Görwihl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Görwihl
Görwihl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Görwihl hervorgehoben
47.6411111111118.0783333333333612Koordinaten: 47° 38′ N, 8° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Waldshut
Höhe: 612 m ü. NHN
Fläche: 50,42 km²
Einwohner: 4272 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79733
Vorwahl: 07754
Kfz-Kennzeichen: WT
Gemeindeschlüssel: 08 3 37 038
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 54
79733 Görwihl
Webpräsenz: www.goerwihl.de
Bürgermeister: Carsten Quednow
Lage der Gemeinde Görwihl im Landkreis Waldshut
Aare Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Lörrach Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Schwarzwald-Baar-Kreis Albbruck Bad Säckingen Bernau im Schwarzwald Bonndorf im Schwarzwald Dachsberg (Südschwarzwald) Dettighofen Dogern Eggingen Görwihl Grafenhausen Häusern Herrischried Höchenschwand Hohentengen am Hochrhein Ibach (Schwarzwald) Jestetten Klettgau (Gemeinde) Küssaberg Lauchringen Laufenburg (Baden) Lottstetten Murg (Hochrhein) Rickenbach (Hotzenwald) St. Blasien Stühlingen Todtmoos Ühlingen-Birkendorf Waldshut-Tiengen Wehr (Baden) Weilheim (Baden) Wutach (Gemeinde) Wutöschingen Schweiz RheinKarte
Über dieses Bild

Görwihl ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Görwihl liegt im Hotzenwald, dem südlichsten Teil des Schwarzwaldes, am Rand des Albtals. Die Landschaft des Hotzenwalds ist gekennzeichnet durch verschieden große Hochebenen, die terrassenartig gestuft nach Süden hin abfallen. Die meisten Ortsteile liegen auf solchen Hochebenen.

Etwa 60 Prozent der Gemeindefläche besteht aus Wald.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Ibach und Dachsberg, im Osten an Albbruck, im Süden an die Stadt Laufenburg und im Westen an Rickenbach und Herrischried.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Görwihl gehören die bis in die 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Engelschwand, Hartschwand, Niederwihl, Oberwihl, Rotzingen, Rüßwihl, Segeten und Strittmatt.
Zu den ehemaligen Gemeinden Engelschwand, Hartschwand, Oberwihl und Strittmatt gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Zur Gemeinde Görwihl in den Grenzen von vor der Gemeindereform der 1970er Jahre gehören das Dorf Görwihl, die Zinken Freudenberg und Grünnetsmättle und die Häuser Kirchgrund. Zur ehemaligen Gemeinde Niederwihl gehören das Dorf Niederwihl, der Zinken Schildbach und das Haus Sägehof. Zur ehemaligen Gemeinde Rotzingen gehören die Dörfer Rotzingen und Burg, der Zinken Eichrütte und die Häuser Krembach. Zur ehemaligen Gemeinde Rüßwihl gehören die Dörfer Rüßwihl und Tiefenstein. Zur ehemaligen Gemeinde Segeten gehören das Dorf Segeten, das Gehöft Hetzlenmühle und das Haus Säge.
Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Scheckenwihl im Gebiet der früheren Gemeinde Niederwihl und Wolpringen im Gebiet der früheren Gemeinde Strittmatt.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Görwihl um 1897

Görwihl wurde im Jahre 1193 als Gerswillare erstmals urkundlich erwähnt. Görwihl gehörte wie die meisten Orte des Hotzenwalds über Jahrhunderte zur Grafschaft Hauenstein und damit zu Vorderösterreich. Es entwickelte sich zum Zentrum der Einungen des Hotzenwalds und spielte eine Rolle in den Salpetererunruhen. 1806 kam Görwihl zu dem neu geschaffenen Großherzogtum Baden. 1838 bis 1839 erfolgte der Wiederaufbau der durch Blitzschlag und Brand zerstörten Katholischen Kirche St. Bartholomäus durch Friedrich Theodor Fischer unter Erhaltung des alten Turmes. Leider blieben die Altäre des Stuckateurs Jodok Friedrich Wilhelm nicht erhalten.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurde die heutige Gemeinde am 1. Januar 1975 durch Vereinigung der Gemeinden Görwihl, Engelschwand, Niederwihl, Oberwihl, Rüßwihl, Segten und Strittmatt neu gebildet. Bereits am 1. Juli 1971 wurde Rotzingen nach Görwihl eingemeindet. Die Eingemeindung von Hartschwand nach Görwihl erfolgte am 1. Juli 1972.

Bei dem Ortsteil Tiefenstein befinden sich die Burgreste der Iburg, der Burg Tiefenstein und einer frühen Wallburg, der Wallburg Tiefenstein.

Herkunft des Ortsnamens Görwihl[Bearbeiten]

Görwihl leitet sich von Ger-Weiler ab. Der Namensteil 'Ger', althochdeutsch für Speer, wurde gewählt, da Görwihl in der Entstehungszeit die Form einer Speerspitze hatte.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1880 1900 1925 1933 1950 1961 1970 1980 1990 2000 2010
Einwohner[3] 4278 3719 3227 3224 3463 3491 3912 3915 4433 4532 4343

Politik[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 60,8 % (- 2,1) zu folgendem Ergebnis:[4]

Partei / Liste Stimmenanteil +/- Sitze +/-
CDU 47,6 % + 2,1 11 + 2
FWG 44,2 % - 10,3 10 ± 0
Grüne 8,2 % + 8,2 2 + 2

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Albtal bei Tiefenstein
  • Das Heimatmuseum zeigt Exponate zur Salpetersiederei im Hotzenwald; eine besondere Attraktion ist ein automatischer Webstuhl.
  • In Görwihl wurde am 9. November 2008 eine Öffentliche Bücherei in Trägerschaft der katholischen Gemeinde eröffnet. Sie steht allen interessierten Leserinnen und Lesern offen.
  • Die Albtalwasserfälle
  • Der Gugelturm mit weitem Alpenblick (auf dem Gebiet der Gemeinde Herrischried)
  • Martinimarkt (an einem Samstag im Herbst)
  • Tiefenstein im Albtal

Sonstiges[Bearbeiten]

Görwihl-Segeten war im Jahr 2011 der sonnenreichste Ort in Deutschland.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 976–979
  3. Einwohnerstatistik Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
  4. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Görwihl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien