Landkreis Uckermark
| Wappen | Deutschlandkarte |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Brandenburg |
| Verwaltungssitz: | Prenzlau |
| Fläche: | 3.058,08 km² |
| Einwohner: |
128.174 (31. Dez. 2011)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 42 Einwohner je km² |
| Kfz-Kennzeichen: | UM |
| Kreisschlüssel: | 12 0 73 |
| NUTS: | DE418 |
| Kreisgliederung: | 34 Gemeinden |
| Adresse der Kreisverwaltung: |
Karl-Marx-Straße 1 17291 Prenzlau |
| Webpräsenz: | |
| Landrat: | Dietmar Schulze (SPD) |
| Lage des Landkreises Uckermark in Brandenburg | |
Der Landkreis Uckermark ist ein Landkreis im Nordosten Brandenburgs. Von Dezember 1993 bis September 2011 war er mit 3058 km² der nach Fläche größte Landkreis in Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Der Landkreis Uckermark liegt im äußersten Nordosten des Landes Brandenburg an der Grenze zur Republik Polen. Das Gebiet des Landkreises deckt den überwiegenden Teil der seenreichen Region Uckermark ab, der kleinere nördliche Teil der Landschaft Uckermark dagegen gehört zu Mecklenburg-Vorpommern (Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald). Mit dem Amt Gartz (Oder) gehören ehemals vorpommersche Gebiete wiederum zum brandenburgischen Landkreis Uckermark.
Nachbarn sind im Norden die mecklenburg-vorpommerschen Landkreise Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald, im Süden der Landkreis Barnim und im Westen der Landkreis Oberhavel. Die Oder bildet im Osten den längsten Teil der Grenze zu Polen. Auf polnischer Seite liegen die Landkreise Police und Gryfino.
Geschichte [Bearbeiten]
Die Uckermark gehörte als eine sich über mehrere Landkreise erstreckende historische Landschaft jahrhundertelang bis 1945 zur preußischen Provinz Brandenburg, deren Gebiet westlich der Oder-Neiße-Grenze als Land innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone neukonstituiert wurde.
Im Zuge der Auflösung der Länder in der 1949 gegründeten DDR im Jahr 1952 kam die Uckermark mit den Kreisen Prenzlau, Strasburg und Templin zum Bezirk Neubrandenburg, der Kreis Angermünde wurde dem Bezirk Frankfurt (Oder) zugeordnet. Die Stadt Schwedt/Oder wurde kreisfreie Stadt im Bezirk Frankfurt (Oder).
Mit der Länderneubildung 1990 kam die Uckermark mit Ausnahme der bei Mecklenburg-Vorpommern verbleibenden Stadt Strasburg zum Land Brandenburg. Aufgrund von Bürgerbefragungen in den Landkreisen Prenzlau und Templin ergab sich ein sehr eindeutiges Votum für die Zugehörigkeit zum Land Brandenburg. Bei einem Bürgerentscheid entschieden sich die Bürger der Stadt Brüssow und 15 weiterer vorpommerscher Gemeinden der Landkreise Pasewalk und Strasburg für den Wechsel nach Brandenburg.
Am 6. Dezember 1993 wurde im Rahmen der brandenburgischen Kreisreform der Landkreis Uckermark mit der Kreisstadt Prenzlau aus den ehemaligen Landkreisen Angermünde, Prenzlau, Templin sowie der vormals kreisfreien Stadt Schwedt/Oder gebildet. Der nordöstliche Teil des heutigen Landkreises Uckermark gehört nicht zur historischen Uckermark und war bis 1945 ein Bestandteil der preußischen Provinz Pommern.
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung des Landkreises Uckermark (Einwohnerzahl 1990 vom 3. Oktober, ab 1991 jeweils 31. Dezember des Jahres). Alle Angaben sind nach dem jeweiligen Gebietsstand (1990 bis 1992: Gebietsstand 6. Dezember 1993).
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Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
Das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg geht in seiner aktuellen Bevölkerungsprognose (2009–2030) für das Jahr 2020 von 111.500 Einwohnern und für das Jahr 2030 von 98.200 Einwohnern aus.
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
Nach Abschluss der Gemeindestrukturreform 2003 gibt es im Landkreis Uckermark 34 Gemeinden, darunter sieben Städte.
(Einwohner am 31. Dezember 2011[2]
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Städte
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Ämter und zugehörige Gemeinden
(Sitz der Amtsverwaltung *)
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1. Brüssow (Uckermark) (4705)
2. Gartz (Oder) (6998)
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3. Gerswalde (4867)
4. Gramzow (7260)
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5. Oder-Welse (5645)
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Politik [Bearbeiten]
Landräte [Bearbeiten]
- 1994–2002: Joachim Benthin (CDU)
- 2002–2010: Klemens Schmitz (vormals SPD, nun parteilos)
- seit 2010: Dietmar Schulze (SPD)
Mit Blick auf die ab dem 1. Januar 2010 nur noch mögliche Direktwahl der Landräte in Brandenburg sprach sich der Kreistag am 22. April 2009 für eine Direktwahl des Landrates aus.[3][4] Am 7. Oktober 2009 hob der Kreistag seinen eigenen Beschluss zur Direktwahl wieder auf und wollte den Landrat am 9. Dezember 2009 selbst wählen,[5] was zu heftiger Kritik führte.[6] Die Direktwahl des Landrates in der Uckermark ist jedoch gescheitert. In der Wahl am 28. Februar 2010 und der Stichwahl am 14. März 2010 konnte keiner der Bewerber das notwendige Quorum von 15 % aller Wahlberechtigten erreichen. Am 19. Mai 2010 wählte der Kreistag den neuen Landrat mit 64 % der Stimmen. [7]
Kreistag [Bearbeiten]
Die 50 Sitze im Kreistag, der am 28. September 2008 gewählt wurde, verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:
| Partei/Gruppierung | Sitz/e |
|---|---|
| SPD | 12 Sitze |
| CDU | 10 Sitze |
| LINKE | 10 Sitze |
| FDP | 5 Sitze |
| Bürgergemeinschaft RETTET DIE UCKERMARK | 4 Sitze |
| Bauernverband Uckermark | 3 Sitze |
| GRÜNE | 2 Sitze |
| NPD | 2 Sitze |
| Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegungen / 50Plus (BVB/50Plus) | 1 Sitz |
| Wählergemeinschaft dem Bürger verpflichtet | 1 Sitz |
Wappen [Bearbeiten]
Das Wappen wurde am 8. November 1995 genehmigt.
Blasonierung: „In Gold ein mit zwei silbernen Fäden belegter, mehrfach gekerbter blauer Balken, überdeckt von einem gotischen, mit silbernen Putzflächen belegten, mit offenem Torbogen versehenen, roten Backsteinturm mit gezinnten Mauerflügeln; das Mauerwerk belegt mit zwei auswärts gelehnten silbernen Spitzschilden, darin rechts ein golden bewehrter, roter Adler mit goldenen Kleestengeln auf den Flügeln, links ein aufrechter, golden bewehrter roter Greif.“[8]
Die Wappen der Ämter, Städte und Gemeinden des Landkreises findet man in der Liste der Wappen im Landkreis Uckermark.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Ein Wachstumskern mit brandenburgweiter Ausstrahlung hat sich um das größte erschlossene Gewerbegebiet im Landkreis auf 850 Hektar Fläche rund um die PCK-Raffinerie und um die Papierwerke in Schwedt/Oder gebildet. Weitere wichtige Stützen der Wirtschaft sind die Landwirtschaft, die regenerativen Energien (Herstellung von Solarmodulen in Prenzlau), Biogas-Anlagen in landwirtschaftlichen Betrieben und durch Windkraftanlagen im ganzen Kreisgebiet sowie der Tourismus. Durch die drei Großschutzgebiete (Nationalpark Unteres Odertal, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin und den Naturpark Uckermärkische Seen) kommen immer mehr Besucher in die Region.
In der Uckermark sind 6200 Unternehmen bei der IHK und Handwerkskammer registriert.
58 Prozent (176.549 ha) der Region sind landwirtschaftliche Nutzflächen, wovon z. B. auf 75 Hektar Tabak angebaut wird.
Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Uckermark liegt bei 15,2 %. Dies entspricht dem höchsten Wert aller Kreise und kreisfreien Städte.[9]
Verkehr [Bearbeiten]
Durch das Kreisgebiet verlaufen die Eisenbahnlinien von Berlin nach Stralsund, nach Szczecin (Stettin) und nach Schwedt/Oder.
Bereits im Jahr 1842 begann die Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft das heutige Kreisgebiet in ihr Netz einzubeziehen. Als erste entstand die Verbindung von Berlin nach Angermünde, die schon im folgenden Jahr bis Stettin verlängert wurde. 1863 wurde die Strecke Angermünde–Prenzlau–Pasewalk bis nach Anklam in Vorpommern gebaut.
1873 wurde Schwedt an der Oder von Angermünde aus durch die Angermünde-Schwedter Eisenbahn-Gesellschaft an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Dem folgte 1877 eine Querverbindung nach Bad Freienwalde (Richtung Küstrin) durch die Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft.
Die Preußische Staatsbahn erschloss 1888 von Löwenberg an der Berliner Nordbahn den Altkreis Templin mit einer Strecke, die 1899 bis zum Bahnhof Prenzlau durchgeführt wurde, und errichtete in den Jahren 1898/1899 eine Strecke von Fürstenberg nach Eberswalde. Durch die beiden Strecken wurde Templin zu einem lokalen Knotenpunkt.
Die Strecken von Prenzlau nach Strasburg und Damme-Brüssow wurden 1898 durch die Prenzlauer Kreisbahnen fertiggestellt. In den folgenden Jahren wuchs das Netz um Verlängerungen und Abzweigungen und zwar 1902 nach Fürstenwerder (Kreisbahn), Löcknitz und Klockow sowie 1906 durch die Angermünder Kreisbahn von Damme nach Schönermark an der Stettiner Bahn. Von Klockow führte seit 1908 die schmalspurige Kleinbahn Klockow–Pasewalk nach Norden weiter; jedoch bis in die Nachkriegszeit nur für den Güterverkehr.
Auch die Preußische Staatsbahn ergänzte das Bahnnetz noch 1913 um die Strecken
- (Templin–)Fährkrug–Fürstenwerder Reichsbahn und
- Tantow–Gartz
Die Kleinbahn Casekow–Penkun–Oder betrieb seit 1899 eine Schmalspurbahn zwischen Oder und Randow-Bruch, die bis in die Vororte von Stettin führte.
Die Oder ist ein Binnenschifffahrtsweg. Durch das Kreisgebiet verlaufen außerdem die Bundesautobahn 11 und die Bundesautobahn 20.
Sonstiges [Bearbeiten]
Im Kreisgebiet wird gelegentlich noch ostniederdeutsches Platt gesprochen.
Die vier flächenmäßig größten Kommunen des Landkreises sind Templin (377 km²), Angermünde (326 km²), Nordwestuckermark (253 km²) und Boitzenburger Land (216 km²).
Weblinks [Bearbeiten]
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011. (Hilfe dazu)
- ↑ )Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerung im Land Brandenburg am 31. Dezember 2011 nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden (PDF; 31,71 KB), Stand 31. Dezember 2011.
- ↑ Beschluss vom 22. April 2009 abgerufen am 12. Oktober 2009
- ↑ Antrag der Fraktion Die Linke vom 2. März 2009 (PDF; 31 kB) abgerufen am 12. Oktober 2009
- ↑ Zeitungsmeldung vom 8. Oktober 2009 abgerufen am 12. Oktober 2009
- ↑ Zeitungsmeldung vom 8. Oktober 2009 abgerufen am 12. Oktober 2009
- ↑ abgerufen am 3. April 2010
- ↑ Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
- ↑ [1]
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