Gutau

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Gutau
Wappen von Gutau
Gutau (Österreich)
Gutau
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Fläche: 45,28 km²
Koordinaten: 48° 25′ N, 14° 36′ O48.41666666666714.6589Koordinaten: 48° 25′ 0″ N, 14° 36′ 0″ O
Höhe: 589 m ü. A.
Einwohner: 2.698 (1. Jän. 2014)
Postleitzahl: 4293
Vorwahl: 07946
Gemeindekennziffer: 4 06 03
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Oswalder Straße 2
4293 Gutau
Website: www.gutau.at
Politik
Bürgermeister: Josef Lindner (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
12 SPÖ, 11 ÖVP, 2 FPÖ
Lage der Marktgemeinde Gutau im Bezirk Freistadt
Bad Zell Freistadt Grünbach Gutau Hagenberg im Mühlkreis Hirschbach im Mühlkreis Kaltenberg Kefermarkt Königswiesen Lasberg Leopoldschlag Liebenau Neumarkt im Mühlkreis Pierbach Pregarten Rainbach im Mühlkreis Sandl St. Leonhard bei Freistadt St. Oswald bei Freistadt Schönau im Mühlkreis Tragwein Unterweißenbach Unterweitersdorf Waldburg Wartberg ob der Aist Weitersfelden Windhaag bei Freistadt OberösterreichLage der Gemeinde Gutau im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ortsplatz von Gutau
Ortsplatz von Gutau
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Gutau ist eine Marktgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 2698 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Freistadt.

Geografie[Bearbeiten]

Gutau liegt auf um die 590 m Höhe im Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 12,6 km und von West nach Ost 7,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 45,44 km². 39,6 % der Fläche sind bewaldet und 55,4 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 17 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Erdmannsdorf (268)
  • Fürling (115)
  • Gaisruckdorf (23)
  • Gutau (1040)
  • Guttenbrunn (51)
  • Hundsdorf (120)
  • Lehen (335)
  • March (50)
  • Marreith (140)
  • Neustadt (93)
  • Nußbaum (60)
  • Reichenstein (12)
  • Schallhof (46)
  • Schnabling (26)
  • Schöferhof (114)
  • Stampfendorf (29)
  • Tannbach (146)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Erdmannsdorf, Gutau und Hundsdorf.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Lasberg St. Oswald St. Leonhard
Kefermarkt Nachbargemeinden Schönau
Pregarten Tragwein Bad Zell

Geschichte[Bearbeiten]

Gutau wurde im Jahre 1122 erstmals urkundlich in der Weihenotiz der Kirche genannt. Der Ort entwickelte sich aus einer kleinen Siedlung, wie aus der Häuseransammlung zu erkennen ist. Somit wurde der Ort bereits vor der ersten Erwähnung besiedelt, vermutlich um die 100 Jahre vorher. Der Name Gutau bedeutet aus dem Mittelhochdeutschen „Gutes Land“, womit auf eine günstige und ergiebige Landwirtschaft geschlossen werden kann. Im 15. Jahrhundert besaß der Gutauer Pfarrer Stephan Lamp bis 1424 das Amt eines Inquisitors. Um 1733 wird von einem großen Marktbrand berichtet, der auch die Kirche in Mitleidenschaft zog.

Seit 1490 wird Gutau dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 lag Gutau in der sowjetischen Besatzungszone. Seit 1955 erfolgt ein Aus- und Neubau der Infrastruktur.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1869 2.112 1951 2.137
1880 2.164 1961 2.292
1890 2.052 1971 2.360
1900 2.123 1981 2.379
1910 2.131 1991 2.548
1923 2.151 2001 2.650
1934 2.141 2008 2.660
1939 2.027 2013 2.721

Entwicklung und Struktur[Bearbeiten]

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 2112 Menschen. Bis 1951 wuchs die Bevölkerungszahl nur gering. Seit 1951 ist ein stärkeres Wachstum zu verzeichnen. In 1991 hatte die Gemeinde 2548 Einwohner, bei der Volkszählung 2001 bereits 2650. Das entspricht einem Zuwachs von 4 %. Am 1. Jänner 2008 verzeichnete die Gemeinde 2660 Einwohner, den höchsten Bevölkerungsstand ihrer Geschichte.[2]

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 16,6 %; 20,8 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 50,3 %.[3]

Von den 2100 Bewohnern Gutaus, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 4,1 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 7,2 % hatten eine Matura absolviert, 46,1 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 42,5 % aller Gutauer hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[4]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten]

Der deutsche Dialekt, der im Raum Gutau sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 98,1 % der Gutauer gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 0,1 % sprachen hauptsächlich türkisch, 0,5 % bosnisch, der Rest sprach andere Sprachen.

Der Anteil der Gutauer mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 1,5 % weit unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 0,5 % der Gutauer Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft aus Bosnien-Herzegowina, 0,6 % eine aus Deutschland und 0,4 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 3 % der Gutauer in einem anderen Land als in Österreich geboren.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

11
12
2
11 12 
Von 25 Sitzen entfallen auf:

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre statt, zeitgleich mit der Landtagswahl. Von 1945 bis 1997 erreichte die ÖVP immer die absolute Mehrheit. Zweitstärkste Partei wurde jeweils die SPÖ, die FPÖ immer die drittstärkste Partei. 2003 wurde die ÖVP mit 48,6 % zwar die stimmenstärkste Partei, verlor aber die absolute Mehrheit. Der Bürgermeister wird von der SPÖ gestellt.[5] 2009 löste die SPÖ mit 48,8 % die ÖVP als stärkste Partei ab.

Bürgermeister der Gemeinde ist Josef Lindner von der SPÖ. Der Gemeinderat besteht aus 25 Mitgliedern.

Die Gemeinderatswahl 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 89,1 % ergab folgendes Ergebnis:

Partei /
politische
Gruppierung
Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im
Gemeinderat
Verän-
derung
ÖVP 42,0 % −6,6 % 11 –1
SPÖ 48,8 % +2,4 % 12 ±0
FPÖ 09,1 % +4,1 % 2 +1

Die nächste Gemeinderatswahl wird 2015 abgehalten.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen at gutau.png

Blasonierung:
„In Rot eine silberne, aufgerichtete Hirschkuh (Hindin), durchbohrt von einem schwarzen, schräglinks nach oben gerichteten Pfeil.“
Die Gemeindefarben sind: Rot-Weiß.
Das Gemeindewappen ist beschrieben:
Abgeleitet wurde es vom Heiligen St. Ägidius, der als Einsiedler im Wald lebte und von einer Hirschkuh mit Milch versorgt wurde. Diese wurde aber von einem Adeligen mit einem Bogen verletzt und der heilige St. Ägidius kümmerte sich dann um sie.

Die Verleihung des Gemeindewappens ist nicht bekannt. Der älteste Abdruck des Siegels mit der Umschrift S . MARCKHT . ZV . GVETTAW findet sich auf einem Erlaßschein aus dem Jahr 1598. Die Gemeindefarben werden ohne formelle Genehmigung geführt.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen und Bildung[Bearbeiten]

Gutau verfügt über zwei Kindergärten und zwei Volksschulen. Die Neue Mittelschule ergänzt zusammen mit der Volkshochschule und dem Katholischen Bildungswerk die Bildungseinrichtungen von Gutau. Es gibt auch eine Landesmusikschule – diese ist die Zweigstelle von der Landesmusikschule Pregarten. Für die Nachmittagsbetreuung der Schüler gibt es einen Hort. Zusätzlich besteht eine Mediathek.

Weiters gibt es eine Vertragsärztin und einen Zahnarzt in der Gemeinde.

Im Gemeindegebiet existieren die Freiwillige Feuerwehr Gutau, die Freiwillige Feuerwehr Erdmannsdorf und die Freiwillige Feuerwehr Selker-Neustadt, die für den Brandschutz und die allgemeine Hilfe sorgen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Gutau

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche Hl. Aegidius mit Kreuzrippengewölbe
  • Schloss Tannbach: Ein Schloss in Privatbesitz mit ansehnlichem Gutsbetrieb und Wirtschaftshof
  • Burgruine Prandegg: in der Nähe von Gutau, hier laden herrliche Wanderwege zum Wandern ein, u. a. führt ein Wanderweg zum Mönchstein, ein Hügel, der die Form eines betenden Mönchs hat, und zum Klettern hervorragend geeignet ist.
  • Vogelkundeweg: Wanderweg mit einem Schauraum über die heimische Vogelwelt, weiters sind am Rande des Wanderweges Schaukästen aufgestellt, welche verschiedenste heimische Vögel zeigen. Die Exponate geben per Knopfdruck ihren speziellen Vogelgesang zum Besten.

Museum[Bearbeiten]

  • Färbermuseum: Gutau beherbergt eines der letzten Färbermuseen in Österreich. Dieses zeigt, wie früher Gewänder eingefärbt und welche Pflanzen zur Farbgebung verwendet wurden. Außerdem wird erläutert, wie nach einer populären, in der Sprachwissenschaft allerdings nicht geteilten Vorstellung aus einer vermuteten Untätigkeit der Blaufärber während des Trocknungsvorgangs der umgangssprachliche Ausdruck „blau machen“ ("seiner Arbeit nicht nachgehen, der Arbeit oder Schule ohne triftigen Grund fernbleiben") entstanden sein soll.[7]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Färbermarkt: Jeden ersten Sonntag im Mai findet in Gutau der Färbermarkt statt, der regelmäßig von mehreren tausend Besuchern besucht wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gutau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  •  Benedikt Pillwein (Hrsg.): Geschichte, Geographie und Statistik des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns und des Herzogthums Salzburg. Mit einem Register, welches zugleich das topographische und genealogische Lexikon ist und der Kreiskarte versehen. Geographisch-historisch-statistisches Detail nach Distrikts-Kommissariaten. 1. Auflage. Erster Theil: Der Mühlkreis, Joh. Christ. Quandt, Linz 1827, Abschnitt 24) Distrikts-Kommissariat Haus, Pfarre Gutau, S. 360 f (Google eBook). 2. Aufl. 1843 (Google eBook).
  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. a b Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf; 35 kB)
  3. a b Volkszählung 2001: Demografische Daten (download als pdf; 10 kB)
  4. Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung (download als pdf; 10 kB)
  5. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Gutau (abgerufen am 29. Oktober 2008)
  6. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Gutau, land-oberoesterreich.gv.at, abgerufen am 29. Oktober 2008
  7. OÖ Museumsverband: Färbermuseum (abgerufen am 29. Oktober 2008)