Schlacht bei Tannenberg (1914)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Schlacht bei Tannenberg
Teil von: Erster Weltkrieg
Russische Gefangene nach der Schlacht bei Tannenberg
Russische Gefangene nach der Schlacht bei Tannenberg
Datum 26. August bis 30. August 1914
Ort Bei Allenstein
Ausgang Deutscher Sieg
Konfliktparteien
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Deutsches Reich Russisches Kaiserreich 1914Russisches Kaiserreich Russland
Befehlshaber
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Paul von Hindenburg
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Erich Ludendorff
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Max Hoffmann
Deutsches ReichDeutsches Kaiserreich Hermann von François
Russisches Kaiserreich 1914Russisches Kaiserreich Paul von Rennenkampf
Russisches Kaiserreich 1914Russisches Kaiserreich Alexander Samsonow
Truppenstärke
ca. 153.000 Mann[1]
darunter:
8. Armee:
6 Liniendivisionen
3 Reservediv.
3 Landwehrdiv.
1 Kavalleriediv.
728 Geschütze
296 Maschinengewehre
ca. 191.000 Mann[1]
darunter:
2. Armee:
9 1/2 Infanteriedivisionen
3 Kavalleriedivisionen
612 Geschütze
384 Maschinengewehre
Verluste
3436 Tote
6800 Verwundete
ca. 30.000 Tote und Verwundete

ca. 95.000 Gefangene

Die Schlacht bei Tannenberg war eine Schlacht des Ersten Weltkrieges und fand in der Gegend südlich von Allenstein in Ostpreußen vom 26. August bis 30. August 1914 zwischen deutschen und russischen Armeen statt. Die deutsche Seite stellte hierbei 153.000 Mann, die russische Seite 191.000 Soldaten ins Feld.[1] Sie endete mit einem Sieg der deutschen Truppen und der Zerschlagung der ins südliche Ostpreußen eingedrungenen russischen Kräfte.

Anfänglich in den deutschen Medien als „Schlacht bei Allenstein“ bezeichnet, wurde sie auf Wunsch Paul von Hindenburgs kurze Zeit danach zu Propagandazwecken in Schlacht bei Tannenberg umbenannt. Tatsächlich liegt nicht die Ortschaft Tannenberg (heute Stębark) unmittelbar im Hauptkampfgebiet, sondern Hohenstein. Mit der Namensgebung sollte die in der deutschen Geschichtsschreibung als Schlacht bei Tannenberg bezeichnete Niederlage der Ritter des Deutschen Ordens gegen die Polnisch-Litauische Union im Jahre 1410 überstrahlt werden.

Strategische Voraussetzungen[Bearbeiten]

Hauptartikel: Ostfront (Erster Weltkrieg)

Ostpreußen bildete durch seine geografische Lage als Gebietsvorsprung in russisches Territorium eine strategisch besonders verwundbare Position. Aufgrund der schlechteren Infrastruktur Russlands sah der Schlieffen-Plan bei einer simultanen Kriegserklärung Frankreichs und Russlands vor, dass Frankreich vier Wochen schneller mobilisieren könne. Daher sollte zunächst die gesamte Heeresmacht gegen Frankreich entsandt werden. Die deutsche Oberste Heeresleitung stationierte sieben Armeen an der Westfront, um einen schnellen Sieg gegen Frankreich herbeizuführen. Aufgrund der Julikrise, die Russland bereits zur Mobilisierung genutzt hatte, war die Situation jedoch genau umgekehrt. Die Provinz wurde nur durch die 8. Armee verteidigt und war somit auch der geringen Truppenstärke wegen besonders gefährdet. Diesen Umstand hatte das russische Große Hauptquartier schon in seiner Vorkriegsplanung berücksichtigt. Um seine westlichen Verbündeten zu entlasten, schickte das russische Oberkommando zwei Armeen gegen Ostpreußen. Die 1. Armee (Njemen-Armee) unter Paul von Rennenkampff stieß von Osten vor, die 2. Armee (Narew-Armee) unter Alexander Samsonow drang von Süden in Ostpreußen ein.[2]

Während der ersten Operationstage schien diese Strategie aufzugehen. Die russische 1. Armee rückte auf ostpreußisches Territorium vor und erzielte nach der Schlacht von Gumbinnen am 19. August einen ersten Einbruch. Der russische Generalstab rechnete damit, dass sich die Deutschen, die in Ostpreußen nur eine Armee zur Verfügung hatten, über die Weichsel zurückziehen würden. Diese Einschätzung schien sich zunächst auch zu bewahrheiten: Der Oberbefehlshaber der 8. Armee, Generaloberst von Prittwitz, war verunsichert und signalisierte per Telefon der Obersten Heeresleitung in Koblenz den Rückzug der Armee hinter die Weichsel. Dies entsprach zwar der Handlungsdirektive, dennoch glaubte Generalstabschef von Moltke, Prittwitz sei der Situation nicht mehr gewachsen.

Paul von Hindenburg

In der Nacht zum 22. August wurde er plötzlich und für seinen gesamten Stab unerwartet zur Disposition gestellt. Ihm folgen sollte der pensionierte General der Infanterie Paul von Hindenburg mit Generalmajor Erich Ludendorff als Chef des Stabes. Ludendorff, der sich bereits an der Westfront bei der Eroberung von Lüttich ausgezeichnet hatte, wurde sofort mit dem Kraftwagen aus der Gegend von Namur in das Große Hauptquartier nach Koblenz geholt, wo er gegen 18 Uhr eintraf. Ein Sonderzug, in den Hindenburg in Hannover zustieg, beförderte ihn darauf ostwärts. Am nächsten Mittag erreichten die Generale ihr Reiseziel Marienburg.[3]

Für die beiden preußischen Offiziere kam eine „kampflose“ Räumung der urpreußischen Provinz nicht in Frage. Das russische Oberkommando, von diesem Wechsel in Unkenntnis geblieben, ging nach dem Abbruch der Schlacht von Gumbinnen nun gestärkt von der Annahme aus, dass Ostpreußen geräumt werde. Die 1. Armee wurde mit dem Ziel Königsberg in Marsch gesetzt, um die 8. Armee zu binden. Die 2. Armee sollte dem so gebundenen Gegner den Rückzug verlegen und in den „Rücken fallen“. Somit bewegten sich beide Großverbände räumlich getrennt voneinander und konnten einander kaum Unterstützung leisten.[4] Ein weiterer Grund für die räumliche Trennung der 1. Armee von der 2. Armee bestand darin, dass sich zwischen den Operationsgebieten beider Großverbände die unwegsame Masurische Seenplatte befand.

Verlauf der Schlacht[Bearbeiten]

Lage am 20. August 1914

Nach dem Abbruch der Schlacht bei Gumbinnen entschied sich Ludendorff, dem Vorschlag Max Hoffmanns zu folgen, zunächst die 2. Armee zu bekämpfen, um sich den Rückzug über die Weichsel offenzuhalten und beide Armeen getrennt zu schlagen, was somit den zahlenmäßigen Vorteil der Russen kompensieren konnte. Schon vor seinem Eintreffen wurde das I. Armee-Korps der 8. Armee unter General Hermann von François von Gumbinnen per Eisenbahn nach Süden westlich der Vormarschachse der russischen 1. Armee verschoben. Nachdem er durch Luftaufklärung und das Abhören unverschlüsselter russischer Funksprüche über die Positionen wie auch Befehle des Gegners informiert war, setzte der Generalstabschef Ludendorff eine generelle Absetzbewegung des Restes in Gang. Die russische Armee Paul von Rennenkampffs sollte nur durch einen kleinen „Vorhang“ aus einer Landwehrdivision und der einzigen Kavalleriedivision an weiteren Operationen gehindert werden. Zwei Korps unter August von Mackensen und Otto von Below sollten im Eilmarsch der 2. Armee entgegenmarschieren, während die restlichen Truppen bei Allenstein eine Verteidigungsstellung beziehen sollten. Dieser Plan wurde durch die Unkenntnis der russischen Befehlshaber über die Lage erleichtert. Rennenkampff reagierte auf den Rückzug erst drei Tage nach seinem Beginn am 23. August. Der übergeordnete Frontbefehlshaber der beiden Armeen von General Jakow Schilinski interpretierte dieses Verhalten zu diesem Zeitpunkt falsch, weil es den Erwartungen der russischen Armeeführung entsprach: In dem sicheren Glauben, dass die deutschen Einheiten vor dem Druck der 1. Armee ausgewichen seien und sich auf Königsberg zurückzögen, ließ er keine Vorsicht walten. Dass die Truppen gegen die südliche 2. Armee unter Samsonow gewendet werden könnten, zog er kaum in Betracht.[5]

Alexander Wassiljewitsch Samsonow

Während dieser Ereignisse hatte die 2. russische Armee schon ihren zehnten Marschtag hinter sich, da auf Befehl des Frontstabes aus Sicherheitsgründen die Truppen bereits tief im eigenen Hinterland aus den Eisenbahnwaggons ausgeladen worden waren und den Rest des Weges zu Fuß marschieren mussten. Allerdings bewegten sich nur die zentralen Teile und der rechte Flügel der Armee auf deutschem Gebiet. Auf der linken Seite wurde das I. Korps unter Artamanow auf Befehl Schilinskis an der Grenze zurückgehalten, um die Flanke zu decken. Weiterhin drängte der Oberkommandierende auf einen schnellen Vorstoß der 2. Armee, was das Zentrum und ihre westliche Flanke vollkommen trennte. Somit wurde hier aus der geplanten Flankensicherung die Isolierung eines Viertels der russischen Streitkräfte. Genau nördlich des russischen I. Korps positionierte sich das I. Armee-Korps von Hermann von François, ohne dass die russischen Stäbe durch Aufklärung davon erfahren hätten.[5]

Lage am 26. August 1914

Am 25. August gab Ludendorff den Befehl zum Angriff für diese Verbände. Hermann von François reagierte kaum und erreichte am 26. zunächst nur Seeben und nahm erst am 27. nach einem Besuch des Generalstabschefs den Angriff auf. Er begründete sein Zögern damit, dass seine Artillerie noch nicht nahe genug an die Ausgangsstellungen herangerückt gewesen sei und er einen Angriff somit noch nicht hätte verantworten können. Dies hatte zur Folge, dass die russischen Truppen der Mitte – in Unkenntnis der Gefahr, die ihrem linken Flügel drohte – gemäß dem Befehl des Frontstabs immer weiter ins Landesinnere vorrückten. Als von François seinen Angriff schließlich startete, durchbrach er dank materieller Überlegenheit die Stellungen des unvorbereiteten I. russischen Korps, das daraufhin den Rückzug antrat. Die 1. Division stieß bis zum Abend des Tages bis zur Grenze bei Soldau vor.[5] Die 2. Division erreichte Neidenburg, um die Einschließung zu vollenden.

Doch auch an der rechten Flanke der russischen Armee hatten sich die Ereignisse bereits überschlagen. Das russische VI. Korps unter Blagoweschtschenskij war am weitesten in deutsches Territorium vorgedrungen. Allerdings hatte es nach Samsonows Befehl nur den Vormarsch der zentralen Einheiten zu decken, und ihr Kommandeur war nicht darauf vorbereitet, auf den Gegner zu treffen. Dies rührte daher, dass das Frontkommando die beiden Großverbände in Königsberg wähnte. Unter diesen Umständen traf dieser östlichste Verband der 2. russischen Armee auf die zwei deutschen Korps unter Mackensen und Below. Diese waren aufgrund der deutschen Absetzbewegung von Gumbinnen her gegen die 2. Armee angerückt. Mit Hilfe des Überraschungsmoments gelang es den beiden deutschen Truppenführern, ihre lokale Überlegenheit von zwei zu eins auszunutzen und das russische Korps zu einem ungeordneten Rückzug zu zwingen. Ludendorff schien allerdings vom Erfolg seiner eigenen Offensive überrascht. Er sah zwar die Möglichkeit, die russische Armee einzukesseln, doch drängte er auf Konsolidierung, weil die mittleren Anteile von Samsonows Verband bereits starken Druck auf die Verteidigungsstellungen der Deutschen bei Allenstein ausübten und somit Gefahr bestand, dass die deutschen Linien im Zentrum durchbrochen werden könnten. Infolgedessen ging er daran, die eigenen Flügel zu schwächen. Belows Korps wurde abkommandiert, die eigenen Verteidigungsstellungen zu verstärken, und nur noch von Mackensens Korps sollte weiterhin an der Umfassung arbeiten. General von François erhielt von Ludendorff Order, seinen Vormarsch einzustellen und ebenso Truppen an den zentralen Abschnitt abzutreten. Allerdings verweigerte der untergeordnete Kommandeur diesen Befehl und ignorierte ihn kommentarlos.[5]

Lage am 30. August 1914

So konnten sich seine Kavalleriespitzen bei Willenberg am 28. August mit der Vorhut Mackensens vereinigen. Die 2. Armee, die eigentlich den angenommenen Rückzug der Deutschen abschneiden sollte, war dadurch selbst eingeschlossen worden.[5]

Damit waren die Russen vom Nachschub abgeschnitten, und die Nachricht, dass deutsche Verbände den Rückzugsweg versperrten, verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den Männern des Zaren. Zu der durch diesen Schock geschaffenen Verwirrung trug noch bei, dass die verbliebenen Einheiten im Zuge der Kampfhandlungen selbst verstreut im Kessel lagen und es Samsonow nicht gelang, Verbindung mit seinen Truppen herzustellen. Kleinere Einheiten versuchten zwar spontan den Ausbruch, so dass 10.000 Mann durch die dünne Linie der deutschen Kräfte entkommen konnten, doch das Gros der Armee kapitulierte desorganisiert und demoralisiert. Den meisten Soldaten blieb das Gefühl, durch ihre Truppenführer verraten worden zu sein. Am 30. August traf allerdings eine Meldung sowohl beim AOK als auch General François ein, das I. russische Armeekorps unter General Artamanow marschiere von Mława nach Norden und stehe ca. 6 km vor Neidenburg, um der eingeschlossenen Armee Entlastung zu bringen. Zwar setzte das Armeeoberkommando alle verfügbaren Truppen in Marsch, doch diese wären erst am 31. August eingetroffen. Die Situation wurde von François gerettet. Dieser warf sich bei Neidenburg dem Gegner mit allen Soldaten, die ihm noch übrig geblieben waren, frontal entgegen, ohne die Einschließung im Norden aufzugeben. Daraufhin drehten die Entsatztruppen bei. General Samsonow beging noch am selben Tag in dieser verzweifelten Lage Selbstmord.[5] Der Ort wird noch heute durch den Samsonow-Stein markiert.

Gründe für das russische Scheitern[Bearbeiten]

Fehlplanungen vor dem Krieg[Bearbeiten]

Nachschub[Bearbeiten]

Herrmann von François (mit dem Rücken zur Kamera) nimmt den russischen General Klujew, Chef des XIII. Armeekorps, in Kriegsgefangenschaft am 31. August 1914

Der Stand des Nachschubs und die Logistik der Truppen zu Kriegsbeginn stellte eine ernste Behinderung der russischen Kampfkraft dar. Das zaristische Militär hatte zwar nach den Planungen seiner Offiziere reibungslos mobil gemacht, die sonstigen Vorbereitungen waren aber mangelhaft. Während eine deutsche Artillerieeinheit im Feld pro Geschütz ca. 3000 Schuss Munition erhielt, waren für eine russische Einheit ca. 1000 Schuss veranschlagt. Damit war die russische Artillerie weit weniger effektiv. Das Hauptquartier orientierte sich am Russisch-Japanischen Krieg von 1905, in dem vergleichsweise wenig großkalibrige Munition verschossen worden war. Die gleiche Fehleinschätzung ergab sich auch bei der Bereitstellung von Feldlazaretten und der Verpflegung. Die technische Ausrüstung war ihrer Zeit jedoch entsprechend.

Artillerie[Bearbeiten]

Die Artillerie wurde auch durch eine weitere strategische Fehlentscheidung geschwächt. Das Offizierskorps der Artillerie sah die Hauptaufgabe für schwere Geschütze in der Verteidigung von Festungen, die hinter der Grenze lagen. Das Feldheer wurde dagegen nur wenig mit schwerer Artillerie versorgt. Schwere Geschütze hatten zu ihren leichteren Pendants eine höhere Feuerkraft und damit eine größere Reichweite. Die russischen Geschütze wurden durch feindliche Artillerie gefährdet, ohne die Angreifer selbst bekämpfen zu können.

Kavallerie[Bearbeiten]

Eine taktische Fehleinschätzung, welche die russische Armee durch das erste Kriegsjahr begleiten sollte, war die Einschätzung der Kavallerie. Russische Generäle hielten sie immer noch für die klassische Offensivwaffe. Doch durch Maschinengewehre und Repetierwaffen, die bis zu 800 m Entfernung präzise feuern konnten, war die Defensivkraft der Infanterie dem Angriff von Reitern bereits weit überlegen. Die Kavalleriedivisionen erbrachten außer in der Aufklärungsrolle kaum Nutzen, nahmen aber große Ressourcen in Anspruch. 4.000 Mann einer Kavalleriedivision mit ihren Pferden benötigten bei einem Eisenbahntransport etwa denselben Raum wie eine 12.000 Mann starke Infanteriedivision. Ein Pferd benötigte pro Tag mindestens 3 kg Getreide. Dadurch wurden wertvolle Nachschubressourcen für eine inzwischen ineffektive Waffengattung verwendet.[6]

Strategische Fehler der höheren Befehlshaber[Bearbeiten]

Nach dem katastrophalen Ausgang der Schlacht wurde vom verantwortlichen Frontstab unter General Schilinski versucht, möglichst viel Schuld auf den toten Samsonow abzuwälzen. Diese Vorwürfe halten einer genaueren Betrachtung jedoch nicht stand. Bereits vor dem Erreichen der Grenze zum Deutschen Reich erhielt der Befehlshaber der 2. Armee widersprüchliche und unsinnige Befehle von seinem direkten Vorgesetzten. Dies war beispielsweise die bereits genannte Ausladung der Truppen vor den Endbahnhöfen. So marschierten manche Bataillone mehr als 50 km an Eisenbahnschienen entlang, bis sie überhaupt in die Nähe der Grenze kamen. Dies führte – da auch später ein Rasttag verweigert wurde – zu einer vorzeitigen Ermüdung der Soldaten. Ebenso wurde die Armee dadurch geschwächt, dass man ihr laufend Truppen entzog. Auf politischen Druck des verbündeten Frankreich plante man im Großen Hauptquartier eine weitere Offensive, die über Schlesien den kürzesten Weg nach Berlin nehmen sollte. Für diese Operation stellte man in Westpolen die 9. Armee auf. Um diese zu bilden, wurden der 2. Armee insgesamt 5 Divisionen und 400 Geschütze entzogen. Dieser Verlust hätte die Kampfkraft alleine schon stark geschwächt, doch wurden diese Einheiten nicht planmäßig abgezogen, sondern man löste sie nach und nach aus der Formation heraus. Andere Einheiten wiederum wurden zugeteilt, was es dem Befehlshaber schwer machte, überhaupt den Überblick über die eigenen Kräfte zu bewahren.

Selbst als die Kampfhandlungen begonnen hatten, mischte sich Schilinski noch durch diverse Befehle in Samsonows Kompetenzbereich ein, so zum Beispiel durch das Verbot, das I. Korps näher zur Haupttruppe zu ziehen. Auch sein ständiges Beharren auf einem weiteren Vormarsch der zentralen Korps trug seinen Teil zur Einkesselung der Armee bei.

Ein weiterer Faktor, der zur russischen Niederlage beitrug, war die persönliche Antipathie zwischen den Generälen Samsonow und Rennenkampff: Beide waren im russisch-japanischen Krieg Divisionskommandeure gewesen und an nebeneinanderliegenden Frontabschnitten eingesetzt. Nach einer schweren Niederlage begegneten sich die beiden Generäle zufällig am Bahnhof in Mukden und beschuldigten sich gegenseitig der mangelnden Unterstützung. Schließlich kam es zu einer Schlägerei zwischen beiden; ein anschließendes Duell konnte nur durch einen direkten Befehl des Zaren verhindert werden.[7] Der deutsche Militärgeheimdienst war über die Feindschaft der beiden Generäle informiert und versicherte der Führung, es sei äußerst unwahrscheinlich, dass Rennenkampffs Erste Armee Samsonows Truppen in einer kritischen Situation unterstützen werde.

„Wenn die Schlacht von Waterloo auf den Spielfeldern von Eton gewonnen wurde, dann wurde die Schlacht von Tannenberg auf einem Bahnsteig in Mukden gewonnen.“

General Max Hofmann[8]

Fehler des Armeestabs[Bearbeiten]

Alexander Samsonow

Samsonow selbst befand sich auch ohne Feindberührung schon in einer prekären Situation, aber anstatt das Blatt zu wenden, verschlimmerte er die Lage selbst noch. Seine Armee besaß zwar 42 Flugzeuge, doch diese waren zum größten Teil nicht einsatzbereit. Diese Kapazitäten zu nutzen und auf ihren Einsatz zu drängen, versäumte Samsonow. Während seine deutschen Gegner schon planmäßige Luftaufklärung betrieben, schien dem russischen General diese Option noch vollkommen gleichgültig zu sein. Ein weiteres Mittel zur Feinderkennung war die Kavallerie, doch sie wurde vom Armeestab zurückgehalten und sollte für Angriffsoperationen aufgespart werden. Somit marschierte die 2. Armee ohne jede Feindaufklärung gewissermaßen blind nach Ostpreußen, ohne die Falle zu erahnen. Generell trug der Führungsstil des russischen Armeechefs der Geschwindigkeit eines modernen Krieges mit seinen neuen Anforderungen wenig Rechnung. Samsonow hatte sein Hauptquartier bis zu den letzten Tagen noch direkt an der Grenze und war somit von seiner eigenen Armee 24 Stunden entfernt. So lange dauerte die Überstellung einer Nachricht von der Front an seinen Standort und wieder zurück zu den Truppen. Dadurch konnte er auf etwaige Veränderungen der Lage nicht schnell genug reagieren. Zudem erteilte Samsonow lediglich einzelne Tagesbefehle, was der Koordination nicht zuträglich war.

Taktische und technische Fehler[Bearbeiten]

Ein noch kritischerer Schwachpunkt der Operationen bei Tannenberg war jedoch rein technischer Natur. Die russische Armee war zwar mit Funkgeräten ausgerüstet, doch wurde der Umgang mit Verschlüsselungsmethoden noch nicht geübt. Während die deutschen Truppen nur chiffriert funkten, taten es ihre Gegenspieler öfters in Klartext. Einer dieser Funksprüche, die zufällig von deutschen Funkern abgehört wurden, enthielt die gesamte Marschanweisung für eine Armee. Nachdem Ludendorff diese Informationen durch Flugzeuge verifiziert hatte, war er im Besitz eines immensen operativen Vorteils.[6]

Bewertung der deutschen Führung[Bearbeiten]

Der Stab der VIII. Armee

Die Stellungnahmen zur taktischen Leistung der deutschen Führung sind unterschiedlich. Den deutschen Operationen spielten Unregelmäßigkeiten wie die Befehlsverweigerungen Hermann von François’, wie auch die Eigenmächtigkeit von Kurt von Morgen in die Hände. Dies heißt jedoch nicht, dass diese Schlacht unberechtigt ihren wichtigen Platz in der Kriegsgeschichte einnimmt. Dies zwar weniger aufgrund ihrer Auswirkung auf das Kriegsgeschehen als wegen der taktischen Leistung der deutschen Führung. Der Gedanke der Schlacht von Cannae, die als „Mutter der Umfassungsschlacht“ gilt, konnte seit diesen Vorzeiten noch nie so „lupenrein“ verwirklicht werden wie durch die fortschrittliche und unkonventionelle Armeeführung durch Ludendorff in Ostpreußen.

Insbesondere ist aber die fortschrittliche deutsche Luft- und Funkaufklärung zu nennen, die der deutschen Führung unmittelbar jede Bewegung der russischen Armeen meldete. Allerdings ist es eine Legende, der Operationsplan sei von Ludendorff alleine auf der Zugfahrt von der Westfront entworfen worden, ohne den üblichen Blick ins Gelände.[9] Tatsächlich war die Ausarbeitung des Plans neben Erich Ludendorff vor allem seinem Stabschef Max Hoffmann zuzuschreiben. Die strategische Grundkonzeption für die Truppenverlegungen und den Angriff war dabei schon im Vorfeld in Manövern durchgespielt worden, Ludendorff und Hoffmann erreichten die praktische Umsetzung im konkreten Fall.[10] Doch war Ludendorff, das zeigte sein unglückliches Wirken in der Weimarer Zeit, aggressiv, impulsiv und oft ein Opfer seiner Nerven. Der ruhige und souveräne Hindenburg schaffte als erfahrener Offizier einen Ausgleich zu dem eigentlichen Planer der Operation bei Tannenberg. Ebenso wirkte sich sein Charisma positiv auf die Kampfmoral der kaiserlichen Truppen aus. Das Tandem Hindenburg/Ludendorff war beispielhaft für militärisches Zusammenwirken und bildete das Gegenstück zur desorganisierten russischen Führung.

Letztlich ermöglichte die Kombination aus eigenen Leistungen und den Versäumnissen der russischen Befehlshaber die Führung der Schlacht im taktischen Vorteil. So führten die Deutschen ein Angriffsgefecht bei Tannenberg und ein Verzögerungsgefecht bei Allenstein und setzten somit ihre Kräfte optimal ein. Dagegen waren die Russen durch mangelhafte Aufklärung, schlechte Organisation und mangelhafte Koordination gezwungen, trotz anfänglicher Initiative in die Defensive zu gehen. Dadurch war den Truppen des Zaren nie das Maß an Vorbereitung auf eine Kampfhandlung gegeben wie ihren Kontrahenten.

Folgen[Bearbeiten]

Die Schlacht war der erste große Sieg der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg. Tannenberg erfuhr im Kaiserreich eine propagandistische Überhöhung, die bis heute das Bild der Schlacht verzerrt. Zwar war der Sieg in Ostpreußen ein notwendiger und auch überraschender Befreiungsschlag der kaiserlichen Armee, die russische Militärmacht war durch ihre Niederlage allerdings nur zeitweilig geschwächt. Das Zarenreich konnte die Verluste von rund 30.000 Gefallenen und Verwundeten und rund 95.000 Gefangenen[1] durch seine große Bevölkerung und durch seine industrielle Basis durchaus verkraften. Allein seine Friedensarmee bestand schon ohne Mobilisierungen aus etwa zwei Millionen Mann. Ohne weitere entscheidende Erfolge wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die russische Armee wieder Kräfte gegen deutsches Territorium in Position gebracht hätte. Man hatte bei Tannenberg zwar einen Angriff Russlands abgewehrt, doch mit seinen Reserven blieb das Zarenreich weiter ein bedrohlicher Gegner an der östlichen Flanke Deutschlands.

Weiterhin war durch den Erfolg die Bedrohung für Ostpreußen nicht vollkommen abgewendet, sondern nur gemildert, da die I. Armee unter Paul von Rennenkampff immer noch an ihren Grenzen stand. Sie wurde erst in der folgenden Schlacht an den Masurischen Seen besiegt, für die man nun Handlungsfreiheit erhalten hatte. Die psychologischen Auswirkungen auf Russland waren eher marginal, da die Bevölkerung durch eine gezielte Propaganda des Herrscherhauses und der politischen Parteien bis 1917 fest an einen Sieg glaubte. Denkbare positive Auswirkungen in der russischen Führung, etwa in der Form von Absetzungen der unfähigen Befehlshaber auf Armee- und Korpsebene, unterblieben allerdings ebenso. Es gelang dem militärischen Personal, allen voran Schilinski, die Schuld auf den toten Oberkommandierenden der II. Armee abzuwälzen, der sich nicht mehr verteidigen konnte.

Als weitere Folge wurde das Tannenberg-Denkmal 1924–1927 bei Hohenstein (poln. Olsztynek) errichtet.

Die meisten Toten wurden in Massengräbern am Schlachtfeld begraben. Es wurden aber auch damals schon gezielt Soldatenfriedhöfe angelegt. Nach dem Krieg wurden viele der kleineren Grabstätten aufgelöst. Einige haben sich bis heute erhalten und stehen, wie alle 550 Friedhöfe des Ersten Weltkrieges, unter polnischem Denkmalschutz und werden vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge finanziell und organisatorisch unterstützt. Die Ehrenfriedhöfe sind:

Die Ist-Stärke der 8. Armee im Zeitraum vom 21. bis 31. August 1914 lag bei 246.088 Soldaten. Im gleichen Zeitraum traten nach den Angaben des "Sanitätsberichtes über das deutsche Heer"[11] folgende Verluste auf, die auf den Zehn-Tages-Meldungen der einzelnen Einheiten beruhen:

  • Erkrankt: 4.316 Soldaten
  • Verwundet: 7.461 Soldaten
  • Gefallen: 1.726 Soldaten
  • Vermisst: 4.686 Soldaten

Da ein Teil der Verwundeten starb und anzunehmen ist, dass der größere Teil der Vermissten auch gefallen war, liegt die Gesamtzahl der Toten erheblich höher als 1.726.

Benennung und Lokalität[Bearbeiten]

Propagandistische Darstellung des Führungsduos Hindenburg und Ludendorff von Hugo Vogel

Die Schlacht fand in der Gegend südlich von Allenstein in Ostpreußen statt. Dabei war es eine Umfassungsschlacht, die letztlich ein weites Territorium mit einbezieht. Das Zentrum dieses Areals lag in Hohenstein. Sie müsste daher streng genommen Schlacht bei Hohenstein heißen. Das kaiserliche Glückwunschtelegramm bezeichnet die Schlacht zunächst als Schlacht bei Allenstein.

Erst nachträglich wurde die Schlacht auf Wunsch Hindenburgs[12][13] in Schlacht bei Tannenberg umbenannt.[14] Im Deutschen gab es bereits eine sogenannte Schlacht bei Tannenberg. Diese hatte 1410 zwischen den Dörfern Grünfelde, Tannenberg und Ludwigsdorf stattgefunden. Sie hatte mit einer entscheidenden Niederlage des Deutschen Ordens geendet und wurde im geteilten Polen seit dem 19. Jahrhundert als Schlacht bei Grunwald zum Nationalmythos, der half, in den Zeiten der Russifizierungs- bzw. Germanisierungspolitik der Teilungsmächte die polnische kulturelle Identität zu bewahren.[15][16] Hindenburg wollte mit der Benennung der siegreichen Schlacht von 1914 symbolisch die „Scharte von 1410“ ausgewetzt haben. Die Benennung ist nicht falsch, denn Tannenberg war ins Schlachtfeld mit einbezogen und nur ca. 14 km von Hohenstein entfernt. Diese Benennung wurde auch in allen anderen Sprachen übernommen. Die Urheberschaft zu dieser Benennung wurde von Ludendorff und Hoffmann in Anspruch genommen. Hoffmann behauptete, Ludendorff hätte die Schlacht ursprünglich Schlacht bei Frögenau nennen wollen.[17]

Gefechtsorte:

Bewertung der Schlacht in der Literatur[Bearbeiten]

François in Neidenburg nach geglückter Abwehr
  • Der russische Autor und Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn verarbeitete die Schlacht im ersten Teil August 1914 seiner Trilogie Das rote Rad als Roman. Der Roman bezieht sich über große Teile auf historische Quellen beider Seiten. Ebenso brachte Solschenizyn die Erfahrungen seines Vaters, der in Ostpreußen gekämpft hatte, und anderer Kriegsteilnehmer mit ein. Solschenizyn betont in seinem Roman die starre Hierarchie der russischen Armee und die Unfähigkeit der höheren Offiziere, diese zu modernisieren. Seine Hauptfigur, ein Oberst der russischen Armee, scheitert tragisch bei seinem Versuch, bei seinen Vorgesetzten Veränderungen anzuregen. Als entscheidend für den Ausgang der Schlacht stellt Solschenizyn die Eigenmächtigkeit des Generals Hermann von François dar und weist Hindenburg und Ludendorff einen geringeren Anteil am Sieg der deutschen Armee bei Tannenberg zu.[18]
  • Auch für Winston Churchill war Hermann von François der Held von Tannenberg: „the glory of Tannenberg must forever go to François“. Er sah in François’ Verhalten die Art, wie man Schlachten auf falsche Weise gewinnt, während seine Vorgesetzten die Schlacht auf richtige Weise zu verlieren suchten. Vor allem sein Vorgehen bei Usdau nennt Churchill eine seltene Kombination von Vorsicht und Wagemut.[19] Dieser Einschätzung ist jedoch mit Vorsicht zu begegnen. Ersetzt man François durch Churchill und Tannenberg durch Gallipoli, ist das Ergebnis weniger eine historische Analyse als eine von Wunschdenken beeinflusste autobiographische Äußerung.[20]

Literatur[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlacht bei Tannenberg (1914) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Christian Zentner: Der Erste Weltkrieg, Rastatt 2000 S. 108
  2. Norman Stone: The Eastern Front 1914-1917, London 1998, S. 44-48
  3. Siegfried Schindelmeiser: Der Ausbruch des Weltkriegs, in: Corps Baltia, Bd. 2, S. 64. München 2010
  4. Norman Stone: The Eastern Front 1914-1917.', London 1998, S. 59-61
  5. a b c d e f Norman Stone: The Eastern Front 1914-1917. London 1998, S. 61-67.
  6. a b Norman Stone: The Eastern Front 1914-1917. London 1998, S. 69-51.
  7. Erik Durschmied: Hinge Factor. How Chance and Stupidity have changed History. Hodder & Stoughton, London 1999 ISBN 0340728302 S. 200ff.
  8. Geoffrey Regan: Militärische Blindgänger und ihre größten Schlachten. Komet Verlag, Köln, 2003 ISBN 3-89836-538-7 S. 75
  9. Dennis E. Showalter: Tannenberg. Clash of empires, 1914. Brassey’s, Washington 2004, ISBN 1-57488-781-5, S. 329.
  10. John Lee: The Warlords: Hindenburg and Ludendorff. London 2005, ISBN 0297846752, S. 53.
  11. Sanitätsbericht über das deutsche Heer im Weltkriege 1914/1918, III. Band, Berlin 1934, S. 36
  12. Anm.: Sowohl Erich Ludendorff als auch sein Erster Generalstabsoffizier Max Hoffman haben später beansprucht, den Gedanken zur Umbenennung gehabt zu haben. (Hartmut Boockmann: Deutsche Geschichte im Osten Europas - Ostpreußen und Westpreußen, Siedler Verlag, 2002, S. 54.)
  13. Anm.: „Die Schlacht wurde auf meinen Vorschlag die Schlacht von Tannenberg genannt, als Erinnerung an jenen Kampf, in dem der Deutsche Ritterorden den vereinigten litauischen und polnischen Armeen unterlag. Wird der Deutsche es je wieder zulassen, daß Litauer und namentlich der Pole aus unserer Ohnmacht Nutzen ziehen und uns vergewaltigen? Soll jahrhunderte alte deutsche Kultur verloren gehen?“ (Erich Ludendorff in Meine Kriegserinnerungen, 1919, S. 44)
  14. Holger Afflerbach (Bearb.): Kaiser Wilhelm II. als Oberster Kriegsherr im Ersten Weltkrieg. Quellen aus der militärischen Umgebung des Kaisers 1914-1918. Verlag Oldenbourg, München 2005, ISBN 3-486-57581-3, S. 148.
  15. Christoph Mick: „Den Vorvätern zum Ruhm – den Brüdern zur Ermutigung“. Variationen zum Thema Grunwald/Tannenberg. In: zeitenblicke 3 (2004), Nr. 1 (PDF; 534 kB)
  16. Feliks Szyszko: The Impact of History on Polish Art in the Twentieth Century.
  17. Karl Friedrich Nowak: Die Aufzeichnungen des Generalmajors Max Hoffmann Verlag für Kulturpolitik, Berlin 1929, S. XX.
  18. Erich Pruck: Solshenizyns „August 1914“. Militärisch Gesehen. Osteuropa, Heft 3, 1972, S. 215-219.
  19. Winston S. Churchill: The Unknown War - The Eastern Front, London, 1931, S. 213-214
  20. Dennis E. Showalter: Tannenberg: clash of empires. 1914. Dulles, 2004, S. 330.
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 23. Februar 2011 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.