Musikantenstadl

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Seriendaten
Originaltitel Musikantenstadl
Produktionsland Österreich
Deutschland
Schweiz
Südtirol
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 1981
Produktions-
unternehmen
Österreichischer Rundfunk
Bayerischer Rundfunk
Schweizer Radio und Fernsehen
Länge 140 Minuten
Episoden 210
Ausstrahlungs-
turnus
seit 2010 fünf Mal jährlich
Genre Musiksendung
Titellied Wolfgang Lindner junior & Die jungen Stadlmusikanten: Stadlzeit[1]
Regie Kurt Pongratz [2]
Moderation
Erstausstrahlung 5. März 1981 auf FS1
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
5. März 1981 auf FS1

Der Musikantenstadl ist eine live ausgestrahlte Unterhaltungssendung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen mit volkstümlicher Musik, Blasmusik, populärer Klassik, deutschen Schlagern und internationaler Unterhaltungsmusik. Die Sendung ist eine Koproduktion im Rahmen der Eurovision und tourt durch Österreich, Deutschland, die Schweiz und Südtirol. Produzent ist der ORF in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk und dem Schweizer Fernsehen.

Konzeption[Bearbeiten]

Der Name der Sendung leitet sich von Stadl her, dem bayrisch-österreichischen Wort für „Scheune“. Die als 120-minütige Unterhaltungssendung konzipierte Musikshow beruht auf zwei Komponenten: leicht eingängige Musik und Smalltalk.

Bei ihrem Start war eine Besonderheit der Sendung, dass die Produktion der Sendung nicht auf einen festen Standort beschränkt wurde. Die Sendung wird überwiegend in verschiedenen Städten Österreichs, Deutschlands und der Schweiz produziert. Gelegentlich werden Sendungen auch aus Südtirol, zum Teil auch außerhalb Europas aufgezeichnet. Innerhalb des deutschen Sprachraums besucht man dabei nicht nur die großen, sondern auch kleine Städte. Voraussetzung für einen Besuch ist allerdings, dass eine geeignete Stadt- oder Sporthalle zur Verfügung steht. Diese Vorgangsweise, die in kleinerem geographischen Rahmen bereits seit den 1960er Jahren für die Sendung Zum Blauen Bock angewandt wurde, wurde später auch für andere Unterhaltungssendungen, z.B. Wetten, dass..? übernommen.

Den Eindruck einer Scheune erzeugen Tische mit Sitzbänken, auf denen die Gäste sitzen, und drumherum angeordnete, etwa zwei Meter hohe Kulissen, welche Scheunenwände mit zum Trocknen aufgehängten Maiskolben darstellen. In der Sendung spielte lange Jahre die Wolfgang-Lindner-Band, die sämtliche eingeladenen Künstler begleitete. Neben der Musik nehmen Wortbeiträge einen nahezu ebenso großen Raum ein. Dazu gehörten humoristische Einlagen durch „Hias“, bei denen auch Karl Moik mitwirkte, und Gespräche mit den Gästen, wobei stets der Bürgermeister und die bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt zu Wort kamen. Mit der Übernahme des Stadls durch Andy Borg 2006 wurde dieses Konzept leicht adaptiert, aber nicht wesentlich verändert.

Weitere Eigenarten stellte der Fernsehwastl - ein Stoffhund - und der Beginn einer jeden Sendung dar, in dem Moik in einem Einspielfilm die betreffende Stadt kurz vorstellte. Zu Beginn der Sendung erklang lange Jahre das Trompetenecho von Slavko Avsenik und seine Original Oberkrainer. Den Fernsehwastl bekamen die Gäste nach ihrer Darbietung zum Dank und als Erinnerung überreicht.

Erich Mathias Mayer, alias „Hias“, trat von 1981 bis 1991 im Musikantenstadl auf und verließ danach die Show. Zum 20-jährigen Bestehen der Sendereihe und in Karl Moiks letzter Sendung am 31. Dezember 2005 in Klagenfurt war er jedoch als Gast vertreten. Seit 2006 sorgen Martin Rassau und Volker Heißmann als „Waltraud & Mariechen“ für lustige Einlagen.

Sendetermin[Bearbeiten]

Die erste Sendung am 5. März 1981 war noch allein vom ORF produziert und kam aus der oberösterreichischen Stadt Enns. Seit dem 16. April 1983 wird der Musikantenstadl auch in Deutschland bundesweit ausgestrahlt. 1986 erhielt er den Sendeplatz um 20:15 Uhr am Samstagabend. Die 50. Folge wurde am 4. Februar 1989, die 100. Folge am 15. Februar 1997 gesendet. Das zehnjährige Bestehen am 4. April 1991 sowie das 20. Jubiläum am 10. März 2001 wurden jeweils in der Wiener Stadthalle gefeiert. Da die letzte von Karl Moik moderierte Sendung am 31. Dezember 2005 lief, gab es im Jahr 2006 keine Gala zum 25-jährigen Bestehen des „Stadls“ – so die Kurzbezeichnung der Show.

Präsentation[Bearbeiten]

Moderation[Bearbeiten]

Moderator der Sendung war ab dem Sendestart Karl Moik. Ihm zur Seite standen mit Sketchen und Wortspielen der als Bauernbursche auftretende Sänger Hias und ein Maskottchen, der Dackel Wastl.

Andy Borg, Musikantenstadl-Tournee 2010

Moiks Vertrag lief Ende Dezember 2005 aus, als Moik 67 Jahre alt war, und wurde von ORF und ARD nicht verlängert. Die Moderation der Ausgabe zum 25. Sendungsjubiläum im März 2006, die Moik angetragen worden war, lehnte er ab. Als Nachfolger moderiert seither Andy Borg den Musikantenstadl. Nach dessen Premiere in der 145. Folge am 23. September 2006 aus Wiener Neustadt sahen die darauffolgende Sendung aus Graz über 7,5 Millionen Fernsehzuschauer in der Schweiz, Österreich und in Deutschland.

Orchester[Bearbeiten]

Wolfgang Lindner jr, Musikantenstadl-Tournee 2010.

Ab 1984 war die Wolfgang-Lindner-Band als Begleit-Orchester unter dem Namen „Wolfgang Lindner und seine Original Stadlmusikanten“ fixer Bestandteil des Musikantenstadls mit Karl Moik. Als 2005 Wolfgang Lindner aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeit beenden musste, übergab er die Leitung an seinen Sohn Wolfgang Lindner jr., der noch die letzten Fernsehsendungen mit Karl Moik begleitete.

Mit dem Moderationswechsel 2006 wechselte auch die Band, nicht aber der musikalische Leiter. Seither begleiten „Wolfgang Lindner jr. und Die Jungen Stadlmusikanten“ die auftretenden Künstler durch die Sendungen und Tournee-Konzerte.

Sonderausgaben[Bearbeiten]

Übertragungen aus dem Ausland[Bearbeiten]

Die Sendung gastierte bereits in mehreren nicht-deutschsprachigen Ländern. Schon Ende August 1985 wurde der Stadl aus Portorož im damaligen Jugoslawien ausgestrahlt. Dieser Stadl war auch der erste, welcher nicht in einer Halle, sondern als Open Air-Veranstaltung im Hafen des an der Adria gelegenen Ferienortes stattfand.

Durch eine Zusammenarbeit der produzierenden Rundfunkanstalten mit dem sowjetischen Rundfunk gelang es, im September 1988 eine Sendung aus Moskau zu organisieren. Als Co-Moderatorin fungierte dabei Tatjana Wedenejewa, eine bekannte russische Fernsehansagerin.

Ab Mitte der 1990er Jahre bis 2001 gab es vermehrt Übertragungen aus dem Ausland. Karl Moik gastierte in der Coliseum Arena im Exhibition Palace im kanadischen Toronto (1994), im Flinders Park von Melbourne (1995), in Kapstadt (1996), in Disneyworld (Orlando) (1998) sowie auf dem Platz vor dem Mittagstor in der Verbotenen Stadt in Peking (1999). Im November 2000 wurde der Stadl in New York, New Orleans und der Karibik aufgezeichnet. Etwa 3.500 Personen fuhren mit dem Kreuzfahrtschiff Carnival Triumph zum Aufzeichnungsort. Das Fernsehpublikum sah einen Zusammenschnitt der Reise im Februar 2001. Auf persönliche Einladung des Scheichs von Dubai durfte Moik im Oktober 2001 seinen Stadl in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufzeichnen. Diese letzte Auslandsreise Moiks wurde zwei Monate später im Dezember 2001 gezeigt.

Nach einer zehnjährigen Unterbrechung führte am 7. Mai 2011 Andy Borg durch seinen ersten Auslands-Musikantenstadl live aus Poreč in Kroatien.

Silvesterstadl[Bearbeiten]

Erstmals fand im Jahr 1984 eine als „Silvesterstadl“ benannte Sonderausgabe in der Nacht vom 31. Dezember (Silvester) auf den 1. Januar 1985 statt. Seit 1989 wird jährlich eine solche Sendung ausgestrahlt. Der „Silvesterstadl“ 2005 war auch die letzte von Karl Moik moderierte Ausgabe.

30 Jahre Musikantenstadl[Bearbeiten]

Am 12. März 2011 sollte eine Jubiläumsfolge zum 30-jährigen Bestehen der Sendung aus Freiburg im Üechtland live gesendet werden. Aufgrund einer kurz zuvor erfolgten Erdbebenkatastrophe in Japan und dem damit verbundenen Nuklearunfall im Kernkraftwerk Fukushima I entschlossen sich die ARD und der ORF dazu, die Liveübertragung auszusetzen und stattdessen Sondersendungen über dieses Ereignis auszustrahlen. Die Ausgabe wurde schließlich am 26. März 2011 ausgestrahlt.[3][4]

Rezeption[Bearbeiten]

Ähnlich wie andere Sendungen der volkstümlichen Musik ist der Musikantenstadl häufig Ziel von Parodien und Satiren, z. B. von Matthias Schriefls Band „Mutantenstadl”.

Seit der Folge 157 wird der Musikantenstadl auch mit Untertiteln für Hörbehinderte gesendet.

Folgen und Veranstaltungsorte[Bearbeiten]

Weitere Produktionen[Bearbeiten]

Francine Jordi und Andy Borg, Musikantenstadl-Tournee 2010.

Neben den Fernsehsendungen und den damit verbundenen Merchandising-Produkten (Kleidungsstücke, Taschen, Tassen u. ä.) werden unter der Dachmarke „Musikantenstadl“ auch eine Reihe weiterer Produktionen vermarktet. Im Rahmen des „Stadl-Nachwuchswettbewerbs“ treten Gruppen, Kapellen und Einzelinterpreten auf. Seit 2008 findet einmal im Jahr eine „Musikantenstadl-Tournee“ mit einer Reihe von aus den Sendungen bekannten Musikern statt, die von Andy Borg moderiert wird. 2009 gab es erstmals eine „Stadl-Kreuzfahrt“ mit Konzerten auf einem Kreuzfahrtschiff.

Musikantenstadlpost[Bearbeiten]

Die Musikantenstadlpost ist eine zweimonatlich erscheinendes Magazin für Volksmusik und Schlager des Quota Verlags. Sie erscheint seit 1997 in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Südtirol und den Benelux-Staaten. Abonnements können allerdings aus der ganzen Welt bezogen werden.

Schwerpunkte sind Informationen zur Volksmusik- und Schlagerszene, über Events und Konzerte der Branche, Reportagen über aktuelle Ereignisse und Neuigkeiten der Stars, Mode & Beauty, Gesundheit & Wellness, Rätsel & Gewinnspiele.

Die Musikantenstadlpost ist ein Lizenzprodukt des ORF. Sie ist das sendungsbegleitende Magazin des Musikantenstadls.

Literatur[Bearbeiten]

  • Susanne Binder, Gebhard Fartacek (Hrsg.): Der Musikantenstadl. Alpine Populärkultur im fremden Blick. Lit-Verlag, Wien u. a. 2006, ISBN 3-8258-9802-4 (Online-Version).
  • Eva Mang: Das große Stadl-Buch. Eine Show schreibt Fernsehgeschichte. Verlag 66, Amstetten 2004, ISBN 3-902211-20-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.wimp.de/wweb/album/20730623
  2. Musikantenstadl Regisseur Kurt Pongratz wurde Professor www.schlagerportal.com
  3. http://www.dwdl.de/nachrichten/30494/ard_verzichtet_auf_ausstrahlung_des_musikantenstadl/
  4. Jubiläums-„Musikantenstadl“ läuft am 26. März

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Musikantenstadl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien