George R. R. Martin

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George R. R. Martin (2011)

George Raymond Richard Martin (von Fans oft GRRM genannt; * 20. September 1948 in Bayonne, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Schriftsteller, Drehbuchautor und Produzent. Er lebt in Santa Fe, New Mexico.

Leben[Bearbeiten]

Martin begann bereits sehr früh damit, Monstergeschichten für ein paar Pennys an Nachbarskinder zu verkaufen. An der Mittelschule avancierte er zum Comicfan bzw. -sammler und begann damit, für Amateur-Fanzeitschriften zu schreiben. Sein erster professioneller Verkauf war die Kurzgeschichte The Hero im Jahre 1970, die im Februar 1971 im Magazin Galaxy veröffentlicht wurde. Ebenfalls 1970 schloss er sein Journalismus-Studium an der Northwestern University von Evanston, Illinois, als Bachelor mit summa cum laude ab. Ein Jahr später absolvierte er sein Masterstudium.

Martin machte sich in der SF-Szene recht schnell einen Namen als Autor zumeist eher melancholischer, aber immer origineller Stoffe. Wichtige Geschichten aus seiner frühen Phase sind unter anderem With Morning comes Mistfall, And Seven Times Never Kill Men, A Tower of Ashes und A Song for Lya, mit dem er seinen ersten Hugo gewann.

Von 1972 bis 1974 arbeitete er ehrenamtlich beim sozialen Hilfswerk VISTA in Cook County, Illinois. Von 1973 bis 1976 organisierte er mehrere Schachturniere für die Continental Chess Association. Ab 1976 unterrichtete George Martin zwei Jahre lang Journalismus am Clark College in Dubuque, Iowa. Während dieser Zeit schrieb er nur nebenbei, was sich erst 1979 ändern sollte. In diesem Jahr endete auch seine kinderlose Ehe mit Gale Burnick, welche er 1975 eingegangen war.

Nach der Veröffentlichung seiner ersten Romane machte er 1986 einen Abstecher in die Filmbranche und wurde Drehbuchautor für Twilight Zone bei CBS Television. 1987 schrieb er auch Drehbücher für die erfolgreiche Sendung Die Schöne und das Biest, die er ab 1988 auch produzierte. Einige der Drehbücher entstanden dabei in Zusammenarbeit mit Howard Gordon und Alex Gansa. Als ausführender Produzent und Drehbuchautor für Doorways hatte er 1992 jedoch weniger Erfolg. Zwischen 1987 und 1993 beaufsichtigte er als Herausgeber und Co-Autor einen Großteil der einzelnen Wild Cards-Bücher (eine Shared-World-Serie diverser Autoren mit starken Anklängen an das Genre der Superhelden). Die Verantwortlichen zwangen ihn häufig, die von ihm konzipierten Plots sehr viel kleiner und sparsamer umzuschreiben, was ihn teilweise frustrierte.[1]

In den 1990ern kehrte Martin daher wieder zum freischaffenden Schriftstellerberuf zurück. 1996 erschien der erste Band seines zuerst auf drei, dann auf sechs und mittlerweile auf sieben Romane angelegten, hochgelobten Fantasy-Epos Das Lied von Eis und Feuer (orig. A Song of Ice and Fire), zu welchem Martin 2011 den fünften Band abgeschlossen hat, der kurz nach seiner Veröffentlichung den 1. Platz der Bestseller-Listen der New York Times und des The Wall Street Journals erreichte. Die Bücher der Serie sind aufgrund ihres enormen Umfangs in vielen Ländern auf mehrere (in Deutschland zwei) Bände pro Buch aufgeteilt. Seit 2011 wird die auf der Buchreihe basierende HBO-Fernsehserie Game of Thrones ausgestrahlt.

Er ist Mitglied der Science Fiction Writers of America (SFWA), wo er von 1977 bis 1979 South-Central Regional Director war und von 1996 bis 1998 als Vizepräsident fungierte. Außerdem ist er noch Mitglied der Horror Writers of America (HWA) und der Writers' Guild of America.

Am 15. Februar 2011 heiratete Martin seine langjährige Freundin Parris McBride. Die Hochzeit fand in kleinem Rahmen zu Hause bei Martin in New Mexico statt.

Werke[Bearbeiten]

Night Visions[Bearbeiten]

  • Night Visions: The Hellbound Heart, 1987
  • Night Visions 3, 1987

Das Lied von Eis und Feuer[Bearbeiten]

(in der ersten Ebene ist die Übersetzung des gesamten Buchs, in der zweiten Ebene die aufgeteilten Ausgaben)

Folgende Bände sind geplant:[2]

  • The Winds of Winter
  • A Dream of Spring

Wild-Cards-Reihe[Bearbeiten]

Der Heckenritter von Westeros[Bearbeiten]

(Die Vorgeschichte zu Das Lied von Eis und Feuer)

  • Der Heckenritter, 1999, The Hedge Knight, 1998
  • Das verschworene Schwert, 2005, The Sworn Sword, 2003
  • Der geheimnisvolle Ritter, 2013, The Mystery Knight, 2010

Romane[Bearbeiten]

  • Die Flamme erlischt, 1978, ISBN 3-442-24318-1, Dying of the Light, 1977
  • Kinder der Stürme 1 und 2, 1985, Neuauflage als Sturm über Windhaven, 2005, ISBN 3-442-24304-1, Windhaven, 1981 (mit Lisa Tuttle)
  • Fiebertraum, 1991, ISBN 3-453-53285-6, Neuauflage als Dead Man River, 2006, Fevre Dream, 1982
  • Armageddon Rock, 1986, ISBN 3-890-64501-1, The Armageddon Rag, 1983
  • Hunter’s Run, 2007 (mit Gardner Dozois und Daniel Abraham)

Kurzgeschichten[Bearbeiten]

  • Under Siege, 1998
  • Shadow Twin, 2005 (mit Gardner Dozois und Daniel Abraham)
  • The Glass Flower, 2005
  • In the House of the Worm, 2005
  • The Lonely Songs of Laren Dorr, 2005
  • The Ice Dragon, 2006

Kurzgeschichtensammlungen[Bearbeiten]

Als Autor
  • Die zweite Stufe der Einsamkeit, 1982, ISBN 3-8118-3567-X, A Song for Lya 1976
  • Lieder von Sternen und Schatten, 1979, ISBN 3-442-23331-3, Songs of Stars and Shadows, 1977
  • Im Haus des Wurms, 1985, ISBN 3-548-31104-0, Sandkings, 1981
  • Sandkönige, 1985, ISBN 3-548-31107-5, Sandkings, 1981
  • Nightflyers, 1981
  • Songs the Dead Men Sing, 1983
  • Planetenwanderer, 2013, ISBN 978-3-453-31494-8, Tuf Voyaging, 1985
  • Portraits of His Children, 1987
  • Dead Man’s Hand, 1990
  • Quartet: Four Tales from the Crossroads, 2001
  • Short Stories, Volume 1, 2003
  • Starlady and Fast-Friend, 2008
Als Herausgeber

Martin ist Herausgeber und Mitautor der 21 Anthologien der Wild Cards-Serie (1989-2011) sowie mehrerer genreübergreifender Kurzgeschichtensammlungen:

  • Songs of the Dying Earth (2009), ein Tribut an Jack Vances Dying Earth-Serie
  • Warriors (2010), Preisträger des Locus Award 2011
  • Songs of Love and Death (2010)
  • Down These Strange Streets (2011)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1974 Hugo Award für den besten Kurzroman A Song for Lya
  • 1975 Locus Award für den besten Kurzroman The Storms of Windhaven mit Lisa Tuttle
  • 1979 Nebula Award, Hugo Award und Locus Award für die beste Erzählung Sandkings
  • 1979 Hugo Award und Locus Award für die beste Kurzgeschichte The Way of Cross & Dragon
  • 1980 Locus Award für den besten Kurzroman Nightflyer
  • 1981 Locus Award für die beste Erzählung Guardians
  • 1983 Locus Award für die beste Erzählung The Monkey Treatment
  • 1985 Nebula Award für die beste Erzählung Portraits of his Children
  • 1987 Bram Stoker Award für die beste Erzählung The Pear-Shaped Man
  • 1989 World Fantasy Award für den besten Kurzroman Skin Trade
  • 1996 Hugo Award für den besten Kurzroman Blood of the Dragon
  • 1996 Locus Award für den besten Roman A Game of Thrones
  • 1998 Locus Award für den besten Roman A Clash of Kings
  • 2000 Locus Award für den besten Roman A Storm of Swords
  • 2012 Locus Award für den besten Roman A Dance with Dragons

Literatur[Bearbeiten]

  • 2003 GRRM: A RRetrospective

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: George R. R. Martin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten]

  1. 'Thrones' Author George R.R. Martin Plays Not My Job, National public radio vom 15. September 2012
  2. George R. R. Martin: Bibliography. In: George R. R. Martin's Official Website. Abgerufen am 11. April 2014 (englischsprachig).