Hänsel und Gretel: Hexenjäger

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Filmdaten
Deutscher Titel Hänsel und Gretel: Hexenjäger
Originaltitel Hansel & Gretel: Witch Hunters
Produktionsland Vereinigte Staaten
Deutschland[1][2]
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2013
Länge 98 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[3]
Stab
Regie Tommy Wirkola
Drehbuch Tommy Wirkola,
Dante Harper
Produktion Will Ferrell,
Adam McKay,
Kevin Messick,
Beau Flynn
Musik Atli Örvarsson
Kamera Michael Bonvillain
Schnitt Jim Page
Besetzung

Hänsel und Gretel: Hexenjäger (Originaltitel Hansel & Gretel: Witch Hunters) ist ein amerikanisch-deutscher Fantasyfilm mit Horror- und Action-Elementen des Regisseurs Tommy Wirkola aus dem Jahr 2013. Der Film mit Jeremy Renner und Gemma Arterton in den Hauptrollen wurde von Paramount Pictures in 3D produziert.

Handlung[Bearbeiten]

Nachdem Hänsel und Gretel wie im Märchen von den Eltern im Wald ausgesetzt wurden und eine Hexe töteten, arbeiten sie in den folgenden 15 Jahren als Kopfgeldjäger und töten Hexen.

In Augsburg halten sie den Amtsrichter davon ab, eine Frau namens Mina, die der Hexerei beschuldigt wird, hinzurichten. Vom Bürgermeister der Stadt wurden sie angeheuert, eine Reihe verschwundener Kinder zu finden. Der Amtsrichter beauftragt einige Männer mit derselben Aufgabe, allerdings werden diese in der Nacht von der Oberhexe Muriel getötet. Nur einen lässt sie überleben und schickt ihn zurück in die Stadt, wo er zur Warnung explodiert.

Hänsel und Gretel gelingt es, eine Hexe gefangen zu nehmen und zu verhören. Dabei erfahren sie, dass die Hexen ein Ritual planen, wofür sie jeweils sechs Jungen und Mädchen benötigen, die in verschiedenen Monaten geboren sind. Da nur noch ein im Monat April geborenes Mädchen fehlt, begibt sich Hänsel zu ihr, kann ihre Entführung aber nicht verhindern. Er hält sich am Besen der fliehenden Hexe fest, wird aber im Wald abgeschüttelt. In der Zwischenzeit wird auch Gretel von einer Hexe angegriffen, bewusstlos geschlagen und von einem Jungen namens Ben in Sicherheit gebracht. Hänsel wird am nächsten Morgen von Mina kopfüber in einem Baum hängend gefunden.

Gretel begibt sich in den Wald, um nach ihm zu suchen, wird jedoch vom Amtsrichter und seinen Männern angegriffen, die sie und ihren Bruder für die Geschehnisse verantwortlich machen. Ein Troll namens Edward, welcher der Handlanger von Muriel ist und sich zu Gretel hingezogen fühlt, greift ein und tötet Gretels Angreifer. In einer Hütte im Wald treffen die Geschwister wieder aufeinander und stellen fest, dass die Hütte nicht nur das Versteck einer Hexe ist, sondern auch ihrer beider Geburtshaus. Da trifft Muriel ein und erzählt, dass ihre Mutter eine weiße, also gute Hexe war, und dass das Herz einer solchen weißen Hexe die letzte Zutat für das Ritual ist, mit dem die schwarzen Hexen sich immun gegen Feuer machen wollen. Da die Mutter jedoch zu mächtig war, wollten die Hexen Gretels Herz, weshalb der Vater die beiden Kinder im Wald verstecken sollte. Muriel sorgte dann dafür, dass ihre Mutter verbrannt und der Vater vom Mob aufgehängt wurde. Als sie dies erfahren, attackieren Hänsel und Gretel die schwarze Hexe, unterliegen jedoch. Hänsel wird schwer verwundet und Gretel entführt.

Hänsel erwacht am nächsten Morgen und merkt, dass Mina ihn geheilt hat. Es stellt sich heraus, dass auch sie eine weiße Hexe ist. Zusammen mit Ben machen sie sich auf den Weg zur Versammlung der Hexen. Mit der Hilfe von Edward gelingt es ihnen, Gretel und die entführten Kinder zu befreien. Muriel versucht zu flüchten, wird jedoch von Ben vom Besen geschossen. Hänsel, Mina und Ben verfolgen sie zu dem Hexenhaus, in dem Hänsel und Gretel als Kind gelandet waren. Im Kampf wird Mina von Muriel getötet, bevor diese von Hänsel und Gretel mit einer Schaufel enthauptet wird. Am Ende holen die beiden die Belohnung für die Rettung der Kinder ab und ziehen gemeinsam mit Ben und Edward weiter, um anderswo ihre Dienste als Hexenjäger anzubieten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Während der Film in Russland am 17. Januar 2013 seine Premiere feierte, erfolgte der Kinostart im deutschsprachigen Raum am 28. Februar 2013.

Der Film wurde in Deutschland gedreht und nachbearbeitet. Drehorte waren dabei hauptsächlich die für die 3D-Aufnahmen aufwendig hergestellten Innen- und Außenkulissen im Filmstudio Babelsberg in der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam[4][5], sowie der Burgplatz in Braunschweig. Das Produktionsbudget betrug umgerechnet ca. 60 Millionen US-Dollar.[6] Weltweit spielte der Film 225 Millionen US-Dollar ein.[7]

In Augsburg, in dessen Umgebung die Handlung des Films hauptsächlich stattfindet, wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg im Zuge der Hexenverfolgung 17 angebliche Hexen, darunter zwei Kinder, ermordet.[8][9]

Im Jahr 2013 wurden bundesweit 1.344.688 Besucher an den deutschen Kinokassen gezählt, womit der Film den 22. Platz der meistbesuchten Filme des Jahres belegte.[10]

Kritiken[Bearbeiten]

Während der Film im deutschsprachigen Raum durchschnittliche bis hin zu guten Kritiken erhielt, fiel er bei Kritikern in den Vereinigten Staaten durch. Von 125 ausgewerteten Kritikern bei der Metaseite Rotten Tomatoes erhielt der Film lediglich 14 % positive Bewertungen.[11] In der Internet Movie Database konnte er 6,1 von 10 Punkten erzielen.

„Ein tempo- und actionreicher Fantasy-Horrorfilm mit hohem Blutzoll und viel schwarzem Humor.“

Lexikon des Internationalen Films

„Hänsel und Gretel, deren traumatische Kindheitsgeschichte als Prolog einfallsreich, rasant und erstaunlich farbenfroh (als wäre der Lebkuchen des Knusperhäuschens mit LSD getränkt) inszeniert wurde, sind zu berühmten Hexenjägern in schwarzem Leder und mit coolen Waffen herangewachsen. […] Mit diesen beachtlichen Leistungen der Maskenbildner und Spezialisten für Spezialeffekte bietet der Film genügend Abwechslung, um für einige Zeit zu kaschieren, dass in ihm kaum etwas interessantes über seine Titelhelden erzählt wird.“

Wilfried Hippen – Die Tageszeitung[12]

„Nichts in Hänsel & Gretel: Hexenjäger ergibt irgend einen Sinn. Ein inkohärenter Film, dessen Regisseur sich wohl dachte: Im Zweifelsfall schlagen wir einfach irgend jemandem den Kopf ab.“

Lou Lumenick – New York Post[13]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hänsel und Gretel: Hexenjäger im Lexikon des Internationalen Films. Abgerufen am 7. Februar 2013
  2. Hänsel und Gretel: Hexenjäger – Details in der IMDb. Abgerufen am 7. Februar 2013
  3. Freigabe der FSK (PDF; 35 kB), abgerufen am 23. Februar 2013
  4. Hänsel und Gretel gehen auf Hexenjagd in Potsdamer Neueste Nachrichten vom 15. März 2011
  5. Kaum haben die Hexenjäger Hänsel und Gretel Babelsberg verlassen… in Märkische Allgemeine vom 9. Juni 2011
  6. 'Hansel & Gretel' will bewitch box office this weekend in Los Angeles Times vom 24. Januar 2013
  7. Hänsel und Gretel: Hexenjäger, boxofficemojo.com. Abgerufen am 3. Juli 2013.
  8. Lyndal Roper: Hexenwahn. Geschichte einer Verfolgung; München: C.H. Beck, 2007, Seite 37; ISBN 978-3-406-54047-9
  9. Kurt Rau: Augsburger Kinderhexenprozesse 1625-1730; Wien: Böhlau Verlag, 2006, Seite 422; ISBN 978-3-205-77412-9
  10. KINOaktuell: Was ihr wolltet: Münsters Kinojahr 2013, C. Lou Lloyd, Filminfo Nr. 4, 23. – 29. Januar 2014, S. 24f
  11. Hänsel und Gretel: Hexenjäger, rottentomatoes.com. Abgerufen am 3. Juli 2013.
  12. Was wurde aus den Märchenkindern? in Die Tageszeitung vom 28. Februar 2013
  13. Hansel and Gretel: Witch Hunters is grim in New York Post vom 25. Januar 2013