Landkreis Osthavelland

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Das Kreisgebiet 1905

Der Landkreis Osthavelland war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen und der SBZ bzw. DDR zwischen 1816 und 1952.

Der Landkreis Osthavelland umfasste am 1. Januar 1945:

Die beiden Landgemeinden Falkensee und Hennigsdorf waren mit über 10.000 Einwohnern die größten Orte im Landkreis. Falkensee erhielt erst 1961 das Stadtrecht, Hennigsdorf ein Jahr später im Jahre 1962.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress bestand 1818 der Kreis Osthavelland im Regierungsbezirk Potsdam in der Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“. Das Landratsamt war in Nauen.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Zum 1. April 1887 wurde die Stadtgemeinde Spandau zum Stadtkreis erhoben und schied damit aus dem Kreis Osthavelland aus.

Zwischen 1896 und 1899 wurde der Truppenübungsplatz Döberitz angelegt, dadurch verlor der Landkreis knapp 130 km² an den Militärfiskus. Aus dem Kreis Osthavelland gelangten 1910 drei Gutsbezirke an die Stadt Spandau.

Mit dem „Groß-Berlin“-Gesetz vom 27. April 1920 wurden aus dem Kreis Osthavelland in die neue Stadtgemeinde Berlin eingegliedert:

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Osthavelland entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der nahezu alle bisher selbstständigen Gutsbezirke aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

1935 traten die Gemeinden Bornim, Bornstedt, Eiche, Geltow (teilweise) und Nedlitz aus dem Kreis Osthavelland zum Stadtkreis Potsdam über. 1939 wurden weitere sieben Landgemeinden an die Stadt Potsdam angegliedert.

Zum 1. Oktober 1938 wurde die Gemeinde Herzberg (Mark) (teilweise) aus dem Landkreis Ruppin in den Landkreis Osthavelland eingegliedert. Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Osthavelland entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Die Landkreis Osthavelland gliederte sich in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Die bisherigen Stadtgemeinden Fehrbellin, Ketzin, Kremmen, Nauen und Velten führten ab 1. Januar 1934 die Bezeichnung Stadt.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Deutsche Demokratische Republik[Bearbeiten]

Mit Inkrafttreten des Gesetzes über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 28. April 1950 erhielt der Landkreis Osthavelland eine Gemeinde vom Landkreis Westhavelland und vier Gemeinden vom Landkreis Zauch-Belzig.

Mit dem Gesetz über Änderung von Grenzen der Länder vom 28. Juni 1950 gelangten fünf Gemeinden vom Kreis Genthin (Jerichow II) an den Kreis Osthavelland.

Durch die Verwaltungsreform 1952 wurden aus den bisherigen Kreisen Ost- und Westhavelland die Kreise Nauen und Rathenow geschaffen. Ein Teil des Kreises Osthavelland ging an den Kreis Oranienburg.

Bundesrepublik Deutschland[Bearbeiten]

1993 wurden die Kreise Nauen und Rathenow zum Landkreis Havelland mit der Kreisstadt Rathenow und den beiden Verwaltungssitzen Rathenow und Nauen zusammengelegt.

Landräte[Bearbeiten]

  • 1816–1826: von Plessen
  • 1826–1842: August von Hobe
  • 1842–9999: von der Reck (vertretungsweise)
  • 1842–9999: von Risselmann (vertretungsweise)
  • 1842–1848: Otto Graf von Königsmarck (1815–1889)
  • 1848–9999: von Bredow (vertretungsweise)
  • 1848–1857: Wolfart
  • 1857–1873: Hoffmann
  • 1873–1887: Wilhelm von Königsmarck
  • 1887–1901: Alexander Steinmeister
  • 1901–1907: Robert von Wilms
  • 1907–1919: Adolf von Hahnke (1873–1936)
  • 1919–1921: Georg Reichard
  • 1921–1926: Willy Giese
  • 1926–1932: Wilhelm Siering (1875–1945)
  • 1932–1945: Günther Freiherr von Rheinbaben

Literatur[Bearbeiten]

Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg, Hermann Cramer, Halle 1872–1889, Band 4, Reprint, (Faksimile), ISBN 978-3-88372-003-6, Potsdam 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Landkreis Osthavelland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien