Goldfinger (Lied)

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Goldfinger
Shirley Bassey
Veröffentlichung September 1964
Länge 2:48
Genre(s) Popsong
Text Leslie Bricusse / Anthony Newley
Musik John Barry

Goldfinger ist das Titellied des gleichnamigen James-Bond-Films aus dem Jahre 1964. Komponiert wurde das Lied von John Barry, der Text stammt von Leslie Bricusse und Anthony Newley. Gesungen wird das Lied von Shirley Bassey.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Die Filmserie James Bond 007 hatte mit der Premiere von James Bond – 007 jagt Dr. No am 5. Oktober 1962 begonnen und sich zu einem Kassenschlager entwickelt. Der dritte Bond-Film Goldfinger bildete die dramaturgische und musikalische Grundlage für die weiteren Bond-Filme.[1] Bonds klassischer Getränkewunsch „Wodka Martini – geschüttelt und nicht gerührt“ sowie aktuelle Popstars als Interpreten der Titelmelodie tauchten erstmals im dritten Bond-Film auf. John Barry arbeitete seit August 1963 an der Titelmelodie für diesen Bond-Film und fragte Anthony Newley, ob er den Text schreiben könne. Da Newley als Komponist meist mit Texter Leslie Bricusse kooperierte, arbeiteten Newley und Bricusse nun als Texter für dieses Projekt zusammen.[2] Leslie Bricusse war bereits ein Fan der Ian Fleming-Romanserie, als er den Auftrag erhielt, den Text für die Titelmelodie zum geplanten Film Goldfinger zu verfassen. Bereits ab 20. Januar 1964 hatten die Dreharbeiten begonnen und waren am 21. Juli 1964 beendet. Im Roman gab es die Szene mit dem vollständig in Gold übermalten, auf dem Bett liegenden Bondgirl Jill Masterson (Shirley Eaton). Diese Szene gab den Hinweis für die Textpassage „for a golden girl knows when he’s kissed her / its the kiss of death from Mr. Goldfinger”. Anthony Newley sang eine textlich unfertige Demoaufnahme in der von John Barry dirigierten Aufnahmesession am 14. Mai 1964. Diese Version blieb bis 1992 unveröffentlicht, als eine Jubiläumsausgabe verschiedener James-Bond-Songs veröffentlicht wurde. Da die Melodie der Filmmusik von Moon River ähnelte, maskierte Barry seine Komposition mit einem aus drei Noten bestehenden Bläserriff.[3] John Barry schlug als Sängerin Shirley Bassey vor, die er mit einem 23-köpfigen Orchester noch im Dezember 1963 auf einer Tournee begleitet hatte.

Shirley Bassey sang seit 1959 bei dem EMI-Sublabel Columbia und wurde dort von Norman Newell produziert. Sie konnte bei Columbia bereits fünf Top10-Platzierungen und einen Nummer-eins-Hit vorweisen, bevor sie den Beatles-Musikproduzenten George Martin kontaktierte. Nach einigen Terminschwierigkeiten mit dem stark beschäftigten Martin[4] erschien Shirley Bassey zum anberaumten Aufnahmetermin 20. August 1964 in den Cine-Tele Sound (CTS)-Tonstudios mit einem kirchenschiff-ähnlich ausgebauten Raum.[5] Toningenieur Eric Tomlinson musste etwa 15 Takes aufnehmen,[6] bevor Barry mit dem mitternächtlichen Ergebnis zufrieden war. Bassey wurde begleitet von dem Orchester unter Leitung von Sid Margo. Gitarrensoli stammten von Vic Flick, das Saxophonsolo von Johnny Scott. Insgesamt entstand eine bläserdominierte Aufnahme mit einer stimmgewaltigen Präsentation von Bassey.

Shirley Bassey - Goldfinger

Filmproduzent Harry Saltzman lehnte das Lied ab, weil es nicht für das jugendliche Kinopublikum geeignet sei; doch akzeptierte er es letztlich, weil keine Zeit mehr für seine Neuproduktion vorhanden war.[7]

Veröffentlichung und Erfolg[Bearbeiten]

Denn der Film feierte seine Premiere bereits am 17. September 1964 im Londoner Odeon Leicester Square. Nach Veröffentlichung der Single Goldfinger / Strange How Love Can Be (Columbia DB 7360) am 18. September 1964 gelangte sie in Großbritannien lediglich bis auf Rang 21 der britischen Charts. In den USA hingegen entwickelten sich die Single und die Soundtrack-LP zu Millionensellern. Die Goldene Schallplatte für mehr als eine Million verkaufter Singles wurde ihr im Mai 1965 verliehen.[8] Die Single kletterte in den USA bis auf Rang 8, das Album verharrte in den USA auf Rang 1 für 3 Wochen. In Europa war das Lied in zahlreichen Top10-Charts vertreten, so etwa im April 1965 mit Rang 8 in Deutschland. In Japan erreichte Goldfinger Platz eins der Single-Charts. Der Film - in dem das Lied sowohl im Vorspann als auch im Abspann vorkommt - spielte weltweit 124,9 Millionen US $ in die Kassen.

Coverversionen[Bearbeiten]

Insgesamt gibt es mindestens 45 Coverversionen von der Titelmelodie zu Goldfinger. Komponist John Barry brachte als erster eine Instrumentalversion mit seinem Gitarristen Vic Flick heraus (Oktober 1964), es folgten Billy Strange mit einer ähnlich orchestrierten Instrumentalaufnahme (aufgenommen am 5. Oktober 1964), Santo & Johnny (November 1964) oder Sounds Incorporated (November 1966). Die Wise Guys (LP Haarige Zeiten; 1996), Chaka Khan (Oktober 2004) oder Leningrad Cowboys (LP Zombies Paradise; Juni 2006) brachten Vokalversionen heraus.

Das Titellied zum James-Bond-Film Lizenz zum Töten (Licence to Kill), das 1989 von Gladys Knight interpretiert wurde, enthielt wesentliche Elemente von Goldfinger, woraufhin die Autorenangaben von Licence to Kill entsprechend angepasst wurden. Bei der 85. Oscarverleihung im Februar 2013 wurde der Song zum 50-jährigen James-Bond-Jubiläum von Shirley Bassey auf der Bühne im Dolby Theatre aufgeführt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philip C. DiMare, Movies in American History, 2011, S. 209
  2. John Williams, Miss Shirley Bassey, 2010, S. 268
  3. Sound On Sound vom Januar 2014, Shirley Bassey: Goldfinger
  4. George Martin/Jeremy Hornsby, All You Need Is Ears, 1979, S. 169
  5. Craig Rosen, The Billboard Book of Number One Albums, 1996, S. 75
  6. John Burlingame, The Music of James Bond, 2012, S. 39 ff.
  7. Eddi Fiegel, John Barry: A Sixties Theme: From James Bond to Midnight Cowboy, 2012, o. S.
  8. Joseph Murrells, Million Selling Records, 1985, S. 187