HMS Terror (1813)

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Hecla-Klasse
HMS Erebus und HMS Terror 1845
HMS Erebus und HMS Terror 1845
Übersicht
Typ Bombarde
Bauwerft

Davy-Werft, Topsham

Stapellauf 1813
1. Dienstzeit Flagge
Verbleib Am 22. April 1848 in der Viktoria-Straße evakuiert
Technische Daten
Länge

31 m

Breite

8,2 m

Tiefgang

3,8 m

Besatzung

67

Antrieb

Segel, 20-PS-Dampfmaschine

Bewaffnung

1 13-Zoll-Mörser, 1 10-Zoll-Mörser

Die HMS Terror war eine von Henry Peake entworfene und von der Royal Navy in der Davy-Werft in Topsham gebaute Bombarde. Das Schiff von entweder 326 oder 340 Tonnen trug zwei Mörser, die ein Kaliber von 13 bzw. 10 Zoll hatten.

Das Schiff wurde im Jahre 1848 von seiner Mannschaft im Kanadisch-Arktischen Archipel aufgegeben. Die vermutete Untergangsstelle des Schiffes und des anderen Schiffes der Franklin-Expedition, der HMS Erebus, wurde bereits 1992 von Kanada zu einem Ort von nationaler Bedeutung, zu einer National Historic Site of Canada, erklärt.[1]

Kriegsdienst[Bearbeiten]

Die Terror wurde im Britisch-Amerikanischen Krieg eingesetzt. Unter dem Kommando von John Sheridan nahm sie am Bombardement von Stonington vom 9. bis 12. August 1814 und dem von Fort McHenry in der Schlacht von Baltimore vom 13. bis 14. September 1814 teil; der zweite Angriff inspirierte Francis Scott Key, The Star-Spangled Banner zu schreiben. Im Januar 1815 war die Terror an der Attacke auf St. Marys beteiligt.

Nach Kriegsende wurde die Terror außer Dienst gestellt. 1828 wurde sie für den Dienst im Mittelmeer wieder in Dienst gestellt. Am 18. Februar 1828 lief sie an einer Leeküste bei Lissabon auf Grund; auf eine Sanierung folgte die erneute Außerdienststellung.

Einsatz in der Arktis[Bearbeiten]

Bombarden waren stabil gebaut, um dem enormen Rückstoß der Mörser standzuhalten. Dieser Umstand qualifizierte diese Schiffe für Dienst in den Polarregionen. 1836 ging das Kommando über die Terror an George Back, der eine Expedition in den nördlichen Teil der Hudson Bay unternehmen und die Repulse Bay erreichen sollte, von wo aus Landungsgruppen bestimmen sollten, ob Boothia eine Insel oder eine Halbinsel war. Die Terror konnte die Repulse Bay jedoch nicht erreichen und überstand den Winter vor der Southampton-Insel nur knapp, nachdem sie durch das Eis einmal über 13 Meter weit an einer Klippe hochgehoben worden war. Im Frühling 1837 wurde das Schiff durch einen Eisberg weiter beschädigt, bis Back es an der Küste Irlands bei Lough Swilly stranden lassen konnte.[2]

Ross-Expedition zur Antarktis[Bearbeiten]

Boote von HMS Erebus und HMS Terror 1840 unter Captain James Clark Ross in der Antarktis

Die Terror wurde repariert und zu einer Antarktisreise abkommandiert, die sie gemeinsam mit der HMS Erebus unter dem Oberkommando James Clark Ross' unternahm. Francis Crozier war der Kommandant der Terror während dieser Fahrt, die zwischen 1840 und 1843 drei Saisons umfasste. Dabei drangen die Terror und die Erebus dreimal in antarktische Gewässer vor und erreichten dabei zweimal das Rossmeer und einmal die Weddell-See. Der Vulkan Mount Terror auf der Ross-Insel wurde nach dem Schiff benannt.[2]

Franklin-Expedition[Bearbeiten]

Hauptartikel: Franklin-Expedition

Die Erebus und die Terror wurden beide mit 20-PS-Dampfmaschinen und Eisenplatten am Rumpf ausgerüstet, um für die Reise in die Arktis unter John Franklins Oberkommando gerüstet zu sein – die Terror fuhr wieder unter Francis Crozier. Die Expedition sollte magnetologische Daten in der kanadischen Arktis sammeln und die erste vollständige Durchquerung der Nordwestpassage vollbringen, die sowohl schon von Osten als auch von Westen kartiert, jedoch nie ganz durchfahren worden war.

HMS Terror in der Arktis

Die Expedition brach am 19. Mai 1845 in Greenhithe auf; die Schiffe wurden zuletzt im August 1845 gesehen, als sie in die Baffin Bay einfuhren. Das Verschwinden der Expedition löste massive Suchaktivitäten in der Arktis aus, und das Schicksal der Männer wurde von einer Reihe von Expeditionen zwischen 1848 und 1866 aufgedeckt. Beide Schiffe waren im Eis eingefroren und von ihren Mannschaften verlassen worden, die in der Folge nach und nach an Hunger und Erschöpfung starben, während sie versuchten, über Land nach Fort Resolution zu gelangen, ein Außenposten der Hudson’s Bay Company, 970 Kilometer im Südwesten. Weitere Expeditionen bis in die späten 1980er und Autopsien einiger Männer zeigten auch, dass die Konserven der Männer durch Blei und Botulinumtoxin verdorben gewesen sein könnten. Mündliche Berichte von lokalen Inuit, dass einige Mannschaftsmitglieder Zuflucht im Kannibalismus gesucht hätten, wurden zumindest teilweise von Schnitten in Ende des 20. Jahrhunderts auf der King-William-Insel gefundenen Skelettüberresten bewiesen.

Am 15. August 2008 kündigte Parks Canada, eine Behörde der kanadischen Regierung, an, eine sechswöchige Suche für 75.000 kanadische Dollar zu unternehmen. Der Eisbrecher CCGS Sir Wilfrid Laurier sollte versuchen, die zwei Schiffe zu finden.[3] Anfang September 2014 wurden die Überreste von der Erebus entdeckt, doch das Wrack der Terror ist noch immer unentdeckt.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martyn Beardsly: Deadly Winter. The Life of Sir John Franklin. Naval Institute Press, Annapolis MD 2002, ISBN 1-55750-179-3.
  • Owen Beattie, John Geiger: Frozen in Time. The Fate of the Franklin Expedition. Revised and enlarged edition. Greystone Books, Douglas & McIntyre Publishing Group, Berkeley CA 2004, ISBN 1-55365-060-3.
  • Pierre Berton: The Arctic Grail. The Quest for the North West Passage and the North Pole, 1818–1909. Viking, New York NY 1988, ISBN 0-670-82491-7.
  • Scott Cookman: Ice Blink. The Tragic Fate of Sir John Franklin's Lost Polar Expedition. Wiley, New York NY 2000, ISBN 0-471-37790-2.
  • Elizabeth McGregor: The Ice Child. Dutton, New York NY 2001, ISBN 0-525-94567-9.
  • Dan Simmons: The Terror. Bantam, London 2007, ISBN 978-0-593-05762-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HMS Terror (ship, 1813) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erebus and Terror National Historic Site of Canada. In: Canadian Register of Historic Places. Abgerufen am 10. September 2014 (englisch).
  2. a b Lincoln P. Paine: Ships of Discovery and Exploration. Houghton Mifflin, Boston MA u. a. 2000, ISBN 0-395-98415-7, S. 139–140.
  3. http://www.canada.com/windsorstar/news/story.html?id=147541d1-0d04-445c-963a-f9c498b32883
  4. Jahrhunderträtsel: Wrack legendärer Franklin-Expedition entdeckt. Spiegel Online, 9. September 2014, abgerufen am 10. September 2014.