Flugplatz Templin/Groß Dölln

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Flugplatz Templin/Groß Dölln
BW
Flugplatz Templin/Groß Dölln (Brandenburg)
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Kenndaten
ICAO-Code EDUT
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 4,5 km nördlich von Groß Dölln
Basisdaten
Betreiber Flugplatzver-
waltungsgesellschaft Groß Dölln AG
Start- und Landebahn
09/27 1000 m × 30 m Beton

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i7 i10 i12

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Autotestgelände auf dem Flugplatzgelände

Der Flugplatz Templin/Groß Dölln (ICAO-Code EDUT) war ein Sonderlandeplatz in Brandenburg. Betreiber war die Flugplatz Verwaltungsgesellschaft Groß Dölln AG. Zur Zeit seiner militärischen Nutzung von 1955 bis 1994 war Templin der größte Militärflugplatz in Europa bzw. auf dem Gebiet der DDR. Der Flugplatz ist seit dem 8. März 2012 geschlossen.

Lage[Bearbeiten]

Der Flugplatz liegt im Landkreis Uckermark, 10 km (5,4 NM) südlich der Stadt Templin, 4,5 km (2,4 NM) nördlich der Ortschaft Groß Dölln.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Flugplatz Templin wurde ab Herbst 1952 errichtet, die Kernbauphase dauerte von 1953 bis 1954 und wurde durch deutsche Arbeitskräfte durchgeführt. Dazu entstanden ebenfalls völlig neu die architektonisch auffällige Kaserne mit angeschlossener Wohnzone und davon räumlich getrennten Flugbetriebsflächen. Dort wurden in Deutschland einmalige Wohngebäude errichtet, zweigeschossige Wohngebäude in Holzbauweise auf gemauerten Kellergeschossen. Der Abriss dieser Gebäude erfolgte in den neunziger Jahren bzw. 2012.

Die erste Belegung erfolgte vom April bis September 1955 durch Il-28-Frontbomber. Von 1956 bis 1970 waren in Templin Jagdfliegerkräfte des 787. Jagdfliegerregiments mit MiG-17/19/21 und Jak-25, von 1970 bis 1994 Jagdbomberfliegerkräfte des 20. Garde-Jagdbombenfliegerregiments (MiG-15/17, Su-7/17 und Schulflugzeuge L-29) und ab 1969 auch Hubschrauberfliegerkräfte (Mi-2/8/9/24) der GSSD dauerhaft stationiert. Für die sowjetischen Jagdbomber soll in Templin ein mit Atomwaffen bestücktes „Sonderlager“ zum Einsatz gegen Ziele in Westdeutschland existiert haben.[1] Andere Lager waren auf den Flugplätzen Lärz, Brand, Finsterwalde und Großenhain angelegt.[2] In unregelmäßigen Abständen waren in Templin kurzzeitig auch strategische Bomber vom Typ Tu-16, Tu-22 und Tu-22M sowie Transporter An-12 und An-22 stationiert. Von 1985 bis 1986 lag in Templin das 787. Jagdfliegerregiment, ausgerüstet mit MiG-23 und MiG-25. Ab 1971 diente der Flugplatz als Zubringerflughafen zum Austausch der sowjetischen Armeeangehörigen in der DDR. Er wurde deshalb turnusmäßig im Mai und November des Jahres von Passagierflugzeugen der Aeroflot (Il-18/62/76, Tu-104/114/154) angeflogen. Die LSK der NVA erhielten über den Flugplatz ihre MiG-21-Jagdflugzeuge zugeteilt, die vom Herstellerwerk hierher überführt wurden.

Der Flugplatz wurde 1987/88 weiträumig ausgebaut, so entstanden drei neue Vorstartlinien für bis zu 24 Flugzeuge und eine große, mit unterirdisch verlegten Strom- und Kraftstoffleitungen versorgte Stellfläche für den Betrieb von bis zu 48 Flugzeugen. Im Juni 1994 erfolgten im Zuge des Abzugs der sowjetischen Streitkräfte die letzten Transportflüge und die Übergabe des Platzes an die deutschen Behörden.

Heute

Auf dem Gelände befindet sich die Driving Center Groß Dölln GmbH, die einen Großteil der vormaligen Flugbetriebsflächen nutzt. Im Driving Center werden Fahrsicherheitstrainings veranstaltet. Für die Fahrsicherheitsschulungen gibt es zum Teil spezielle Fahrbahnbeläge, die bei Bedarf bewässert werden können, um so einen glatten Untergrund zu erzeugen. Für die Schulungen können sich Privatpersonen und Firmen anmelden. Das BKA und die Bundeswehr nutzen teilweise auch diese Möglichkeiten. Verschiedene Pkw-Hersteller nutzen die Anlage zu Test- und/oder Schulungszwecken. Audi, Volkswagen und Mercedes bieten dort ihre jeweiligen Fahrertrainings an. Zurzeit (09/2011) unterhält Siemens auf dem Gelände eine eigene Teststrecke für Tests von alternativen Antrieben für Lkw.

Solaranlage Templin/Groß Dölln[Bearbeiten]

Auf 214 Hektar des Flughafengeländes entstand im Zeitraum vom 5. Juni bis 30. September 2012 einer der zur Entstehungszeit größten Solarparks Deutschlands mit 128 MWp. [3] Der Netzanschluss wurde im April 2013 realisiert.

Flugplatzanlage[Bearbeiten]

Die Flugplatzanlage hatte folgende Daten :

  • Richtung der Start- und Landebahn: 090°/270° rwN
  • Landebahn 1: Länge etwa 1000 m, Breite 30 m,
  • Landebahn 2 (Querwind): Länge etwa 2800 m, Breite: 45 m
  • Belag: Beton

Zugelassene Luftfahrzeugarten[Bearbeiten]

Der Sonderlandeplatz Templin/Groß Dölln war für Starts und Landungen folgender Luftfahrzeuge zugelassen:

  • Flugzeuge bis 5,7 t maximale Abflugmasse (MTOW)
  • Motorsegler
  • Drehflügler (Startmasse unbegrenzt)
  • Sonder- und Werksverkehr bei vorheriger Anmeldung beim Betreiber mit unbegrenzter Abflugmasse (MTOW)

Literatur[Bearbeiten]

  • Stefan Büttner: Rote Plätze - Russische Militärflugplätze Deutschland 1945–1994, AeroLit, Berlin, 2007, ISBN 978-3-935525-11-4

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Richter: Der nahe Atomkrieg. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. August 2010, S.6
  2. Stefan Büttner: Sowjetische Atombomben in Europa - Ein Kapitel aus dem kalten Krieg in Flieger Revue Extra Nr.22, Möller, Berlin, 2008, S.30–53
  3. http://www.nordkurier.de/cmlink/nordkurier/lokales/templin/altlasten-weichen-flink-wachsendem-solarpark-1.460527

Weblinks[Bearbeiten]