Hottingen (Stadt Zürich)

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Wappen von Hottingen
Wappen von Zürich
Hottingen
Quartier von Zürich
Karte von Hottingen
Koordinaten 684730 / 24697047.368128.5604444Koordinaten: 47° 22′ 5″ N, 8° 33′ 37″ O; CH1903: 684730 / 246970
Höhe 444 m
Fläche 5,05 km²
Einwohner 10'478 (31. Mrz. 2012)
Bevölkerungsdichte 2075 Einwohner/km²
BFS-Nr. 261-072
Postleitzahl 8032
Stadtkreis Kreis 7 seit 1893/1913

Hottingen ist ein Quartier der Stadt Zürich. Die ehemals selbständige Gemeinde Hottingen wurde 1893 eingemeindet und bildet heute zusammen mit Fluntern, Hirslanden und Witikon den Kreis 7.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung

In Rot ein gestieltes, vierblättriges grünes Kleeblatt

Geschichte[Bearbeiten]

Gemeinde Hottingen innterhalb des Bezirks Zürich vor der Fusion 1893
Hottingen gesehen vom Uetliberg

Erstmals urkundlich wird Hottingen im Jahr 946 als Hottinga erwähnt. Ende des Mittelalters bestand die Siedlung aus gut zwei Dutzend Haushalten. Später bildeten sich um den heutigen Kreuzplatz und um den heutigen Hottingerplatz zwei Siedlungskerne. Die Hänge des Adlisbergs waren fast vollständig durch Reben genutzt. Im 18. Jahrhundert wohnten neben Bauern auch Kleinhandwerker und Heimarbeiter der Textilindustrie.

Mit der Entwicklung der nahen Stadt Zürich setzte im 19. Jahrhundert eine grosse Bautätigkeit ein. 1902–1905 wurde die evangelisch-reformierte Kreuzkirche im Stil des Klassizismus und Jugendstils gebaut, als Pendant zur gegenüberliegenden Kirche Enge. 1906–1908 folgte die römisch-katholische Kirche St. Anton, die als neuromanische Kirche mit Jugendstilelementen erbaut wurde und der erste öffentliche Auftrag des späteren ETH-Professors Karl Moser in Zürich war.

Religion[Bearbeiten]

In Hottingen gibt es derzeit acht christliche Gemeinden und Gruppen, die sich in sieben Gotteshäuser verteilen:

Beim Kreuzplatz steht das Gebäude der Ersten Kirche Christi Wissenschafter (Kirche erbaut 1937–1938 von den Architekten Hans Hofmann und Adolf Kellermüller).

Zwischen Klusplatz und Fluntern an der Bergstrasse befindet sich Zürichs Hare-Krishna-Tempel.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

In Hottingen sind sechs öffentliche Schulen angesiedelt. Das Quartier gehört zum städtischen Schulkreis Zürichberg, im Quartier selber liegen die Primarschulen «Bungertwies» – organisiert als Tagesschule – und Ilgen. Das Bungertwies umfasst eine eigene Schulschwimmanlage, in der Schule untergebracht sind die Stufe Kindergarten, die Unterstufe (1.–3. Klasse) und die Mittelstufe (4.–6. Klasse). Das Ilgen beherbergt im Ilgen A die Stufe Kindergarten und die Unterstufe, im Ilgen B die Mittelstufe.

Die Oberstufe (7.–9. Schuljahr) wird in den Nachbarquartieren besucht, der Schulkreis Zürichberg umfasst die drei Oberstufenschulhäuser Hirschengraben, Hirslanden-Hofacker und Riesbach-Münchhalde, sowie die Kunst- und Sportschule Neumünster.

Von den auf kantonaler Ebene organisierten Gymnasien sind in Hottingen die Kantonsschule Rämibühl und die Kantonsschule Hottingen angesiedelt. Die KS Hottingen ist ein Gymnasium mit wirtschaftlich-rechtlichem Profil sowie eine Informatikmittelschule.

Lesezirkel Hottingen[Bearbeiten]

Der Lesezirkel Hottingen wurde am 4. November 1882 durch die Hottinger Turnvereinskollegen Wilfired Treichler und Hans Bodmer im Wirtshaus zur Sonnegg gegründet. Er wollte «belehrende Unterhaltung», «Kenntnis der Tagesliteratur» und «Studium des politischen, sozialen, wissenschaftlichen und künstlerischen Lebens der Gegenwart» für «weite Kreise der Bevölkerung unentgeltlich zugänglich» machen. Ab 1886 begannen die legendären Abende für Literatur und Kunst. Unter anderen lasen Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke, Gerhart Hauptmann, Hermann Hesse, Rudolf Alexander Schröder, Karl Kraus und Thomas Mann.

Während rund 50 Jahren war der als Verein organisierte Lesezirkel Hottingen ein prägendes Element im Kulturleben der Stadt Zürich. Anfangs des Zweiten Weltkriegs wurde er wegen finanzieller Schwierigkeiten liquidiert.[1]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Carl Abegg (1860–1943), Textilfabrikant; am 20. Oktober 1860 in Hottingen geboren
  • Bertha von Petersenn (1862–1910), Reformpädagogin; am 4. Oktober 1862 in Hottingen geboren
  • Fritz Baltzer (1884–1974), Zoologe, Entwicklungsphysiologe und Genetiker; am 12. März 1884 in Hottingen geboren
  • William Wolfensberger (1889–1918), Dichterpfarrer, am 17. Juni 1889 in Hottingen geboren
  • Franz Tank (1890–1981), Physiker, am 6. März 1890 in Hottingen geboren

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schauspielhaus

Das Schauspielhaus am Heimplatz (Pfauen) ist das wichtigste Theater der Stadt.

Kreuzkirche

Die 1902 bis 1905 erbaute evangelische Kreuzkirche mit ihrer imposanten Kuppel ist eine interessante Kombination verschiedener Baustile vom Klassizismus bis zum Jugendstil. Das unverwechselbare Kreuz als Umriss liegt mitten im Wohn- und Schulquartier Hottingens. Die evangelisch-reformierte Gemeinde, die der Kreuzkirche angehört, erstreckt sich vom Kunsthaus hinauf zum Grand Hotel Dolder bis zum Waldrand. Der Gemeinde gehören über 3000 Mitglieder an. Pfarrer sind Herbert Kohler und Heidrun Suter.

Kulturama

Das Kulturama an der Englischviertelstrasse ist ein Museum zur Evolutions- und Kulturgeschichte. Es zeigt Exponate der Paläontologie, um die Evolutionsbiologie von Mensch und Tier zu dokumentieren, widmet sich aber ebenso den frühen Hochkulturen.

Coninx-Museum

Das Coninx-Museum an der Heuelstrasse beherbergt die Sammlung des Malers und Kunstsammlers Werner Coninx (1911–1980).

The Dolder Grand

The Dolder Grand gehört zu den exklusivsten Hotels der Stadt Zürich und ist seit der umfassenden Renovation durch den Architekten Norman Foster auch architektonisch ein interessanter Gebäudekomplex, der historische und moderne Hotelarchitektur in sich vereint.

Bircher-Benner-Klinik

Das ehemalige Sanatorium des Birchermüesli-Erfinders Maximilian Oskar Bircher-Benner gehört heute der Zurich Financial Services und dient anderen Zwecken. Die Gebäude an der Kelten- bzw. Köllikerstrasse sind aber noch erhalten.

FIFA-Hauptsitz

Sowohl der alte als auch der neue Hauptsitz der FIFA befinden sich in Hottingen: zuerst auf dem Sonnenberg, jetzt in der Nähe des Zoos.

Verkehr[Bearbeiten]

Zeltweg 1779; Zeichnung von Johann Balthasar Bullinger

Hottingen wird vom Stadtzentrum her durch die Tramlinien 3, 8 und 15 der Verkehrsbetriebe Zürich erschlossen, ferner durch die Trolleybuslinie 31. Die höher gelegenen Gebiete des Quartiers sind mit der Tangential-Autobuslinie 33 sowie mit der Dolderbahn erreichbar. Der Kreuzplatz am südlichen Quartierrand ist zudem durch die Tramlinien 11 sowie durch die Forchbahn (S18) an den Öffentlichen Verkehr angebunden.

Hauptverkehrsachsen sind die Hottingerstrasse (welche beim Schauspielhaus beginnt und beim Römerhofplatz in die Asylstrasse übergeht) sowie die Bergstrasse (welche den Klusplatz mit der Kirche Fluntern verbindet). Eine weitere wichtige Verkehrsachse – die aber bereits die Quartiergrenze zu Riesbach bildet – ist die Kreuzbühl-/Forchstrasse (Verbindung vom Bahnhof Stadelhofen zum Hegibachplatz).

Literatur[Bearbeiten]

  • Sebastian Brändli u. a.: Hottingen. Von der ländlichen Streusiedlung zum urbanen Stadtquartier. Hg. vom Quartierverein Hottingen. Zürich 2000, ISBN 3905647117.
  • Martin Illi: Hottingen im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Präsidialdepartement der Stadt Zürich, Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Hottingen. Zürich 2011 (Online (PDF; 9.2 MB)).
  • Marius Winzeler und Günther Hauff: Die Kreuzkirche in Zürich-Hottingen. Schweizerische Kunstführer GSK, Band 547. Bern 1994, ISBN 3-85782-547-2.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hottingen (Stadt Zürich) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Conrad Ulrich. Der Lesezirkel Hottingen. Zürich: NZZ Libro, 1981. ISBN 978-3-03823-391-6; A.C. Der Lesezirkel Hottingen. (PDF; 949 kB) Neue Zürcher Zeitung, 23. Dezember 1981, S. 29.