Landkreis Uckermark

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Landkreises Uckermark Deutschlandkarte, Position des Landkreises Uckermark hervorgehoben53.2113.86Koordinaten: 53° 13′ N, 13° 52′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Verwaltungssitz: Prenzlau
Fläche: 3.058,08 km²
Einwohner: 122.484 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Kreisschlüssel: 12 0 73
Kreisgliederung: 34 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Karl-Marx-Straße 1
17291 Prenzlau
Webpräsenz: landkreis.uckermark.de
Landrat: Dietmar Schulze (SPD)
Lage des Landkreises Uckermark in Brandenburg
Berlin Polen Freistaat Sachsen Freistaat Thüringen Sachsen-Anhalt Niedersachsen Mecklenburg-Vorpommern Frankfurt (Oder) Cottbus Potsdam Brandenburg an der Havel Landkreis Prignitz Landkreis Ostprignitz-Ruppin Landkreis Oberhavel Landkreis Uckermark Landkreis Barnim Landkreis Havelland Landkreis Potsdam-Mittelmark Landkreis Märkisch-Oderland Landkreis Teltow-Fläming Landkreis Dahme-Spreewald Landkreis Oder-Spree Landkreis Elbe-Elster Landkreis Oberspreewald-Lausitz Landkreis Spree-NeißeKarte
Über dieses Bild
Schloss Boitzenburg gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Kreises

Der Landkreis Uckermark ist ein Landkreis im Nordosten Brandenburgs. Von Dezember 1993 bis September 2011 war er mit 3058 km² der nach Fläche größte Landkreis in Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Der Landkreis Uckermark liegt im äußersten Nordosten des Landes Brandenburg an der Grenze zur Republik Polen. Das Gebiet des Landkreises deckt den überwiegenden Teil der seenreichen Region Uckermark ab, der kleinere nördliche Teil der Landschaft Uckermark dagegen gehört zu Mecklenburg-Vorpommern (Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald). Mit dem Amt Gartz (Oder) gehören ehemals vorpommersche Gebiete wiederum zum brandenburgischen Landkreis Uckermark.

Nachbarn sind im Norden die mecklenburg-vorpommerschen Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald, im Süden der Landkreis Barnim und im Westen der Landkreis Oberhavel. Die Oder bildet im Osten den längsten Teil der Grenze zu Polen. Auf polnischer Seite liegen die Landkreise Police und Gryfino.

Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

Im Landkreis Uckermark gibt es 57 Naturschutzgebiete. Das größte (Melzower Forst) hat eine Fläche von 2.830,66 ha, das kleinste (Eiskellerberge-Os bei Malchow) eine Fläche von 5,16 ha.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Uckermark gehörte als eine sich über mehrere Landkreise erstreckende historische Landschaft jahrhundertelang bis 1945 zur preußischen Provinz Brandenburg, deren Gebiet westlich der Oder-Neiße-Grenze als Land innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone neukonstituiert wurde.

Im Zuge der Auflösung der Länder in der 1949 gegründeten DDR im Jahr 1952 kam die Uckermark mit den Kreisen Prenzlau, Strasburg und Templin zum Bezirk Neubrandenburg, der Kreis Angermünde wurde dem Bezirk Frankfurt (Oder) zugeordnet. Die Stadt Schwedt/Oder wurde kreisfreie Stadt im Bezirk Frankfurt (Oder).

Mit der Länderneubildung 1990 kam die Uckermark mit Ausnahme der bei Mecklenburg-Vorpommern verbleibenden Stadt Strasburg zum Land Brandenburg. Aufgrund von Bürgerbefragungen in den Landkreisen Prenzlau und Templin ergab sich ein sehr eindeutiges Votum für die Zugehörigkeit zum Land Brandenburg. Bei einem Bürgerentscheid entschieden sich die Bürger der Stadt Brüssow und 15 weiterer vorpommerscher Gemeinden der Landkreise Pasewalk und Strasburg für den Wechsel nach Brandenburg.

Am 6. Dezember 1993 wurde im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform der Landkreis Uckermark mit der Kreisstadt Prenzlau aus den ehemaligen Landkreisen Angermünde, Prenzlau, Templin sowie der vormals kreisfreien Stadt Schwedt/Oder gebildet. Der nordöstliche Teil des heutigen Landkreises Uckermark gehört nicht zur historischen Uckermark und war bis 1945 ein Bestandteil der preußischen Provinz Pommern.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Uckermark (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres). Alle Angaben sind nach dem jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992: Gebietsstand 6. Dezember 1993).

Jahr Einwohner
1990 170.409
1991 165.542
1992 165.115
1993 163.719
1994 162.022
Jahr Einwohner
1995 160.310
1996 159.029
1997 157.663
1998 155.723
1999 154.086
Jahr Einwohner
2000 151.740
2001 148.606
2002 145.715
2003 143.411
2004 141.454
Jahr Einwohner
2005 139.326
2006 137.378
2007 134.958
2008 132.837
2009 131.115
Jahr Einwohner
2010 129.738
2011 123.731
2012 122.484
2013
2014

Bevölkerungsentwicklung im aktuellen Gebietsstand und Prognosen

Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg geht in seiner aktuellen Bevölkerungsprognose (2011–2030) für das Jahr 2030 von weniger als 105.000 Einwohnern aus. Quellen: Die detaillierten Quellen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg und des brandenburgischen Landesamtes für Bauen und Verkehr sowie der Bertelsmann-Stiftung finden sich unter Population Projection Brandenburg in den Wikimedia Commons.

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Theater in Schwedt, der mit Abstand bevölkerungsreichsten Stadt im Kreis
Mühlentor in Templin, der drittgrößten Stadt des Kreises
Marktplatz in Angermünde, der viertgrößten Stadt des Kreises

Nach Abschluss der Gemeindestrukturreform 2003 gibt es im Landkreis Uckermark 34 Gemeinden, darunter sieben Städte.

(Einwohner am 31. Dezember 2012[2]

Städte
¹ amtsangehörige Stadt

  1. Angermünde (13.687)
  2. Brüssow¹ (1994)
  3. Gartz (Oder)¹ (2438)
  4. Lychen (3150)
  5. Prenzlau (19.045)
  6. Schwedt/Oder (31.042)
  7. Templin (16.063)

Amtsfreie Gemeinden

  1. Boitzenburger Land (3360)
  2. Nordwestuckermark (4496)
  3. Uckerland (2842)
Angermünde Berkholz-Meyenburg Boitzenburger Land Brüssow Carmzow-Wallmow Casekow Flieth-Stegelitz Gartz (Oder) Gerswalde Göritz Gramzow Grünow Hohenselchow-Groß Pinnow Lychen Mark Landin Mescherin Milmersdorf Mittenwalde Nordwestuckermark Oberuckersee Passow Pinnow Prenzlau Randowtal Schenkenberg Schöneberg Schönfeld Schwedt/Oder Tantow Temmen-Ringenwalde Templin Uckerfelde Uckerland Zichow BrandenburgMunicipalities in UM.png
Über dieses Bild

Ämter und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)

1. Brüssow (Uckermark) (4640)

  1. Brüssow, Stadt * (1994)
  2. Carmzow-Wallmow (650)
  3. Göritz (781)
  4. Schenkenberg (603)
  5. Schönfeld (612)

2. Gartz (Oder) (6714)

  1. Casekow (1941)
  2. Gartz (Oder), Stadt * (2438)
  3. Hohenselchow-Groß Pinnow (795)
  4. Mescherin (791)
  5. Tantow (749)

3. Gerswalde (4659)

  1. Flieth-Stegelitz (550)
  2. Gerswalde * (1637)
  3. Milmersdorf (1500)
  4. Mittenwalde (406)
  5. Temmen-Ringenwalde (566)

4. Gramzow (7178)

  1. Gramzow * (1950)
  2. Grünow (923)
  3. Oberuckersee (1706)
  4. Randowtal (970)
  5. Uckerfelde (997)
  6. Zichow (632)

5. Oder-Welse (5608)

  1. Berkholz-Meyenburg (1266)
  2. Mark Landin (1054)
  3. Passow (1533)
  4. Pinnow * (892)
  5. Schöneberg (863)

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2008
Wahlbeteiligung: 47,66 % (2003: 45,91 %)
 %
30
20
10
0
23,90 %
20,60 %
20,29 %
9,16 %
7,33 %
6,30 %
4,00 %
3,91 %
4,53 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2003
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+0,80 %p
+0,82 %p
-7,40 %p
+0,25 %p
-3,30 %p
+6,30 %p
+4,00 %p
-0,04 %p
-1,42 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b 2003: PDS

Landräte[Bearbeiten]

Prenzlau ist der Verwaltungssitz
  • 1994–2002: Joachim Benthin (CDU)
  • 2002–2010: Klemens Schmitz (vormals SPD, nun parteilos)
  • seit 2010: Dietmar Schulze (SPD)

Mit Blick auf die ab dem 1. Januar 2010 nur noch mögliche Direktwahl der Landräte in Brandenburg sprach sich der Kreistag am 22. April 2009 für eine Direktwahl des Landrates aus.[3][4] Am 7. Oktober 2009 hob der Kreistag seinen eigenen Beschluss zur Direktwahl wieder auf und wollte den Landrat am 9. Dezember 2009 selbst wählen,[5] was zu heftiger Kritik führte.[6] Die Direktwahl des Landrates in der Uckermark ist jedoch gescheitert. In der Wahl am 28. Februar 2010 und der Stichwahl am 14. März 2010 konnte keiner der Bewerber das notwendige Quorum von 15 % aller Wahlberechtigten erreichen. Am 19. Mai 2010 wählte der Kreistag den neuen Landrat mit 64 % der Stimmen. [7]

Kreistag[Bearbeiten]

Die 50 Sitze im Kreistag, der am 28. September 2008 gewählt wurde, verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:

Partei/Gruppierung Sitz/e
SPD 12 Sitze
CDU 10 Sitze
LINKE 10 Sitze
FDP 5 Sitze
Bürgergemeinschaft RETTET DIE UCKERMARK 4 Sitze
Bauernverband Uckermark 3 Sitze
GRÜNE 2 Sitze
NPD 2 Sitze
Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / 50Plus (BVB/50Plus) 1 Sitz
Wählergemeinschaft dem Bürger verpflichtet 1 Sitz

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. November 1995 genehmigt und ist seit dem 1. Januar 1996 offiziell. Entworfen wurde es von Hans Benthin aus Berkholz.[8]

Blasonierung: „In Gold ein mit zwei silbernen Fäden belegter, mehrfach gekerbter blauer Balken, überdeckt von einem gotischen, mit silbernen Putzflächen belegten, mit offenem Torbogen versehenen, roten Backsteinturm mit gezinnten Mauerflügeln; das Mauerwerk belegt mit zwei auswärts gelehnten silbernen Spitzschilden, darin rechts ein golden bewehrter, roter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln, links ein aufrechter, golden bewehrter roter Greif.“[9]

Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Uckermark.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ein Wachstumskern mit brandenburgweiter Ausstrahlung hat sich um das größte erschlossene Gewerbegebiet im Landkreis auf 850 Hektar Fläche rund um die PCK-Raffinerie und um die Papierwerke in Schwedt/Oder gebildet. Weitere wichtige Stützen der Wirtschaft sind die Landwirtschaft, die regenerativen Energien (Herstellung von Solarmodulen in Prenzlau), Biogas-Anlagen in landwirtschaftlichen Betrieben und durch Windkraftanlagen im ganzen Kreisgebiet sowie der Tourismus. Durch die drei Großschutzgebiete (Nationalpark Unteres Odertal, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und den Naturpark Uckermärkische Seen) kommen immer mehr Besucher in die Region.

In der Uckermark sind 6200 Unternehmen bei der IHK und Handwerkskammer registriert.

58 Prozent (176.549 ha) der Region sind landwirtschaftliche Nutzflächen, wovon z. B. auf 75 Hektar Tabak angebaut wird.

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Uckermark liegt bei 14,4 % (August 2013).[10]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch das Kreisgebiet verlaufen die Eisenbahnlinien von Berlin nach Stralsund, nach Szczecin (Stettin) und nach Schwedt/Oder.

Bereits im Jahr 1842 begann die Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft das heutige Kreisgebiet in ihr Netz einzubeziehen. Als erste entstand die Verbindung von Berlin nach Angermünde, die schon im folgenden Jahr bis Stettin verlängert wurde. 1863 wurde die Strecke Angermünde–Prenzlau–Pasewalk bis nach Anklam in Vorpommern gebaut.

1873 wurde Schwedt an der Oder von Angermünde aus durch die Angermünde-Schwedter Eisenbahn-Gesellschaft an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Dem folgte 1877 eine Querverbindung nach Bad Freienwalde (Richtung Küstrin) durch die Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft.

Die Preußische Staatsbahn erschloss 1888 von Löwenberg an der Berliner Nordbahn den Altkreis Templin mit einer Strecke, die 1899 bis zum Bahnhof Prenzlau durchgeführt wurde, und errichtete in den Jahren 1898/1899 eine Strecke von Fürstenberg nach Eberswalde. Durch die beiden Strecken wurde Templin zu einem lokalen Knotenpunkt.

Die Strecken von Prenzlau nach Strasburg und Damme-Brüssow wurden 1898 durch die Prenzlauer Kreisbahnen fertiggestellt. In den folgenden Jahren wuchs das Netz um Verlängerungen und Abzweigungen und zwar 1902 nach Fürstenwerder (Kreisbahn), Löcknitz und Klockow sowie 1906 durch die Angermünder Kreisbahn von Damme nach Schönermark an der Stettiner Bahn. Von Klockow führte seit 1908 die schmalspurige Kleinbahn Klockow–Pasewalk nach Norden weiter; jedoch bis in die Nachkriegszeit nur für den Güterverkehr.

Auch die Preußische Staatsbahn ergänzte das Bahnnetz noch 1913 um die Strecken

Die Kleinbahn Casekow–Penkun–Oder betrieb seit 1899 eine Schmalspurbahn zwischen Oder und Randow-Bruch, die bis in die Vororte von Stettin führte.

Die Oder ist ein Binnenschifffahrtsweg. Durch das Kreisgebiet verlaufen außerdem die Bundesautobahn 11 und die Bundesautobahn 20.

Sonstiges[Bearbeiten]

Im Kreisgebiet wird gelegentlich noch ostniederdeutsches Platt gesprochen.

Die vier flächenmäßig größten Kommunen des Landkreises sind Templin (377 km²), Angermünde (326 km²), Nordwestuckermark (253 km²) und Boitzenburger Land (216 km²).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Uckermark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. )Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)
  3. Beschluss vom 22. April 2009 abgerufen am 12. Oktober 2009
  4. Antrag der Fraktion Die Linke vom 2. März 2009 (PDF; 31 kB) abgerufen am 12. Oktober 2009
  5. Zeitungsmeldung vom 8. Oktober 2009 abgerufen am 12. Oktober 2009
  6. Zeitungsmeldung vom 8. Oktober 2009 abgerufen am 12. Oktober 2009
  7. abgerufen am 3. April 2010
  8. Wappen und Flagge des Landkreises Uckermark
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  10. Regionale Informationen - Statistik der Bundesagentur für Arbeit