Flughafen Engadin

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Engadin Airport
Logo Engadin Airport.svg
AirportSamedan.JPG
Kenndaten
ICAO-Code LSZS
IATA-Code SMV
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km östlich von Samedan,
5 km nordöstlich von St. Moritz
Straße Plazza Aviatica 2
Basisdaten
Eröffnung 27. Januar 1938, seit 2004 zivil
Betreiber Engadin Airport AG
Passagiere 34'000
Flug-
bewegungen
22'220 (2008)[1]
Start- und Landebahn
03/21 1800 m × 40 m Asphalt

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Standorte der Schweizer Flughäfen
Tower, Betriebsgebäude und Hangar des Flughafens

Der Flughafen Engadin (offizieller Name; Engadin Airport, auch als Flugplatz Samedan bezeichnet) ist mit 1'707 m ü. M. der höchstgelegene Flughafen Europas. Er befindet sich nahe dem Engadiner Dorf Samedan, rund fünf Kilometer entfernt vom mondänen Schweizer Touristenort St. Moritz.

Flugbetrieb[Bearbeiten]

Einen regelmässigen Linienbetrieb kennt der Flugplatz nicht mehr, jedoch wird er vor allem im Winter von verschiedensten Privatjet-Anbietern angeflogen. Es herrscht reger Segelflugverkehr. Beliebt ist der Flugplatz auch bei Fallschirmspringern und ähnlichen Sportarten, die von hier aus in die Berninagruppe starten. Auf dem Gelände befindet sich auch eine Flugschule.

Der Flughafen ist ganzjährig tagsüber geöffnet und hat eine Zollabfertigung sowie einen Hangar. Jedoch ist die Piste nicht immer schneefrei. Sie ist aber lang genug, dass auch schon vergleichsweise grosse Flugzeuge wie Boeing 737 und Super Constellation dort landeten.[2] Jährlich finden auf dem Flughafen rund 20'000–22'000 Flugbewegungen statt.[1][3]

Um einen Mangel an Flugzeug-Abstellflächen zu beheben, ist eine erhebliche Erweiterung des Vorfelds geplant.

Der Flughafen verfügt über kein Instrumentenlandesystem, so dass die Landung nur auf Sicht erfolgen kann. In Verbindung mit der Lage in einem engen Bergtal, der ausserordentlichen Höhe über Meer und schwierigen Windverhältnissen gilt die Landung als besonders anspruchsvoll.[2]

In der Folge des Unfalls vom 19. Dezember 2010 erliess das Schweizer Bundesamt für Zivilluftfahrt neue strengere Richtlinien für Piloten vor und beim Anflug des Flughafens. Unmittelbar nach dem Unfall wurde für Piloten ein elektronisches Briefing verpflichtend, das vor dem Abflug zum Flughafen Engadin wichtige Grundkenntnisse über die Besonderheiten des Flughafens abfragt. Anfang 2011 wurde die Verpflichtung eingeführt, dass alle Piloten, die den Flughafen noch nicht beflogen haben, ihren Erstanflug als Einweisungsflug in Begleitung eines Fluglehrers absolvieren müssen, bevor sie die Erlaubnis zum Anflug im Alleinflug erhalten. Die Limits für den Sichtflug wurden angehoben, so dass ein Anflug nur noch bei einer Mindestsicht von 5 Kilometern und einer Wolkenhöhe von mindestens 700 Metern über Grund erfolgen darf.[4]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 6. März 1970 verunglückte die einzige Handley Page HP-137 Jetstream 1 (D-INAH) der Gesellschaft Bavaria im Anflug auf den Flughafen Samedan. Das in München-Riem gestartete Flugzeug erlitt im Landeanflug einen Turbinenschaden und wurde dadurch manövrierunfähig. Infolgedessen stürzte die Maschine etwa drei Kilometer vor der Landebahnschwelle ab. Die zwei Besatzungsmitglieder und alle neun Passagiere kamen bei dem Unglück ums Leben. Unter den Opfern befanden sich Bavaria-Gründer Max Schwabe und seine Familie.[5][6]
  • Am 25. Juli 2008 kam es zu einem Zwischenfall mit einem Segelflugzeug. Das Flugzeug vom Typ LS-4a stürzte kurz nach dem Start in einem Wald ab. Der schwerverletzte Pilot wurde ins Krankenhaus Chur geflogen, erlag seinen Verletzungen aber einen Tag später.[7]
  • Am 12. Februar 2009 kam es zu einem weiteren schweren Unfall, bei dem beide Piloten starben, als eine Falcon 10/100 in einen vier Meter hohen Schneewall neben der Piste prallte.[8] Das Bundesamt für Zivilluftfahrt ordnete danach die Schliessung des Flughafens an, bis die hohen Schneemauern abgetragen und ein neues Schneeräumungskonzept erlassen war. Die Ursachen des Unfalls sah das Büro für Flugunfalluntersuchungen aber in Fehlern der Piloten.[9]
  • Am 19. Dezember 2010 stürzte eine Beechcraft Premier I der deutschen Windrose Air nach einem abgebrochenen Landeanflug auf den Flughafen in eine nahe liegende Trafostation bei Bever. Beide Piloten kamen ums Leben.

Hochlandbasis der REGA[Bearbeiten]

Im Engadin fliegt die REGA seit 1957 Einsätze, seit 1977 mit einer eigenen Infrastruktur auf dem Flughafen Engadin. Rega 9 ist eine Hochlandbasis mit einem grossen Spektrum an Einsätzen, wobei es sich hauptsächlich um so genannte Primäreinsätze handelt, bei denen Notarzt und Rettungssanitäter zur Erstversorgung an eine Unfallstelle geflogen werden.[10] Der schweizerdeutsche Spielfilm Heldin der Lüfte wurde mit Unterstützung der REGA unter anderem in Samedan gedreht.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Flughafen Engadin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatZahlen zur Schweizer Luftfahrt. Abgerufen am 11. Juli 2009.
  2. a b «Samedan gilt als anspruchsvollster Flughafen weltweit». In: Basler Zeitung online. 20. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2010.
  3. Flughafen Samedan. In: Gemeinde Samedan. Abgerufen am 20. Dezember 2010.
  4. Piloten beim Anflug auf Samedan unterstützen - Meldung auf der Webseite des Schweizer Bundesamtes für Zivilluftahrt - Abgerufen am 8. Jan 2011
  5. aviation-safety.net Flugunfall 06 MAR 1970 einer Handley Page HP-137 Jetstream 1 D-INAH - St. Moritz-Samedan Airport (SMV). In: Aviation Safety Network. Abgerufen am 4. November 2012.
  6.  Der Pleitegeier fliegt fröhlich mit. In: Der Spiegel. Nr. 27, 1972 (online).
  7. Link Grischun: Samedan: Pilot nach Absturz mit Segelflugzeug gestorben, abgerufen am 15. Dezember 2008
  8. Alexander Kahane überlebte Flugzeugunglück. In: Vienna Online. 13. Februar 2009, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  9. Schlussbericht Nr. 2074 des Büros für Flugunfalluntersuchungen über den Unfall des Flugzeuges Marcel Dassault/Bréguet Aviation Falcon 10/100, VP-BAF betrieben durch Laret Aviation Ltd. vom 12. Februar 2009 Flughafen Samedan (LSZS), Gemeinde Samedan/GR. In: Büro für Flugunfalluntersuchungen. 10. Juni 2010, abgerufen am 7. Oktober 2010 (PDF; 3,8 MB).
  10. Rega 9: „Hochlandbasis“ im Engadin, abgerufen am 15. Dezember 2008
  11. Tages-Anzeiger online (3. Dezember 2008): Melanie Winiger rettet Leben im Bündnerland, abgerufen am 4. Dezember 2008