Fontaine-de-Vaucluse

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Fontaine-de-Vaucluse
Wappen von Fontaine-de-Vaucluse
Fontaine-de-Vaucluse (Frankreich)
Fontaine-de-Vaucluse
Region Provence-Alpes-Côte d’Azur
Département Vaucluse
Arrondissement Avignon
Kanton L’Isle-sur-la-Sorgue
Koordinaten 43° 55′ N, 5° 8′ O43.9222222222225.126944444444490Koordinaten: 43° 55′ N, 5° 8′ O
Höhe 68–652 m
Fläche 7,14 km²
Einwohner 661 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 93 Einw./km²
Postleitzahl 84800
INSEE-Code

Sorgue-Quellteich bei sehr niedrigem Wasserstand

Fontaine-de-Vaucluse ist eine französische Gemeinde mit 661 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Vaucluse, das Teil der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur ist. Ihr ursprünglicher Name war bis 1946 „Vaucluse“ (vallis clausa, lateinisch: geschlossenes Tal). Das Département Vaucluse wurde 1793 nach der Gemeinde benannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Neben römischen Artefakten aus dem 4., der Schlossruine auf einem Felsen oberhalb des Ortes aus dem 7. sowie verschiedenen mittelalterlichen Gebäuden und der Kirche Notre-Dame-de-Fontaine-de-Vaucluse aus dem 11. Jahrhundert zeichnet sich der Ort vor allem als ehemaliger Wohnsitz des italienischen Dichters Petrarca aus, der hier in einer Art selbstgewählten Exils einen großen Teil seiner Gedichte verfasst haben soll. Das heute noch existierende Gebäude ist nun ein Museum und zieht – zusammen mit der von Petrarca eindrucksvoll beschriebenen Quellgrotte – alljährlich zahlreiche Besucher an. Da Vaucluse bis Anfang des 18. Jahrhunderts Zentrum der regionalen Papierindustrie war, wurde 1974 die letzte erhaltene Papiermühle am Ufer der Sorgue in ein viel besuchtes Museum und Zentrum für Handwerk und Kunst umgebaut.

Die Sorgue-Quelle[Bearbeiten]

Die Hauptsehenswürdigkeit des Ortes ist die Quelle der Sorgue am Fuße einer 230 Meter hohen Felswand, die den Fluss zur Zeit der Schneeschmelze mit bis zu 22 m³ pro Sekunde speist. Je nach Jahreszeit und Regenmenge variiert der Wasserstand sehr stark. In Trockenperioden liegt ein großer Teil des oberirdischen Beckens trocken, der Fluss tritt dann erst einige hundert Meter tiefer an die Oberfläche. Der französische Taucher und Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau erforschte mit seinem Team in diversen Tauchgängen als erster systematisch das unterirdische Höhlen- und Quellsystem.

Der Ursprung der Quelle wurde allerdings erst 1985 endgültig geklärt: der tiefste Punkt des Siphons liegt in 308 Meter Tiefe; die Quelle ist der einzige Ausfluss eines unterirdischen Beckens von 1.100 km² Fläche, das die Wasser des Mont Ventoux, der Monts de Vaucluse und der Montagne de Lure aufnimmt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fontaine-de-Vaucluse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien