatzungszone als Ergänzung der eigenen Militärpolizei herangezogen und blieb unter Waffen. Erst 1948/1949 wurde die Feldgendarmerie entwaffnet.

Die Feldjägertruppe der Bundeswehr[Bearbeiten]

Die Bundeswehr übernahm für ihre militärische Ordnungstruppe schließlich die Bezeichnung „Feldjäger“ im traditionsreichen preußischen Sinne. Nach der Unterzeichnung des Aufstellungsbefehls Nr. 1 für die Bundeswehr am 6. Oktober 1955 durch General Heusinger wurde im ehemaligen Luftwaffenlazarett in Andernach unter anderem eine Militärpolizei-Lehrkompanie aufgestellt. Am 30. Januar 1956 wurde der Begriff „Militärpolizei“ durch den damaligen Staatssekretär Rust durch „Feldjäger“ ersetzt. Die Namensänderung wurde mit der Absicht durchgeführt, die Zahl der Sicherheitsorgane mit Polizeigewalt (insbesondere derjenigen, die unter Kontrolle des Bundes stehen) bewusst klein zu halten und die Truppe von den zivilen Polizeikräften abzugrenzen. Die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus mit ihren ausufernden und mitunter konkurrierenden Sicherheits- und Polizeidiensten in Verbindung mit verfassungsmäßigen Bedenken waren hierfür entscheidend.

Die Feldjägertruppe nimmt als Führungstruppe militärpolizeiliche Aufgaben wahr, ist jedoch keine Polizei im eigentlichen Sinn, wie etwa die Bundespolizei oder die Polizeien der Länder. Feldjäger besitzen im Frieden keine Weisungsbefugnis gegenüber Nicht-Bundeswehrangehörigen, es sei denn, diese halten sich in einem militärischen (Sicherheits-)Bereich auf oder es ist zur Aufgabenerfüllung zwingend notwendig (z. B. Einrichtung eines militärischen Sicherheitsbereichs). Damit liegen die Befugnisse der Feldjäger weit hinter denen ausländischer Militärpolizeien. Seit dem Beginn der Teilnahme der Bundeswehr an multinationalen Auslandseinsätzen (UNOSOM, spätestens aber IFOR) kann – zumindest äußerlich – die Angleichung der Feldjägertruppe an das Bild einer „Militärpolizei“, beobachtet werden (s. dazu „Uniform heute“).

Angehörige der Feldjägertruppe sind, sofern sie nicht zu Lehrgängen abkommandiert sind, vom Wachdienst befreit, da sie diese Aufgaben im erweiterten Sinne außerhalb des Standortbereiches übernehmen.

Sie gehören entsprechend der aktuellen Bundeswehrstruktur der Streitkräftebasis an. Geführt wird die Feldjägertruppe vom Kommando Feldjäger der Bundeswehr mit Sitz in Hannover.

Auftrag[Bearbeiten]

Militärischer Ordnungsdienst[Bearbeiten]

Der Militärische Ordnungsdienst soll die Vorgesetzten beim Überwachen, Aufrechterhalten und Wiederherstellen der Disziplin und soldatischen Ordnung unterstützen. Die Feldjäger verstehen sich ebenso als zentrale Ansprechstelle für alle Soldaten, die Hilfe benötigen. Darunter fallen folgende Aufgaben: Feldjägerstreifendienst, Einsatz bei Großveranstaltungen mit militärischer Beteiligung, Kontrollen in militärischen Liegenschaften, Unterstützen der Wehrdienstgerichte und sonstiger Justizorgane, Mitwirken beim Sammeln und Rückführen von Versprengten und von in Gewahrsam genommenen Personen, Mitwirken beim Sammeln und Transport von Kriegsgefangenen.

Militärischer Verkehrsdienst[Bearbeiten]

Motorradstaffel der Feldjäger
Feldjäger bei einer Verkehrskontrolle

Der Militärische Verkehrsdienst beinhaltet die Überwachung und Regelung des militärischen Straßenverkehrs und erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Polizei. Die Kontrollen dienen der Sicherheit im Straßenverkehr sowie der Abwehr von Gefahren für die Streitkräfte. Der Militärische Verkehrsdienst gliedert sich in die Aufgaben: Erkunden und Kennzeichnen von Straßen, Aufnahme von Verkehrsunfällen mit Bundeswehrbeteiligung, militärische Verkehrskontrollen, militärische Verkehrsregelung, Begleiten und Kontrolle von militärischen Gefahrgut- oder Großraumtransporten, Planen und Überwachen des militärischen Straßenverkehrs – ab Ebene eines Großverbandes durch einen Stabsoffizier der Feldjäger im Stabsdienst (Divisionsverkehrsführer), Einrichten eines Verkehrsleitnetzes inkl. Verkehrsleitpunkte, Regeln des Verkehrs im Spannungs- und Verteidigungsfall, soweit dies für die Erfüllung des Verteidigungsauftrages erforderlich ist.

Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben[Bearbeiten]

Bei der Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben werden Feldjäger eingesetzt, um Straftaten gegen die Bundeswehr zu verhindern und rechtswidrige Störungen der dienstlichen Tätigkeit zu beseitigen. Darüber hinaus können sie auch mit dem Schutz verbündeter Streitkräfte beauftragt werden. Feldjäger leisten außerdem Personen- und Begleitschutz für gefährdete Bundeswehrangehörige. Es gibt folgende Sicherheitsaufgaben: Absicherung von Operationszentralen in Gefechtsständen von Großverbänden, Personen- und Begleitschutz, Eskorten- und Lotsendienst, Absicherung von Besprechungen, Ausstellungen und Vorführungen, Überwachen von Liegenschaften der Bundeswehr, Mitwirken beim Schutz von Objekten, Schutz von Transporten sowie der Schutz von Veranstaltungen der Bundeswehr in der Öffentlichkeit (zum Beispiel Feierliche Gelöbnisse).

Erhebungen und Ermittlungen[Bearbeiten]

Der Aufgabenschwerpunkt Erhebungen und Ermittlungen umfasst die Aufnahme von folgenschweren Unfällen aller Art (Verkehrsunfälle, Luftfahrzeugunfälle sowie Unfälle mit Todesfolge von Soldaten), das Feststellen und Dokumentieren von Sachverhalten in dienstlichem Interesse, das Mitwirken bei der Aufklärung von Dienstvergehen (auf Ersuchen von Disziplinarvorgesetzten durch Spurensicherung und Sammeln sonstiger Hinweise) sowie die Suche nach unerlaubt bzw. eigenmächtig abwesenden und fahnenflüchtigen Soldaten. Hierfür werden in der Regel speziell ausgebildete Feldwebeldienstgrade in den jeweiligen Feldjägerdienstkommandos bereitgehalten.

Raum- und Objektschutz[Bearbeiten]

Zwei Feldjäger mit Diensthund bei einer öffentlichen Vorführung.

Feldjäger wirken ebenfalls beim Schutz rückwärtiger Gebiete mit. Feldjägerkräfte können dabei in besonderen Lagen, zum Beispiel im Verteidigungsfall, in rückwärtigen Gebieten der Kampfzone zum Schutz von Objekten sowie zur Bekämpfung von Feindkräften beitragen. Feldjäger unterstützen den Schutz von besonders eingestuften Objekten, wie Gefechtsstände oder anderen Kommandobehörden durch Überwachung, Objektkontrollen oder Sicherung. Sie unterstützen weiterhin beim Schutz von Räumen die Maßnahmen der zuständigen Kommandobehörden, in ausländischen Einsatzgebieten der zuständigen Kommandeure. Dies dient dazu, Räume im nationalen Operationsgebiet wegen ihrer Bedeutung in eigener Hand zu behalten oder zu kontrollieren. Dabei sollen sie Einsätze des Gegners oder irregulärer Kräfte verhindern und die Zivilbevölkerung oder dort befindliche Anlagen und Einrichtungen vor dem Zugriff oder den Einwirkungen von Feindkräften schützen. Im Rahmen des Raum- und Objektschutzes können Diensthunde der Feldjägertruppe eingesetzt werden, um bei einer entsprechenden Verdachtslage Täter und Mittel (z. B. Sprengstoffe oder Waffen) aufzuspüren. Eine weitere Aufgabe des Raum- und Objektschutzes ist die Zugriffsdurchsuchung durch spezialisierte Zugriffskräfte, welche aber nicht mit den Zugriffskräften des Kommando Spezialkräfte (KSK) verwechselt werden dürfen. Sie dient, ähnlich dem polizeilichen Zugriff, der Festnahme von Straftätern und der systematischen Suche nach Kriegsmaterial oder verbotenen Gegenständen.

Feldjäger bei einer Zugriffsdurchsuchungsübung

Einsatz bei unfriedlichen Menschenansammlungen[Bearbeiten]

CRC-Greiftrupp

Die Kontrolle von Menschenmengen und gewalttätigen Ausschreitungen oder auch Crowd and Riot Control (CRC) ist eine ebenfalls im Raum- und Objektschutz angesiedelte Aufgabe der Feldjägerkräfte. Hierbei werden speziell ausgebildete Feldwebeldienstgrade eingesetzt, um in Zusammenarbeit mit ebenfalls ausgebildeten Soldaten anderer Teilstreitkräfte, unter anderem den Marine- und Luftwaffensicherungskräften, unfriedliche Demonstrationen zu unterbinden. Seit 2006 stellen fünf Feldjägerkompanien einen CRC-Zug, üblicherweise sind dies die 4. Züge der jeweiligen Kompanien. In diesem werden Mannschaftssoldaten mit der Spezialisierung CRC ausgebildet. Das Hauptaugenmerk solcher Einsätze liegt bei Peace Support Operations (PSO) der Bundeswehr, da sich dortige Demonstrationen sehr oft gegen die militärischen Einrichtungen der ausländischen Truppen richten. Andererseits kommen die Kräfte auch im Inland – zum Beispiel bei der Räumung von durch Demonstranten blockierten Kasernenzufahrten – zum Einsatz. Im Rahmen der CRC werden ebenfalls speziell ausgebildete Feldwebeldienstgrade in Greif- und Rückholtrupps eingesetzt, die die identifizierten Rädelsführer der unfriedlichen Demonstrationen gezielt fassen und festsetzen sollen.

Aktuelle und frühere Organisation[Bearbeiten]

Ausbildung[Bearbeiten]

Die truppengattungsspezifische Ausbildung findet an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover statt.

Ausrüstung[Bearbeiten]

Waffen[Bearbeiten]

Die Pistole Walther P1 wird heutzutage nur noch in Verbindung mit dem Weißzeug beim protokollarischen Dienst getragen. Sie wurde durch die HK P8 abgelöst, die die Standard-Dienstpistole der Bundeswehr geworden ist. Feldjäger mit der Spezialisierung Personenschutz tragen eine kleine, kompakte HK P7. Bei Personenschutz- oder Zugriffseinsätzen von spezialisierten Feldjägerkräften kommen die Maschinenpistole HK MP5k, HK MP7 sowie das Sturmgewehr HK G36k mit Reflexvisier und Laserlichtmodul LLM01 neben dem HK G36 zum Einsatz. Für mehr Feuerkraft wird des Weiteren im Auslandseinsatz das Sturmgewehr G36 mit dem Granatwerfer AG36 verwendet. Präzisionsschützen sichern und überwachen mit dem G22 Personenschutz-/CRC-Einsätze, sowie die Zugriffskräfte bei Festnahmen von Straftätern. Zur Bewaffnung von Zugriffskräften gehört auch die Vorderschaftrepetierflinte Remington 870 mit Flintenlaufgeschossen. Mit der Granatpistole HK69 werden bei CRC-Einsätzen durch den NLW-Trupp Gummigeschosse oder CS-Granaten verschossen. Beim Feldjägerdienst im Inland kommt das Reizstoffsprühgerät RSG 4 und der Rettungsmehrzweckstock (RMS) als Hilfsmittel der körperlichen Gewalt, bei CRC-Einsätzen das RSG 8 zum Einsatz. Für den allgemeinen Gefechtsdienst verfügen die Feldjäger über das Maschinengewehr MG3 und die Panzerfaust 3.

Fahrzeuge[Bearbeiten]

Die Feldjägertruppe verfügt über fast alle gängigen Fahrzeuge, die in der Bundeswehr genutzt werden. Zusätzlich sind vereinzelt noch VW-Funkbusse (Typ T3 und T4) für Fernmeldeaufgaben und Mercedes-Benz Unimog für Transport- und Unterstützungsaufgaben vorhanden. Transportaufgaben leistet der Lastkraftwagen vom Typ MAN TGA, teilweise mit eingerüsteter Signalanlage, der die älteren Lastkraftwagen verschiedener Typen nach und nach ersetzt. Als Streifenfahrzeuge im Inland dienen der Mercedes-Benz Vito, wie unten abgebildet in oliv/weiß oder oliv mit 4×4-Antrieb, der VW T5 – ebenfalls in oliv/weiß oder oliv mit 4×4-Antrieb und der geländegängige Nissan Patrol. Im Auslandseinsatz kommen neben dem sondergeschützen SSA Wolf der ATF Dingo bei ISAF in Afghanistan und der TPz Fuchs bei KFOR im Kosovo zum Einsatz. Für mögliche CRC-Einsätze im Ausland wurde der Mowag Duro 3/ Yak beschafft. Im Eskortendienst wurden die BMW K 75 Motorräder im Jahre 2004 von der BMW R 1150 RT bzw. der BMW R 1200 RT abgelöst. Die Motorräder sind mit Signalanlage, Funk und ABS ausgerüstet. Weiterhin sind die Feldjäger für Fahrten im Gelände mit KTM 400 LS-E Military ausgestattet. Zu Marschbegleitungen stehen Fahrzeuge mit Wechselverkehrszeichenanlage zur Verfügung.

Uniformen[Bearbeiten]

Ein Feldjäger im Dienstanzug zur Absicherung einer Bundeswehr-Veranstaltung.

Die Feldjäger tragen ein korallrotes Barett mit dem preußischen Gardestern (den Bruststern des Schwarzen Adlerordens) als Barettabzeichen. Der lateinische Schriftzug „suum cuique“ bedeutet übersetzt „Jedem das Seine“. Die Kragenspiegel der Tuchjacke des Dienstanzuges mit preußischer Litzenstickerei in der Waffenfarbe Orange unterlegt; ebenso in Orange die Vorstöße (Litzen) an den Schulterklappen. Je nach Einsatzart wird das sogenannte Weißzeug (weißes Koppel mit Gurt über die rechte Schulter und weiße Armbinde) getragen. Die weiße Pistolentasche für die Pistole Walther P1 hängt auf der linken Seite des Koppels. Das Weißzeug wurde inzwischen durch das „Schwarzzeug“ ersetzt, wobei jenes bei der Feldjägertruppe für protokollarischen Dienst in der Öffentlichkeit, wie etwa dem Großen Zapfenstreich und dem Eskortendienst erhalten bleibt. Die Eskortenfahrer tragen zusätzlich zum Weißzeug weiße Stulpenhandschuhe. Auf der schwarzen Armbinde des neuen Schwarzzeuges, welche sich an der Ausrüstung der Militärpolizei anderer Länder orientiert, befindet sich ein großer MP-Schriftzug und darüber etwas kleiner der Schriftzug „Feldjäger“. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, auf der Armbinde die Bataillonszugehörigkeit durch einen Klettaufnäher zu kennzeichnen. Das Schwarzzeug besteht zudem aus einem schwarzen Koppel mit schwarzem Pistolenholster für die Pistole P8, Handschließentasche, RMS-Halter und weiterer Befestigungsmöglichkeiten für Ausrüstungsgegenstände.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Zentrale Dienstvorschrift der Bundeswehr – ZDv 75/100 Die Feldjäger der Bundeswehr.
  • Vorschrift H.Dv. 275, Feldgendarmerie-Vorschrift. 1940.
  • Karlheinz Böckle: Feldgendarmen, Feldjäger, Militärpolizisten. Ihre Geschichte bis heute. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1991, ISBN 3-613-01143-3.
  • Sören Sünkler: Die Spezialverbände der Bundeswehr. 2. Auflage, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02592-9.
  • Peter Schütz: Die Vorläufer der Bundeswehr-Feldjäger – Ein Beitrag zur preußisch-deutschen Wehrrechtsgeschichte. Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11631-3.
  • Helmut Rettinghaus: Die Deutsche Militärpolizei. Band 1: Erbe 1740 bis 1952. Verlag Helmut Rettinghaus, Langen 2009, ISBN 978-3-00-025560-1;
  • Helmut Rettinghaus: Die Deutsche Militärpolizei. Band 2: Auftrag von 1952 bis heute. Verlag Helmut Rettinghaus, Langen 2009, ISBN 978-3-00-026373-6.
  • Reinhard Scholzen: Feldjäger: Deutschlands Militärpolizei heute. Motorbuch, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-613-03152-4.
  • Reinhard Scholzen: Die Feldjäger. Deutschlands Militärpolizei in der Gegenwart. In: Polizei heute. Jg. 40, Nr.  1, Januar/Februar 2011, ISSN 0723-6123, S. 2–11.
  • Reinhard Scholzen: Waffen der Feldjäger. In: Truppendienst 5, 2012, S. 427–433.
  • Johannes Heinen: Rechtsgrundlagen Feldjägerdienst. Mit Erläuterungen des UZwGBw, Einsatzgrundlagen im In- und Ausland. 10., neu bearbeitete Auflage, Walhalla-Fachverlag, Regensburg 2013, ISBN 978-3-8029-6533-3.
  • Peter Lutz Kalmbach: Polizeiliche Ermittlungsorgane der Wehrmachtjustiz. In: Kriminalistik. Unabhängige Zeitschrift für kriminalistische Wissenschaft und Praxis. 2/2013, 67. Jahrgang, S. 118–122.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feldjäger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. die Husaren bestanden nahezu gänzlich aus Freiwilligen, die Versuchung der Desertation war hier eher gering, sie waren aus diesem Grunde für Kontrollaufgaben prädestiniert
  2. Rangliste nach dem Stande vom 6. Oktober 1913, Redaktion Kriegsministerium, Berlin 1913
  3. Boris von Haken: Spalier am Mördergraben. In: Die Zeit, Hamburg, Nr. 52, 17. Dezember 2009, S. 60