Frygnowo

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Frygnowo
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Frygnowo (Polen)
Frygnowo
Frygnowo
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Ostróda
Gmina: Grunwald
Geographische Lage: 53° 31′ N, 20° 5′ O53.51666666666720.083333333333Koordinaten: 53° 31′ 0″ N, 20° 5′ 0″ O
Einwohner: 1000
Postleitzahl: 14-107
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NOS

Frygnowo (deutsch Frögenau) ist ein Dorf im Powiat Ostródzki in der Woiwodschaft Ermland-Masuren. Es liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Dorf Grunwald (Grünfelde), etwa 22 km von Ostróda und 41 km von Olsztyn.

Geschichte[Bearbeiten]

Bekannt wurde das Dorf in der deutschen Literatur, weil hier Paul von Hindenburg mit seinem Stab der 8. Armee am 28. und 29. August 1914 während der Schlacht bei Tannenberg die deutschen Truppen geführt hat. Auf dem sogenannten Feldherrnhügel von Frögenau wurde später ein Denkmal errichtet.

Max Hoffmann notiert in seinen Aufzeichnungen diese Szene so:

„Der Armeebefehl für den 28. sah vor, daß das verstärkte XX. Armeekorps 4 Uhr morgens, vom rechten Flügel beginnend, in Richtung Hohenstein angreifen sollte. … Das Oberkommando traf am 28., 7 Uhr früh, in Frögenau auf dem Gefechtsstand des Generalkommando XX ein. Seit 6 Uhr hörte man Gefechtslärm von Osten her, im übrigen hinderte dichter Nebel jegliche Aussicht.“[1]

Ludendorff erinnert sich der Situation am 28. August 1914 wie folgt:

„Wir fuhren am 28. früh nach Frögenau und standen am Ortausgang des Ortes unter freien Himmel. General v. Scholz war in der Nähe. Mit dem 1. Armee Korps verband uns eine jämmerliche Fernsprechleitung. Mit den anderen Verbänden war Verbindung nicht möglich... Am Nachmittage änderte sich die Lage weiter zu unseren Gunsten... Abends begaben wir uns nach Osterode.“[2]

Paul von Hindenburg erinnert sich des „letzten“ Tages (in dem Kriegstagebuch von Hogo Vogel ist dies der 29. August 1914) der Schlacht am späten Nachmittag bei Frögenau folgendermaßen:

„Ich stand auf einem Hügel bei Frögenau umgeben von meinem Stab. Auf einem Tisch lagen die Karten, daneben lauerte der Telephonist. Wir hatten nur ein einziges Telephon, was sehr schlimm hätte werden können, falls es versagt hätte… Neben uns war eine Chaussee, auf der unzählige gefangene Russen vorbeigeführt wurden… Plötzlich erschien am Himmel ein deutscher Flieger. Er kam über die russische Front. Es war ein Generalstabsoffizier, der mir die Nachricht brachte, daß die Umfassung geglückt sei. Durch diese Nachricht wurde es klar, daß der Sieg unser. Bald darauf konnten wir uns zur Nacht nach Osterorde begeben.“[3]

Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die Schlacht zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden war. Am 30. August traf eine weitere Fliegermeldung ein: Das I. russische Armeekorps marschiere von Mława nach Neidenburg. Zwar setzte das Armeeoberkommando alle verfügbaren Truppen in Marsch. Diese wären allerdings erst am 31. August eingetroffen. Die Situation wurde von General Hermann von François gerettet. Dieser warf sich bei Neidenburg dem Gegner frontal entgegen, ohne die Einschließung im Norden aufzugeben.[4]In der nachfolgenden Gedenkkultur wurde Frögenau der Ort der Entscheidung. Ursprünglich soll Ludendorff erwogen haben die Schlacht nach diesen Ort zu benennen.[5]

Bilder[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Max Hoffmann: Tannenberg wie es wirklich war. Verlag für Kulturpolitik, Berlin 1926, S. 282-283.
  2. Erich Ludendorff: Meine Kriegserinnerungen 1914-1918 Berlin 1919, S. 41-42.
  3. Hugo Vogel: Als ich Hindenburg malte. Berlin 1927, S. 72-73.
  4. Max Hoffmann: Tannenberg wie es wirklich war. Verlag für Kulturpolitik, Berlin 1926, S. 264.
  5. Karl Friedrich Nowak: Die Aufzeichnungen des Generalmajors Max Hoffmann Verlag für Kulturpolitik, Berlin 1929, S. XX.