Golm (Potsdam)

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52.40805555555612.96388888888936Koordinaten: 52° 24′ 29″ N, 12° 57′ 50″ O

Golm
Landeshauptstadt Potsdam
Wappen von Golm
Höhe: 36 m
Einwohner: 2474 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 14476
Vorwahl: 0331
Golm (Brandenburg)
Golm

Lage von Golm in Brandenburg

Gut Schloss Golm

Gut Schloss Golm

Golm (von Kulm, auch in westslawisch chelm „Hügel“, vergleiche polnisch Chełm) ist ein westlich gelegener Ortsteil von Potsdam. Er beherbergt unter anderem einen Komplex der Universität Potsdam, mehrere Institute der Max-Planck- und der Fraunhofer-Gesellschaft sowie in der Havelland-Kaserne, die sich bis in die Gemarkung Eiche erstreckt, das Landeskommando Brandenburg der Bundeswehr. Der Ortsname bezieht sich entweder auf den 68 m ü. NN hohen Reiherberg am Dorfkern oder auf den 57 m über NN hohen Ehrenpfortenberg im Osten des Ortsteils.

Geografie[Bearbeiten]

Der Ortsteil grenzt im Norden an die Potsdamer Ortsteile Grube und Bornim, im Osten an den Potsdamer Ortsteil Eiche, im Süden an Wildpark-West, das zum Ortsteil Geltow der Gemeinde Schwielowsee gehört, und im Westen an den Großen Zernsee.

Im Südosten Golms liegt der Wohnplatz Kuhfort am Wildpark Potsdam. Westlich davon findet sich die Niederung des Golmer Luchs.

Geschichte[Bearbeiten]

Auf slawische Siedler des 9. bis 11. Jahrhunderts geht der Ortsname zurück, der soviel wie Hügel bedeutet. Im 11. bis 12. Jahrhundert wanderten dann deutsche Siedler zu. Die älteste urkundliche Erwähnung Golms stammt aus dem Jahr 1289. Im Jahr 1685 ließen sich in Golm und Umgebung Schweizer Landwirte nieder und beeinflussten die Entwicklung nachhaltig.[1]

Am Ostrand der Gemarkung wurden in den 1930er Jahren für die „Luftnachrichtenabteilung Oberbefehlshaber der Luftwaffe“ mehrere Gebäude errichtet. In der Feldmeisterschule war zudem der „Reichsmusikzug“ Herms Niels stationiert.

Zu DDR-Zeiten zog in den südöstlichen Teil (zum Kuhforter Damm hin) die Nationale Volksarmee ein – dort befindet sich heute die Bundeswehr –, in den nordwestlichen Teil (zum heutigen Bahnhof hin) die Hochschule des Ministeriums für Staatssicherheit – heute Teil der Universität Potsdam.

Im östlichen Teil von Golm gab es auch Bohrungen nach Erdgas, welche einige hundert Meter in die Erde reichten.

Von 1948 bis 1993 befand sich in der Nähe der Rundfunksender Golm für Mittelwelle. Die Sendeleistung betrug 20 kW. Dafür wurde 1948 aus dem Material der Türme der Funkstelle Rehmate ein 100 Meter hoher Holzturm gebaut, der an vier Auslegern die Sendeantennen trug (Vertikalreuse). Später wurde dieser Turm durch zwei 51 Meter hohe Stahlmasten (selbststrahlend, Marconiantenne mit kapazitiver Dachlast und Verlängerungsspule, eine Betriebsantenne, eine Ersatzantenne) ersetzt. Am 25. Oktober 1979 wurde der Holzturm, der seit dem 27. Oktober 1953, dem Tag der Sprengung des Holzturms in Wiederau, das höchste Bauwerk aus Holz in der DDR gewesen sein dürfte, wegen Baufälligkeit gesprengt.

Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten]

Campus der Max-Planck-Institute im Wissenschaftspark Golm

Golm war eine Gemeinde des Kreises Osthavelland. Am 1. August 1935 wurde der Ort in den Stadtkreis Potsdam umgegliedert. Am 25. Juli 1952 wurde er aus Potsdam ausgegliedert. Er bildete mit dem Nachbarort Eiche zusammen die neue Gemeinde Eiche-Golm im Kreis Potsdam-Land. Am 1. Januar 1962 trennte sich Golm von Eiche und wurde wieder selbständig. Schließlich wurde Golm am 26. Oktober 2003 nach Protesten nach Potsdam eingemeindet.[2] Die Mehrheit der Einwohner und der Gemeinderat befürworteten den Anschluss an Werder (Havel).

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet und zeigt einen Reiher auf grünem Grund, ein redendes Element für den Reiherberg.

Bauwerke[Bearbeiten]

Kaiser-Friedrich-Kirche

Unterhalb des Reiherberges liegen die alte Dorfkirche aus dem 13. Jahrhundert und die neue Golmer Kirche, eingeweiht am 24. Juli 1886. Sie wurde nach ihrem Förderer, dem 99-Tage-Kaiser Friedrich III. benannt, der noch als Kronprinz Friedrich Wilhelm den Bau der Kirche gemeinsam mit seiner Gattin Victoria gefördert hat. Gleich neben dieser neugotischen Kirche befindet sich die „Storchenbank“, von der man Störche auf einem gegenüber der Straße gelegenen Horst beobachten kann.

Am Großen Zernsee befindet sich das Gut Schloss Golm, wo sich bereits vor 70 Jahren UFA-Stars von den Dreharbeiten erholten. Erbaut wurde es zwischen 1912 und 1914 im Auftrag von Niuta von dem Bottlenberg.[3]

Zudem wurde 2013 ein REWE markt in der Nähe vom Bahnhof gebaut und dient als tägliche Einkaufsmöglichkeit für die Einwohner von Golm.

Eisenbahn[Bearbeiten]

Ehemaliges Bahnhofsgebäude von Golm

Die 1902 eröffnete Umgehungsbahn führte durch Golm und war zunächst eine eingleisige Nebenbahn. Beim Bau des Berliner Außenringes in den 1950er Jahren wurde die Strecke ausgebaut. Der Bahnhof Golm hat Regionalbahnanschluss auf den Linien von Potsdam nach Wustermark und Hennigsdorf. Seit 2011 werden zusätzlich die Züge zwischen Potsdam und Flughafen Schönefeld über Golm geführt. Die Züge fahren teilweise im Berufsverkehr weiter nach Berlin Friedrichstraße.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Siegfried Seidel: Portrait. Eine Märkische Gemeinde mit über 700 Jahren Tradition und Zukunft. Abgerufen am 3. April 2013.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  3. Macht es wie Niuta! Die Musikerinnen Cora und Swetlana von dem Bottlenberg knüpfen auf Schloss Golm an eine alte Erfolgsgeschichte an. Potsdamer Zeitungsverlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 5. Juli 2005, abgerufen am 3. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Golm (Potsdam) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien