Hallenstadion

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Hallenstadion
Venus Williams vs Ana Ivanovic @ Zurich Open 2008, Hallenstadion.jpg
Daten
Ort Zürich, Schweiz
Koordinaten 684002 / 25177047.4113898.551667Koordinaten: 47° 24′ 41″ N, 8° 33′ 6″ O; CH1903: 684002 / 251770
Eigentümer AG Hallenstadion Zürich
Eröffnung 4. November 1939
Kosten 147 Millionen Franken (Sanierung 2006)
Architekt Architekturbüro Karl Egender
Kapazität 13.000
Verein(e)

ZSC Lions (seit 1950)

Das Hallenstadion in Zürich Oerlikon ist eine der grössten Mehrzweckhallen Europas und eine von zwei grossen Stadionbauten in Zürich. Es ist seit 1950 auch das Heimstadion der ZSC Lions.

Ausserhalb der Schweiz ist das Hallenstadion als Austragungsort diverser Sport-Grossanlässe (Eishockey-WM, Sechstagerennen) bekannt, vor allem aber für die darin stattfindenden Konzerte bekannter Musiker und Bands.

Geschichte[Bearbeiten]

Den Anstoss für den Bau des Hallenstadion gab in den 1930ern schlechtes Wetter. Nachdem wiederholt Veranstaltungen auf der Offenen Radrennbahn Oerlikon ausfallen mussten, prüfte man die Möglichkeit einer Überdachung und einen allfälligen Neubau. Für letzteren liess man bei der damals noch unabhängigen Gemeinde Oerlikon eine Parzelle zwischen der offenen Rennbahn respektive der Wallisellenstrasse und dem Bahndamm der sogenannten NOB-Stammstrecke Oerlikon–Winterthur freihalten.

Im Rahmen der zweiten Eingemeindung von 1934 wurde Oerlikon Teil von Zürich und das Projekt Hallenstadion erhielt durch die Platznot in den alten Stadtteilen zusätzlichen Auftrieb. Ein erster Schritt in Richtung Realisierung wurde am 20. September 1935 gemacht und am 9. März 1937 wurde die Genossenschaft Hallenstadion gegründet, welche bereits am 17. Juli in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Die Aktiengesellschaft Hallenstadion Zürich stellte die Finanzierung des Baus sicher und setzte sich das Ziel, das Hallenstadion publikumswirksam während der in Zürich stattfindenden Landesausstellung 1939 zu eröffnen.

Mit dem Bau des Hallenstadions, dessen Planung durch das Architekturbüro Karl Egender und den Ingenieur Robert Naef geschah, wurde am 2. Mai 1938 begonnen. Trotz aller Anstrengungen gelang es nicht mehr den Bau während der Landi '39 fertigzustellen und die für den 18. Juli 1939 angesetzte Eröffnung wurde verschoben. Die grosse Eröffnung am 4. November 1939 fand schliesslich ausserhalb der Schweiz, angesichts des Ausbruchs des Zweiten Weltkriegs, kaum Beachtung. Sie war zu dieser Zeit die grösste Sporthalle Europas.[1]

Herzstück des Baus bildete die ovale 250 Meter lange Rennbahn, die der ursprüngliche Grund für den Bau der Halle war. Erst bei einem kleineren Umbau wurde das Kunsteisfeld in der Arena innerhalb der Rennbahn als zweites Herzstück der Anlage angelegt und am 18. November 1950 als erste Hallen-Eisbahn der Schweiz eingeweiht. Damit wurde das Hallenstadion die neue Heimstätte des Zürcher Schlittschuh-Clubs (ZSC), der vom Dolder im Stadtteil Hottingen, nach Oerlikon zog.

Durch den tragfähigen zweiten Hallenboden, der sich flexibel auf die leicht versenkte Eisfläche in der Arena aufbringen lässt, konnte das Hallenstadion auch nach Einbau der Eisfläche als Mehrzweckhalle weiterverwendet werden. Die Anzahl der Veranstaltungen nahm in den folgenden Jahren rasch zu. Im Jahre 1954 wurde das erste Sechstagerennen in Zürich auf der Hallen-Rennbahn durchgeführt. Das erste Konzert fand 1955 im Hallenstadion statt. Diese heute wichtigste Nebenfunktion eröffnete Louis Armstrong.

Das Hallenstadion beherbergte neben regelmässigen Radrennen, Reitturnieren, Eishockey-Spielen und Konzerten auch Eishockey-Weltmeisterschaften 1953 und 1998, die Handball-Weltmeisterschaften 1986, Boxkämpfe, Motocross-Rennen (ab 1982), Opern (Aida), Varieté-Shows, Musikantenstadl Tournee, Musicals, Art on Ice, verschiedene Bühnenprogramme, seit 1992 die Energy, Ausstellungen und Messen wie die Züspa, Konferenzen, Kongresse und Generalversammlungen Schweizer Grosskonzerne. Ausserdem werden grosse Eurovisionssendungen im Hallenstadion ausgetragen wie zum Beispiel das Internationale Finale des Grand Prix der Volksmusik.

Umbau[Bearbeiten]

Hallenstadion mit Vorbau 2011 (rechts die Messe Zürich, im Hintergrund das Hochhaus Hagenholzstrasse)

Nach über sechzig Jahren intensiver Nutzung wurde das inzwischen denkmalgeschützte Hallenstadion zwischen Juli 2004 und August 2005 für 147 Mio. CHF umfassend renoviert. Während das Gebäude äusserlich weitgehend unverändert geblieben ist, ist im Inneren ein komplett neues Stadion entstanden.

Die augenfälligste Änderung ist die Aufgabe der Rennbahn. Dennoch wurde vom 28. Dezember 2006 bis 2. Januar 2007 zum ersten Mal wieder ein Sechstagerennen im Hallenstadion durchgeführt. Die Bahn wurde temporär eingebaut und ist nur noch 200 Meter lang (also 50 Meter kürzer als zuvor). Der neue Schwerpunkt liegt nun aber beim Eissport und den unzähligen Mantelnutzungen. Zentrales Element ist der neue Vorbau, das Conference Center, anstelle des offenen Platzes vor dem alten Eingangsbereich. Das neue Konferenzzentrum bietet erstmals einen rollstuhlgängigen Zugang zum Stadion. Die Publikumsströme wurden endgültig aus den alten Katakomben verbannt und als Novum wurden private Logen für die Sponsoren erstellt. Neben der Renovierung der Mannschaftsgarderoben wurden schliesslich auch die improvisierten Einzelgarderoben für die Künstler fest eingerichtet. Neu sind auch gepolsterte Klappsitze und die Möglichkeit, die Halle zu kühlen.

Den Abschluss der Umbauarbeiten markierte die öffentliche Präsentation der Halle im Rahmen eines Festes am 31. Juli 2005. Dazu gehörten Führungen durch die gesamte Anlage und ein Showprogramm auf der neuen Eisfläche, unter anderem mit einem Showtraining des ZSC. Der reguläre Betrieb der Halle wurde am 5. August mit einer Tagung des Dalai Lama aufgenommen. Das Hallenstadion hat seit dem Umbau eine Kapazität von 13 000 Zuschauern.

Konzerte[Bearbeiten]

  • 1984, 16. April, Queen "Good Evening Zürich"[2]
  • 2001, 27. Juni, Roxy Music[3]
  • 2013, 3. März, Unheilig "Lichter der Stadt II - Letzter Halt"[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hallenstadion – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Österreichische Gesellschaft für Architektur (ÖGFA): Anhebung des Standards
  2. Queen Konzert 16. April 1984, Bootleg Archive
  3. Roxy Music Konzert 27. Juni 2001 in Presseportal.ch
  4. Unheilig Konzert 3. März 2013 in Hallenstadion.ch