Waldburg (Oberösterreich)

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Waldburg
Wappen von Waldburg
Waldburg (Oberösterreich) (Österreich)
Waldburg (Oberösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Freistadt
Kfz-Kennzeichen: FR
Fläche: 26,53 km²
Koordinaten: 48° 30′ N, 14° 26′ O48.50833333333314.438888888889685Koordinaten: 48° 30′ 30″ N, 14° 26′ 20″ O
Höhe: 685 m ü. A.
Einwohner: 1.365 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 51 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4240
Vorwahl: 07942
Gemeindekennziffer: 4 06 23
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Waldburg 38
4240 Waldburg
Website: www.waldburg.at
Politik
Bürgermeister: Michael Hirtl (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
13 ÖVP, 5 SPÖ, 1 FPÖ
Lage der Gemeinde Waldburg im Bezirk Freistadt
Bad Zell Freistadt Grünbach Gutau Hagenberg im Mühlkreis Hirschbach im Mühlkreis Kaltenberg Kefermarkt Königswiesen Lasberg Leopoldschlag Liebenau Neumarkt im Mühlkreis Pierbach Pregarten Rainbach im Mühlkreis Sandl St. Leonhard bei Freistadt St. Oswald bei Freistadt Schönau im Mühlkreis Tragwein Unterweißenbach Unterweitersdorf Waldburg Wartberg ob der Aist Weitersfelden Windhaag bei Freistadt OberösterreichLage der Gemeinde Waldburg (Oberösterreich) im Bezirk Freistadt (anklickbare Karte)
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Ortsansicht
Ortsansicht
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Waldburg ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Bezirk Freistadt im Mühlviertel mit 1365 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Freistadt.

Geografie[Bearbeiten]

Waldburg liegt auf um die 685 m ü. A. Höhe im Mühlviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 8,6 km, von West nach Ost 7 km. Die Gesamtfläche beträgt 26,6 km². 6,7 % der Fläche sind bewaldet, 18,4 % der Fläche landwirtschaftlich genutzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende 11 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Freudenthal (90)
  • Harruck (53)
  • Lahrndorf (107)
  • Marreith (226)
  • Mitterreith (55)
  • Oberschwandt (68)
  • Prechtleinschlag (22)
  • St. Peter (155)
  • Schöndorf (162)
  • Unterschwandt (73)
  • Waldburg (360)

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Schwandt und Waldburg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Reichenthal Rainbach
Schenkenfelden Nachbargemeinden Freistadt
Hirschbach Neumarkt

Geschichte[Bearbeiten]

Um 1200 wurde in Waldburg ein Maierhof errichtet, um 1220 die Pfarrkirche gebaut. In diese Zeit fiel auch die Erwähnung eines Rittergeschlechts dominus hezelo de Waldpurch. 1251 folgte die Gründung der Kirche im Ortsteil St. Peter. Ab 1397 gehörte Waldburg zum Patronat Starhemberg und die Pfarrkirche wurde umgebaut. Um 1474 belagerten böhmische Horden das Schloss Waldenfels in Waldburger Besitz. 1476 folgte die Zugehörigkeit zur Freistädter Pfarre, zwischen 1517 und 1523 wurden die drei Flügelaltäre gebaut. Seit 1490 wurde der Ort dem Fürstentum Österreich ob der Enns zugerechnet.

Der Oberösterreichische Bauernkrieg wirkte sich auch in Waldburg aus. 1754 begann der Schulunterricht im Ort, wofür 1787 das erste Schulhaus gebaut wurde. 1784 wurde Waldburg der Pfarre Reichenthal angegliedert und verlor seine Selbstständigkeit. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Die Pferdeeisenbahn Linz Budweis (1832) und die Summerauer Bahn (1873) führten über heutiges Waldburger Gemeindegebiet. 1875 folgte der Zusammenschluss der Gemeinden Waldburg und Schwandt, 1879 wurde die erste Blasmusikkapelle gegründet. 1890 vergrößerte sich das Gemeindegebiet erneut, als Harruck von der Gemeinde Hirschbach abgetreten wurde. Das zu kleine Schulgebäude wurde 1900/02 durch die neue Volksschule ersetzt. 1904 kam es zu der Gründung der Freiwilligen Feuerwehren Waldburg und St. Peter, 1912 folgte die Freiwillige Feuerwehr Schwandt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in Waldburg ein Notgeld der Gemeinde eingeführt, 1924 der Gendarmerieposten Waldburg aufgelöst. Zwei Großbrände 1927 zerstörten Teile von Waldburg. 1934 wurde die Wassergenossenschaft Waldburg gegründet und die Wasserleitung von Harruck nach Waldburg gebaut.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 lag Waldburg in der sowjetischen Besatzungszone. Im Dezember 1947 wurde der elektrische Strom nach Waldburg eingeleitet. 1951 folgte der Bau der Sternwald-Bundesstraße (heute: B38) am nördlichen Rand des Gemeindegebietes. Ein Jahr später erfolgte der Bau des neuen Amtshauses und 1955 der Bau des Pfarrsaals.

1962 wurde die Wasserversorgung erweitert, 1968 wurden die Sportunion Waldburg und der Verschönerungsvereins gegründet. Auch die Kirche wurde in diesem Jahr renoviert. 1971 verlieh das Land Oberösterreich das Gemeindewappen. 1979 erfolgte die Eröffnung der Raiffeisenbank und der Bau des Musikheims. 1985 sanierte die Gemeinde das Schulhaus und baute den Kindergarten neu. 1986 schafften die Faustballer der Sportunion den Aufstieg in die höchste österreichische Spielklasse. 1989 fand das Bezirksmusikfest in Waldburg statt. 1994 zog die Freiwillige Feuerwehr in ein neues Feuerwehrhaus ein; die Wasserleitung Jaunitztal wurde gebaut. 2002 feierte Waldburg das 800-jährige Bestehen des Ortes.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[2]
Jahr Einwohner   Jahr Einwohner
1869 1.134   1951 1.195
1880 1.162   1961 1.227
1890 1.131   1971 1.227
1900 1.152   1981 1.250
1910 1.165   1991 1.328
1923 1.237   2001 1.357
1934 1.228   2008 1.346
1939 1.122

Entwicklung und Struktur[Bearbeiten]

Im Jahr 1869 wohnten im Gemeindegebiet 1134 Personen. Bis 2001 stieg die Einwohnerzahl auf 1357 an, der bisher höchste Stand. Im Jahr 1991 hatte die Gemeinde 1328 Einwohner, bei der Volkszählung 2001 bereits 1357, was einem Verlust von 2,2 % entspricht. Am 1. Jänner 2008 verzeichnete die Gemeinde 1346 Einwohner.[2]

Bei der Volkszählung 2001 betrug der Anteil der Einwohner, die 60 Jahre und älter waren, 19,6 %; 20,3 % waren unter 15 Jahre alt. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung lag bei 49,4 %.[3]

Von den 1081 Bewohnern Waldburgs, die 2001 über 15 Jahre alt waren, hatten 3,3 % eine Universität, Fachhochschule oder Akademie abgeschlossen. Weitere 7,6 % hatten eine Matura absolviert, 44 % hatten einen Lehrabschluss oder eine berufsbildende mittlere Schule besucht und 45,1 % aller Waldburger hatten die Pflichtschule als höchsten Abschluss.[4]

Herkunft und Sprache[Bearbeiten]

Der deutsche Dialekt, der im Raum Waldburg sowie in Oberösterreich allgemein gesprochen wird, ist das Mittelbairische. 98,6 % der Waldburger gaben 2001 Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 0,3 % sprachen hauptsächlich türkisch, 0,2 % tschechisch, der Rest sprach andere Sprachen.

Der Anteil der Waldburger mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 0,8 % weit unter dem Durchschnitt Oberösterreichs. Dabei hatten 0,1 % der Waldburger Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft aus Deutschland und 0,7 % entfielen auf sonstige Staatsbürger. Insgesamt waren 2001 etwa 2,4 % der Waldburger in einem anderen Land als in Österreich geboren.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

13
5
1
13 
Von 19 Sitzen entfallen auf:

Die Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen finden alle sechs Jahre, zeitgleich mit der Landtagswahl statt. Ab dem Jahr 1945 erreichte die ÖVP immer die absolute Mehrheit. Zweitstärkste Partei wurde jeweils die SPÖ. Die FPÖ kandidierte nur 1991 und 1997 und wieder 2009, ansonsten spielen keine weiteren Parteien eine Rolle in der Gemeindepolitik. 2003 wurde die ÖVP mit 66,5 % stimmenstärkste Partei.[5] Bei der Wahl 2009 konnte die ÖVP mit 62,5 % trotz Verlusten ihre absolute Mehrheit behaupten. Die FPÖ trat zu dieser Wahl wieder an und erreichte mit 9 % ein Mandat im Gemeinderat.[6]

Bürgermeister der Gemeinde ist Michael Hirtl von der ÖVP. Der Gemeinderat besteht aus 19 Mitgliedern.
Die Gemeinderatswahl 2009 mit einer Wahlbeteiligung von 86,4 % ergab folgendes Ergebnis:

Partei /
politische
Gruppierung
Stimmen-
anteil
Verän-
derung
Sitze im
Gemeinderat
Verän-
derung
ÖVP 62,5 % −4,1 % 13 ±0
SPÖ 28,5 % −5,0 % 5 −1
FPÖ 9,0 % +9,0 % 1 +1

Die nächste Gemeinderatswahl wird turnusmäßig 2015 abgehalten.

Partnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1979 besteht eine Beziehung zur gleichnamigen Gemeinde Waldburg in Baden-Württemberg, als anlässlich des 100-jährigen Gründungsjubiläums der hiesigen Trachtenmusikkapelle eine Abordnung aus Waldburg in Württemberg, bestehend aus Gemeindevertretern, geladen wurde. 1994 wurde die Partnerschaft amtlich besiegelt.

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Waldburg

Das Gemeindewappen zeigt:

Eine goldene, durchgehende Brücke mit zwei grünen, bogenförmigen Durchlässen, in Silber vier grüne, stammlose, am oberen Schildrand anstoßende Waldbäume.

Die Gemeindefarben sind Grün-Gelb-Grün.

Die Brücke zeigt das 1830/32 erbaute Viadukt der Pferdeeisenbahn Linz-Budweis im Gemeindegebiet. Dieses Viadukt ist bis heute fast unverändert erhalten geblieben und ist ein imposantes, technikgeschichtliches, denkmalgeschütztes Bauwerk über den Kronbach. Die Waldbäume beziehen sich auf den Ortsnamen.

Die Verleihung des Gemeindewappens und der Gemeindefarben erfolgte am 16. August 1971.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Böhmerwald Straße (B38) führt nördlich des Hauptorts durch das Gemeindegebiet.

Auf dem Gemeindegebiet im Nordosten liegt der kleine Flugplatz Freistadt. Dieser verfügt über eine Graspiste mit einer Länge von 595 Metern und hat die IACO-Kennung LOLF.[8]

Öffentliche Einrichtungen und Bildung[Bearbeiten]

Im Ort stehen ein Kindergarten und eine Volksschule zur Verfügung. Zusätzlich besteht eine Bücherei.

Im Gemeindegebiet existieren drei Freiwillige Feuerwehren, in: Waldburg, St. Peter und Schwandt-Freudenthal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Waldburg (Oberösterreich)

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Pfarrkirche Waldburg: von 1517 mit drei spätgotischen Flügelaltären
  • Pferdeeisenbahnviadukt bei der Bodenmühle (siehe Gemeindewappen)
  • Kirche und Kapelle in St. Peter: Erstmals urkundlich erwähnt um 1241, nach den Hussitenkriegen im spätgotischen Stil wieder aufgebaut.

Museen[Bearbeiten]

  • Museum Mini-Agrimundus: Miniaturen aus dem bäuerlichen Alltag

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Die Feste Waldburger Advent und Waldburger Musiksommer finden regelmäßig statt.

Im Herbst (Ende November) findet seit 1986 das Herbstkonzert der Trachtenmusikkapelle Waldburg statt. Das Konzert steht unter dem Motto: Blasmusik im neuen Sound.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Theodor Berger: Politiker
  • P. Alois Handlbauer SM (1912–1978) aus Freudenthal 13: Provinzial der Marianisten, Gymnasialdirektor in Wien

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. a b Statistik Austria: Einwohnerzahl und Komponenten der Bevölkerungsentwicklung (download als pdf; 35 kB)
  3. a b Volkszählung 2001: Demografische Daten , statistik.at (pdf; 10 kB)
  4. Volkszählung 2001: Wohnbevölkerung, statistik.at (pdf; 10 kB)
  5. Gemeinderatswahlen Prozentanteile: Gemeindewahl Waldburg (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  6. http://wahl.land-oberoesterreich.gv.at/whlp/WHLPErgebnisEingelangtNEU.jsp?BezirksListe=6&GemeindeListe=40623&cmdAktualisieren=&bezirkAlt=6&wahlKreisAlt=&wahlNameKurz=G09&gemeindeNummerLink=
  7. Land Oberösterreich, Landesgeschichte: Wappen der Gemeinde Waldburg (abgerufen am 28. Oktober 2008)
  8. : Flugplatz Freistadt, riscompany.at, abgerufen am 11. Mai 2008
  9. Trachtenmusikkapelle Waldburg