Geschichte des Senegal

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Karte des Senegal

Die Geschichte Senegals beginnt wohl bereits mit frühen Kulturen im Paläolithikum und Neolithikum.

Um 500 n. Chr. wanderten von Nordosten her die zu den Sudanidenvölkern gehörenden Wolof und Serer in das Gebiet des heutigen Senegal ein. Im 9. Jahrhundert ließen sich sudanide Tukulor im Tal des Senegalflusses nieder.

Einfluss von Ghana und Mali (ca. 900 – 15. Jahrhundert)[Bearbeiten]

Das westsudanische Ghana-Reich dehnte um 900 seinen Herrschaftsbereich vom oberen Niger bis in das Mündungsgebiet des Senegal aus. Im 11. Jahrhundert setzte der Niedergang des Ghana-Reiches ein. Angriffe von Berbervölkern – darunter die Almoraviden, die den Islam nach Senegal brachten – schwächten das Reich. 1240 wurde es vom Reich Mali erobert, das auch die Herrschaft über die kleinen Königreiche in Senegal übernahm. Mit dem Machtzerfall des Mali-Reiches erlangten diese Wolof-Reiche (siehe z. B. Jolof, Waalo) im 14. Jahrhundert und 15. Jahrhundert erstmals ihre Unabhängigkeit.

Kolonialzeit (1444–1960)[Bearbeiten]

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1444 errichteten die Portugiesen ihre erste Handelsniederlassung in Senegal. Ihnen folgten ab dem 16. Jahrhundert Niederländer, Franzosen und Briten. Die Wolof-Reiche stiegen zu wichtigen Handelspartnern der Europäer auf, besonders auf dem Gebiet des Sklavenhandels. Die Insel Gorée wurde bedeutender Handelsplatz im Atlantischen Sklavenhandel. Ab dem 17. Jahrhundert ließen sich Franzosen in Senegambien nieder, vertrieben 1677 die Niederländer und übernahmen die Kontrolle über die Küste. 1758–1779 und 1809–1816 wurde der Senegal von Großbritannien besetzt, ehe sich ab 1840–1865 Frankreich durchsetzen konnte. 1857 wurden afrikanische Einheiten der Kolonialarmee, die sogenannten Tirailleurs sénégalais aufgestellt. 1883 erhielten die Bewohner von vier Küstenstädten französische Bürgerrechte. 1895 erklärte Frankreich Senegal zu seiner Kolonie, und Saint-Louis wurde Hauptstadt von Französisch-Westafrika, ehe es 1902 von Dakar abgelöst wurde. Um diese Zeit entwickelte sich eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der Muridiyya-Bruderschaft von Amadou Bamba, die im Erdnussanbau tätig war.

1914 wurden die ersten afrikanisch-stämmigen Abgeordneten in die französische Nationalversammlung entsandt, 1946 erhielten alle Bürger das Wahlrecht. In zwei Stufen entließ Frankreich das Land schließlich in die Unabhängigkeit. 1958 erhielt es weitgehende Autonomie innerhalb der Französischen Gemeinschaft, im folgenden Jahr schloss es sich mit Mali zur Mali-Föderation zusammen. Im „afrikanischen Jahr“ 1960 wurde Senegal, wie fast alle französischen Kolonien, unabhängig.

Unabhängigkeit (nach 1960)[Bearbeiten]

Unter der Führung von Léopold Sédar Senghor entstand eine präsidiale Republik, die auf der Einparteienherrschaft der Union Progressiste Sénégalaise (UPS) beruhte. Nach einem Putschversuch von Ministerpräsident Mamadou Dia erhielt Senghor durch eine Verfassungsänderung 1963 erweiterte Machtbefugnisse und übernahm auch den Posten des Ministerpräsidenten (bis 1970). Auf Massendemonstrationen gegen sein autoritäres Regime reagierte er in den 1970er Jahren mit einer schrittweisen Demokratisierung. Bei den ersten freien Wahlen 1978 errang die Regierungspartei, die sich in Parti Socialiste Démocratique (psd) umbenannt hatte, über 80 % der Stimmen. Die liberale Parti Démocratique Sénégalais (PDS) zog als Opposition ins Parlament ein.

Am 31. Dezember 1980 erklärte der 1963, 1968, 1973 und 1978 wiedergewählte Präsident Senghor verfassungsgemäß seinen Rücktritt, was in Schwarzafrika bis dahin einmalig war.

Seine Nachfolge trat sein Vertrauter Abdou Diouf an, der seit 1971 das Amt des Ministerpräsidenten innehatte. Unter seiner Leitung schlossen sich Senegal und Gambia 1982 auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet zur Konföderation Senegambia zusammen, die allerdings 1989 wieder auseinanderbrach.

Erneute Unruhen Ende der achtziger Jahre, etwa der Casamance-Konflikt in der südlichen Region Casamance, veranlassten Diouf Anfang der neunziger Jahre zu weiteren Liberalisierungsmassnahmen. So begrenzte er etwa die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Amtsperioden. Es kam zu Grenzstreitigkeiten mit dem nördlichen Nachbarstaat Mauretanien.

In den 1970er und 1980er Jahren war auch der Senegal von der Dürre in der Sahelzone betroffen, wenn auch weniger stark als andere Staaten. Bis in die jüngste Zeit ist das Land von Desertifikation und weiteren wirtschaftlichen Problemen betroffen, die dazu beitragen, dass insbesondere junge Männer ihr Glück in der Auswanderung nach Europa suchen.

1993 wird Präsident Diouf wiedergewählt. Die Opposition wirft ihm Wahlbetrug vor.

Die Ermordung des stellvertretenden Präsidenten des Verfassungsgerichts, Babacar Sèye, am 15. Mai 1993 stürzt das Land in eine innenpolitische Krise.

Nach der Abwertung des CFA-Franc brechen im Januar 1994 Unruhen aus. Es kommt zu Ausschreitungen mit Todesopfern in Dakar. In der Folge gibt es Massenverhaftungen und Anklagen gegen Oppositionspolitiker.

1995 bildet Regierungschef Habib Thiam ein neues Kabinett mit Beteiligung der Oppositionspartei Parti Démocratique Sénégalais (PDS).

Im August 1997 führt eine Verschärfung des Casamance-Konflikts zu hunderten Todesopfer unter Rebellen, Zivilisten und Soldaten.

Nach dem Bruch der Regierungskoalition im März 2001 gewinnt bei Parlamentswahlen am 29. April 2001 das von Abdoulaye Wade angeführte, aus 40 Parteien bestehende „Parteienbündnis für den Wandel“ 89 von 120 Sitzen. Die Partei von Moustapha Niasse, die Alliance des Forces du Progrès (AFP) bekommt 11 Sitze. Die Parti Socialiste (PS) von Abdou Diouf, die bisher die stärkste Kraft im Parlament war, erreicht nur noch 10 Sitze. Die Regierung wird unter Premierministerin Madior Boye (PDS) gebildet.

Am 7. November 2002 wird Idrissa Seck (PDS) Premierminister. Das Kabinett wird mit 4 Staatsministern und 27 Ministern neu gebildet. Nach der Kabinettsumbildung am 27. August 2003 bleibt Seck weiterhin Premierminister mit nun 34 Ministern.

Am 21. April 2004 wird Macky Sall (PDS) Premierminister.

Bei den Präsidentenwahlen am 25. Februar 2007 tritt Amtsinhaber Abdoulaye Wade erneut an und wird bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt. Cheikh Hadjibou Soumaré (PDS) wird am 19. Juni 2007 Premierminister.

Siehe auch[Bearbeiten]